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Fussball, Nationalmannschaft 

30.8.2012, 18:22 Uhr

Hitzfeld und Ringier – eine unheilige Allianz

30.8.2012, 18:22 Uhr

Das Medienhaus Ringier nimmt den Schweizer Nationaltrainer unter Vertrag. Ein Unding. Ein Kommentar von

Keystone/Alexandra Wey: Doppeltes Hallo für Ottmar Hitzfeld am Donnerstag. Erst begrüsste ihn die Klasse 2a in Wald als Gast. Und dann noch Ringier als Berater und Kolumnisten.

Doppeltes Hallo für Ottmar Hitzfeld am Donnerstag. Erst begrüsste ihn die Klasse 2a in Wald als Gast. Und dann noch Ringier als Berater und Kolumnisten. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Florian Raz Florian Raz

Der Stolz ist aus der Zeile herauszulesen: «Ringier nimmt Hitzfeld unter Vertrag» titelt «Blick online». Der Trainer der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft werde künftig für das Medienhaus Ringier Kolumnen schreiben und als Berater tätig sein. Ein Deal, der jeder Bananenrepublik würdig wäre: Der Nationaltrainer im Bett mit dem grössten Boulevardverlag des Landes. Es ist ein Unding.

Es ist allerdings nur auf den ersten Blick unverständlich, dass der Schweizerische Fussballverband diese Zusammenarbeit nicht verhindert hat. Wie wichtig es dem SFV ist, mit Hitzfeld einen Trainer mit Weltruf angestellt zu haben, wurde schon klar, als sein Vertrag 2011 verlängert wurde, obwohl sportlich wenig bis gar nichts dafür sprach. Mit ein Grund: Der Mann kommt bei den Sponsoren einfach verdammt gut an.

Wenn da nun durch die Verbandelung mit Ringier auch noch die Sicherheit geschaffen wird, dass vom Boulevard keine Angriffe gefahren werden, die die Strahlkraft Hitzfelds mindern könnten, kann das dem SFV nur gelegen kommen. Was nichts daran ändert, dass der Verband diese Kooperation niemals hätte zulassen dürfen.

Und was die journalistische Unabhängigkeit der Ringier-Mitarbeiter angeht: Da bringt dieser Vertrag zwischen Verlag und Nationaltrainer vielleicht sogar etwas Ehrlichkeit ins Geschäft.

Natürlich wird bei Ringier weiterhin davon gesprochen, dass es keine Vorgaben zur Berichterstattung über Hitzfeld und das Nationalteam gebe. Doch bereits vor dieser Offizialisierung der guten Beziehungen war Hitzfeld von «Blick» und «Sonntagsblick» auffällig freundlich begleitet worden. Fast so freundschaftlich, wie es der Umgang zwischen Hitzfeld und Ringier-CEO Marc Walder ist.

Selbst nach einer indiskutablen Leistung wie dem 0:1 in Montenegro wurde nicht die leiseste Kritik an Hitzfeld laut. Schuld waren immer die Spieler. Ein interessantes Muster der Berichterstattung, das so sonst bei Boulevardzeitungen nicht zu beobachten ist.

Für Gewöhnlich ist immer der Trainer das schwächste Glied einer Fussballmannschaft und wird entsprechend schnell und hart kritisiert. Bei Hitzfeld und Ringier ist diese Regel ausser Kraft gesetzt. Jetzt auch offiziell.

Gute Arbeit! Teilen und mehr lesen.

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Informationen zum Artikel

30.8.2012, 18:22 Uhr

Hitzfeld und Ringier – eine unheilige Allianz

Text

Text:

  • 17.04.2014 um 00:37
    Ein ägyptischer Maikäfer und der Kaugummi-Mann - die Einzelkritik

    Mohamed Elneny kann also tatsächlich Tore schiessen, Giovanni Sio hat Knipserqualitäten und ein Valentin Stocker erlebt beim 4:2 des FC Basel über den FC Zürich in drei Minuten mehr als sein Vorgänger in über einer Stunde.

  • 16.04.2014 um 18:11
    4:2 gegen den FCZ – drei dicke Punkte für den FCB im Titelrennen

    Während Meisterschaftsrivale GC in eine kapitale 0:5-Heimniederlage gegen Thun läuft, gewinnt der FC Basel einen Klassiker mit Pfeffer gegen den FC Zürich mit 4:2 (1:0). Im Titelrennen liegt Basel damit vier Punkte voraus. Die FCB-Tore erzielen Sio (2), Stocker und Elneny; Captain Streller scheidet früh verletzt aus.

  • 16.04.2014 um 12:42
    «Jedes Imperium bricht einmal zusammen»

    Vor dem Klassiker FCB-FCZ, der nach 41 Jahren wieder im Cupfinal aufgelegt wird, sprechen die beiden Sportchefs über die Stellung ihrer Clubs, über die Möglichkeiten und Grenzen im Schweizer Fussball. Marco Bernet vom FC Zürich setzt am Ostermontag auf eine Cup-Tradition, Georg Heitz vom FC Basel sagt, vor die Wahl gestellt, zöge er die Meisterschaft dem Cupsieg vor.

  • 16.04.2014 um 16:28
    Gekaufte Facebook-Likes?
    Zum Artikel: Zürich, Kairo, Bagdad: Wo auf der Welt eine Million FCB-Fans leben

    @nowhere: Ja, man kann sich Facebook-Likes kaufen. Bloss frage ich mich in diesem Fall: Was kann sich der FC Basel von seinen Likes in Ägypten kaufen? Nichts. Im Gegenteil, der FCB hat sich sogar überlegt, wie er die arabischen Posts auf seiner Seite...

  • 02.04.2014 um 08:20
    Neues Foto?
    Zum Artikel: Heute schon den Körper ertüchtigt?

    Seit wann hat denn der werte Herr Kieslich ein neues Autorenfoto? Seit er im Morgentau diese Übungen nachturnt?

  • 26.03.2014 um 18:26
    @Herr Gass
    Zum Artikel: Die Uefa ist knallhart: Ein Geisterspiel für den FC Basel – kein Rekurs

    Den Glauben an das Gute verlieren, Herr Gass? Das würden wir nie machen. Finden wir Zuschauer, die Dinge aufs Feld werfen gut? Nein, finden wir nicht? Kann das Hooligan-Konkordat solche Dinge verhindern? Nein, finden wir auch nicht. Worum es uns in d...

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