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Rotblaulive.ch: Alles zur Saison des FC Basel: Berichte, Tabellen, Tweets, Videos, Statistiken und Spielszenenanalyse.

Fussball, FC Basel 

30.8.2012, 01:08 Uhr

Auf der Suche nach der Identität

30.8.2012, 01:08 Uhr

Nicht dass der FC Basel sein erstes grosses Ziel der Saison verpasst hat, muss den Baslern zu denken geben. Aber die Art und Weise, wie die Mannschaft unter der Latte Champions-League-Qualifikation hindurchgesprungen ist, war unschön. Von

Keystone/Urs Flueeler: Zwei Freis im Misserfolg vereint. Fabian (liegend) und Alex Frei grämen sich nach dem 1:2 in Cluj.

Zwei Freis im Misserfolg vereint. Fabian (liegend) und Alex Frei grämen sich nach dem 1:2 in Cluj. (Bild: Keystone/Urs Flueeler)

Kaum hat die Saison begonnen, da hat der FC Basel sein erstes grosses Ziel auch schon verpasst. Die Champions League findet in diesem Jahr ohne die Basler statt, sie müssen in der Europa League kleinere Brötchen backen. Und die finanzielle Einbusse von rund zehn Millionen Franken ist dabei dank der vergoldeten letzten zwei Saisons mit zweimal Königsklasse und Millionen-Transfers noch das kleinere Problem, das sich dem FCB derzeit stellt.

Das grössere: Die Basler haben eine Mannschaft, die sich noch nicht gefunden hat, die auf der Suche nach ihrer Identität ist. Und die wird sie nun in einem Klima finden müssen, das dem Wachstum eines zarten Pflänzchens nicht unbedingt zuträglich ist. Die Chance zum ultimativen Befreiungsschlag haben die Rotblauen beim 0:1 gegen den CFR Cluj jedenfalls mit einer Leistung verpasst, die Fragen aufwirft.

Es wartet viel Arbeit

Natürlich, Sportdirektor Georg Heitz hat Recht, wenn er darauf verweist, dass auch das sogenannte «Jahrhundertteam» der vergangenen Saison zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres ebenfalls alles andere als in Form war: «Ich bin mir nicht sicher, ob jene Mannschaft damals eine Champions-League-Qualifikation gegen Cluj geschafft hätte.» Aber diese hypothetische Feststellung alleine wird den Druck auf den heutigen FCB nicht verringern. Und sie impliziert auch, wie viel Arbeit vor den Baslern steht.

In Cluj jedenfalls präsentierte sich der FCB als eine nicht gefestigte Einheit ohne Balance und Selbstsicherheit. 65 Prozent Ballbesitz hatten die Statistiker der Uefa für den FCB zwar gemessen. Aber was bringt es, wenn man den Ball zwar in den eigenen Füssen hat, damit aber nichts Torgefährliches anzufangen weiss und im Gegenzug bei jedem Konter des Gegners ins Zittern kommt? Heiko Vogel stellte am Ende ernüchtert fest: »Selbst wenn wir 140 Prozent Ballbesitz gehabt hätten, hätten wir Cluj nicht in Verlegenheit gebracht.»

Heiko Vogel darf beweisen, dass er mit Problemen umgehen kann

Und hier kommt der Trainer des FCB ins Spiel. Bislang war er auf einer Welle des Erfolgs gesurft. Jetzt kann er beweisen, dass er in der Lage ist, ein Team aus einer schwierigen Situation zu führen. Denn in einer solchen ist der FCB nach drei Niederlagen in Serie, das sieht auch Sportdirektor Heitz.

Vogel stellt zwar nicht zu Unrecht fest: «Auch in den letzten drei Spielen gab es Szenen, in denen wir angedeutet haben, welches Potential in diesem Team steckt.» Nur nimmt die Anzahl der guten Phasen im Basler Spiel derzeit von Partie zu Partie bedenklich ab. Auf 60 Minuten gegen Cluj im Hinspiel folgten 30 in St. Gallen.

Und beim Rückspiel in Cluj? Nun, da war es mit viel Goodwill vielleicht noch eine Viertelstunde. Spätestens aber nach dem 0:1 in der 20. Minute war der Basler Auftritt einfach nicht gut genug, um sich einen Platz in der Königsklasse zu verdienen.

Auch wenn der FCB als Erklärung für sich in Anspruch nehmen konnte, dass er mit einem Sturm angetreten war, in dem beide Stürmer nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte gewesen waren. Und dass mit Mohamed Salah und Valentin Stocker zwei offensiv potente Spieler gar nicht hatten mittun können.

Alex Frei und die fünffache Entschuldigung

Alex Frei, der Mann, der die einzige wirkliche Chance gehabt hatte, den Abend in für die Basler erträglichere Bahnen zu lenken, entschuldigte sich danach öffentlich erst einmal mindestens fünfmal bei seinen Mitspielern für seinen vergebenen Elfmeter. Danach bat er: «Man darf jetzt nicht den Stab über dieser Mannschaft brechen.»

Aber auch Frei spürt mit der ganzen Erfahrung seiner 33 Jahre, in welch delikater Situation der FCB derzeit steckt. «Wir brauchen absolut ein Erfolgserlebnis», stellte er nach Spielschluss fest, «sonst kommen wir in eine Negativspirale.» Und: «Jeder einzelne von uns, mit Ausnahme von Yann Sommer, bringt derzeit die nötige Qualität nicht auf den Platz.»

Damit war auch Frei beim wichtigsten Punkt dieses enttäuschenden Abends in Transsilvanien angekommen. Nicht, dass der FC Basel die Qualifikation zur Champions League verpasst hat, muss ihm am meisten Kopfzerbrechen bereiten. Von einem Schweizer Club darf tatsächlich nicht erwartet werden, dass er drei Jahre hintereinander die Sternenliga erreicht. Aber wie die Basler gescheitert sind, das war unschön.

Intern wird es vorerst ruhig bleiben

Unruhe dürfte deswegen rund um den Club aufkommen – vorerst allerdings kaum intern. Wie oft hatte Bernhard Heusler in den schönen Champions-League-Feiern der vergangenen Saison Demut im Erfolg gepredigt. Jetzt kann der FCB-Präsident Standhaftigkeit im Misserfolg demonstrieren.

Und natürlich gehen beim FC Basel alle davon aus, dass sich diese Mannschaft entwickeln wird. Und zwar zum Guten natürlich, zu einer geschlossenen Einheit. Allzulange sollte sie sich dazu allerdings nicht Zeit nehmen. Am Sonntag kommt der FC Zürich in den St.-Jakob-Park. Das wäre kein schlechter Zeitpunkt für eine markante Leistungssteigerung.

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FC Basel, Fussball, Champions League

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  1. Die Qualität reicht nicht

    von Markus Diem am 30.08.2012 um 09:21Uhr

    Die spielerische und physische Qualität reicht wohl nicht aus, war doch Cluj sicher keine Übermannschaft, von der spielerischen Qualität her ist der FCB zur Zeit ein gewöhnlicher Superleagueverein, wie es wohl Cluj auch wäre. Die Achse Abraham, Xhaka, Shaquiri, die in der Angriffsauslösung oft den Unterschied machte, kann offensichtlich auf absehbare Zeit nicht ersetzt werden.
    Direktlink zum Kommentar

  1. Die Qualität reicht nicht

    von Markus Diem am 30.08.2012 um 09:21Uhr

    Die spielerische und physische Qualität reicht wohl nicht aus, war doch Cluj sicher keine Übermannschaft, von der spielerischen Qualität her ist der FCB zur Zeit ein gewöhnlicher Superleagueverein, wie es wohl Cluj auch wäre. Die Achse Abraham, Xhaka, Shaquiri, die in der Angriffsauslösung oft den Unterschied machte, kann offensichtlich auf absehbare Zeit nicht ersetzt werden.
    Direktlink zum Kommentar

  2. fc basel !!!

    von lilaba am 30.08.2012 um 09:51Uhr

    was hat doch der SPORT (brot und spiele!!) für sorgen in anbetracht des globalen BIENENSTERBENS (in milliarden), der klimasituation, unserer ENERGIEGIER und der globalen explosiven politischen verhältnisse.
    Direktlink zum Kommentar

  3. Es hat doch alles auch sein guites

    von Heinz Müller am 30.08.2012 um 12:51Uhr

    Nun braucht Shaqiri zumindest nicht zu befürchten, dass ihm seine Ex-Clubkollegen die neuen Lederhos'n ausziehen könnten...
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30.8.2012, 01:08 Uhr

Auf der Suche nach der Identität

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  • 17.04.2014 um 00:37
    Ein ägyptischer Maikäfer und der Kaugummi-Mann - die Einzelkritik

    Mohamed Elneny kann also tatsächlich Tore schiessen, Giovanni Sio hat Knipserqualitäten und ein Valentin Stocker erlebt beim 4:2 des FC Basel über den FC Zürich in drei Minuten mehr als sein Vorgänger in über einer Stunde.

  • 16.04.2014 um 18:11
    4:2 gegen den FCZ – drei dicke Punkte für den FCB im Titelrennen

    Während Meisterschaftsrivale GC in eine kapitale 0:5-Heimniederlage gegen Thun läuft, gewinnt der FC Basel einen Klassiker mit Pfeffer gegen den FC Zürich mit 4:2 (1:0). Im Titelrennen liegt Basel damit vier Punkte voraus. Die FCB-Tore erzielen Sio (2), Stocker und Elneny; Captain Streller scheidet früh verletzt aus.

  • 16.04.2014 um 12:42
    «Jedes Imperium bricht einmal zusammen»

    Vor dem Klassiker FCB-FCZ, der nach 41 Jahren wieder im Cupfinal aufgelegt wird, sprechen die beiden Sportchefs über die Stellung ihrer Clubs, über die Möglichkeiten und Grenzen im Schweizer Fussball. Marco Bernet vom FC Zürich setzt am Ostermontag auf eine Cup-Tradition, Georg Heitz vom FC Basel sagt, vor die Wahl gestellt, zöge er die Meisterschaft dem Cupsieg vor.

  • 16.04.2014 um 16:28
    Gekaufte Facebook-Likes?
    Zum Artikel: Zürich, Kairo, Bagdad: Wo auf der Welt eine Million FCB-Fans leben

    @nowhere: Ja, man kann sich Facebook-Likes kaufen. Bloss frage ich mich in diesem Fall: Was kann sich der FC Basel von seinen Likes in Ägypten kaufen? Nichts. Im Gegenteil, der FCB hat sich sogar überlegt, wie er die arabischen Posts auf seiner Seite...

  • 02.04.2014 um 08:20
    Neues Foto?
    Zum Artikel: Heute schon den Körper ertüchtigt?

    Seit wann hat denn der werte Herr Kieslich ein neues Autorenfoto? Seit er im Morgentau diese Übungen nachturnt?

  • 26.03.2014 um 18:26
    @Herr Gass
    Zum Artikel: Die Uefa ist knallhart: Ein Geisterspiel für den FC Basel – kein Rekurs

    Den Glauben an das Gute verlieren, Herr Gass? Das würden wir nie machen. Finden wir Zuschauer, die Dinge aufs Feld werfen gut? Nein, finden wir nicht? Kann das Hooligan-Konkordat solche Dinge verhindern? Nein, finden wir auch nicht. Worum es uns in d...

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