LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sport

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Rad, Doping 

24.8.2012, 16:04 Uhr

Wer beerbt Armstrong? Egal!

24.8.2012, 16:04 Uhr

Lance Armstrong könnten sieben Tour-de-France-Siege aberkannt werden. Eigentlich könnte man gleich die ganzen Ranglisten löschen. Ein Kommentar von

Reuters/ERIC GAILLARD: Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert. Hauptteil von Lance Armstrongs Verteidigungslinie: Ich wurde so häufig getestet – und nie wurde ich erwischt. Jetzt könnte er seine Tour-Titel trotzdem verlieren.

Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert. Hauptteil von Lance Armstrongs Verteidigungslinie: Ich wurde so häufig getestet – und nie wurde ich erwischt. Jetzt könnte er seine Tour-Titel trotzdem verlieren. (Bild: Reuters/ERIC GAILLARD)

Florian Raz Florian Raz

Lance Armstrong gibt nicht zu, gedopt zu haben. Aber er wehrt sich auch nicht mehr gegen eine Bestrafung durch die us-amerikanische Anti-Doping-Agentur Usada. Er sagt, er tue das, weil er «keinen fairen Prozess» erwartet habe. Das wäre nur allzu verständlich, wenn der Mann in einem Unrechtsstaat leben würde, in dem richterliche Willkür herrscht. Aber Armstrong ist nicht «Pussy Riot», er hat nicht die russische Staatsangehörigkeit und er ist auch kein syrischer Regimekritiker. Armstrong lebt in den USA, einem Land, in dem die Gewaltentrennung so wichtig ist, dass sogar der Präsident bangen muss, wenn seine Gesetze vom Verfassungsgericht geprüft werden.

Dass Armstrong nicht mehr gegen die Untersuchung der Usada vorgeht, kann eigentlich nur einen Grund haben: Die Bestrafung durch eine Anti-Doping-Agentur ist das kleinere aus zwei Übeln zwischen denen er zu wählen hatte. Hätte er seine Verteidigung aufrecht erhalten, hätte er das in einem öffentlichen Gerichtsverfahren tun müssen. Vielleicht auch unter Eid. Dieses Risiko wollte Armstrong nicht eingehen. Warum nicht? Der Verdacht liegt nahe: Weil er wusste, dass er die Zeugenaussagen seiner ehemaligen Kollegen Floyd Landis und Tyler Hamilton nicht hätte widerlegen können.

Nun aber wird er ohne Schuldspruch weiterleben, er wird sich weiter auf den Standpunkt stellen, nie als Doper erwischt oder verurteilt worden zu sein.

Ein Kabinett des Grauens

Die Usada will, dass Armstrong seine sieben Siege an der Tour de France aberkannt werden. Und eigentlich müsste sich der Weltradverband UCI an den Entscheid der Usada halten. Bloss, was wäre damit gewonnen? Es gibt eine wunderbare Grafik, auf der jeweils die zehn bestklassierten Fahrer jener Tours aufgezeichnet sind, die Armstrong gewonnen hat. Nur 1999 war mehr als die Hälfte der Fahrer hinter Armstrong während ihrer Karriere nicht in einen Dopingskandal verwickelt. Und das wohl auch bloss deswegen, weil die Kontrollen damals lascher waren.

Wer soll da Armstrongs Titel erben? Jan Ullrich, der jahrelang geleugnet hat, bis ihm 2012 rückwirkend ab 2005 alle Resultate aberkannt wurden? Alex Zülle, der Schweizer, der beim Festina-Skandal aufflog? Ivan Basso, der 2007 immerhin zugab, er habe «versucht» sich zu dopen?

Die Siegerlisten der Tour de France sind spätestens seit Beginn der Neunzigerjahre ein Horrorkabinett. Einzelne überführte oder geständige Sünder nachträglich zu streichen, bringt nichts. Wer jenen ehemaligen Fahrern zuhört, die das Schweigen über das alltägliche Dopen auf der Tour gebrochen haben, der kommt zum Schluss: Sauber und gleichzeitig schnell war da wohl keiner.

Dass die Usada bei Armstrong nicht locker gelassen hat, dass sie ihn nicht einfach als Strahlemann hat davon kommen lassen, wie er sich das gewünscht hätte, war trotzdem richtig und wichtig. Nicht weil Armstrong besonders verwerflich gehandelt hätte. Er hat wohl dasselbe getan wiel alle anderen um ihn herum auch – einfach cleverer. Sondern weil Armstrong nun nicht als jener Saubermann davonkommt, als den er sich gerne präsentierte.

Denn wenn Doper davon kommen, ohne bestraft zu werden, bleibt die Abschreckung auf der Strecke. Je weniger Abschreckung aber, um so grösser die Verlockung, zu verbotenen Mitteln zu greifen. Und je mehr Fahrer dopen, um so stärker wird der Druck auf alle anderen im Feld, ebenfalls nachzuziehen.

Und was soll nun mit den Ranglisten der Tour passieren – und all der anderen Rennen an denen Armstrong erfolgreich war? Es ist egal. Am ehrlichsten wäre es, sie komplett aus den Annalen zu löschen. Oder man hinterlegt sie grau und markiert sie als «Hohejahre von EPO und Blutdoping». Lance Armstrong dürfte so seine Titel behalten. Er wäre dann einfach nicht mehr der beste Radrennfahrer der Geschichte. Sondern der beste gedopte Fahrer der Geschichte. Ist doch auch was.

Gute Arbeit! Teilen und mehr lesen.

Teilen und weiterleiten

Mehr zum Thema

Radsport, Kommentar

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Armstrong gibt auf - aber nichts zu Weiterlesen

Tageswoche honorieren

Alternativen:

Postfinance, Paypal, Flattr

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

Noch keine Beiträge. Schreiben Sie den ersten.

Informationen zum Artikel

24.8.2012, 16:04 Uhr

Wer beerbt Armstrong? Egal!

Text

Text:

  • 20.07.2014 um 11:13
    Weil Basel Tourismus bis 2015 braucht, bilden wir Taxifahrer selber weiter

    Basel Tourismus will mit einem E-Learning-Tool dafür sorgen, dass Taxifahrer besser über Basel Bescheid wissen. Ab 2015 soll es einsatzbereit sein. Die TagesWoche bietet Soforthilfe: mit dem ultimativen Basel-Quiz für Taxifahrer und solche, die es noch werden wollen.

  • 19.07.2014 um 08:40
    Sieben Antworten vor dem Start der Super League

    Wer ist der grösste Bewunderer des FC Thun, welcher Club geht mit einem Alpsegen in die Saison und wo ausserhalb von Basel tummeln sich die meisten Ex-FCB-Spieler? Fragen über Fragen zum Start der Super League. Wir haben sieben Antworten.

  • 18.07.2014 um 17:31
    Tore, Tore, Tore – so viel Offensivpower hat der FC Basel neu verpflichtet

    Valentin Stocker im Sommer zu Hertha Berlin, Mohamed Salah schon im Winter zu Chelsea – der FC Basel muss auf die neue Saison hin über 50 Skorerpunkte ersetzen. Die Statistiken der Neuzugänge lassen darauf schliessen, dass ihm das gelingen sollte.

  • 11.07.2014 um 12:55
    Zum Artikel: Keine Aufenthaltsbewilligung – der FC Basel sucht für Simic einen Club im Ausland

    Doch, das Gericht nimmt laufend Bezug auf Zeitungsartikel. Und auf die Matchberichte der vereinseigenen Homepage fcb.ch. Vielleicht muss der FCB künftig noch etwas begeisterter über seine jungen Spieler berichten …

  • 10.07.2014 um 16:12
    Zum Artikel: Sieben Antworten zum zweiten Halbfinal

    Lieber Herr Hage, ich kann nur sagen: «Upps, it dit it again!» Jetzt hat der Index auch noch für das Endspiel ein 0:1 gegen Deutschland und für Argentinien voraus gesagt. Trotzdem weise ich wie immer jede Schuld von mir. It was the index!

  • 07.07.2014 um 09:24
    Zum Artikel: Der Frauenfussball sucht seinen Weg

    Vielen Dank, Herr Tanner, für Ihre Anmerkungen. Als Erläuterung: Roman Wipfli kommt in unserer Geschichte vor, weil er der Frauenchef bei OB ist, Herr Rhinisperger war derjenige, der uns sozusagen auf die Geschichte "gelüpft" hat. Sophie...

Aktuell

Gaston Lacombe/TandemStock.com: Antarktische Landschaft mit einer Adélie Pinguin Kolonie, in der Nähe der Esperanza-Basisstation, Antarktis.

Bildstoff 

Gaston Lacombe: Antarktis im Sommer

Der kanadische Fotograf Gaston Lacombe lebte und dokumentierte während zwei Monaten, in Gesellschaft von 40 Menschen und 250'000 Pinguinen, die Antarktis, wie man sie nur selten zu sehen bekommt.Von Gaston Lacombe Weiterlesen

:

Linkempfehlung 

Eine gekürzte Geschichte der Unendlichkeit

In einem schönen Kurzfilm zeigt Filmemacher Paul Trillo die schier unendlichen Möglichkeiten im Alltag des «Testobjektes X», Vincent, auf. Dabei zeigt er auf berührende Weise die Grösse des Universums – und wie verloren wir darin scheinen. Aber zum Glück geht es ja allen so. Empfohlen von Livio Marc Stöckli. Anschauen auf Vimeo