Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

eingeloggt als
Ausloggen


Mein Kommentar

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

TagesWoche

Tages Woche

Mo, 20.05.2013

Rad, Doping 

24.8.2012, 16:04 Uhr

Wer beerbt Armstrong? Egal!

24.8.2012, 16:04 Uhr

Lance Armstrong könnten sieben Tour-de-France-Siege aberkannt werden. Eigentlich könnte man gleich die ganzen Ranglisten löschen. Ein Kommentar von Florian Raz

Reuters/ERIC GAILLARD: Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert. Hauptteil von Lance Armstrongs Verteidigungslinie: Ich wurde so häufig getestet – und nie wurde ich erwischt. Jetzt könnte er seine Tour-Titel trotzdem verlieren.

Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert. Hauptteil von Lance Armstrongs Verteidigungslinie: Ich wurde so häufig getestet – und nie wurde ich erwischt. Jetzt könnte er seine Tour-Titel trotzdem verlieren. (Bild: Reuters/ERIC GAILLARD)

Florian Raz Florian Raz

Lance Armstrong gibt nicht zu, gedopt zu haben. Aber er wehrt sich auch nicht mehr gegen eine Bestrafung durch die us-amerikanische Anti-Doping-Agentur Usada. Er sagt, er tue das, weil er «keinen fairen Prozess» erwartet habe. Das wäre nur allzu verständlich, wenn der Mann in einem Unrechtsstaat leben würde, in dem richterliche Willkür herrscht. Aber Armstrong ist nicht «Pussy Riot», er hat nicht die russische Staatsangehörigkeit und er ist auch kein syrischer Regimekritiker. Armstrong lebt in den USA, einem Land, in dem die Gewaltentrennung so wichtig ist, dass sogar der Präsident bangen muss, wenn seine Gesetze vom Verfassungsgericht geprüft werden.

Dass Armstrong nicht mehr gegen die Untersuchung der Usada vorgeht, kann eigentlich nur einen Grund haben: Die Bestrafung durch eine Anti-Doping-Agentur ist das kleinere aus zwei Übeln zwischen denen er zu wählen hatte. Hätte er seine Verteidigung aufrecht erhalten, hätte er das in einem öffentlichen Gerichtsverfahren tun müssen. Vielleicht auch unter Eid. Dieses Risiko wollte Armstrong nicht eingehen. Warum nicht? Der Verdacht liegt nahe: Weil er wusste, dass er die Zeugenaussagen seiner ehemaligen Kollegen Floyd Landis und Tyler Hamilton nicht hätte widerlegen können.

Nun aber wird er ohne Schuldspruch weiterleben, er wird sich weiter auf den Standpunkt stellen, nie als Doper erwischt oder verurteilt worden zu sein.

Ein Kabinett des Grauens

Die Usada will, dass Armstrong seine sieben Siege an der Tour de France aberkannt werden. Und eigentlich müsste sich der Weltradverband UCI an den Entscheid der Usada halten. Bloss, was wäre damit gewonnen? Es gibt eine wunderbare Grafik, auf der jeweils die zehn bestklassierten Fahrer jener Tours aufgezeichnet sind, die Armstrong gewonnen hat. Nur 1999 war mehr als die Hälfte der Fahrer hinter Armstrong während ihrer Karriere nicht in einen Dopingskandal verwickelt. Und das wohl auch bloss deswegen, weil die Kontrollen damals lascher waren.

Wer soll da Armstrongs Titel erben? Jan Ullrich, der jahrelang geleugnet hat, bis ihm 2012 rückwirkend ab 2005 alle Resultate aberkannt wurden? Alex Zülle, der Schweizer, der beim Festina-Skandal aufflog? Ivan Basso, der 2007 immerhin zugab, er habe «versucht» sich zu dopen?

Die Siegerlisten der Tour de France sind spätestens seit Beginn der Neunzigerjahre ein Horrorkabinett. Einzelne überführte oder geständige Sünder nachträglich zu streichen, bringt nichts. Wer jenen ehemaligen Fahrern zuhört, die das Schweigen über das alltägliche Dopen auf der Tour gebrochen haben, der kommt zum Schluss: Sauber und gleichzeitig schnell war da wohl keiner.

Dass die Usada bei Armstrong nicht locker gelassen hat, dass sie ihn nicht einfach als Strahlemann hat davon kommen lassen, wie er sich das gewünscht hätte, war trotzdem richtig und wichtig. Nicht weil Armstrong besonders verwerflich gehandelt hätte. Er hat wohl dasselbe getan wiel alle anderen um ihn herum auch – einfach cleverer. Sondern weil Armstrong nun nicht als jener Saubermann davonkommt, als den er sich gerne präsentierte.

Denn wenn Doper davon kommen, ohne bestraft zu werden, bleibt die Abschreckung auf der Strecke. Je weniger Abschreckung aber, um so grösser die Verlockung, zu verbotenen Mitteln zu greifen. Und je mehr Fahrer dopen, um so stärker wird der Druck auf alle anderen im Feld, ebenfalls nachzuziehen.

Und was soll nun mit den Ranglisten der Tour passieren – und all der anderen Rennen an denen Armstrong erfolgreich war? Es ist egal. Am ehrlichsten wäre es, sie komplett aus den Annalen zu löschen. Oder man hinterlegt sie grau und markiert sie als «Hohejahre von EPO und Blutdoping». Lance Armstrong dürfte so seine Titel behalten. Er wäre dann einfach nicht mehr der beste Radrennfahrer der Geschichte. Sondern der beste gedopte Fahrer der Geschichte. Ist doch auch was.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

Kommentieren

Informationen zum Artikel

24.8.2012, 16:04 Uhr

Wer beerbt Armstrong? Egal!

Text

Text:

  • 18.05.2013 um 00:01
    Der Chef und sein Zuträger

    Der eine sorgt mit schnellem Antritt für Aufsehen und geht mit Torchancen bisweilen etwas gar verschwenderisch um. Der andere verrichtet seine Arbeit schon fast still und leise. Mohamed Salah und Mohamed Elneny bestimmen den Puls des FC Basel mit. Im Cupfinal gegen die Grasshoppers wird Salah allerdings gesperrt fehlen.

  • 17.05.2013 um 06:08
    «Jetzt soll mal der Schär hinten bleiben»

    Fabian Frei hat einen Lauf. Beim 2:0 gegen Lausanne schiesst er beide Tore – und am Pfingstmontag dürfte er erstmals in seiner Karriere einen Cupfinal bestreiten.

  • 17.05.2013 um 00:01
    Miezekatzen, Testläufer und ein auf die Probe gestellter Werbespruch

    Fabian Frei und Valentin Stocker erledigten Arbeit und Vorarbeit des Toreschiessens. Andere konnten die Kräfte für den Cupfinal schonen. Die Einzelkritiken zum 2:0 des FC Basel gegen Lausanne.

  • 16.05.2013 um 18:35
    Eishockey
    Zum Artikel: Schweiz nach Sieg gegen Tschechien im Halbfinal

    Lieber Herr Hochhuth, glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass nicht eine halbe lokale Geschichte weniger geschrieben wurde wegen dieses Eishockey-Artikels? Der Text kommt über Agentur, der Dienstchef (der sowieso Dienst schieben muss) hat ihn von d...

  • 13.05.2013 um 18:51
    Das mit der Tribüne
    Zum Artikel: Constantin kehrt mit dem Stahlbesen

    Meist sitzt das von ihnen angesprochene Problem ja nicht auf der Tribüne, sondern dirigiert (das Team) und desavouiert (den Trainer) von seinem Stammplatz neben der Ersatzbank aus.

  • 13.05.2013 um 17:13
    Seldwyla
    Zum Artikel: Das Ende eines Clublokals – Stadt stellt Italiener auf die Strasse

    Weil die Stadt Basel eine leere Immobilie wollte, wird der bisherige Mieter rausgeworfen. Und jetzt sucht die Stadt Basel einen Zwischennutzer, weil sie gerne einen Mieter für ihre leere Immobilie hätte. Warum dreht sich bei mir plötzlich alles im Kopf?

Aktuell

Keystone: Basel am Boden. Das Elfmeterschiessen im Cupfinal gegen die Grasshoppers ging mit 3:4 verloren
5

Fussball 

LiVE: Cupfinal: FCB-GC

Der FC Basel ist wieder im Cupfinal. Und wie vor einem Jahr fällt die Entscheidung im Elfmeterschiessen. Und doch ist diesmal alles anders. Am Schluss jubeln die anderen.Von Michael Rockenbach und Philipp Loser. Weiterlesen5 Kommentare

Keystone/MARKUS STUECKLIN: ARCHIVE --- AM PFINGSTMONTAG TREFFEN DER FC BASEL UND DIE GRASSHOPPERS ZUM 5. MAL IN EINEM CUPFINAL DES SCHWEIZER CUPS AUFEINANDER. AUS DEN FRUEHEREN CUPFINALS DER BEIDEN TEAMS MITEINANDER DER JAHRE 1933, 1942, 1963 UND 2002 STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHI

Fussball, 88. Cupfinal 

Der FCB im Cupfinal: Es ist Erntezeit

Der Cupfinal vom Pfingstmontag (16.00 Uhr) ist der Auftakt der Woche der Entscheidung für den FC Basel und die Grasshoppers: Die beiden dominierenden Mannschaften dieser Saison machen die Titelträger untereinander aus.Von Christoph Kieslich. Weiterlesen

Christoph Kieslich: Vor 100 Jahren: Der FC Basel gewinnt seinen ersten Pokal, den Anglo-Cup im Vorläuferwettbewerb des Schweizer Cup. Ausgestellt ist das gute Stück in den Museumsvitrinen des FCB-Fanshops am St.-Jakob-Park.
1

Fussball, FC Basel 

FC Basel: Der vergessene Cupsieg

Cup, Cupfinal, Cupsieg – der Pfingstmontag naht, wenn der Rekord-Titelhalter GC und der elfmalige Cupgewinner FC Basel aufeinandertreffen. 100 Jahre nachdem der FCB seinen ersten Cup gewonnen hat, ein Erfolg den heute niemand mehr auf der Rechnung hat.Von Christoph Kieslich und Mike Gosteli. Weiterlesen1 Kommentar

1