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Geschichte 

24.8.2012, 00:01 Uhr

Globi und andere koloniale Fantasien

24.8.2012, 00:01 Uhr

Die Schweiz besass nie eigene Kolonien. Und doch wimmelt es an Denkmustern aus jener Zeit. Erstmals findet jetzt eine Auseinandersetzung damit statt.  Von

: Die Schweiz hatte keine Kolonien, aber sie hatte Globi, hier 1935 im «Ringspiel mit der Hottentotten-Frau».

Die Schweiz hatte keine Kolonien, aber sie hatte Globi, hier 1935 im «Ringspiel mit der Hottentotten-Frau».

Dass der gute alte Schweizer Comic-Abenteurer Globi rassistisch veranlagt war, weiss man in der Schweiz seit einigen Debatten in den letzten Jahren über den strittigen Gehalt von Kinderbüchern. Das neue Buch «Postkoloniale Schweiz» der an der Uni Basel ausgebildeten oder tätigen Philosophinnen und Historikerinnen Patricia Purtschert, Barbara Lüthi und Francesca Falk geht einen Schritt weiter und beleuchtet, wie klassische koloniale Denkmuster in der Comic-Figur zum Ausdruck kommen.

Dahinter steht ein relativ junger Ansatz der Kulturwissenschaften. Dieser untersucht die Verschränkungen zwischen der Schweiz und Drittweltländern auf koloniale Stereotypen und überlieferte Perspektiven.

Komplizenschaft

Ein vielversprechender – gleichwohl auf den ersten Blick konstruierter und möglicherweise von der eigenen Gesinnung abgeleiteter Zugang. Zwar ist bekannt, dass die Schweiz etwa am Sklavenhandel mitverdiente. So finanzierte die Daig-Familie Burckhardt Sklavenschiffe in Afrika. Eine Kolonialmacht war die Schweiz aber nie. Doch die Verstrickungen gehen über diese Komplizenschaft hinaus. Das Buch stellt infrage, dass koloniale Denk- und Verhaltensmuster den Besitz eigener Kolonien voraussetzen. Gerade weil die Schweiz aussen vor blieb, als Europa aufbrach, um sich Ländereien in der Dritten Welt einzuverleiben, hat es anders als in den früheren Kolonialmächten nie eine Auseinandersetzung damit gegeben.

Die Globi-Figur, die 1935 als Werbeträger für die Warenhauskette Globus geschaffen wurde, beinhaltete – als harmlose Kindergeschichte angelegt – «einen Subtext, in dem sich rassistische, heteronormative und sexistische Logiken verbinden», schreibt Autorin Purtschert. Die technische, charakterliche und intellektuelle Überlegenheit Globis über die Einheimischen ist geradezu ein Merkmal der «Globi»-Bücher.

Anfällig für koloniale Denkmuster war und ist auch die Werbung, wo unter dem Deckmantel der Exotik rassistische Darstellungen auftauchen. Als Beispiel ist Werbung für sogenannte Weisswaren angeführt, die im Globus mit der Figur des «weissen Negers» angepriesen wurden. Dieser warb etwa für Reinigungsmittel. Während seine Arme und Beine schwarz waren, strahlte sein Gesicht ganz in Weiss. Die naheliegende Assoziation: Mit Globus-Seife lässt sich sogar ein schwarzes Gesicht «reinwaschen».

Auch heute wird in der Werbung mit kolonialen Vorstellungen gearbeitet. So bezeichnet Globus in Basel die Rubrik «delicatessa» als «Kolonialwaren». Und auf Modeplakaten inszeniert das Warenhaus die «gute alte Kolonialzeit», wie Falk festhält.

Der «Blick» und die «Afro-Miss»

Koloniale Denkmuster haben die insgesamt 17 Autoren des Buches auch in der Idee der Neutralitätspolitik, in der Entwicklungshilfe und in den Medien identifiziert. Sie haben sich insbesondere im Umgang mit Migranten niedergeschlagen. Etwa dann, wenn im Boulevardblatt «Blick» wochenlang verhandelt wird, ob Miss-Schweiz-Kandidatin Jeannette Bally, die in Kongo geboren wurde, wegen ihrer Hautfarbe Vor- oder Nachteile hat.

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24.8.2012, 00:01 Uhr

Globi und andere koloniale Fantasien

Text

Text:

  • 17.04.2015 um 18:02
    AZ Medien setzen den Rotstift an

    Der Aargauer Medienkonzern AZ Medien hat schlechte Zahlen vorgelegt. Um im laufenden Jahr nicht erneut Verlust zu erwirtschaften, werden breite Sparmassnahmen getroffen. Das geht aus einem internen Memo des Unternehmens hervor.

  • 16.04.2015 um 06:00
    Fahrende sollen in Basel endlich einen Standplatz erhalten

    Seit Jahren verschleppt Basel-Stadt die Einrichtung eines Standplatzes für Fahrende. Obwohl er von Gesetzes wegen dazu verpflichtet ist. Nun scheint eine Lösung gefunden worden zu sein.

  • 14.04.2015 um 05:05
    SP drückt sich vor Demo gegen Sparmassnahmen

    Die Basler SP macht offiziell nicht bei der Protestaktion gegen das Sparpaket mit. Als Grund werden terminliche Probleme angeführt. Tatsächlich dürfte aber eher die Sorge dahinter stecken, die eigenen Regierungsräte könnten desavouiert werden.

  • 08.04.2015 um 12:42
    Zum Artikel: Das Basler Staatspersonal geht gegen das Sparpaket auf die Strasse

    @Roland Bauer Dumm-dreiste Manipulation? Starker Tobak. Woher nehmen Sie denn die Gewissheit, dass die Verwendung des Begriffs an den ehemaligen Sonderstatus geknüpft ist? Aus den Bestimmungen des Bundesamts für Sozialversicherungen lese ich eine derar...

  • 08.04.2015 um 11:24
    Zum Artikel: Das Basler Staatspersonal geht gegen das Sparpaket auf die Strasse

    Ich weiss, Herr Scheurer. Ich mag den Beamten als Terminus trotzdem und plädiere dafür, dass er uns erhalten bleibt – auch nach Abschaffung des rechtlichen Sonderstatus.

  • 02.04.2015 um 22:01
    @Aste
    Zum Artikel: «Mir ist es nicht egal, wenn solche Typen ihr Unwesen treiben»

    Sachte, sachte. Ja, es war kein Band, es war ein Handy. Dort drauf ist die Aussage. Sämtliche Zitate sind von der Tonaufnahme, soll ich Ihnen das File zukommen lassen? Der Boulevard-Hinweis stand im Kontext, dass wir noch ein schönes Bild von Ihnen hab...

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