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TagesWoche

Tages Woche

So, 26.05.2013

Ab in die Quartiere 

24.8.2012, 15:33 Uhr

Der Ärger mit dem Drämmli

24.8.2012, 15:33 Uhr

Eines der Themen, das die Bruderholz-Bewohner beschäftigt, ist der öffentliche Verkehr: Kritisiert wird vor allem die Linienführung und die alten, quietschenden Drämmli. Doch Besserung ist versprochen. Von Monika Zech

bahnbilder.de/Montage: Nils Fisch: Die alten Drämmli auf dem Bruderholz werden bald ausgemustert.

Die alten Drämmli auf dem Bruderholz werden bald ausgemustert. (Bild: bahnbilder.de/Montage: Nils Fisch)

Das Drämmli ist, wie sich bei unserem Abstecher auf das Bruderholz gezeigt hat, ein Sorgenkind so mancher Bewohner. Abgesehen davon, dass manche nicht verstehen, weshalb «wir hier nur die alten Drämmli haben», drehen sich ebenso viele Klagen um die Linienführung.

«Wir haben zwar zwei Linien, aber beide fahren in einem sehr engen Radius», sagt etwa Angela Bryner, Vizepräsidentin des Neutralen Quartiervereins Bruderholz (NQVB). Dass der 15er ab Bankverein einen Bogen über die Wettsteinbrücke zur Messe macht, findet sie «ziemlich absurd». Wer direkt in die Innenstadt oder ins Kleinbasel wolle, steige am Aeschenplatz oder Bankverein um. Noch ärgerlicher aber sei, dass beim 16er an der Schifflände Schluss ist.

Allerdings, das ist sich Bryner bewusst, hätte es noch schlimmer kommen können. Gemäss einem früheren Konzept für den öffentlichen Verkehr wäre der 15er gar nicht mehr in die Innenstadt gefahren, sondern nach Binningen, um dort mit der 2er-Linie verknüpft zu werden. Das stiess den Bewohnern auf dem Bruderholz sauer auf. Die FDP Grossbasel-Ost reichte Ende 2009 eine Petition mit 700 Unterschriften ein, in der gefordert wurde, die Tramlinie 15 weiterhin in die Innenstadt zu führen. Mit Erfolg.

Vom Dreispitz zum Badischen Bahnhof

Die nächsten zehn Jahre ist die Route des 15ers in die Innenstadt gesichert. Und es soll noch besser kommen, wie Ernst Bucher, Präsident der FDP-Grossbasel-Ost und Bruderholz-Bewohner, sagt: «Vorgesehen ist, den 16er von der Schifflände bis zur Messe weiter zu führen, wo er zum 15er wird und via Wettsteinbrücke, Aeschenplatz zurück auf das Bruderholz fährt.» Damit schliesst sich der Kreis wieder, und die Bruderholz-Linie führt ohne Unterbruch an der Schifflände durch die Innenstadt.

Im Zuge der weiteren «Tramnetzoptimierungen», die der Kanton-Basel unter dem Titel «Tramnetz 2020» der Öffentlichkeit vorgestellt hat, sind auch Änderungen für das Gundeli und Bruderholz vorgesehen. Unter dem Buchstaben I wie Ida – die Drämmli werden statt mit Nummern mit Buchstaben gekennzeichnet sein – soll die Fahrt vom Bahnhof Dreispitz über das Bruderholz und Bahnhof SBB, Heuwaage und Marktplatz bis zum Badischen Bahnhof gehen.

Doch das ist wirklich noch Zukunftsmusik. Erstens muss das neue Tramnetz, das rund 500 Millionen Franken kosten soll, vom Grossen Rat und vom Stimmvolk abgesegnet werden, und zweitens ist besagte Änderung erst für Phase 3 und 4 vorgesehen. In Jahreszahlen heisst das für Phase 3: 2019 bis 2022, Phase 4: ab 2023. Solange drehen die Bruderholzdrämmli noch lange ihre Runden durch die Innenstadt.

Bald ausgequietscht

Wäre noch die Sache mit den alten, quietschenden Fahrzeugen. Auch hier wurde von der BVB Besserung versprochen, wie Ernst Bucher sagt. Mit der kurzen Variante der neuen Flexitys, die künftig auf den Basler Tramschienen rollen sollen. Sobald die Trams angekommen seien, so habe es geheissen, würden sie auf dem Bruderholz eingesetzt. «Wann das soweit ist, weiss ich allerdings nicht», sagt Bucher.

Aus heutiger Optik könne die Frage nicht mit einem genauen Datum beantwortet werden, heisst es auf Nachfrage bei den BVB. «Ich kann Ihnen aber sagen», so Mediensprecherin Dagmar Jenny, «dass wir voll im Marschplan sind und in 5 Jahren alle 60 Flexitys geliefert sind». Die Lieferung erfolge natürlich in vielen Etappen, aber bereits die erste Lieferung – nach den ersten zwei Vorläuferfahrzeugen – sei ein Mix aus kurzen und langen Modellen.

Auf jeden Fall deutet alles darauf hin, dass das Bruderholz nicht, wie von einigen befürchtet, nach und nach vom Öffentlichen Verkehrsnetz abgehängt wird. Denn die Verkehrsplaner beim Kanton gehen sicher einig mit der Meinung einer Anwohnerin: «Eine gute ÖV-Verbindung gehört einfach zu einem städtischen Quartier und je besser der Service, desto besser wird das Tram auch genutzt.»

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Der Aerger mit dem Drämmli

    von Thomas Boss um 24.08.2012 um 22:03Uhr

    Da wird auf sehr hohem Niveau geklagt. Die Herrschafrten auf dem Bruderholz reisen in der ganzen Welt herum und sollten dabei eigentlich merken, wie komfortabel und bequem wir in Basel - auch aufs Bruderholz!! - mit dem öffentlichen Verkehr reisen können. In keinem Land der Erde ist der öffentliche Verkehr so sicher und flächendeckend ausgebaut wie bei uns. Da kann ich nur den Kopf schütteln. Offensichtlich geht mit zunehmendem Luxus auch der Sinn für Verhältnismässigkeit verloren. Statt kleinlichem Klagen wären Dankbarkeit und Zufriedenheit angebracht. Dem Personal der offentlichen Verkehrsmittel winde ich ein grosses Kränzchen! Die Arbeit mit und neben dem oft egoistischen und gefährlichen Privatverkehr ist nicht gerade einfach. Ein Hoch auf Tram, Bahn und Bus
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24.8.2012, 15:33 Uhr

Der Ärger mit dem Drämmli

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Text:

  • 23.05.2013 um 15:50
    In Gottes Namen gegen Grundrechte

    Der religiöse Fanatismus macht auch vor der Schule nicht halt. Und beschäftigt immer wieder Behörden und Justiz.

  • 21.05.2013 um 14:10
    Unsere Ente des Tages

    Das ist garantiert keine Zeitungsente: Eine Ente hat den Brunnen am Rümelinsplatz zu ihrem persönlichen Swimmingpool umfunktioniert.

  • 16.05.2013 um 15:34
    Jeder Franken zählt

    In der Regel äussern sich Politiker und Experten in endlosen Debatten zum Thema Mindestlohn. Hier erzählen drei Frauen über ihr Leben mit einem Lohn, der nirgends hinreicht.

  • 16.05.2013 um 22:59
    Absolut
    Zum Artikel: Schweiz nach Sieg gegen Tschechien im Halbfinal

    Lieber Fritz Hochhuth Nach 14 Stunden am Computer sitzen schaffe ich es kaum mehr, so viele Buchstaben zu lesen. Aber ich habe es doch getan, weil uns doch die Chefs und andere kompetente Leute immer sagen, wie wichtig die Hege und Pflege unserer Comm...

  • 15.04.2013 um 23:11
    merkwürdiges Rechtsverständnis
    Zum Artikel: Keine freie Betten für die englischen Fussballfans

    @fm70: Ich glaube nicht, dass ich ein merkwürdiges Rechtsverständnis habe. Aber aufgrund seltsamer Artikel wie des Wegweisugsartikels kann es durchaus vorkommen, dass in der Öffentlichkeit schlafende Personen von Polizeipatrouillen mehr oder weniger un...

  • 15.04.2013 um 17:41
    Zürich hilft…
    Zum Artikel: Keine freie Betten für die englischen Fussballfans

    @othmar.buchs Zürich würde vielleicht schon helfen, wenn es könnte. Aber offenbar ist auch Zürich ziemlich ausgebucht, weil viele Gäste und Angestellte der Baselworld in Zürich übernachten. Ist ja für die weitgereisten Menschen auch nur ein Vorort von ...

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