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Do, 23.05.2013

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Rotblaulive.ch: Alles zur Saison des FC Basel: Berichte, Tabellen, Tweets, Videos, Statistiken und Spielszenenanalyse.

Fussball, FC Basel 

21.8.2012, 19:13 Uhr

Der FCB will viel – und erhält gar nichts

21.8.2012, 19:13 Uhr (aktualisiert: 23:18)

Der FC Basel muss um seine Champions-League-Träume bangen. Nach einer 1:0-Führung und gutem Spiel bis zur 66. Minute verlieren die Basler gegen den CFR Cluj mit 1:2. Jetzt braucht der FCB im Rückspiel in einer Woche einen Sieg mit mindestens zwei Toren, um die Gruppenphase zu erreichen. Von Florian Raz

Am Ende bleibt der Hader. Alex Frei (l.) und Marco Streller grämen sich, weil der Ball ein weiteres Mal nicht im Tor, sondern in den Armen von Clujs Goalie Mario Felgueiras gelandet ist.

Am Ende bleibt der Hader. Alex Frei (l.) und Marco Streller grämen sich, weil der Ball ein weiteres Mal nicht im Tor, sondern in den Armen von Clujs Goalie Mario Felgueiras gelandet ist. (Bild: Reuters/MICHAEL BUHOLZER)

Viel besser machte es da Modou Sougou, zumindest bei seinen ersten beiden Versuchen. Im Bild sein zweiter Torschuss, jener zum 1:2-Endstand. Danach vergab Moudou zwei weitere Gross-Chancen.

Viel besser machte es da Modou Sougou, zumindest bei seinen ersten beiden Versuchen. Im Bild sein zweiter Torschuss, jener zum 1:2-Endstand. Danach vergab Moudou zwei weitere Gross-Chancen. (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

Dabei war der Abend kurz vor der Pause doch aus Basler Sicht so wunderbar lanciert worden: Marco Streller trifft in der 43. Minute per Seitfallzieher zum 1:0.

Dabei war der Abend kurz vor der Pause doch aus Basler Sicht so wunderbar lanciert worden: Marco Streller trifft in der 43. Minute per Seitfallzieher zum 1:0. (Bild: Keystone/URS FLUEELER)

Nichts zu halten für Clujs Schlussmann Mario Felgueiras.

Nichts zu halten für Clujs Schlussmann Mario Felgueiras. (Bild: Keystone/URS FLUEELER)

Entsprechend gross der Jubel bei den Rotblauen.

Entsprechend gross der Jubel bei den Rotblauen. (Bild: Keystone/URS FLUEELER)

Anders als gegen Molde war der FC Basel gegen Cluj von Beginn weg mit Herz, Kopf und Fuss bei der Sache. Hier setzt Marcelo Diaz (unten) zur Grätsche gegen Nicolas Godemeche an.

Anders als gegen Molde war der FC Basel gegen Cluj von Beginn weg mit Herz, Kopf und Fuss bei der Sache. Hier setzt Marcelo Diaz (unten) zur Grätsche gegen Nicolas Godemeche an. (Bild: Keystone/URS FLUEELER)

Markus Steinhoefer duelliert sich mit Rui Pedro um die Kugel des Begehrens.

Markus Steinhoefer duelliert sich mit Rui Pedro um die Kugel des Begehrens. (Bild: Keystone/URS FLUEELER)

Und hier ist es Cabral (l.), der versucht, mit Modou Sougou Schritt zu halten.

Und hier ist es Cabral (l.), der versucht, mit Modou Sougou Schritt zu halten. (Bild: Reuters/MICHAEL BUHOLZER)

Am Schluss bleiben belämmerte Basler, die aber laut ihren Aussagen natürlich weiter an ihre Chance glauben.

Am Schluss bleiben belämmerte Basler, die aber laut ihren Aussagen natürlich weiter an ihre Chance glauben. (Bild: Keystone/URS FLUEELER)

Und am Ende musste der FC Basel sogar noch froh sein. Froh, dass er das Hinspiel im Playoff zur Gruppenphase der Champions League nur mit 1:2 verloren hatte. Modou Sougou hatte den Baslern mit seinen zwei Toren in der 66. und 71. Minute zwar so richtig weh getan. Aber er hätte den FCB auch gleich völlig aus dem Wettbewerb werfen können. In der 85. Minute traf der Senegalese bloss den Pfosten – und in der 96. konnte ihn Yann Sommer gerade noch am 1:3 hindern.

Ja, wie soll dieser Auftritt des FC Basel beschrieben werden? Es war ein guter, ein sehr guter Abend der Basler bis zu jener verflixten 66. Minute. Und danach? Danach schien die Mannschaft immer kurz davor, auseinander zu fallen. Da passte wenig bis nichts mehr im schwierigen Zusammenspiel von Offensive und Defensive, da ging die Balance verloren.

Wobei, das mit der Balance war wahrscheinlich bereits vor dem ersten Gegentor des Abends geschehen. Der FCB hatte sich Chancen erarbeitet für zwei Spiele. Er schnupperte am 2:0, er konnte es fast fühlen, es schien mit Händen greifbar. Salah, Stocker, Streller, Stocker, Salah, Streller. Sie alle hatten ihre Chancen. Die Basler wollten dieses zweite Tor. Sie wollten es mit aller Macht. Und sie wollten es wohl zu sehr.

Die Basler warfen viel nach vorne – zu viel

Dabei hatte Trainer Heiko Vogel vor dem Spiel doch noch gesagt, ihm sei die Null hinten wichtiger als viele Tore im Angriff. Doch die Basler Spieler mussten nach einer Stunde das Gefühl bekommen haben, sie könnten dieses Duell mit dem rumänischen Meister bereits im Hinspiel entscheiden.

Also warf der FCB vieles nach vorne. Zu viel. Die Basler hatten soeben wieder einen ansprechenden Angriff mit einem etwas zu ungenauen Zuspiel enden sehen. Anstatt sogleich ins Pressing zu wechseln, drehte Marco Streller nach seinem Fehlzuspiel mit theatralischer Geste ab, als habe er soeben eine grosse Chance vergeben.

Während sich der Basler Captain noch die Haare raufte, lief der Konter. Und der zeigte nach all dem Basler Spitze, Hacke, eins, zwei, drei, dass Fussball manchmal auch einfach und schnörkellos sein kann. Rafael Bastos kam einem Sekundenbruchteil vor Marcelo Diaz an den Ball, schickte Moudou steil und der war schlicht schneller als Aleksandar Dragovic und Joo Ho Park.

Statt geduldig war der FCB für einmal sogar ein wenig naiv

Die Frage, die erlaubt sein muss: Warum hatte sich in jener Szene ausser drei Abwehrspielern die gesamte Basler Mannschaft am gegnerischen Strafraum versammelt? Mit Blick auf die Ausgangslage wirkt das offensive Feuer sogar ein wenig naiv. Immerhin führte der FCB nach Strellers wunderbarem Seitfallzieher aus der 43. Minute doch 1:0. Und rühmen die Basler nicht immer ihre inzwischen fast schon sprichwörtliche Geduld?

1:1. Der Schock sass tief. Weniger bei den bloss 16’000 Zuschauern, die, sofern in der Muttenzerkurve stehend, weiter angriffig sangen. Aber bei den Basler Spielern auf dem Feld. Noch mehr denn je musste jetzt ein zweites Tor her.

Also darf man scheinbar als Verteidiger den Ball nicht einfach mal auf den Bahndamm dreschen. Nein, da spielt man als Gaston Sauro auch bedrängt noch einen Rückpass auf den ebenfalls bedrängten Goalie. Der Ball holpert. Der Goalie, in diesem Fall Yann Sommer, bekommt den Ball nicht weg, die Verteidigung wird wieder von einem Steilzuspiel erwischt: Bumm.

1:2. Und jetzt war das Basler Spiel bloss noch Hektik. Oder pure Verzweiflung. Vogel warf seinen Topskorer Alex Frei erstmals seit dessen Verletzungspause in die Schlacht. Aber vergebens. Nicht, dass die Basler nicht auch weiterhin zu Chancen gekommen wären. Über das gesamte Spiel gesehen hatten sie 66 Prozent Ballbesitz. Aber das Spielgerät wollte einfach nicht mehr zu ihren Gunsten rollen.

Heiko Vogel lobt seine Mannschaft

Vorwürfe wollte Heiko Vogel seinem Team deswegen allerdings keine machen. Natürlich hätten seine Spieler den einen oder anderen Fehler begangen: «Aber Fehler gehören zum Geschäft.» Viel lieber lobte der FCB-Trainer seine Mannschaft dafür, dass sie «von Anfang bis zum Ende versucht hat, Tore zu erzielen. Sprich: Fussball zu spielen.» Auch deswegen beharrte Vogel darauf, mit dem Spiel seines Teams über die gesamten 96 Minuten «sehr, sehr zufrieden» zu sein.

«Ein Wechselbad der Gefühle» hatte dagegen Cluj-Trainer Ioan Andone durchlebt: «Erst hat uns Basel dominiert und wir hatten ein wenig Glück. Aber am Ende könnte man auch sagen, dass Basel Glück hatte, denn wir hätten dieses Duell am Ende bereits in diesem Spiel entscheiden können.»

Die Basler brauchen in Cluj mindestens zwei Tore

Zum Glück für den FC Basel ist das nicht geschehen. Für ihn gilt nun: Er muss in Cluj einen Sieg mit mindestens zwei Toren erreichen, um sich noch für die Gruppenphase der Champions League zu qualifizieren. Unmöglich ist das nicht. Die vielen Basler Chancen sprechen nicht für die defensive Stabilität der Rumänen.

Das sieht auch Heiko Vogel so. «Dass wir uns gegen einen so defensiv eingestellten Gegner soviele Chancen erarbeitet haben, spricht für uns. Deshalb fahren wir durchaus mit Zuversicht nach Cluj. Das Spiel gibt dir zurück, was du investierst. Das war heute nicht der Fall – aber vielleicht am Mittwoch.»

Das ist gut möglich. Aber so billig wie an diesem mörderisch heissen Dienstag Abend dürfen sich die Basler im Rückspiel keine Gegentore mehr einschenken lassen.

Champions League Playoff, Hinspiel
FC Basel–CFR Cluj 1:2 (1:0)
St.-Jakob-Park. – SR Eriksson (Swe). – 16’651 Zuschauer.
Tore: 43. Streller 1:0. (Seitfallzieher nach einer Ecke von Diaz und Dragovics Vorlage per Rücken.)
66. Sougou 1:1. (Er enteilt mit einem Steilpass von Rafael Bastos und trifft flach alleine vor Sommer.)
71. Sougou 1:2. (Nach Sommers missratenem Befreiungsschlag wird er von Muresan steil geschickt und trifft hoch in die nähere Ecke.)
Verwarnungen: 45. + 1 Kapetanos (Foul), 46. Stocker (Foul, im nächsten Spiel gesperrt), 51. Degen (Foul), 52. Mario Felgueiras (Reklamieren), 55. Rafael Bastos (Unsportlichkeit), 78. Dragovic (Foul), 94. Steinhöfer (Unsportlichkeit), 94. Sare (Unsportlichkeit).
FCB: Sommer; Steinhöfer, Sauro (86. Kovac), Dragovic, Park; Cabral; D. Degen (71. F. Frei), Diaz, Stocker (79. A. Frei); Salah; Streller.
Cluj: Mario Felgueiras; Ivo Pinto, Cadu, Rada, Camora; Sare; Rafael Bastos, Godemeche (67. Muresan), Sougou, Rui Pedro (72. Nicoara); Kapetanos (50. Ronny).
Bemerkungen: Basel ohne Yapi (verletzt), P. Degen, Ajeti (im Aufbau). Cluj ohne Deac (verletzt), Maftei und Piccolo (beide gesperrt). – 85. Pfostenschuss Sougou.

Live-Tweets zum Spiel

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Informationen zum Artikel

21.8.2012, 19:13 Uhr

Der FCB will viel – und erhält gar nichts

Text

Text:

  • 18.05.2013 um 00:01
    Der Chef und sein Zuträger

    Der eine sorgt mit schnellem Antritt für Aufsehen und geht mit Torchancen bisweilen etwas gar verschwenderisch um. Der andere verrichtet seine Arbeit schon fast still und leise. Mohamed Salah und Mohamed Elneny bestimmen den Puls des FC Basel mit. Im Cupfinal gegen die Grasshoppers wird Salah allerdings gesperrt fehlen.

  • 17.05.2013 um 06:08
    «Jetzt soll mal der Schär hinten bleiben»

    Fabian Frei hat einen Lauf. Beim 2:0 gegen Lausanne schiesst er beide Tore – und am Pfingstmontag dürfte er erstmals in seiner Karriere einen Cupfinal bestreiten.

  • 17.05.2013 um 00:01
    Miezekatzen, Testläufer und ein auf die Probe gestellter Werbespruch

    Fabian Frei und Valentin Stocker erledigten Arbeit und Vorarbeit des Toreschiessens. Andere konnten die Kräfte für den Cupfinal schonen. Die Einzelkritiken zum 2:0 des FC Basel gegen Lausanne.

  • 16.05.2013 um 18:35
    Eishockey
    Zum Artikel: Schweiz nach Sieg gegen Tschechien im Halbfinal

    Lieber Herr Hochhuth, glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass nicht eine halbe lokale Geschichte weniger geschrieben wurde wegen dieses Eishockey-Artikels? Der Text kommt über Agentur, der Dienstchef (der sowieso Dienst schieben muss) hat ihn von d...

  • 13.05.2013 um 18:51
    Das mit der Tribüne
    Zum Artikel: Constantin kehrt mit dem Stahlbesen

    Meist sitzt das von ihnen angesprochene Problem ja nicht auf der Tribüne, sondern dirigiert (das Team) und desavouiert (den Trainer) von seinem Stammplatz neben der Ersatzbank aus.

  • 13.05.2013 um 17:13
    Seldwyla
    Zum Artikel: Das Ende eines Clublokals – Stadt stellt Italiener auf die Strasse

    Weil die Stadt Basel eine leere Immobilie wollte, wird der bisherige Mieter rausgeworfen. Und jetzt sucht die Stadt Basel einen Zwischennutzer, weil sie gerne einen Mieter für ihre leere Immobilie hätte. Warum dreht sich bei mir plötzlich alles im Kopf?

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