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Wahlen BS 

22.8.2012, 17:14 Uhr

Rotgrün begeistert – sich selbst vor allem

22.8.2012, 17:14 Uhr

Rotgrün hat in Basel alles richtig gemacht. Sagt Rotgrün. Doch was ist dran am Selbstlob? Von

:  Alles wird gut, dank Rotgrün: ein Bild aus dem Wahlkampffilm.

Alles wird gut, dank Rotgrün: ein Bild aus dem Wahlkampffilm.

Bis jetzt trieb die Basler Polit-Elite vor allem eine Frage im aufkommenden Wahlkampf um: Darf man mit dem politischen Gegner ein Bier trinken? Eine höchst schwierige Frage, wie es bei den widersprüchlichen Antworten den Anschein macht.

Selbstverständlich ja, sagten die liberalen Geister. Ein Bierchen habe noch nie jemandem geschadet. Nein, sagten dagegen die Spitzen von SP und SVP. Nicht, wenn das Bierchen allzu politisch ist. Eine etwas rigide Haltung, die wiederum in der SP auch parteiintern für Ärger sorgt.

Darum ist es möglicherweise gut, dass die SP nun inhaltlich werden will. Am Mittwochmittag hat sie ihren Wahlkampf in der Stiftung «Brasilea» im Hafen Klybeck lanciert – mit ihren Regierungsräten Eva Herzog (Finanzdepartement), Christoph Brutschin (Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt) und Hans-Peter Wessels (Bau- und Verkehrsdepartement). Mit dabei war auch der Grüne Regierungspräsident Guy Morin, der seine Arbeit ebenfalls noch gerne fortsetzen würde. Doch während die drei SP-Vertreter schon fast als wiedergewählt gelten, sieht der eine oder andere Beobachter in Morin einen Wackelkandidaten.

Alles perfekt?

Vielleicht ein Grund, warum das rotgrüne Regierungsteam nicht müde wurde, die eigenen Erfolge zu preisen. Rund eineinhalb Stunden erzählten die vier, mit Unterstützung weiterer Spitzenvertretern von SP, Grünen und Basta, was sie in den vergangenen Jahren Gutes getan haben. Mit Schreiben kam man kaum mehr nach, so perfekt wie Basel an allen Ecken und Enden dargestellt wurde. Glücklicherweise gibt es aber auch noch ein Wahlkampffilmchen mit einem Best-Of all dem Guten.

Das wäre: ein besserer Branchenmix in der Wirtschaft, weniger Schulden, tiefere Steuern, velofreundliche Strassen, mehr Grünanlagen, verkehrsberuhigte Wohnquartiere, vielfältige Kulturangebote, zahlreiche Strassencafés und die neuen Buvetten am Rhein.

Das alles macht Basel attraktiv und führt zu einem Wachstum.

Klingt gut. Doch ist das Selbstlob auch tatsächlich berechtigt?

Eine schwierige Frage, schwieriger sogar noch als jene nach dem Bier. Wir versuchen sie zu beantworten, indem wir mit den wahren Experten reden: den Menschen, die in den verschiedenen Stadtteilen leben. Und die nicht unbedingt Politik machen, aber Tag für Tag mit den Auswirkungen der politischen Entscheide konfrontiert werden.

Ab in die Quartiere!

Nach unseren ersten Berichten aus der Innenstadt, dem Kleinbasel und dem Bruderholz lässt sich zumindest schon so viel sagen: die Basler sind tatsächlich zufrieden mit sich und ihrer Stadt – allerdings nicht ganz so sehr wie die rotgrünen Regierungsräte.

Dem einen gibts noch immer zuviele Einschränkungen für Kulturbetriebe, Cafés und Restaurants, anderen hats weiterhin zu viel Verkehr im Quartier. Und dann gibts auch noch jene, die bezweifeln, dass die Politiker tatsächlich so viel zu bestimmen haben, so viel Gutes tun können, wie sie vielleicht gerne würden. Die Macht liege bei der Wirtschaft und der Verwaltung, sagen sie.

Morin greift Dürr an

Interessante Aussagen, die wir in unserer Quartierserie nun sammeln, um die Politiker – in einem zweiten Schritt – damit konfrontieren zu können.  

Daneben berichten wir selbstverständlich auch gerne über die neusten Irrungen und Wirrungen im Wahlkampf. Wobei wir heute Mittwoch allerdings zur Kenntnis nehmen mussten, dass die SP nach dem Bier vorerst kein weiteres, ähnlich grosses Fass aufmachen wollte.

Wenigstes Morin gab sich zum Schluss der eineinhalbstündigen Werbeveranstaltung noch recht kämpferisch, als er eine Spitze gegen den freisinnige FDP-Kandidaten Baschi Dürr richtete. Bei Twitter habe er mit seinem Möchtegernnachfolger eine intensive Auseinandersetzung geführt, erzählte Morin. Sein Vorwurf: Dürr bekenne sich nicht zum Service Public.

Eigentlich schade, dass man in Basel solche Fragen nicht mehr direkt besprechen kann. Bei einem Bier.

Gute Arbeit! Teilen und mehr lesen.

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Mehr zum Thema

Politik, SP, Grüne, Eva Herzog, Guy Morin, Hans-Peter Wessels, Christoph Brutschin, Baschi Dürr, Wahlen BS 2012

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  1. Interessantes Wort gelernt

    von Cornelis Bockemühl am 23.08.2012 um 08:07Uhr

    "umtrieb"...

    Mich umtreibt die Frage ob das jetzt noch unterläuft als "neue Rechtschreibung" - oder kommen wir be auch bald noch eine neue Grammatik - das neue Basler Rotgrünsprech!?

    So auswändiglernen wir denn: ich rotgrünspreche, du rotgrünsprichst...
    Direktlink zum Kommentar

  2. TagesWoche Redaktion

    Interessantes Wort

    von michael rockenbachVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 23.08.2012 um 08:51Uhr

    Danke für den Hinweis. Ist ja fast noch beruhigend, wenn doch nicht ganz alles in dieser Stadt so perfekt ist, oder?
    Ich habe den Bock aber dennoch korrigiert.
    Direktlink zum Kommentar

  3. Bock - Bier

    von Karl LinderVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 23.08.2012 um 11:26Uhr

    Jawoll, mir bitte ein Bock-Bier
    www.braukaiser.com/lifetype2/images/03_Moenchshof_Bockbier.jpg
    Wenn gewisse Parteichefs von SP und SVP schon keinen Bock auf Bier haben!
    Direktlink zum Kommentar

  4. Schon erstaunlich...

    von Patrick HafnerVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 23.08.2012 um 11:47Uhr

    Schon erstaunlich, wie im Wahlkampf die Kritik von Rot an Grün (insbesondere am Regierungspräsidenten) plötzlich verstummt... Ob das die Wählerschaft glaubt?
    Direktlink zum Kommentar

  5. Die Wähler_innen sind ja nicht dumm

    von Pascal PfisterVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 23.08.2012 um 13:46Uhr

    Die Antwort auf Herr Hafner in diesem Bericht über die rotgrüne Basis am 1. Mai: www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/regionaljournal-basel-baselland/2745.sh10222831.html
    Direktlink zum Kommentar

  1. Interessantes Wort gelernt

    von Cornelis Bockemühl am 23.08.2012 um 08:07Uhr

    "umtrieb"...

    Mich umtreibt die Frage ob das jetzt noch unterläuft als "neue Rechtschreibung" - oder kommen wir be auch bald noch eine neue Grammatik - das neue Basler Rotgrünsprech!?

    So auswändiglernen wir denn: ich rotgrünspreche, du rotgrünsprichst...
    Direktlink zum Kommentar

  2. TagesWoche Redaktion

    Interessantes Wort

    von michael rockenbachVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 23.08.2012 um 08:51Uhr

    Danke für den Hinweis. Ist ja fast noch beruhigend, wenn doch nicht ganz alles in dieser Stadt so perfekt ist, oder?
    Ich habe den Bock aber dennoch korrigiert.
    Direktlink zum Kommentar

  3. Bock - Bier

    von Karl LinderVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 23.08.2012 um 11:26Uhr

    Jawoll, mir bitte ein Bock-Bier
    www.braukaiser.com/lifetype2/images/03_Moenchshof_Bockbier.jpg
    Wenn gewisse Parteichefs von SP und SVP schon keinen Bock auf Bier haben!
    Direktlink zum Kommentar

  4. Schon erstaunlich...

    von Patrick HafnerVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 23.08.2012 um 11:47Uhr

    Schon erstaunlich, wie im Wahlkampf die Kritik von Rot an Grün (insbesondere am Regierungspräsidenten) plötzlich verstummt... Ob das die Wählerschaft glaubt?
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  5. @Hafner

    von Phil Boesiger am 23.08.2012 um 13:28Uhr

    Obschon die SVP wenig Chancen hat, in die Basler Exekutive gewählt zu werden ist es immer besser, die Kräfte zu bündeln. Ich habe natürlich Verständnis für Ihr Unbehagen, schliesslich ist eine Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg für die SVP eher ungewöhnlich, um nicht zu sagen Neuland. UNatürlich sind daran alle anderen schuld, das wissen wir. Aber als Nationalkonservative ist Ihre Partei Neuem gegenüber sowieso nicht eben aufgeschlossen, es sei denn, es geht um Verschärfungen im Asyl- oder Ausländerrecht.....
    Mein feines Gespür lässt mich bei Ihnen zusätzlich noch einen Hauch von Neid darüber erahnen, dass im Gegensatz zu Rot/Grün einmal mehr keine Kooperation zwischen den Bürgerlichen und der SVP zustande gekommen ist.
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  6. Die Wähler_innen sind ja nicht dumm

    von Pascal PfisterVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 23.08.2012 um 13:46Uhr

    Die Antwort auf Herr Hafner in diesem Bericht über die rotgrüne Basis am 1. Mai: www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/regionaljournal-basel-baselland/2745.sh10222831.html
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Informationen zum Artikel

22.8.2012, 17:14 Uhr

Rotgrün begeistert – sich selbst vor allem

Text

Text:

  • 22.04.2014 um 05:00
    Drei Kandidaten im Streitgespräch

    Am 18. Mai 2014 wird über die Nachfolge des zurücktretenden Basler CVP-Gesundheitsdirektors Carlo Conti entschieden. Die drei Kandidaten Martina Bernasconi (GLP), Lukas Engelberger (CVP) und Eduard Rutschmann (SVP) im Video-Streitgespräch.

  • 21.04.2014 um 19:17
    Der FC Basel und DIE Karte

    Die Basler reden sonst gerne über IHN, Matias Delgado. DER spielte im Cupfinal aber eher eine untergeordnete Rolle. Das Thema nach dem Spiel war darum ein ganz anderes: DIE Karte; DIE Gelbrote für eine angebliche Schwalbe von Sio, DIE ihn auch nach dem Schlusspfiff noch sichtlich empörte.

  • 21.04.2014 um 10:48
    FCB muss krassen Fehlentscheid einstecken und verliert den Cupfinal

    Der FC Zürich gewinnt den 89. Cupfinal gegen einen FC Basel in doppelter Überzahl mit 2:0 in der Verlängerung. Dem entscheidenden Treffer zum 1:0 von Doppeltorschütze Mario Gavranovic in der 100. Minute geht unmittelbar davor eine krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters voraus, der Giovanni Sio für eine angebliche Schwalbe vom Platz stellt, statt Penalty für den FCB zu geben.

  • 28.02.2014 um 18:18
    Zum Artikel: «Mittendrin:Integriert?!» – der Rückblick

    Na ja, manchmal ist ein Korrekturprogramm halt auch eher das Gegenteil von dem, was der Name verspricht. Danke darum für den Hinweis!

  • 27.01.2014 um 12:21
    @Luethi
    Zum Artikel: Frauenquote: Die falschen Angaben der Befürworter

    Lieber Herr Luethi. Ich persönlich finde die Verteilung, so wie sie heute ist, selbstverständlich auch nicht in Ordnung und schon gar nicht gerecht. Nur glaube ich nicht, dass sich dieses Problem bei mehrkantonalen und teilweise sogar binationalen Inst...

  • 27.01.2014 um 09:59
    @Thüring
    Zum Artikel: Frauenquote: Die falschen Angaben der Befürworter

    Danke für den Hinweis. Ist mir schleierhaft, wie das in den Lead kam.

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