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TagesWoche

Tages Woche

Do, 20.06.2013

Waaghof-Ausbruch 

20.8.2012, 15:10 Uhr

Durch die gleiche Mauer

20.8.2012, 15:10 Uhr

Ein Loch in seiner Decke liess einen Nachbarn des Waaghofgefängnisses Alarm schlagen: Er war der erste, der die Flucht der Untersuchungshäftlinge – durch eine Mauer ins Nachbarhaus und dort durch die Decke und seine Wohnung – bemerkte. Von Peter Sennhauser

Markus Stuecklin / keystone: Jörg Degen, Leiter des Basler Waaghof-Untersuchungsgefängnisses zeigt anlässlich des 10-Jahr-Jubiläums 2005 die Sicherheitseinrichtungen in einem Spazierhof.

Jörg Degen, Leiter des Basler Waaghof-Untersuchungsgefängnisses zeigt anlässlich des 10-Jahr-Jubiläums 2005 die Sicherheitseinrichtungen in einem Spazierhof. (Bild: Markus Stuecklin / keystone)

Das Untersuchungefängnis Waaghof an der Binningerstrasse ist seit seiner Inbetriebnahme 1995 immer wieder saniert, verbessert und geflickt worden. Genützt scheint es nicht viel zu haben: Acht Ausbrüche in zwölf Jahren sind keine besonders gute Bilanz für ein modernes Gefängnis.

«Inzwischen zeigt sich, dass der Standort für ein Gefängnis nicht ideal ist», sagt Klaus Mannhart, Sprecher der Sicherheitsdirektion: Denn auch wenn es «kein ausbruchsicheres Gefängnis geben kann», wie nach jedem einzelnen der acht Ausbrüche seit Eröffnung des Baus 1995 betont wurde: «Inmitten der Stadt lassen sich keine Zäune, Mauern und Flutlichtanlagen rund um das Gefängnis bauen.»

Durch die gleiche Mauer

Dennoch wirft auch der jüngste Ausbruch Fragen auf: Immerhin sind die beiden Flüchtigen durch just jene Backsteinmauer ins Anliegerhaus durchgebrochen, die schon 2003 von zwei Häftlingen mit «Kratzwerkzeugen» in offensichtlich langer Arbeitszeit durchbrochen worden war. Wie damals sind die Flüchtigen ins angrenzende Haus eingedrungen und dort durch eine Zwischendecke in eine Wohnung durchgebrochen, aus der sie ins Freie gelangten.

Pikantes Detail: Den Ausbruch entdeckt und gemeldet hat der Inhaber dieser Wohnung, der nach seiner Heimkehr das Loch in der zur Zeit des Ausbruchs leeren Wohnung entdeckte. Im Gefängnis selber gebe es keine ununterbrochene Überwachung, sagt Mannhart. Schon die Kommission, die 2004 den Bau unter die Lupe nahm, bemängelte, dass nicht einmal in den Zellen mit einem Blick durch die Türe feststellbar sei, ob die Insassen noch drin seien – und das ganz bewusst: Denn auch in Untersuchungshaft gibt es einen Anspruch auf Privatsphäre.

Die Methoden, aus dem Waaghof zu entkommen, sind vielfältig: Einmal setzten sich Insassen über ein Flachdach ab, ein anderes Mal aus einem Fenster, dann über ein Baugerüst. Zweimal gelang die Flucht mit Durchbrüchen durch die Backsteinwand zum angrenzenden Gebäude, einmal wuchteten die Ausbrecher ein Fenster auf und seilten sich ganz klassisch  mit Leintüchern ab. Und mindestens einmal ist ein Untersuchungshäftling einfach davonspaziert.

Alarmanlage abgestellt

Begünstigt wurden die Fluchten aber auch durch bauliche Missstände wie die schwache Backsteinmauer, rostende Fenster und obendrauf eine Alarmanlage, deren empfindliche Sensoren bis zu zwanzig Fehlalarme aufgrund von Katzen und Vögeln ausgelöst hatten – worauf sie abgeschaltet wurde (heute aber saniert und in Betrieb sei, wie Mannhart betont). Der Waaghof-Bau war ausserdem auch betroffen von einem Einbruch. Damals, an Weihnachten 1996, brach ein Mann in die Räume der Staatsanwaltschaft ein und stahl mindestens eine Waffe. Auf der weiteren Flucht erschoss er damit einen Bahnarbeiter.

Der Waaghof hat von Anfang an Zusatzkosten verursacht. So kostete der Bau 30 Prozent mehr als budgetiert. Die seither durchgeführten Sanierungen (Fensterersatz und Sicherheitsmassnahmen 1998 für 1,6 Millionen Franken, Anpassung und Sanierung Sicherheitskonzept 2005 für 3,8 Millionen, Fensterrahmen 2011 für 1,3 Millionen) haben mit weiteren Millionen zu Buche geschlagen.

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20.8.2012, 15:10 Uhr

Durch die gleiche Mauer

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  • 15.06.2013 um 09:25
    Der Weg zu eigenen Luftaufnahmen – Top Videobeispiele

    Luftaufnahmen rücken auch für Video-Amateure in Griffweite: Mit elektrischen Multikoptern, auch Drohnen genannt. Jetzt ist das erste Modell im Handel, das aus der Schachtel geflogen werden kann und dennoch professionelle Resultate liefert.

  • 13.06.2013 um 09:19
    Die Drohnen kommen – ein Testflug über Basel

    Die erste preiswerte Kameradrohne lässt die Zahl der Luftaufnahmen der Schweiz explodieren. Und die Zahl der Fragen nach Luftsicherheit und Privatsphäre.

  • 13.06.2013 um 09:08
    Das Recht und die Drohnen

    Der Einsatz von Luftfahrzeugen mit Kameras wird vom Zivilluftfahrt- und vom Persönlichkeitsrecht eingeschränkt. die wichtigsten regeln auf einen Blick.

  • 13.06.2013 um 15:12
    @Fredi Krebs
    Zum Artikel: Die Drohnen kommen – ein Testflug über Basel

    Ich werde jederzeit einen Bundesbeamten kritisieren, wenn er rechtswidriges Verhalten in einer von vielen Leuten als Aufruf verstandenen Bemerkung legitimiert. Ungeachtet des Gegenstands der Bemerkung.

  • 13.06.2013 um 11:30
    Zielfernrohr
    Zum Artikel: Die Drohnen kommen – ein Testflug über Basel

    Zum Stichwort: Wer mit einem Fernrohr aus dem (vor neugierigen Blicken gut geschützten) 12. Stock in die Wohnungen anderer Leute weiter unten guckt, macht sich genauso einer Persönlichkeitsverletzung schuldig und wahrscheinlich nach StGB §179 strafbar...

  • 23.04.2013 um 09:45
    Kompletter Blödsinn
    Zum Artikel: Kriminalität im Internet stark gestiegen

    Liebe sda Wer "mehr Verdachtsmeldungen über Internetkriminalität" aus der Bevölkerung bei einer weiten Kreisen unbekannten Dienststelle und deren "verdachtsunabhängigen Recherchen" im Titel mit einer absoluten "Steigerung der...

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