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Regionale KMU 

17.8.2012, 00:01 Uhr

Von Basel nach New York und Schanghai

17.8.2012, 00:01 Uhr

Das Architekturbüro Buchner Bründler beweist, dass Basel mehr zu bieten hat als Herzog & de Meuron. Von

Sichtlich unwohl fühlt sich Daniel Buchner, als er ohne seinen Geschäftspartner Andreas Bründler fotografiert wird. «Schreiben Sie bitte in der Bildlegende, dass er in den Ferien ist», sagt der 45-Jährige, und: «Können wir das Foto nicht erst machen, wenn er wieder hier ist?»

Seit zwei Jahrzehnten kennen sich die beiden Männer. Gemeinsam besuchten sie die Ingenieurschule beider Basel in Muttenz und gründeten 1997 das Architekturbüro Buchner Bründler. Eine Erfolgsgeschichte – auch wenn Buchner sagt, dass er sich nicht mit diesem Thema auseinandersetzen würde. «Ich weiss nicht, ob wir erfolgreich sind. Wenn man konti­nuierlich saubere Projekte realisiert, sich extrem damit identifiziert und das Büro dabei wächst, ist es erfreulich. Aber den Erfolg hatten wir nie im Visier.»

Rund 60 Bauten haben die beiden Architekten in den letzten 15 Jahren erstellt. Gleich mit ihrem ersten Projekt, dem Lofthaus an der Basler Colmarerstrasse, konnten sie die Blicke auf sich ziehen. So zeichnete der Kanton das 2002 fertiggebaute Haus als guten Bau aus – ein Jahr später erhielten Buchner und Bründler den Deutschen Bauwelt-Preis.

Ersteller des Voltazentrums

Anfang 2000 konnte das Büro im Auftrag des Bundes das GA-200 am Hauptsitz der UNO in New York umbauen, das 2003 als Geschenk der Schweiz an die UNO überreicht wurde. Ebenfalls 2003 bekamen sie den Swiss Art Award im Bereich Architektur. Trotzdem: «Es hat ziemlich lange gedauert, bis wir wahrgenommen wurden – vor allem in Zürich.»

Ein grosser Coup gelang Buchner Bründler 2010: Für die Weltausstellung in Schanghai realisierten sie den Schweizer Pavillon. Buchner erwähnt dieses Projekt jedoch nur so nebenbei – und mit einem schallenden Lachen: «Die Leute in der Schweiz interessierten sich nur für den Bau wegen der kaputten Seilbahn.» Überhaupt scheint es dem 45-Jährigen nicht an Humor und Bescheidenheit zu fehlen.

Im selben Jahr wurde das von ihnen erstellte Voltazentrum im St. Johann eröffnet – ebenso die renovierte Jugendherberge im St. Alban. Derzeit realisiert das Architekturbüro unter anderem das neue Manor-Gebäude in Liestal sowie den Hauptsitz der Credit Suisse in Genf.

Neue Büros müssen her

Ihr Markenzeichen: «Wir nehmen uns Zeit für die Projekte und experimentieren sehr gerne.» Das Archi­tekturbüro beschäftigt mittlerweile 35  Personen – hauptsächlich Junge. Man wolle Leute, die viel Energie und Potenzial in ein Projekt reinstecken könnten. Die jüngere Generation eigne sich besser dafür, erklärt Buchner.

Der Platz ist knapp geworden an der Utengasse 19. Buchner Bründler schauen sich derzeit nach einem neuen Domizil in der Innenstadt um. Keine einfache Sache. Am liebsten möchte Daniel Buchner einen Neubau für das Büro erstellen, aber in der Innenstadt sei dies praktisch unmöglich. Und weg vom Zentrum wollen die Architekten auf keinen Fall. «Es gibt schon viele Büroräume. Aber leider nur solche in einem architektonisch schlechten Zustand. Das ist ein Problem.»

Kein Problem stellen für ihn hingegen die Standortbedingungen in Basel dar. Dass die Unternehmensgewinnsteuern wie im Juni vom Volk beschlossen nicht gesenkt werden, ist Buchner egal. «Wir setzen uns mit dieser Sache wenig auseinander. Wir funktionieren so, dass wir den Betrieb unterhalten können. Der Gewinn ist derart klein.» Umsatzzahlen will er keine nennen.

Im Schatten der ganz Grossen

Für Architekten sei Basel die ideale Stadt, sagt Buchner. So gebe es nicht zu viele Architekten («Zürich hat wegen der ETH einen viel grösseren Output») und auch das Wettbewerbsangebot stimme, was gerade für jüngere in diesem Beruf wichtig sei. «Der Wettbewerb wird in Basel gepflegt – gerade auch von der Verwaltung.» Zudem wird seine Berufsgruppe regelmässig vom Kanton über die neusten Entwicklungen informiert. Als Architekturstadt will der 45-Jährige den Stadtkanton nicht bezeichnen. «Das ist mir zu explizit. Aber Basel ist eine Stadt mit einem sehr ­grossen Architekturverständnis. Das ist viel grösser als an anderen Orten.»

Auf die Frage, ob es ihn störe, dass Basel meistens mit den grossen Architekten Herzog & de Meuron oder Diener & Diener in Verbindung gebracht wird und die anderen ein bisschen vergessen gehen, antwortet Buchner: «Sie sind nun mal die Überväter dieser Stadt – sie stehen für Basel. Gleichzeitig fördern sie auch ein unglaubliches Bewusstsein für Architektur und Auseinandersetzung mit Bauten.» Dies gebe anderen Architekten wiederum mehr Freiraum.»

Am 4.Oktober 2012, 18 Uhr, wird in der ETH-Hautphalle eine Ausstellung über Buchner Bründler eröffnet. Zudem stellen die beiden Architekten ihr neues Buch vor.


 

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Informationen zum Artikel

17.8.2012, 00:01 Uhr

Von Basel nach New York und Schanghai

Text

Text:

  • 23.04.2014 um 06:01
    Ehrung für einen Berufsbasler

    Der Bebbi-Bryys der Bürgergemeinde geht an den ehemaligen SP-Ständerat Carl Miville. Der 93-Jährige wird für sein Lebenswerk für die Baseldeutsche Kultur ausgezeichnet. Er sehe es als Auftrag an, sich für den Erhalt des baseldeutschen Dialekts einzusetzen, sagt Miville.

  • 22.04.2014 um 05:00
    Drei Kandidaten im Streitgespräch

    Am 18. Mai 2014 wird über die Nachfolge des zurücktretenden Basler CVP-Gesundheitsdirektors Carlo Conti entschieden. Die drei Kandidaten Martina Bernasconi (GLP), Lukas Engelberger (CVP) und Eduard Rutschmann (SVP) im Video-Streitgespräch.

  • 16.04.2014 um 14:59
    «Sag das nicht, Edi!»

    Lukas Engelberger (CVP) weiss, was wann zu sagen ist. Martina Bernasconi (Grünliberale) gibt sich gerne dialektisch. Umso lieber haut Eduard Rutschmann (SVP) verbal auch mal drauf. Gute Voraussetzungen für das Streitgespräch unter den drei Basler Regierungskandidaten.

  • 09.04.2014 um 09:55
    @ Rudi Buchmann
    Zum Artikel: «Ich bin für weniger Steuern, mehr Beizen und mehr Polizisten»

    Wir wollten von den Kandidaten hauptsächlich wissen, für was sie sich im siebenköpfigen Gremium einsetzen würden. Deshalb haben wir uns auf allgemeinere Fragen fokussiert.

  • 11.12.2013 um 17:30
    80'000 Franken
    Zum Artikel: Tüchtig, ehrgeizig und schroff

    Als Verwaltungsratspräsident der BVB verdient man gemäss Angaben von Hans-Peter Wessels jährlich 80'0000 Franken. Wie gross der Zeitaufwand ist, weiss ich nicht.

  • 09.12.2013 um 18:00
    Danke
    Zum Artikel: Gudenrath kommt einem Rauswurf zuvor

    Ja, einmal habe ich in der Tat Finanzkommission geschrieben. Ist korrigiert. Danke.

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