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TagesWoche

Tages Woche

Mi, 22.05.2013

Forschung 

15.8.2012, 17:30 Uhr

Wohin mit dem Mist?

15.8.2012, 17:30 Uhr

Im Zeichen des Umweltschutzes sollen wieder wie früher Pferde zum Müllsammeln eingespannt werden. Heute allerdings gelenk- und kräfteschonend mit E-Kutsche. Von Hanspeter Guggenbühl

Sandro Campardo/Keystone: Müllabfuhr der Zukunft.

Müllabfuhr der Zukunft. (Bild: Sandro Campardo/Keystone)

Als sich 1879 die Pferdekutschen rasend schnell vermehrten, prophezeiten Statistiker, im Jahr 1910 werde London im Pferdemist versinken. Statistisch stimmte die Rechnung, aber sie liess den technischen Wandel ausser Acht. Alsbald ersetzten nämlich neue Autos die alten Pferdekutschen. Ihr Mist in Form von CO2 verdreckt heute nicht mehr die Strassen, sondern belastet die Atmosphäre.

Elektromotor hilft

Jetzt möchte die nationale Forschungsanstalt Agroscope das Rad zurück und zugleich weiter drehen. Anfangs Woche präsentierte sie den Medien eine selbst entwickelte «E-Kutsche»; der darin eingebaute Elektromotor verschont das Zugpferd vor Überlastung.

Mit dieser grandiosen Erfindung soll das Pferd wieder auf die Strassen zurückkehren und Benzinkutschen ersetzen. Dabei geht es nicht nur um Arbeitsbeschaffung für die Freiberger Hengste, die im nationalen Gestüt in Avenches Bundessubventionen verzehren, sondern – edler – um die «Integration von Pferden in den öffentlichen Raum».

In der Praxis soll die erste Ein-PS-Elektro-Hybrid-Kutsche in Avenches eingesetzt werden, um Müll einzusammeln. Bleibt nur noch die Frage, was mit dem Müll respektive Mist geschieht, den die Pferde dabei selber produzieren und auf dem Asphalt deponieren.

Rossbollen und Laubbläser

Zusammenwischen geht kaum. Denn die meisten Gemeinden haben die alten Besen inzwischen mit benzinbetriebenen knatternden Laubbläsern ersetzt. Aber Rossbollen mit Laubbläsern zusammenkehren? Dieser Schuss kann hinten hinaus respektive ins Auge gehen.

Vielleicht sollte man die Lösung dieses neuen Müllproblems nicht auch noch den Agroscope-Forschern aufbürden, sondern an die Freiberger Hengste delegieren, getreu dem Motto: «Überlass das Denken den Pferden, denn sie haben die grösseren Köpfe.»

  1. So lange ist das noch gar nicht her.

    von Maya Eldorado am 15.08.2012 um 18:55Uhr

    Das kenne ich aus meiner Kindheit in einem Dorf im aargauer Mittelland, allerdings ohne E-Unterstützung.
    Ebenfalls kam der Milchmann am Morgen in aller frühe mit dem Pferd und brachte in jeden Haushalt die verlangte Milch.
    Auch der Schnee wurde mit der Kraft der Pferde gepflügt. Kennt noch jemand diese dreieckigen Holzfplüge? Allerdings machten das die Bauern im Dorf. Und die hatten erst Zeit nachdem sie gemolken und den Stall gesäubert hatten. So fuhren wir meist im Neuschnee in die Schule. Wenn wir hinfielen, war der Sturz wunderbar weich.
    Auch die Toten wurden zuhause mit Pferd und Wagen abgeholt und in die Kirche geführt. Da haben wir gelernt, dass man stillestehen muss, bis der Trauerzug vorbei war.
    Direktlink zum Kommentar

  2. Pferdemist

    von Marianne Känzig am 15.08.2012 um 19:52Uhr

    Pferdemist ist ein hochbegehrter Dünger sowohl für Hobby- als auch für Profigärtner. Das Problem mit dem Einsammeln werden wir doch wohl noch lösen können, oder?
    Da das Pferd, wie ich zu wissen glaube, auch kein Fleisch frisst, dürfte die Ökobilanz ganz besonders positiv ausfallen.
    Tolle Idee.
    Direktlink zum Kommentar

  3. Eine bescheuerte Idee.

    von Inaktiver Nutzer am 15.08.2012 um 20:06Uhr

    Einerseits ist den Pferden viel wohler auf einer Weide in der Natur, und andererseits genügt es doch, ein Elektromobil in der Stadt einzusetzen, mit welchem man den Abfall einsammeln kann. Es ist auch viel Personalsparender, den wer hält die Zügel, während dem Abfall eingesammelt wird. Ein Elektromobil ist viel ruhiger als ein Dieselfahrzeug, und es verschmutzt die Umwelt nicht. Aber wenn man diese Idee weiterspinnen will, kann man ja auch Pferde vor die Strassenbahn spannen, um Strom zu sparen...... Also, ich halte das für einen bescheuerten Witz.
    Direktlink zum Kommentar

  4. @Picasso Herzog

    von Marianne Känzig am 15.08.2012 um 21:26Uhr

    Aber, aber Herr Herzog! Ein Pferd ist ein äusserst sinnliches Tier, das die Herzen der Kinder und der Erwachsenen höher schlagen lassen wird. Und vielleicht auch zu Träumen anregt. Es wird für Freundlichkeit und Besinnlichkeit sorgen. Manch einer wird sich überlegen, wie viel Abfall er dem Tier zumuten will. Es wird vielleicht ein Umdenken stattfinden. Wer weiss? Eine Chance auf jeden Fall.
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  1. So lange ist das noch gar nicht her.

    von Maya Eldorado um 15.08.2012 um 18:55Uhr

    Das kenne ich aus meiner Kindheit in einem Dorf im aargauer Mittelland, allerdings ohne E-Unterstützung.
    Ebenfalls kam der Milchmann am Morgen in aller frühe mit dem Pferd und brachte in jeden Haushalt die verlangte Milch.
    Auch der Schnee wurde mit der Kraft der Pferde gepflügt. Kennt noch jemand diese dreieckigen Holzfplüge? Allerdings machten das die Bauern im Dorf. Und die hatten erst Zeit nachdem sie gemolken und den Stall gesäubert hatten. So fuhren wir meist im Neuschnee in die Schule. Wenn wir hinfielen, war der Sturz wunderbar weich.
    Auch die Toten wurden zuhause mit Pferd und Wagen abgeholt und in die Kirche geführt. Da haben wir gelernt, dass man stillestehen muss, bis der Trauerzug vorbei war.
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  2. Pferdemist

    von Marianne Känzig um 15.08.2012 um 19:52Uhr

    Pferdemist ist ein hochbegehrter Dünger sowohl für Hobby- als auch für Profigärtner. Das Problem mit dem Einsammeln werden wir doch wohl noch lösen können, oder?
    Da das Pferd, wie ich zu wissen glaube, auch kein Fleisch frisst, dürfte die Ökobilanz ganz besonders positiv ausfallen.
    Tolle Idee.
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  3. Eine bescheuerte Idee.

    von Inaktiver Nutzer um 15.08.2012 um 20:06Uhr

    Einerseits ist den Pferden viel wohler auf einer Weide in der Natur, und andererseits genügt es doch, ein Elektromobil in der Stadt einzusetzen, mit welchem man den Abfall einsammeln kann. Es ist auch viel Personalsparender, den wer hält die Zügel, während dem Abfall eingesammelt wird. Ein Elektromobil ist viel ruhiger als ein Dieselfahrzeug, und es verschmutzt die Umwelt nicht. Aber wenn man diese Idee weiterspinnen will, kann man ja auch Pferde vor die Strassenbahn spannen, um Strom zu sparen...... Also, ich halte das für einen bescheuerten Witz.
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  4. @Picasso Herzog

    von Marianne Känzig um 15.08.2012 um 21:26Uhr

    Aber, aber Herr Herzog! Ein Pferd ist ein äusserst sinnliches Tier, das die Herzen der Kinder und der Erwachsenen höher schlagen lassen wird. Und vielleicht auch zu Träumen anregt. Es wird für Freundlichkeit und Besinnlichkeit sorgen. Manch einer wird sich überlegen, wie viel Abfall er dem Tier zumuten will. Es wird vielleicht ein Umdenken stattfinden. Wer weiss? Eine Chance auf jeden Fall.
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  5. Gab's auch schon...

    von Ernst Haft um 15.08.2012 um 23:02Uhr

    ..herr herzog, dass ein gaul ein tram hinter sich herzog.
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  6. Rossböle

    von Maya Eldorado um 15.08.2012 um 23:25Uhr

    Auch was die Rossböle betrifft habe ich einen Vorschlag von einem Erlebnis, das aus meiner Kindheit stammt.
    Meine Grossmutter hatte Haus und Garten in einem Dorf. Jedesmal wenn sie ein Pferd vorbeikommen hörte, liess sie alles stehen und liegen, griff nach einem Eimer im Garten und gab mir eine Schaufel in die Hand. Wir folgten dem Pferd ein Stück weit, um zu sehen, ob es nicht so gnädig sei uns ein wenig Gartenmist zu hinterlassen. Da sie nicht mehr so jung war, hatte ich die Aufgabe, die Böllen mit der Schaufel einzusammeln und in den Kübel zu legen.
    Das hat mir als Kind sehr freude bereitet, konnte ich doch beitragen, dass in ihrem Garten alles gut gedieh.
    Sie war übrigens in guter Gesellschaft. Manchmal waren andere schneller als wir.
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  7. Mist-Säcke

    von Samuel Senn um 16.08.2012 um 16:58Uhr

    Auf der türkischen Insel Büyükada nahe Istanbul bewegt man sich lediglich mittels Pferdekutschen und Fahrräder. Dort wird das "Haufen-Problem" durch Auffangsäcke gelöst. Das ist einfach und effizient und die Säcke scheinen die Pferde auch nicht wirklich zu stören. Den gesammelten Mist kann ja als Gartendung verwendet werden.

    www.flickr.com/photos/13666460@N03/4505039476/lightbox/
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Informationen zum Artikel

15.8.2012, 17:30 Uhr

Wohin mit dem Mist?

Text

Text: Hanspeter Guggenbühl

  • 18.05.2013 um 09:37
    Wo bleibt die Sonne?

    Der Schein trügt nicht: Seit Anfang Jahr zeigt sich die Sonne auf der Alpennordseite so selten wie seit 1970 nicht mehr. Das fällt darum besonders auf, weil die Vergleichsperiode Januar bis April in den Vorjahren überdurchschnittlich sonnig war.

  • 05.04.2013 um 06:59
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  • 12.03.2013 um 18:42
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