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Kunstprojekt 

11.8.2012, 12:14 Uhr

«Mehr ein Projekt als ein Traum»

11.8.2012, 12:14 Uhr

Seit drei Jahren wird das ehermalige Frachtschiff Lorin bewohnt von der Künstlerin Anmari Wili. Zugleich ist es auch ihre Werkstatt. Nun ist das Schiff im Rahmen eines grenzüberschreitenden Kunstprojekts der Öffentlichkeit zugänglich. Die TagesWoche hat sich mit der Gastgeberin getroffen. Von

Seit drei Jahren wohnt Anmari Wili (49) auf einem Frachtschiff, das auf der französischen Rheinseite vor Anker liegt. Direkt gegenüber vom Dreiländereck. Sanft schaukelt das Schiff in den Wellen, wenn ein anderes vorbeifährt. Rheinaufwärts sieht man die Stadt Basel mit den Hügeln im Hintergrund. Rheinabwärts sind die Dreiländerbrücke und ebenfalls Hügel. Es ist absolut friedlich. 

Die Idee, auf einem Schiff zu leben, habe sie schon vor mehreren Jahren gehabt, sie aber gleich wieder verworfen. Stattdessen ging sie nach Peru. Als sie dann 2008 wieder in die Schweiz zurückkehrte, bot sich ihr die Möglichkeit, das Schiff Lorin zu übernehmen und sie griff zu. Sie geniesse die Unabhängigkeit und die Möglichkeit, auf einem Boden alles zu machen: Wohnen und Arbeiten – «auch nachts um drei, wenn es sein soll».

Von einem Traum, der damit in Erfüllung ging, mag die dreifache Mutter aber nicht sprechen: «Es war eher ein Projekt, das ich damit realisiert habe.» In diesem Schiff steckt viel Arbeit: Ausgebaut hat sie es selber – und ist noch dabei. Auch den Namen Lorin hat Wili ihrem Zuhause selber gegeben.

Kunst und Musik im Wechselspiel

Das Innenleben von «Lorin» kann man ab Samstag besichtigen, im Rahmen des Festival drivingsounds & arts @ LORIN. Unter dem Titel «Treffpunkt Lorin» sind Kunstinstallationen zu sehen, und «Die Morbide Strecke» vereint Perfomance, Piano, Gesang und Film miteinander.

Kunst und Klänge sind für die gebürtige Luzernerin, die für ihr Piano-Studium an der Musikakademie nach Basel kam, zwei Disziplinen, die eng miteinander verknüpft sind: «Als ich anfing, selber zu komponieren, benützte ich das Visuelle als Vorgaben. Umgekehrt haben mich meine Klangvorstellungen zu meinen Kunstwerken geführt», sagt sie. Vor allem zeitgenössische und experimentelle Musik haben es ihr angetan.

Dreiland-Projekt

Neben Anmari Wili wirken beim Projekt «Treffpunkt Lorin» noch Niki Neecke aus Freiburg im Breisgau und Jean Wagner aus Dijon mit. Die drei Künstler haben bisher noch nie in dieser Konstellation zusammengearbeitet.

Niki Neecke beschäftigt sich mit visueller Kunst, aber auch mit Musik. In seiner Serie Useful_Updates kombiniert er die beiden Disziplinen: Er lässt Stofftiere Geräusche von sich geben. Auch Jean Wagner beschäftigt sich mit Tieren. Seine Flat Dogs – Hunde aus Karton – sollen Leuten, die kein Geld oder keine Zeit für einen richtigen Hund haben, ein Haustier ermöglichen.

Vision einer Unmöglichkeit

Der musikalische Teil von drivingsounds & arts @ LORIN ist «Die Morbide Strecke», bestehend aus zwei Teilen. 

Die Einleitung bildet die Komposition «For Pauline», die Anmari Wili Anfang Juni in New York uraufgeführt hat. Den zweiten Teil bildet «Die Morbide Strecke», eine Komposition für «kaputtes Klavier, Sopran, Bariton, Sprechstimme und Elektronik». Wili wird auf einem Klavier spielen, bei dem die Saiten durchtrennt und die Tasten kaputt sind.

Die Konzerte werden gefilmt. Anschliessend wird das Verbrennen des Klaviers gefilmt und die entstandenen Filme übereinander gelagert. Dadurch soll die Vision der Unmöglichkeit, ein brennendes Klavier zu bespielen, erzielt werden. Dieser Film ist Teil des Musik-Movies «Lido Bar», an welchem Anmari Wili bereits seit zwölf Jahren arbeitet.

Für die musikalische Untermalung konnte Wili hochkarätige Leute gewinnen: Die Sopranstimme wird gesungen von der Schweizer Sopranistin Tatjana Gadzik. Neben ihr singt der Südkoreaner Bariton Eung Kwang Lee, der am Theater Basel schon Rollen wie den Figaro in «Le nozze di Figaro» oder Sharpless in «Madama Butterfly» gespielt hat. Anmari Wili übernimmt die Sprechstimme, Niki Neecke ist für die Elektronik zuständig.

Nach einer Woche ist Schluss

Eine Woche lang wird auf Anmari Wilis «Lorin» reger Betrieb herrschen. Danach werden die Türen für die Öffentlichkeit wieder verschlossen. Zwar plant Wili bereits wieder die nächsten Projekte, doch auf ihrem Schiff werden diese nicht mehr stattfinden.

Vernissage der Ausstellung «Treffpunkt Lorin» ist am Samstag, 11. August von 16:00–20:00 Uhr.
Vom 12.–18.8. ist die Ausstellung jeweils von 12:00–18:00 geöffnet.
Für die Vorstellungen der «Morbiden Strecke» am 15., 16. und 17. August (jeweils 20:00–21:45 Uhr) empfiehlt es sich zu reservieren. Das ist telefonisch möglich unter: 078 633 94 88
Finissage mit anschliessener Party ist am Samstag, 18. August. Beginn: 14:00 Uhr.
Adresse: Lorin, Quai de la République in Hüningen (Nähe Parc des Eaux Vives)

 

 

Vernissage der Ausstellung «Treffpunkt Lorin» ist am Samstag, 11. August von 16:00–20:00 Uhr. Vom 12.–18.8. ist die Ausstellung jeweils von 12:00–18:00 geöffnet.

Für die Vorstellungen der «Morbiden Strecke» am 15., 16. und 17. August (jeweils 20:00–21:45 Uhr) empfiehlt es sich zu reservieren. Das ist telefonisch möglich unter: 078 633 94 88

Finissage mit anschliessener Party ist am Samstag, 18. August. Beginn: 14:00 Uhr.

Adresse: Lorin, Quai de la République in Hüningen (Nähe Parc des Eaux Vives)

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11.8.2012, 12:14 Uhr

«Mehr ein Projekt als ein Traum»

Text

Text:

  • 31.12.2012 um 15:56
    «Ein bisschen klöpfen muss es schon»

    «The same procedure as every year» fordert nicht nur die alte Miss Sopie von ihrem Butler James im Sketch «Dinner for one». Auch wir haben alle unsere jahrelangen Silvesterbräuche und -rituale. Das zeigt ein Besuch im Zauberlädeli.

  • 24.12.2012 um 15:00
    Machs doch selber!

    Die Kreativ-Abteilung der TagesWoche ist auch am Heiligabend aktiv. Hans-Jörg «Fonzi» Walter hat Geschenkpapier designt. Verwenden kann es jeder, der einen Drucker zur Verfügung hat.

  • 21.12.2012 um 20:19
    O du fröhliche Heilsarmee

    Die Heilsarmee ist wieder unterwegs. Anders als ihre Berner ESC-Kollegen haben die Basler weniger Hürden zu überwinden, damit sie singen dürfen.

  • 16.08.2012 um 09:26
    Korrektur
    Zum Artikel: Andere Uni, andere Sitten

    Liebe Frau Bockemühl, ihr Kommentar hat mich auf einen Fehler im Text aufmerksam gemacht: Es handelt sich um eine Zunahme der Möbilität um durchschnttlich 1,4 Prozent pro Jahr seit 2005. Viel ist das freilich auch dann nicht... Selbstverständli...

  • 03.08.2012 um 09:49
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    Zum Artikel: Ein Schild für die Katz

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