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Alles zur Saison 2014/15 des FCB

Fussball, Super League 

4.8.2012, 19:00 Uhr

FC Basel: Ein Punkt im Walliser Sturm

4.8.2012, 19:00 Uhr (aktualisiert: 23:00)

Seine beste Saisonleistung bringt dem FC Basel ein 1:1 beim FC Sion ein. Kovac besorgt die Basler Führung in der 49. Minute, in der 50. geht der Sturm los und das Licht aus, in der 80. trifft Leo zum Ausgleich. Von

In der 49. Minute gingen beim FC Sion gleich doppelt die Lichter aus. Erst verwertete Radoslav Kovac einen von Marco Streller verlängerten Freistoss des Chilenen Marcelo Diaz zum 1:0 für den FC Basel. Und gleich darauf legte das losbrechende Gewitter die Flutlichtmasten im Stade de Tourbillon lahm. Dunkelheit senkte sich über das Stadion, das Spiel wurde unterbrochen.

Doch rund eine Viertelstunde später gingen die Lichter an den Masten wieder an. Und auch die Sittener erholten sich vom Rückstand. Das Tor des Tschechen Kovac war nicht nur dessen erstes Tor für den FC Basel – es war zugleich der erste Gegentreffer, den Sion in der laufenden Saison erhalten hat.

Kovac wiederum konnte nur deswegen zum Torschützen werden, weil Aleksandar Dragovic zur Pause in der Kabine geblieben war. Der Innenverteidiger verspürte ein Ziehen im rechten Oberschenkel, wollte zwar weiterspielen, wurde aber von Heiko Vogel gebremst. «Ne Junge, ich brauche dich später noch», habe er Dragovic gesagt, erzählte der FCB-Trainer nach Spielschluss, «ich wollte kein Risiko eingehen.»

Das Spiel löste alle Versprechungen ein

Geschockt waren die Sittener nach dem 0:1 nicht. Mit dem Selbstbewusstsein von drei Startsiegen im Rücken drückte das Team von Neo-Trainer Sébastien Fournier auf den Ausgleich.

Das Spiel, das bereits in der ersten Halbzeit einiges angedeutet hatte, löste nun alle Versprechungen ein, die die Affiche im Vorfeld gemacht hatte. Die Walliser Mehrheit im mit knapp 15'000 Zuschauern ausverkauften Tourbillon peitschte das Heimteam nach vorne. Und der FCB hielt mit aller Macht dagegen.

Dass Sion in der 80. Minute das 1:1 gelang, war schliesslich nicht unverdient – in der Entstehung für die Basler aber gleichwohl ärgerlich. Eine weite Flanke segelte durch den Basler Strafraum, über Joo Ho Park hinweg genau in die Füsse von Leo, der wiederum von Zoua sträflich alleine gelassen worden war. Ohne Mühe erzielte der Brasilianer den Ausgleich. Es war sein drittes Tor im vierten Spiel der Saison.

Ohne Alex Frei – dafür mit viel Bewegung

Der FCB war ohne den angeschlagenen Alex Frei, der an einer Rückenprellung laboriert, ins Wallis gereist. Vor dem dritten Auswärtsspiel in acht Tagen hatte FCB-Trainer Heiko Vogel den FC Sion, wie er sagte, «unter den Umständen» zum Favoriten erklärt.

Die Basler agierten dann zwar mit Marco Streller als einziger nomineller Spitze. Aber auch in einem äusserst beweglichen System. In der defensiven Grundordnung war es ein 4-1-4-1, das bei Ballbesitz zu einer Art 4-3-3 wurde. Dabei zogen sich die zentralen Mittelfeldspieler für den Spielaufbau auf die Position der Aussenverteidiger zurück. Kay Voser, der für Markus Steinhöfer rechts verteidigte, und Joo Ho Park, sein Pendant auf links, rückten ins Mittelfeld vor.

Biel Lauf- und Denkarbeit für die Basler

Heiko Vogel verlangte mit seinen Anweisungen viel Lauf- und Denkarbeit von seinen Spielern. Und diese zeigten sich der Aufgabe gewachsen. Soviel Bewegung wie in der ersten Halbzeit war im das Spiel der Rotblauen in dieser Saison noch nie zu beobachten gewesen.

Viele Chancen erarbeiteten sich die Basler in Hälfte eins zwar nicht. Einmal verzog Aleksandar Dragovic äusserst knapp (23. Minute) – nach einer Ecke von Diaz. Aber insgesamt machte das Spiel des Meisters trotzdem einen reifen Eindruck. Es war über die 94 Minuten gesehen sicher die beste Leistung der Basler in dieser Saison.

Zumal vor der Pause auch die Defensive überzeugte. Mit einer – nicht ganz ungefährlichen – Ausnahme: In der 11. Minute hatte Leo mit einem Kopfball-Aufsetzer die Lattenoberkante gestreift.

Die Wörter «Meister» und «Titel» sind im Wallis auf dem Index

Dass die Basler dann in der zweiten Halbzeit zeitweise mächtig unter Druck gerieten, war im Tourbillon zu erwarten gewesen. Schliesslich gilt der FC Sion in dieser Saison nicht zu Unrecht als Meisterkandidat. Auch wenn Trainer Sébastien Fournier die Wörter «Meister» und «Titel» auf den Index gesetzt hat. Er, der einst noch mit Alex Frei zusammen bei Servette spielte, hat die Von-Spiel-zu-Spiel-Strategie ausgegeben.

Dass dieser FC Sion trotzdem ein heisser Mitbewerber des FCB sein wird, wurde an diesem stürmischen Abend im Wallis dennoch klar. Denn Fournier konnte mit Serey Die und dem Nordiren Kyle Lafferty zwei Spieler von der Bank bringen, die dem Spiel seiner Mannschaft noch einmal mächtig Schwung verliehen. Tiefe ist in diesem Kader ganz offensichtlich vorhanden.

Die Basler ihrerseits werden mit diesem 1:1 leben können. Sie haben in einem Moment der Meisterschaft, in dem sie sich (wie der Gegner auch) immer noch in der Findungsphase befinden und ohne ihre Torversicherung Alex Frei, eine der schwierigsten Auswärtspartien der Saison ungeschlagen hinter sich gebracht.

Super League, 4. Runde
FC Sion–FC Basel 1:1 (0:0)
Tourbillon. – 14‘850 (ausverkauft). – SR Hänni.

Tore: 49. Kovac 0:1 (Kopfball nach Freistoss Diaz und Kopfballverlängerung Streller), 80. Leo Itaperuna 1:1 (satter Rechtsschuss aus halbrechter Position auf weite Flanke).
Verwarnungen: 18. Cabral (Foul), 27. Dingsdag (Foul), 45.+1 Voser (Foul), 58. Serey Die (Foul), 63. Vanczak (Foul), 65. Sommer (Zeitspiel), 70. Streller (Unsportlichkeit), 80. Leo (übertriebener Torjubel), 85. Kovac (Foul).

FC Sion: Vanins; Vanczak, Aislan, Dingsdag, Bühler; Gattuso (79. Manset), Marques (53. Serey Die); Margairaz, Darragi, Crettenand (53. Lafferty); Leo Itaperuna.
FC Basel: Sommer; Voser, Sauro, Dragovic (46. Kovac), Park; Cabral; Zoua, Yapi, Diaz, Stocker (73. D. Degen); Streller.

Bemerkungen: Sion ohne Wüthrich, Mrdja und Deana (alle verletzt) Basel ohne F. Frei, P. Degen und Ajeti (alle verletzt), Grether, Pak (ohne Aufgebot).

 

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