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TagesWoche

Tages Woche

So, 19.05.2013

Olympische Spiele, Triathlon 

3.8.2012, 20:01 Uhr

«Ich kann am Tag X richtig beissen»

3.8.2012, 20:01 Uhr

Mit Daniela Ryf geht die nächste Vertreterin des Team Basel4Olympia in London an den Start. Die Triathletin ist im Wettkampf zwar als Helferin für die Schweizer Medaillenkandidatin Nicola Spirig eingeplant. Aber Ryf träumt trotzdem von einer Medaille (ab 10 Uhr Schweizer Zeit). Von Florian Raz

Es war knapp, verdammt knapp. Dass Daniela Ryf überhaupt an den Olympischen Spielen darf, hat sie nur den taktischen Überlegungen des Schweizer Triathlonverbandes zu verdanken. Nach einer lange Zeit rätselhaften Viruserkrankung hätte ihre Saison den Anforderungen von Swiss Triathlon nicht genügt. Doch weil der Verband die Mitfavoritin Nicola Spirig nicht alleine ins Rennen um die Medaillen schicken wollte, wurde Ryf als Helferin für London 2012 selektioniert.

Die 24-jährige Solothurnerin startet für die Wildcats Basel, wurde vom Kanton Basel-Stadt im Rahmen des Programms «Basel4Olympia» unterstützt – und darf darum auch ein wenig als regionale Vertreterin gelten.

Worin liegt die Essenz Ihrer Sportart – in zwei Sätzen?

Dazu brauche ich nur drei Wörter: Leidenschaft, Kraft, Leistung.

Welches ist Ihr bisher grösster Erfolg?

Der Gewinn der U23-WM und der siebte Platz an den Olympischen Spielen 2008.

Wo liegen Ihre Stärken, wo Ihre Schwächen?

Meine Stärke ist mein Durchhaltewille, meine Schwäche die fehlende Geduld. Das klingt vielleicht, als würden sich die beiden Dinge widersprechen. Aber mit Durchhaltewille meine ich, dass ich am Tag X richtig beissen kann und über mich hinauswachsen. Die Geduld fehlt mir zum Beispiel, wenn es mir gesundheitlich nicht gut geht und ich einfach warten müsste, bis es besser wird. Wobei ich diese Fähigkeit im letzten halben Jahr wegen einer Viruserkrankung trainieren konnte.

Wie motivieren Sie sich, wenn es nicht läuft?

Indem ich ein Ziel vor Augen habe. Keines, das in weiter Ferne liegt – etwa die Olympischen Spiele. Sondern kleine, konkrete und erreichbare Ziele, die ich mir im Training stecke.

Was geben Sie für den Sport auf?

Das Sozialleben leidet sicher. Ich bin viel unterwegs, da sehe ich die Familie und die Freunde nicht so oft, wie ich möchte. Ausserdem bist du ja 24 Stunden am Tag Athletin. Ich kann nicht einfach wie andere aus dem Büro gehen und meinen Job hinter mir lassen. Auch wenn ich in den Ausgang gehe, bin ich noch immer Athletin, die auf ihren Körper achten muss. Das kann schon auch anstrengend sein.

Was haben Sie in dieser olympischen Saison anders gemacht als sonst?

Eigentlich nichts. Die Olympischen Spiele sind ein Rennen wie jedes andere – ausser dass alle durch ihre Motivation schneller sind. Aber gross anders trainieren kannst du nicht. Meistens klappt es sowieso nicht, wenn du unbedingt schneller sein willst. Ich wurde lange durch meine Krankheit zurückgeworfen. Aber seit Mai läuft es wieder – also hoffe ich, dass ich vielleicht genau zum richtigen Zeitpunkt in Höchstform komme.

Was ist Ihr Ziel in London?

Ich werde ja als Helferin für Nicola Spirig mitgenommen. Darum ist mein Ziel, zusammen mit ihr ein super Resultat zu erreichen. Wir sind beide auf dem Velo richtig gut, also wollen wir da Party machen, die anderen auf der Fahrradstrecke zermürben. Wenn alles stimmt kann auch für mich vieles passieren. Aber im Moment bin ich einfach happy, dass ich dabei sein darf.

Was ist Ihr grösster Traum?

Dass Nicole und ich beide eine Medaille holen. Das ist schon etwas unrealistisch. Aber Träume dürfen ja unrealistisch sein, oder?

Welche Sportart würden Sie ausüben, wenn Sie nicht Triathletin wären?

Skifahren. Ich bin jetzt zwar fast zehn Jahre lang nicht mehr auf Skiern gestanden. Aber als Kind war ich richtig gut. Gut möglich, dass ich Skirennfahrerin geworden wäre, wenn ich in den Bergen und nicht im Flachland aufgewachsen wäre. Seit ich Triathlon-Profi bin, bin ich bewusst nicht mehr Skifahren gegangen, weil ich keine schwere Verletzung riskieren wollte. Aber im Winter nach den Olympischen Spielen werde ich wieder mal gehen.

Was machen Sie gerne, wenn Sie nicht mit Sport beschäftigt sind?

Käffele mit Kolleginnen. Oder gemütlich einen Film schauen. Shoppen gehe ich eigentlich auch gerne, aber meistens sind meine Beine zu schwer. Im September sind Rennen in den USA, dort shoppe ich sowieso am liebsten, also werde ich die dann die Gelegenheit nutzen.

Wer ist für Sie der beste Sportler, respektive die beste Sportlerin der Geschichte?

Jetzt muss ich fast Roger Federer sagen. Früher war ich grosser Fan von Lance Armstrong. Aber bei ihm weiss man inzwischen nicht mehr, was man über seine Leistungen denken soll.

Wer ist es in Ihrer eigenen Sportart?

Schwierig. Bei den Frauen gibt es drei, die mich geprägt haben. Lisa Nordén, sie hat mir gezeigt, wie weit man mit Arbeit kommt. Laura Bennett hat mir den Spass am Triathlon beigebracht. Und bei Emma Moffatt habe ich gesehen, dass man trotz einer grossen Leichtigkeit im Training weit kommen kann.

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?

«In Time» mit Justin Timberlake. Er spielt in einer Welt, in der man nicht mit Geld sondern mit Lebenszeit bezahlt wird. Den habe ich richtig gut gefunden.

Welches ist Ihr Lieblingslied?

Um zu trainieren: «Good Feelings» von Flo Rida. Sonst finde ich es schwierig, mich hier zu beschränken. Ich mag soviele Lieder.

Kochen Sie selber?

Ja.

Was am liebsten?

Um ehrlich zu sein, backe ich fast lieber. Brownies zum Beispiel oder Rüeblitorte – so ungesundes Zeug halt (lacht). Wenn ich koche, ist es häufig Hühnchen mit Gemüse im Wok.

Was würden Sie am liebsten gefragt werden?

Ich glaube, mein Mitteilungsbedürfnis ist befriedigt (lacht).

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

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Informationen zum Artikel

3.8.2012, 20:01 Uhr

«Ich kann am Tag X richtig beissen»

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Text:

  • 18.05.2013 um 00:01
    Der Chef und sein Zuträger

    Der eine sorgt mit schnellem Antritt für Aufsehen und geht mit Torchancen bisweilen etwas gar verschwenderisch um. Der andere verrichtet seine Arbeit schon fast still und leise. Mohamed Salah und Mohamed Elneny bestimmen den Puls des FC Basel mit. Im Cupfinal gegen die Grasshoppers wird Salah allerdings gesperrt fehlen.

  • 17.05.2013 um 06:08
    «Jetzt soll mal der Schär hinten bleiben»

    Fabian Frei hat einen Lauf. Beim 2:0 gegen Lausanne schiesst er beide Tore – und am Pfingstmontag dürfte er erstmals in seiner Karriere einen Cupfinal bestreiten.

  • 17.05.2013 um 00:01
    Miezekatzen, Testläufer und ein auf die Probe gestellter Werbespruch

    Fabian Frei und Valentin Stocker erledigten Arbeit und Vorarbeit des Toreschiessens. Andere konnten die Kräfte für den Cupfinal schonen. Die Einzelkritiken zum 2:0 des FC Basel gegen Lausanne.

  • 16.05.2013 um 18:35
    Eishockey
    Zum Artikel: Schweiz nach Sieg gegen Tschechien im Halbfinal

    Lieber Herr Hochhuth, glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass nicht eine halbe lokale Geschichte weniger geschrieben wurde wegen dieses Eishockey-Artikels? Der Text kommt über Agentur, der Dienstchef (der sowieso Dienst schieben muss) hat ihn von d...

  • 13.05.2013 um 18:51
    Das mit der Tribüne
    Zum Artikel: Constantin kehrt mit dem Stahlbesen

    Meist sitzt das von ihnen angesprochene Problem ja nicht auf der Tribüne, sondern dirigiert (das Team) und desavouiert (den Trainer) von seinem Stammplatz neben der Ersatzbank aus.

  • 13.05.2013 um 17:13
    Seldwyla
    Zum Artikel: Das Ende eines Clublokals – Stadt stellt Italiener auf die Strasse

    Weil die Stadt Basel eine leere Immobilie wollte, wird der bisherige Mieter rausgeworfen. Und jetzt sucht die Stadt Basel einen Zwischennutzer, weil sie gerne einen Mieter für ihre leere Immobilie hätte. Warum dreht sich bei mir plötzlich alles im Kopf?

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