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Durness Sizilien 

4.8.2012, 06:24 Uhr

Zypressen, Oliven und Lärm, 4. August 2002

4.8.2012, 06:24 Uhr

Langsam steige ich aus dem gebirgigen Apennin herunter und nähere mich der toskanischen Ebene. Die Vegetation ändert sich, der Verkehr wird dichter – chon darum, weil die Sonntagsausflügler unterwegs sind. Von

Urs Buess: Langsam verlasse ich das Gebirge des Apennin.

Langsam verlasse ich das Gebirge des Apennin. (Bild: Urs Buess)

Ein hübsches Mittelalter-Fest in Gavinana war das gestern Abend. Und heute geht es weiter: ein kleiner Umzug zu Trommelklängen, festlich gekleidete Tambouren und Edelfrauen, eine freundliche Sonne, Harfenmusik - ein kleines Idyll zum Start. Ich schulterte den Rucksack, zog von den Festivitäten weg, Richtung Pontepietri, an schnaufenden Velofahrern vorbei, die in ihren grell-farbenen Trikots an mir vorbei radelten. Der Irre von Montefiorino kam mir immer wieder in den Sinn, der mich aufforderte, doch mit einer «biccicletta» zu fahren.

Nichts dergleichen: Ein schönes Stück des Weges nach Pontepietri ging auf einem Spazierweg, auf dem Gäste promenierten. Von San Marcello bis Pontepietri haben die Städter aus der Region ihre Wochenendhäuschen gefunden, Männer und Kinder lassen sich von den Nonnas bedienen, die Frauen bräunen auf Liegestühlen ihre Schenkel. Manchmal tönen Cantautori oder Jazz hinter halb geschlossenen Fensterläden hervor.

Wie blinde Augen

In Pontepietri weist mir ein alter Mann den Weg hinunter in die Ebene von Pistoia. Ein schöner und einsamer Weg durch die dichtbewaldeten, langsam gegen Süden abfallenden  Hügelzüge. Kein Mensch am Anfang, später ein paar Pilzsammler. Ich komme rassig voran – und plötzlich lichtet sich der Wald: Zypressen, Olivenbäume und unter den Bergdörfern, die nur ihre braunen Dächer und gelbliche, spitze Kirchtürme aus den dichten Wäldern strecken, toskanische Landgüter. Gelblich-braun sitzen sie auf kleinen Hügeln, anmutigen Anhöhen, immer einen burgähnlichen Turm mit roten Rundziegeln bedeckt umschützend. Die geschlossenen Fenster sehen wie Schiessscharten aus, wie blinde Augen.

Potenzprobleme

Nach Pistoia hinein wird es sehr mühsam, an diesen lärmigen Sonntagsausflüglern vorbei, an vollgepferchten Autos, die nicht begreifen, dass da einer im Rucksack der Strasse lang marschieren kann und die deshalb oft provokativ nah an mir vorbeifahren. Sonntagsausflügler in Fiats, Alfas und dergleichen – noch ärgerlicher sind die Töfffahrer. Sie scheinen die meisten Potenzschwierigkeiten zu haben und therapieren sie mit hochtourigen Motoren, die aufjaulen, wenn die männliche Hand am Gas dreht.

Pistoia ist eine beschauliche Provinzstadt mit ein paar Attributen mittelalterlicher und früh-neuzeitlicher Baukunst, die sie in jedem mitteleuropäischen Land zur Besonderheit machen würde. Hier in der Nachbarschaft von Florenz fällt die Pracht kaum auf: leere Piazze vor imposanten Bauten, malerische Gassen, in denen kein Mensch promeniert und Ratten tot herumliegen.

Leider habe ich das erstbeste Hotel genommen – in der Nähe des Bahnhofs. Das Zimmer ist eine Tortur, heisse, stickige Luft, verfallende Fourniermöbel, unten auf der Strasse grell anfahrende Autos und Motorräder. Ich schlafe nicht, ich leide. Man müsste Berlusconi eine Woche lang in ein solches Zimmer sperren, er würde ohne Rücksicht auf die Psyche der jugendlichen Motorino-Fahrer per sofort Lärmgrenzwerte einführen.

(Pistoia, 5. August 2002)

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4.8.2012, 06:24 Uhr

Zypressen, Oliven und Lärm, 4. August 2002

Text

Text:

  • 10.10.2013 um 15:12
    Eine Welt mit anderen Regeln

    Verstreut über ganz Europa leben 300 Menschen die Utopie, dass es weder Hierarchien noch Lohnarbeit braucht. Und zwar in der Kooperative Longo maï. Sie feiert nun ihr 40-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung in Basel. Eröffnet werden die Jubiläumsfeierlichkeiten heute Abend. Andreas Schwab stellt sein neues Buch «Longo maï – Pioniere einer gelebten Utopie» vor.

  • 26.09.2013 um 14:56
    Ein politisch frühreifes Mädchen

    Schon als Teenager wollte Maya Graf wissen, wie Politik funktioniert.

  • 12.09.2013 um 12:00
    «Ich musste mir die Schweiz erarbeiten»

    Peer Teuwsen, Leiter des Schweizer Büros der «Zeit», versucht zu ergründen, was das Land in seinem Innersten zusammenhält.

  • 28.07.2013 um 22:55
    Herr Buess
    Zum Artikel: Machts doch selber!

    Lieber Herr Holzapfel, Reden wir doch einfach bei einem Kaffee über Ihre Probleme. Es bleibz absolut anonym und meine Adresse ist: urs.buess@tageswoche.ch Mit freundlichem Gruss Urs Buess

  • 28.07.2013 um 21:11
    Souverän ist anders …
    Zum Artikel: Machts doch selber!

    @Holzapfel Ich würde Sie gerne zu einem persönlichen Gespräch treffen. Melden Sie sich bitte unter urs.buess@tageswoche.ch Mit freundlichem Gruss Urs Buess Pubizistischer Leiter, TagesWoche

  • 27.09.2012 um 21:26
    Fonzi trainiert
    Zum Artikel: Fonzi trainiert

    Heute Abend ist der Helikopter schon sehr zielgerichtet geflogen.

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