LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Kultur

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

eingeloggt als
Ausloggen


Mein Kommentar

  • Bitte beachten Sie unseren Community-Leitfaden.

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Kulturfloss 

8.8.2012, 15:00 Uhr

Konservative Klasse

8.8.2012, 15:00 Uhr

Vintage Trouble aus Kalifornien sind erst zwei Jahre alt, klingen aber wie die Inkarnation der Sechziger Jahre: Soul, Rock'n'Roll und Funk mit grosser Euphorie und einer präzisen Stilsicherheit. Ein charismatischer Auftritt auf dem Kulturfloss. Von Andreas Schneitter

Grosse Versprechungen machen den Anfang: «High Times are coming», verspricht Ty Taylor in den ersten Sekunden, er singt die Zeile mehrmals ohne Begleitung in den dämmernden Himmel, und am Schluss kippt er in ein geschliffenes Falsett. Da setzt die Band ein, Bass, Gitarre und Schlagzeug, und rumpelt gekonnt den Rock'n'Roll. Eine klassische Besetzung in klassischen Anzügen. Vintage Trouble heisst das Quartett aus Kalifornien, und zumindest der erste Teil des Bandnamens wird eingelöst: Eine Stunde lang arbeitet sich die Band stilsicher und gut gelaunt durch einen rollenden Soul, der manchmal beim Bluesrock vorbeischaut und nicht über die frühen Siebziger Jahre hinauskommt. Das Erstaunliche daran: die Band gibt es erst seit zwei Jahren.

Musik machen sie allerdings alle schon etwas länger, vorzugsweise in demselben Retro-Segment, das Vintage Trouble nun noch einmal derart frisch durchpflügt, als läge der Acker seit Jahren brach. Was sie so bemerkenswert abhebt, ist weniger ihre Interpretation von weissem Rock mit schwarzem Soul, die konservativ bleibt, sondern ihre Bühnenpräsenz. Die untersteht ganz und gar dem Dogma der Animation, von Einmaligkeit, von äusserster Hingabe. Als sässe da ein Haufen betuchter und gut zahlender Besucher im Publikum und kein Gratispublikum, dutzende Meter von der Flossbühne entfernt.

Charismatische Performance

Besonders auffällig tut sich hier Taylor hervor. Stimmlich ist der Mann eine seltene Erscheinung, er beherrscht den warmen, geschmeidigen Soul genau so wie den kraftvollen, ekstatisch verwegenen Gesang eines James Brown, und wenn er an den vorderen Flossrand tänzelt, das Publikum euphorisch zum Klatschen, zum Chorgesang oder auch nur zur allabendlichen Spende an die Kulturfloss-Leitung auffordert, will man dem Mann sofort seine Kinder, sein Vermögen und sein Seelenheil anvertrauen. Auch das gehört, Taylor hats gut gelernt, zum schwarzen Soul: die charismatische Performance.

Musikalisch rechtfertigt die Band das grosse Selbstvertrauen nur phasenweise, Bass und Schlagzeug sorgen souverän für den satten Groove, und Gitarrist Nalle Colt bringt die Doppelarbeit als Rhythmiker wie als Solist bruchlos unter einen Hut, in der Songschreibe haben sie der Tradition allerdings kaum was hinzuzufügen. Die Gitarrenriffs rumpeln gussreif aus dem Fundus des Bluesrock, die Phrasierung der Melodien verläuft allzu routiniert. Spannender wirds in der zweiten halben Stunde, als die Band sich zwei Balladen vornimmt und dennoch die Intensität hochzuhalten schafft. «Nobody Told Me» ist mit einer einlullenden Wärme gespielt und erinnert im Gesang entzückend an Nat Cole, «Not Alright By Me» hat den versackten Geist einer Countrybluesballade, und als sie danach ihren Minihit «Nancy Lee» und den Wüstenrockschunkler «Run Baby Run» rausholen, hat man den Frieden mit ihnen gemacht. Vintage Trouble pflegen den Rock'n'Roll mit einem liebevoll geschärften Auge für Stil. Ihn neu erfinden können dann andere wieder.

Gute Arbeit! Teilen und mehr lesen.

Teilen und weiterleiten

Mehr zum Thema

Musik, Konzerte

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Schwaches Gastspiel von Saint Etienne Weiterlesen

Wenig riskiert, wenig verloren Weiterlesen

Ganz gratis gehts nicht Weiterlesen

Tageswoche honorieren

Alternativen:

Postfinance, Paypal, Flattr

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

Kommentieren

Informationen zum Artikel

8.8.2012, 15:00 Uhr

Konservative Klasse

Text

Text: Andreas Schneitter

  • 16.04.2014 um 11:00
    Kultwerk #126: Der grosse Diktator

    Vor 125 Jahren wurde Charles Chaplin geboren. Mit seinem Film «Der grosse Diktator» hat er als Erster Hitlers Wahn der Welt vor Augen geführt.

  • 10.04.2014 um 16:03
    Deutschlands letzte wahre Punkband

    Die Goldenen Zitronen sind vor 30 Jahren in der Hamburger Hausbesetzerszene entstanden und eine politisch konsequente Band geblieben. Noch immer lautet ihr Fernziel: Freiheit. Am Samstag spielen sie im Hirscheneck Basel.

  • 05.04.2014 um 16:42
    Kultwerk #124: «Nevermind» – Nirvana

    Smells like Legend – Nirvana schrieben mit «Nevermind» die letzte wegweisende Rockplatte. Vor 20 Jahren erschoss sich ihr Sänger Kurt Cobain in Seattle.

Aktuell

sda: US-Aussenminister John Kerry spricht in Washington über die Ukraine

Ukraine 

Giftige Töne zwischen USA und Russland

Russland und die USA decken sich in der Ukraine-Krise gegenseitig mit Vorwürfen ein. US-Aussenminister John Kerry macht Russland für das Scheitern der Genfer Vereinbarung verantwortlich, Moskau wirft den USA vor, nichts für eine friedliche Lösung zu tun. Derweil versucht der deutsche Aussenminister zu vermitteln. Von sda. Weiterlesen

sda: Bundespräsident Burkhalter (l) mit Albaniens Aussenminister Bushati

Balkan 

Burkhalter wirbt für OSZE-Unterstützung

Zum Auftakt seiner zweitägigen Balkanreise hat der amtierende OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter am Donnerstag Serbien und Albanien besucht. Schwerpunkt der Gespräche waren die Rolle der OSZE auf dem Westbalkan und die Ukraine-Krise. Von sda. Weiterlesen

sda: Armenier und Türken gedenken in Istanbul des Völkermords

Türkei - Armenien 

Armenien weist Erdogans Beileid zurück

Armenien hat die Beileids-Erklärung der Türkei zum Völkermord an den Armeniern zurückgewiesen. Ankara bleibe bei seiner Politik der «völligen Leugnung» des Genozids, kritisierte der armenische Präsident Sersch Sarkissjan am Donnerstag. Von sda. Weiterlesen