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TagesWoche

Tages Woche

Mi, 22.05.2013

Filmfestival 

7.8.2012, 09:08 Uhr

Ein Ehrenleopard für Harry Belafonte

7.8.2012, 09:08 Uhr

Er sei ein grossartiger Schauspieler, schliesslich habe er viele Menschen davon überzeugt, dass er singen könne, scherzte Harry Belafonte in Locarno. Der 85-jährige Entertainer und Aktivist wurde auf der Piazza Grande für sein Lebenswerk geehrt. Von Marc Krebs

Keystone: Harry Belafonte nimmt in Locarno den  Ehrenleopard entgegen.

Harry Belafonte nimmt in Locarno den Ehrenleopard entgegen. (Bild: Keystone)

Dunkle Wolken hingen gestern über Locarno. Eine Lichtgestalt machte sie vergessen: Harry Belafonte («Island In The Sun», «Banana Boat Song»). Am Nachmittag faszinierte der 85-jährige Entertainer und Philanthrop zunächst die Medienschaffenden. Geduldig liess er einen Interviewmarathon in seinem Hotel in Ascona über sich ergehen, beantwortete zahlreiche Fragen, auch eher unbedarfte wie jene, ob er sich als Sänger oder Schauspieler sehe. «Meine Antwort ist stets dieselbe», so Belafonte, «ich habe die Leute davon überzeugt, dass ich ein grosser Sänger bin. Das macht mich zu einem grossen Schauspieler.» Sagte es und lachte.

Entwaffnender Charme

Belafonte begeisterte nicht nur mit seinem Humor und entwaffnenden Charme. Ungebrochen scheint auch sein Interesse an der Politik. In den frühen 1960er-Jahren beriet sich der Aktivist mit den Kennedys und mit Martin Luther King, unterstützte die Bürgerrechtsbewegung mit Millionenbeiträgen, was «mich mehr als einmal an den Rand des Ruins trieb», wie er uns erzählte.

Der überzeugte Humanist übt gar Kritik an Präsident Barack Obama, der in seinen Augen allzu stark die Interessen der schwarzen Mittelschicht vertrete. Dennoch wird ihn Belafonte wieder wählen, «denn die Wahl eines Mitt Romney wäre für Amerika der Beginn eines vierten Reichs.»

Schwarze Carmen

Locarno zeigt heute zwei Filme, in denen Belafonte mitspielt: «Carmen Jones» von Otto Preminger. Der deutsche Regisseur brach 1954 mit Konventionen und besetzte diese Abwandlung von Bizets Oper ausschliesslich mit dunkelhäutigen Schauspielern – was damals in Hollywood einer Revolution gleichkam. In «Sing Your Song» erzählt die Filmemacherin Susanne Rostock Belafontes Lebensgeschichte, vom Kind mit karibischen Wurzeln, das in grosser Armut in Harlem und Jamaika aufwächst, sich durchbeisst, im Theater Sidney Poitier und Marlon Brando kennenlernt, als Schauspieler und vor allem Sänger Welterfolge feiert und sich humanitären Projekten verschreibt.

Für seine Karriere wurde er am Montagabend vor 8000 Besuchern auf der Piazza Grande mit einem Ehrenleoparden ausgezeichnet. In seiner kurzen Dankesrede sagte Belafonte: «Ich glaube daran, dass Künstler heute mehr denn je notwendig sind, um den Regierenden dieser Welt zu helfen, den richtigen Weg aus den Krisen der Gegenwart zu finden. Künstler sind die Hüter der Wahrheit.»

  • Mehr über Harry Belafonte erfahren Sie am Freitag in der neuen Printausgabe der TagesWoche. Ab 10.8. am Kiosk oder in Ihrem Briefkasten.
  1. "Künstler für den Frieden"

    von Alois Karl Hürlimann am 7.08.2012 um 21:44Uhr

    Einmal habe ich Harry Belafonte von Nahem erlebt. Es war anfangs September 1982, als die ein Jahr vorher von Eva Mattes und anderen gegründete Initiative "Künstler für den Frieden" gegen den Nato-Doppelbeschluss mit Hilfe des damals europaweit wohl wichtigsten Konzertagenten Rau (nicht mit dem Politiker Rau zu verwechseln) im Ruhrstadion in Bochum, das mit Zehntausenden Besuchern, Demonstranten, wenn man will, gefüllt war, ein Protest-Konzert veranstaltet hat.

    Wer damals alles auftrat! Ich erinnere mich an die Bots, an Konstantin Wecker, an die tiefe Stimme von Mirjam Makeba, an Katja Epstein, an Nina Hagens Kreischen, an Hanns Dietrich Hüsch, der uns später sagte, er habe noch nie soviel Stille während einem seiner Auftritte erlebt wie im überfüllten Stadion. Udo Lindenbrg sang, Degenhardt, Bill Ramesey und so weiter. Und dann erschien Harry Belafonte auf der riesigen Tribüne. Er sang, nachdem er davon gesprochen hatte, es sei so viel für Gerechtigkeit, für Menschenrechte, für den Ausgleich in der Welt zu tun, dass aber die Nato-Nachrüstung genau diese permanente Arbeit verhindere. Und dann sang er seinen Schlager O Mister Tasliman...
    Zusammen mit Martin Schubarth, seiner Frau und Jürgen von Tomeï konnte ich damals diese Demonstration vor Ort miterleben.
    Danach trafen sich viele der Künstler in einem Saal des damaligen Hotels Novotel nahe beim Stadion. Mitten unter uns allen (also auch den sich dort aufhaltenden Nichtkünstlern) sass Harry Belafonte und widmete sich jedem der Gesprächspartner, die um ihn herumsassen oder standen so, als sei dieser sein einziger: Nachhaltig, nachfragend. Es strahlte eine Ruhe aus, die mir einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Neugierig stand ich in der zweiten oder dritten Reihe von ihm weg. Plötzlich zeigte er auf mich, fragte, woher ich denn käme, was ich arbeiten würde. Ich war derart erschrocken, dass ich kein Wort hervorbringen konnte, was er mit der Bemerkung versah, genau das sei ihm öfter dann geschehen, wenn er von Menschen, die er bloss aus dem Fernsehen oder Pressebildern gekannt habe, angesprochen worden sei. Danach konnte ich dann ein paar Sätze sagen. Die Sätze habe ich längst vergessen, auch seine Sätze, die er danach zu mir gesagt hat. Seine Augen, seinen Sprechstimmenklang, seine Ruhe werde ich nie vergessen.
    Direktlink zum Kommentar

  1. "Künstler für den Frieden"

    von Alois Karl Hürlimann um 7.08.2012 um 21:44Uhr

    Einmal habe ich Harry Belafonte von Nahem erlebt. Es war anfangs September 1982, als die ein Jahr vorher von Eva Mattes und anderen gegründete Initiative "Künstler für den Frieden" gegen den Nato-Doppelbeschluss mit Hilfe des damals europaweit wohl wichtigsten Konzertagenten Rau (nicht mit dem Politiker Rau zu verwechseln) im Ruhrstadion in Bochum, das mit Zehntausenden Besuchern, Demonstranten, wenn man will, gefüllt war, ein Protest-Konzert veranstaltet hat.

    Wer damals alles auftrat! Ich erinnere mich an die Bots, an Konstantin Wecker, an die tiefe Stimme von Mirjam Makeba, an Katja Epstein, an Nina Hagens Kreischen, an Hanns Dietrich Hüsch, der uns später sagte, er habe noch nie soviel Stille während einem seiner Auftritte erlebt wie im überfüllten Stadion. Udo Lindenbrg sang, Degenhardt, Bill Ramesey und so weiter. Und dann erschien Harry Belafonte auf der riesigen Tribüne. Er sang, nachdem er davon gesprochen hatte, es sei so viel für Gerechtigkeit, für Menschenrechte, für den Ausgleich in der Welt zu tun, dass aber die Nato-Nachrüstung genau diese permanente Arbeit verhindere. Und dann sang er seinen Schlager O Mister Tasliman...
    Zusammen mit Martin Schubarth, seiner Frau und Jürgen von Tomeï konnte ich damals diese Demonstration vor Ort miterleben.
    Danach trafen sich viele der Künstler in einem Saal des damaligen Hotels Novotel nahe beim Stadion. Mitten unter uns allen (also auch den sich dort aufhaltenden Nichtkünstlern) sass Harry Belafonte und widmete sich jedem der Gesprächspartner, die um ihn herumsassen oder standen so, als sei dieser sein einziger: Nachhaltig, nachfragend. Es strahlte eine Ruhe aus, die mir einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Neugierig stand ich in der zweiten oder dritten Reihe von ihm weg. Plötzlich zeigte er auf mich, fragte, woher ich denn käme, was ich arbeiten würde. Ich war derart erschrocken, dass ich kein Wort hervorbringen konnte, was er mit der Bemerkung versah, genau das sei ihm öfter dann geschehen, wenn er von Menschen, die er bloss aus dem Fernsehen oder Pressebildern gekannt habe, angesprochen worden sei. Danach konnte ich dann ein paar Sätze sagen. Die Sätze habe ich längst vergessen, auch seine Sätze, die er danach zu mir gesagt hat. Seine Augen, seinen Sprechstimmenklang, seine Ruhe werde ich nie vergessen.
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Informationen zum Artikel

7.8.2012, 09:08 Uhr

Ein Ehrenleopard für Harry Belafonte

Text

Text:

  • 10.05.2013 um 11:35
    Wir Heuchler!

    Immer wenn bekannt wird, dass ein Geschäft wie der Buchladen Nasobem zumacht, sterben wir einen kleinen Tod. Und merken dann, wie inkonsequent unser Leben geworden ist.

  • 07.05.2013 um 12:26
    Im August lockt das Open Air Basel

    Neuer Name, neue Struktur: Aus dem Gratisfestival Viva Con Agua Kaserne Basel wird das Open Air Basel. Dieses wird von einem Verein getragen und kostet neu Eintritt.

  • 02.05.2013 um 15:15
    Das Theater Roxy steht vor Veränderungen

    Sven Heier tritt im Herbst die Nachfolge von Christoph Meury in Birsfelden an. Dafür hat der Hannoveraner ein neues Team verpflichtet.

  • 22.05.2013 um 17:07
    Zum Örgeli-Rock
    Zum Artikel: Örgeli-Rock für die Ewigkeit

    Lieber Kulturbetrachter Despektierlich ist der Titel eigentlich nicht gemeint. So sagten wir dem halt einfach, damals, in der eigenen Jugend, als wir die Gedanken und vieles andere kreisen liessen, während in der Rockola die Rockorgel wummerte und fie...

  • 10.05.2013 um 17:23
    Wir und ihr
    Zum Artikel: Wir Heuchler!

    Liebe Leser, die ihr euch an unserem «Wir» aufreibt. Hätten wir mit dem Finger auf andere zeigen sollen? Das wäre allzu selbstgerecht. Wir sind in diesem Fall Philipp Loser und ich und – ganz offensichtlich anhand vieler Reaktionen auf allen Kanälen – ...

  • 10.05.2013 um 12:56
    Was das Atlantis…
    Zum Artikel: Wir Heuchler!

    … betrifft, so erfolgte der Kurswechsel damals nach einem Besitzerwechsel. Der Livebetrieb rentierte einfach nicht mehr. Alle bedauerten, dass es keine Konzerte mehr gab. Aber es ging doch auch kaum noch wer hin. Grund für den Publikumsschwund war eine...

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