LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Kultur

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Filmfestival 

7.8.2012, 09:08 Uhr

Ein Ehrenleopard für Harry Belafonte

7.8.2012, 09:08 Uhr

Er sei ein grossartiger Schauspieler, schliesslich habe er viele Menschen davon überzeugt, dass er singen könne, scherzte Harry Belafonte in Locarno. Der 85-jährige Entertainer und Aktivist wurde auf der Piazza Grande für sein Lebenswerk geehrt. Von

Keystone: Harry Belafonte nimmt in Locarno den  Ehrenleopard entgegen.

Harry Belafonte nimmt in Locarno den Ehrenleopard entgegen. (Bild: Keystone)

Dunkle Wolken hingen gestern über Locarno. Eine Lichtgestalt machte sie vergessen: Harry Belafonte («Island In The Sun», «Banana Boat Song»). Am Nachmittag faszinierte der 85-jährige Entertainer und Philanthrop zunächst die Medienschaffenden. Geduldig liess er einen Interviewmarathon in seinem Hotel in Ascona über sich ergehen, beantwortete zahlreiche Fragen, auch eher unbedarfte wie jene, ob er sich als Sänger oder Schauspieler sehe. «Meine Antwort ist stets dieselbe», so Belafonte, «ich habe die Leute davon überzeugt, dass ich ein grosser Sänger bin. Das macht mich zu einem grossen Schauspieler.» Sagte es und lachte.

Entwaffnender Charme

Belafonte begeisterte nicht nur mit seinem Humor und entwaffnenden Charme. Ungebrochen scheint auch sein Interesse an der Politik. In den frühen 1960er-Jahren beriet sich der Aktivist mit den Kennedys und mit Martin Luther King, unterstützte die Bürgerrechtsbewegung mit Millionenbeiträgen, was «mich mehr als einmal an den Rand des Ruins trieb», wie er uns erzählte.

Der überzeugte Humanist übt gar Kritik an Präsident Barack Obama, der in seinen Augen allzu stark die Interessen der schwarzen Mittelschicht vertrete. Dennoch wird ihn Belafonte wieder wählen, «denn die Wahl eines Mitt Romney wäre für Amerika der Beginn eines vierten Reichs.»

Schwarze Carmen

Locarno zeigt heute zwei Filme, in denen Belafonte mitspielt: «Carmen Jones» von Otto Preminger. Der deutsche Regisseur brach 1954 mit Konventionen und besetzte diese Abwandlung von Bizets Oper ausschliesslich mit dunkelhäutigen Schauspielern – was damals in Hollywood einer Revolution gleichkam. In «Sing Your Song» erzählt die Filmemacherin Susanne Rostock Belafontes Lebensgeschichte, vom Kind mit karibischen Wurzeln, das in grosser Armut in Harlem und Jamaika aufwächst, sich durchbeisst, im Theater Sidney Poitier und Marlon Brando kennenlernt, als Schauspieler und vor allem Sänger Welterfolge feiert und sich humanitären Projekten verschreibt.

Für seine Karriere wurde er am Montagabend vor 8000 Besuchern auf der Piazza Grande mit einem Ehrenleoparden ausgezeichnet. In seiner kurzen Dankesrede sagte Belafonte: «Ich glaube daran, dass Künstler heute mehr denn je notwendig sind, um den Regierenden dieser Welt zu helfen, den richtigen Weg aus den Krisen der Gegenwart zu finden. Künstler sind die Hüter der Wahrheit.»

  • Mehr über Harry Belafonte erfahren Sie am Freitag in der neuen Printausgabe der TagesWoche. Ab 10.8. am Kiosk oder in Ihrem Briefkasten.
Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Musik, Film

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Leos Carax erhält in Locarno "Ehren-Leopard" für sein Lebenswerk Weiterlesen

Alain Berset spricht sich gegen Filminstitut aus Weiterlesen

Kylie Minogue wirbt in Locarno für "lebensverändernden" Film Weiterlesen

Tageswoche honorieren

Alternativen:

Postfinance, Paypal, Flattr

Reaktionen

  1. Alois Karl Hürlimann

    am 7.08.2012, 21:44

    Einmal habe ich Harry Belafonte von Nahem erlebt. Es war anfangs September 1982, als die ein Jahr vorher von Eva Mattes und anderen gegründete Initiative "Künstler für den Frieden" gegen den Nato-Doppelbeschluss mit Hilfe des damals europaweit wohl wichtigsten Konzertagenten Rau (nicht mit dem Politiker Rau zu verwechseln) im Ruhrstadion in Bochum, das mit Zehntausenden Besuchern, Demonstranten, wenn man will, gefüllt war, ein Protest-Konzert veranstaltet hat.

    Wer damals alles auftrat! Ich... ... mehrEinmal habe ich Harry Belafonte von Nahem erlebt. Es war anfangs September 1982, als die ein Jahr vorher von Eva Mattes und anderen gegründete Initiative "Künstler für den Frieden" gegen den Nato-Doppelbeschluss mit Hilfe des damals europaweit wohl wichtigsten Konzertagenten Rau (nicht mit dem Politiker Rau zu verwechseln) im Ruhrstadion in Bochum, das mit Zehntausenden Besuchern, Demonstranten, wenn man will, gefüllt war, ein Protest-Konzert veranstaltet hat.

    Wer damals alles auftrat! Ich erinnere mich an die Bots, an Konstantin Wecker, an die tiefe Stimme von Mirjam Makeba, an Katja Epstein, an Nina Hagens Kreischen, an Hanns Dietrich Hüsch, der uns später sagte, er habe noch nie soviel Stille während einem seiner Auftritte erlebt wie im überfüllten Stadion. Udo Lindenbrg sang, Degenhardt, Bill Ramesey und so weiter. Und dann erschien Harry Belafonte auf der riesigen Tribüne. Er sang, nachdem er davon gesprochen hatte, es sei so viel für Gerechtigkeit, für Menschenrechte, für den Ausgleich in der Welt zu tun, dass aber die Nato-Nachrüstung genau diese permanente Arbeit verhindere. Und dann sang er seinen Schlager O Mister Tasliman...
    Zusammen mit Martin Schubarth, seiner Frau und Jürgen von Tomeï konnte ich damals diese Demonstration vor Ort miterleben.
    Danach trafen sich viele der Künstler in einem Saal des damaligen Hotels Novotel nahe beim Stadion. Mitten unter uns allen (also auch den sich dort aufhaltenden Nichtkünstlern) sass Harry Belafonte und widmete sich jedem der Gesprächspartner, die um ihn herumsassen oder standen so, als sei dieser sein einziger: Nachhaltig, nachfragend. Es strahlte eine Ruhe aus, die mir einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Neugierig stand ich in der zweiten oder dritten Reihe von ihm weg. Plötzlich zeigte er auf mich, fragte, woher ich denn käme, was ich arbeiten würde. Ich war derart erschrocken, dass ich kein Wort hervorbringen konnte, was er mit der Bemerkung versah, genau das sei ihm öfter dann geschehen, wenn er von Menschen, die er bloss aus dem Fernsehen oder Pressebildern gekannt habe, angesprochen worden sei. Danach konnte ich dann ein paar Sätze sagen. Die Sätze habe ich längst vergessen, auch seine Sätze, die er danach zu mir gesagt hat. Seine Augen, seinen Sprechstimmenklang, seine Ruhe werde ich nie vergessen.

  1. Alois Karl Hürlimann

    am 7.08.2012, 21:44

    Einmal habe ich Harry Belafonte von Nahem erlebt. Es war anfangs September 1982, als die ein Jahr vorher von Eva Mattes und anderen gegründete Initiative "Künstler für den Frieden" gegen den Nato-Doppelbeschluss mit Hilfe des damals europaweit wohl wichtigsten Konzertagenten Rau (nicht mit dem Politiker Rau zu verwechseln) im Ruhrstadion in Bochum, das mit Zehntausenden Besuchern, Demonstranten, wenn man will, gefüllt war, ein Protest-Konzert veranstaltet hat.

    Wer damals alles auftrat! Ich... mehrEinmal habe ich Harry Belafonte von Nahem erlebt. Es war anfangs September 1982, als die ein Jahr vorher von Eva Mattes und anderen gegründete Initiative "Künstler für den Frieden" gegen den Nato-Doppelbeschluss mit Hilfe des damals europaweit wohl wichtigsten Konzertagenten Rau (nicht mit dem Politiker Rau zu verwechseln) im Ruhrstadion in Bochum, das mit Zehntausenden Besuchern, Demonstranten, wenn man will, gefüllt war, ein Protest-Konzert veranstaltet hat.

    Wer damals alles auftrat! Ich erinnere mich an die Bots, an Konstantin Wecker, an die tiefe Stimme von Mirjam Makeba, an Katja Epstein, an Nina Hagens Kreischen, an Hanns Dietrich Hüsch, der uns später sagte, er habe noch nie soviel Stille während einem seiner Auftritte erlebt wie im überfüllten Stadion. Udo Lindenbrg sang, Degenhardt, Bill Ramesey und so weiter. Und dann erschien Harry Belafonte auf der riesigen Tribüne. Er sang, nachdem er davon gesprochen hatte, es sei so viel für Gerechtigkeit, für Menschenrechte, für den Ausgleich in der Welt zu tun, dass aber die Nato-Nachrüstung genau diese permanente Arbeit verhindere. Und dann sang er seinen Schlager O Mister Tasliman...
    Zusammen mit Martin Schubarth, seiner Frau und Jürgen von Tomeï konnte ich damals diese Demonstration vor Ort miterleben.
    Danach trafen sich viele der Künstler in einem Saal des damaligen Hotels Novotel nahe beim Stadion. Mitten unter uns allen (also auch den sich dort aufhaltenden Nichtkünstlern) sass Harry Belafonte und widmete sich jedem der Gesprächspartner, die um ihn herumsassen oder standen so, als sei dieser sein einziger: Nachhaltig, nachfragend. Es strahlte eine Ruhe aus, die mir einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Neugierig stand ich in der zweiten oder dritten Reihe von ihm weg. Plötzlich zeigte er auf mich, fragte, woher ich denn käme, was ich arbeiten würde. Ich war derart erschrocken, dass ich kein Wort hervorbringen konnte, was er mit der Bemerkung versah, genau das sei ihm öfter dann geschehen, wenn er von Menschen, die er bloss aus dem Fernsehen oder Pressebildern gekannt habe, angesprochen worden sei. Danach konnte ich dann ein paar Sätze sagen. Die Sätze habe ich längst vergessen, auch seine Sätze, die er danach zu mir gesagt hat. Seine Augen, seinen Sprechstimmenklang, seine Ruhe werde ich nie vergessen.

Informationen zum Artikel

7.8.2012, 09:08 Uhr

Ein Ehrenleopard für Harry Belafonte

Text

Text:

  • 18.10.2014 um 17:52
    Skandal! Bilder aus dem Berghain aufgetaucht!

    Der Berliner Technoclub Berghain ist berühmt für seine strikte Einlasspolitik: Neu werden beim Eingang sogar die Kameras von Smartphones zugeklebt, auf dass keine Bilder nach aussen dringen. Darauf wird jetzt im Netz mit Satire reagiert.

  • 17.10.2014 um 05:00
    «Ich orte in der Kulturpreis-Flut eine gewisse Gefahr»

    Philippe Bischof leitet seit 2011 die Abteilung Kultur des Kantons Basel-Stadt. Er hat neue Kulturpreise eingeführt, betrachtet aber die Vielzahl an Kulturpreisen in der Schweiz auch mit skeptischem Blick.

  • 16.10.2014 um 16:30
    Im Schlaraffenland der Kulturpreise

    In der Schweiz buhlen immer mehr Kulturpreise – öffentliche und private – um mediale Aufmerksamkeit. Es droht die Gefahr einer Inflation.

  • 19.10.2014 um 17:35
    Zum Artikel: Skandal! Bilder aus dem Berghain aufgetaucht!

    Ich auch nicht, aber das ist auch Jahre her. Wann waren Sie denn zuletzt da? Die Sticker wurden vor einer Woche eingeführt, wie man den Tweets entnehmen konnte.

  • 28.09.2014 um 12:08
    BB? Deneuve? Larsson!
    Zum Artikel: Schmollmund ohne Lifting: Brigitte Bardot feiert den 80. Geburtstag

    Sie haben nur zum Teil Recht, Ihr harscher Ton ist daher vermessen. Das Bild war falsch beschriftet, aber auch nicht Deneuve war darauf zu sehen, sondern Mirja Larsson, Gunter Sachs' damalige Verlobte. Das Bild haben wir entfernt, danke für den Hi...

  • 31.08.2014 um 10:22
    Zum Artikel: Viel Bass macht Spass

    Bester Ben Pinsel Wird gleich geändert. Man verzeihe mir die Verwechslung, die Trommeln haben mich annehmen lassen, es handle sich um Fasnächtliches...

Aktuell

Dominique Spirgi: Gunst der Stunde: Während vor dem Museum der gewerbliche Plakatabreisser in Aktion ist, werden im Museum die künstlerischen Plakatabreisser präsentiert.

Ausstellung 

Gunst des Zufalls: Realität trifft auf Kunst

Der Zufall wollte es: Pünktlich zum Medienrundgang zu den Plakatabrisswerken der Affichisten-Sonderausstellung im Museum Tinguely war vor dem Museumseingang ein gewerblicher Plakatabreisser in Aktion zu erleben.Von Dominique Spirgi. Weiterlesen

:

Linkempfehlung 

Wohnen über dem Marktplatz

Rotterdam hat das Ziel, bis 2040 die innerstädtische Bevölkerung zu verdoppeln. Dafür wagt sich die Stadt an frische Konzepte. Zum Beispiel einen Riesenschlauch, der zugleich Markthalle und Wohnhaus ist. Empfohlen von Valentin Kimstedt. Weiterlesen bei der NZZ