Ja
Barbara Marty Kälin, Vorstand Schweizer Tierschutz (STS) und KAGfreiland, alt Nationalrätin (SP, ZH)
Fleisch ist ungesund – für Menschen, Tiere und für die Umwelt. Aber Fleisch ist auch ein feines und schmackhaftes Lebensmittel. Was gilt nun? Es ist wie so oft eine Frage des Masses: Dreimal täglich Fleisch – vom Frühstücksbüffet übers Mittag- und Nachtessen – führt zu Übergewicht, hohen Cholesterinwerten, Leber-, Herz- und Nierenproblemen, Diabetes und Gicht.
Der weltweit steigende Fleischhunger verbrennt die Lungen der Erde, zerstört unsere Lebensgrundlagen und verbraucht zu viele Ressourcen. Für 1 Kilogramm Pouletfleisch braucht es 4 Kilogramm Getreide und 4000 Liter Wasser; für ein Kilo Rindfleisch gar 15'000 Liter. Pro Jahr werden weltweit 277'000 Hektaren Wald gerodet – das sind pro Stunde 32 Hektaren! – in erster Linie für Weideland und Futtergetreide. Würden Amerikaner auf zehn Prozent ihres Fleischkonsums verzichten, könnte mit der Getreidemenge eine Milliarde Menschen ernährt werden.
Auf der Fläche für ein Kilo Rindfleisch könnten 160 Kilo Kartoffeln angebaut werden. Für ein Kilo Fleisch benötigt man 7 bis 16 Kilogramm Getreide oder Soja. Dabei gehen 90 Prozent Eiweiss, 99 Prozent Kohlenhydrate und 100 Prozent Faserstoffe verloren – eine ungeheure Vernichtung von Lebensmitteln!
1950 wurden weltweit 44 Millionen Tonnen Fleisch produziert, heute ist es mit fast 300 Millionen die knapp 7-fache Menge. Möglich gemacht haben das Massentierhaltung und Tierfabriken mit Beständen von 160'000 Hühnern, 130'000 Schweinen und 25'000 Rindern – pro Betrieb! Das ist industrielle Produktion, die mit entsetzlichem Tierleid und Seuchen verbunden ist – man denke an Rinderwahnsinn und Vogelgrippe, wo riesige Herden gekeult wurden und man sich fragte, wo denn der Wahnsinn lag.
Wenn wir unseren Fleischkonsum auf zwei- bis dreimal pro Woche reduzieren, können Millionen von Tieren artgerecht gehalten werden – mit Bewegung an der frischen Luft und Gras als Futter. Sie wären gesünder und widerstandsfähiger, sie bräuchten weder Antibiotika noch genverändertes Futter, und wir könnten ihr gesundes Fleisch guten Gewissens geniessen.

"wir" sollen genussfrei sein...
von Barracuda am 3.08.2012 um 09:24UhrIch frage mich, weshalb es Frau Barbara Marty Kälin nötig hat, uns Schauermärchen aus dem Ausland aufzutischen. Als Präsidentin des KAGfreiland sollte sie eigentlich wissen, wie die Schweizer Realität aussieht.
Ich esse - mit gutem Gewissen - viel (Schweizer) Fleisch. Es ist ein Hochgenuss - pure Lebensqualität! Was "wir" gemäss irgendjemandem sollten, interessiert mich nicht.
Direktlink zum Kommentar
Liberty
von Uwe Ostertag am 3.08.2012 um 14:09UhrLiberal ist es, wenn jeder Mensch frei entscheiden kann, was er isst, faschistoid aber, wenn Menschen die Essgewohnheiten anderer entweder mit politischen oder finanziellen Druck bestimmen wollen.
Direktlink zum Kommentar
weniger vielleicht
von karl stöcklin am 3.08.2012 um 19:04Uhrich esse gerne fleisch ...ich weiss das weniger oft besser ist . solange das angebot da ist werde ich nicht verzichten . nebenbei ...mein freundin ist vegetarierin . aber es stimmt schon in den sechziger jahren gabs fleisch nur am sonntag . jetzt wird jeden tag fleisch gegessen auch in altersheimen ( wenn man denkt dort wird biographisch gearbeitet ) .
Direktlink zum Kommentar
ein aufwühlendes thema
von Daggett am 3.08.2012 um 20:28UhrZuallerst möchte ich mich für allfällige Rechtschreibefehler entschuldigen...
zum Kommentar von Barracuda möchte ich anmerken, der Schreiber oder die Schreiberin bemängelt am Kommentarvon Frau Marty Kälin, sie würde nur Zahlen von Ausland nennen. Das mag stimmen, doch ist es wahrlich naiv, zu behaupten, es sehe in der Schweiz gross anders aus. Lassen wir die Bio Produktion mal weg, bleiben IP (Integrierte Produktion - wenn ich mich nicht täusche) und die konventionelle Landwirtschaft übrig. IP mag noch halbwegs in ordnung sein, doch die konventionelle Landwirtschaft unterscheidet sich nicht gross von der Produkiton in Europe - sie ist unter aller Sau!
Ich empfehle hiermit allen einmal die Lektüre von issuu.com/erklaerungvbern/docs/flyer , einer Brochüre von EVB. Hie steht wie Barracude denn genuss behalten kann....
Und zum Kommentar von Herrn Büttiker - als Vegetarier muss man sich vieles gefallen lassen punkto dummen Kommentaren.
Ich denken, in solchen Zeiten wie diesen sollte jeder an den Anderen denken, auch an Tiere, und seine Bedürfnisse zurück nehmen, denn Ökologisch wie auch Ethisch ist die Fleischproduktion nicht in Ordnung. Weniger, dafür bewusster, wenn überhaupt.
Direktlink zum Kommentar
anpassung
von Daggett am 3.08.2012 um 20:29Uhrder link ging nicht, hier der richtige www.evb.ch/p19727.html
die untere brochüre.
danke
Direktlink zum Kommentar
Weniger ist mehr
von Kangaroo am 4.08.2012 um 13:26UhrIch esse in letzter Zeit weniger Fleisch, dafür bewusst. Anstelle vom Billig-Fleisch aus dem deutschen Raum oder von der Coop/Bell konventionellen Linie, kaufe ich nur noch hochwertiges Schweizer-Fleisch mit BIO-Label. Mit der Reduzierung vom Fleischkonsum wirkt sich das somit auch nicht aufs Budget aus.
Direktlink zum Kommentar
Ich denke schon, dass das besser wäre
von Maya Eldorado am 8.08.2012 um 12:05UhrIm Grunde genommen hängen das Land und die Tiere, die davon leben, voneinander ab. Und das ist definitiv aus dem Ruder geraten.
Reine Mastbetriebe sind eine Belastung für die Umwelt und eigentlich ein Unsinn.
Dass die Nahrung der Tiere zu einem rechten Teil um die halbe Welt gekarrt wird, ist ökologisch auch ein Unsinn. Es beeinrächtigt in gewissen Ländern aus diesem Grunde ihre eigene Nahrungserzeugung.
Bei der Tiermast geht es im Grunde genommen gar nicht mehr um Tiere, sondern um Fleischerzeugung. Dazu braucht man dann eben Tiere.
Bei den beiden Debattanten lese ich auch, dass es nicht um Fleischesser und Vetetarier geht, sondern um den vernünftigen Fleischkonsum herauszufinden.
Ich finde aber doch, dass da auch Vetetarier und Veganer mit einbezogen werden müssen, weil das zur ganzen Vielfalt um den Fleischkonsum oder eben Nichtkonsum gehört.
Ich bin in einem Dorf im aargauer Mittelland aufgewachsen. Da schlachteten die Metzger ihre Tiere noch selbst. Als ich da mal mit ca. 9 Jahren von der Schule nach hause kam, war der Schlachtraum offen. Es wurde da gleich eine Sau getötet. Da war mir völlig klar, wo genau das Fleisch herkommt. Ich konnte mir nicht mehr vorstellen, Fleisch zu essen. Am Mittagstisch verweigerte ich es. Ich musste aber, weil es hiess, dass ich sonst nicht gross und erwachsen werde. Noch lange hörte ich innerlich, wenn ich auf ein Stück Fleisch biss, die Sau schreien. Und es wurde mir halb übel dabei.
Dass das nicht stimmt, dass man nicht gross und stark wird, wenn man kein Fleisch ist, lernte ich bei meiner jüngeren Tochter kennen.Ausser der Muttermilch hat sie von Beginn weg alles verweigert was Fleisch, Milch und Milchprodukte war, auch die Eier. Sie war als Kind sehr kräftig. Gegen die Pubertät hin verlangte sie dann ab und zu Fleisch. Milch, Miilchprodukte und Eier ist sie heute noch nicht.
Fazit: Es ist wichtig, dass man ausgewogen ist. Das ist mit und ohne oder mit gemässigtem Fleischkonsum möglich. Einzig Einstellung und Bedürfnis macht's aus, wo man sich findet.
Direktlink zum Kommentar
PR-Artikel von Büttiker
von ena5 am 8.08.2012 um 20:42UhrBüttiker beteiligt sich nicht an einer Debatte, sondern wiederholt mantrahaft PR-Phrasen. In welcher heilen Welt lebt Büttiker? Am liebsten möchte man ihn mit einem Taschentuch trösten ob seinen traumatischen Erlebnissen mit missionierenden Vegetariern. Ich bin total angewidert von unserer Fleisch-Kultur im Überfluss. Wenn ich die Fleischberge in den Kühlregalen der Grossverteiler sehe, wird mir speiübel - wie beim Anblick von regionalen Grundnahrungsmitteln aus exotischen Destinationen. Sind wir eigentlich in der Steinzeit stehen geblieben? Das denke ich insbesondere bei Männern, die am Grill den Helden spielen und ansonsten in der Küche keinen Finger krümmen. Zuallererst braucht es ein Umdenken in der Gastronomie, wo mangels Alternativen häufig kein Weg am Fleisch vorbeiführt.
Direktlink zum Kommentar
Vegetarismus ist DIE Lösung!!!
von ena5 am 9.08.2012 um 14:47UhrWill ein Übergewichtiger abnehmen, etwas für den Umweltschutz, Tierschutz und den Weltfrieden leisten und ganz nebenbei noch präventiv vorgehen gegen die typischen Zivilisationskrankheiten und gesundheitlichen Folgeschäden (= Altersvorsorge), gibt es eine ganz einfache Lösung: "Werde Vegetarier!"
In meinem privaten Umfeld kenne ich Fleisch-Süchtige. Fehlt die nötige Dosis, laufen sie auf dem Aff. Depressionen, Schweissausbrüche, Nervosität, Gereiztheit - das volle Programm!
Direktlink zum Kommentar
abwechslung
von dave muscheidt am 24.08.2012 um 01:20Uhrmeine grossmutter sagte:
abwechslung macht das leben süss - meine version:
keinen müll essen - nicht jeden tag drei mahlzeiten - für sowas sind wir nicht gebaut
nicht vergessen:
die paar jährchen sesshaftigkeit (c.a. 30000) =getreide pflanzen=bevölkerungswachstum=ausgelaugte böden u.s.w.
im verhältnis zu c.a. 1.5 millionen jahren jagd(im leichten trab c.a.25km pro tag durch die savanne daddeln) mit duchschnittlich alle 4 tage erfolg normal war beeren wurzeln nüsse früchte und achtung (!) KEINE MILCHPRODUKTE.
unser körper ist ein ausdauertierchen mit einem auf wassermangel spezialisierten nierensystem. kurzum:
aufstehen einen klumpen getreide (brot) mit 30 gramm fast reinem fett (angge) und einer zuckerkeule (gomfi) das haut das stärkste hirn ins koma, der geneigte naturbeobachter sieht und weiss 90 prozent der säugetiere machen "siesta " nach dem essen.also leber emol do aafoo!!
wenn mir übel wir dann wenn ich die künstlich schwangergehaltenen kühe
sehe mit ihren aufgeblähten eutern (väter erinnert ih euch an die junge mutter mit ihren schmerzenden brüsten?) das essen (ja milch ist essen nicht trinken mit dem stoff "bauen" alle tiere inkl. des mensch knochen)
ich denke meistens daran wenn ich vegetarier sehe ihre latte trinken......
wenn fleisch dann gutes, generell etwas unregelmässiger essen dann bleibt der körper wach,
ab und zu richtig "reinhauen (wir haben kein belohnungssystem im hirn welches uns sagt:"jetzt hesch gnue kha" das einzige was wir haben ist "ranzepfyffe" wenn der wahre chef (der magen) sagt :"jetze länggts aber"
etwas weniger protestantisch (schlechtes gewissen) wäre auch nicht schlecht,
etwas mehr lachen ,das bewegt die bronchien lockert alles (i mach kei yoga dr inder macht jo au kei fasnacht) und last but not least wieder mal körperlich arbeiten um endlich wieder mal "richtig uf dr schnuure" zuhause in die falle zu krachen und schlafen....
gruss und kuss
ps:humor ist der wirkliche deckel
Direktlink zum Kommentar
"wir" sollen genussfrei sein...
von Barracuda um 3.08.2012 um 09:24UhrIch frage mich, weshalb es Frau Barbara Marty Kälin nötig hat, uns Schauermärchen aus dem Ausland aufzutischen. Als Präsidentin des KAGfreiland sollte sie eigentlich wissen, wie die Schweizer Realität aussieht.
Ich esse - mit gutem Gewissen - viel (Schweizer) Fleisch. Es ist ein Hochgenuss - pure Lebensqualität! Was "wir" gemäss irgendjemandem sollten, interessiert mich nicht.
Direktlink zum Kommentar
Liberty
von Uwe Ostertag um 3.08.2012 um 14:09UhrLiberal ist es, wenn jeder Mensch frei entscheiden kann, was er isst, faschistoid aber, wenn Menschen die Essgewohnheiten anderer entweder mit politischen oder finanziellen Druck bestimmen wollen.
Direktlink zum Kommentar
weniger vielleicht
von karl stöcklin um 3.08.2012 um 19:04Uhrich esse gerne fleisch ...ich weiss das weniger oft besser ist . solange das angebot da ist werde ich nicht verzichten . nebenbei ...mein freundin ist vegetarierin . aber es stimmt schon in den sechziger jahren gabs fleisch nur am sonntag . jetzt wird jeden tag fleisch gegessen auch in altersheimen ( wenn man denkt dort wird biographisch gearbeitet ) .
Direktlink zum Kommentar
ein aufwühlendes thema
von Daggett um 3.08.2012 um 20:28UhrZuallerst möchte ich mich für allfällige Rechtschreibefehler entschuldigen...
zum Kommentar von Barracuda möchte ich anmerken, der Schreiber oder die Schreiberin bemängelt am Kommentarvon Frau Marty Kälin, sie würde nur Zahlen von Ausland nennen. Das mag stimmen, doch ist es wahrlich naiv, zu behaupten, es sehe in der Schweiz gross anders aus. Lassen wir die Bio Produktion mal weg, bleiben IP (Integrierte Produktion - wenn ich mich nicht täusche) und die konventionelle Landwirtschaft übrig. IP mag noch halbwegs in ordnung sein, doch die konventionelle Landwirtschaft unterscheidet sich nicht gross von der Produkiton in Europe - sie ist unter aller Sau!
Ich empfehle hiermit allen einmal die Lektüre von issuu.com/erklaerungvbern/docs/flyer , einer Brochüre von EVB. Hie steht wie Barracude denn genuss behalten kann....
Und zum Kommentar von Herrn Büttiker - als Vegetarier muss man sich vieles gefallen lassen punkto dummen Kommentaren.
Ich denken, in solchen Zeiten wie diesen sollte jeder an den Anderen denken, auch an Tiere, und seine Bedürfnisse zurück nehmen, denn Ökologisch wie auch Ethisch ist die Fleischproduktion nicht in Ordnung. Weniger, dafür bewusster, wenn überhaupt.
Direktlink zum Kommentar
anpassung
von Daggett um 3.08.2012 um 20:29Uhrder link ging nicht, hier der richtige www.evb.ch/p19727.html
die untere brochüre.
danke
Direktlink zum Kommentar
Wessen Freiheit?
von Andreas Steiner um 4.08.2012 um 11:04UhrEs liegt in diesem Fall auf der Hand, dass die Freiheit der einen Knechtschaft der anderen bedeutet. Und dass nicht nur Tiere, sondern auch Menschen zu diesen anderen gehören. Um es bildhaft zu berschreiben: Einem Überernährten westlichen (Industrie-)Fleischvertilger stehen unzählige unterernährte Menschen in Regionen gegenüber, in denen nebst "Biotreibstoff" (für Industrieländer) auch Soja für die Tiermast (in Industrieländern) angebaut wird. Dafür werden Wälder gerodet und Böden bis zur Unfruchtbarkeit "ausgesaugt". Frage an die Liberalen: Heisst Freiheit und Eigenverantwortung Freiheit von Verantwortung?
Direktlink zum Kommentar
Scheinliberale Konsumenten
von R Abed um 4.08.2012 um 11:32UhrHerr Steiner trifft den Nagel auf den Kopf. In Eigenregie eine vernünftige, sorgfältige Entscheidung zu treffen ist liberal. Der nicht zu leugnende Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelkrisen und exzessivem Konsum militanter Carnivoren in Ländern wie der Schweiz muss definitiv ein Kriterium dieser Entscheidung bilden. Ansonsten entstehen unreflektierte Aussagen wie von Barracuda. Diese nehmen offenbar an, dass die Schweiz nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der übrigen Welt steht; dass dieses kleine von Exporten abhängige Land autark sei. Ein Trugschluss!
Auch ich esse gerne Fleisch. Meinen Konsum habe ich vor einigen Jahren deutlich gesenkt, sodass ich heute durchschnittlich einmal pro Woche Fleisch esse. Dadurch fühle ich mich einerseits körperlich gesünder. Andererseits habe ich ein gutes Gewissen, welches nicht nur durch neoliberalen Egoismus konstruiert ist, sondern sich mit gesunkenem ökologischem Fussabdruck (siehe WWF) u. ä. belegen lässt.
Direktlink zum Kommentar
Weniger ist mehr
von Kangaroo um 4.08.2012 um 13:26UhrIch esse in letzter Zeit weniger Fleisch, dafür bewusst. Anstelle vom Billig-Fleisch aus dem deutschen Raum oder von der Coop/Bell konventionellen Linie, kaufe ich nur noch hochwertiges Schweizer-Fleisch mit BIO-Label. Mit der Reduzierung vom Fleischkonsum wirkt sich das somit auch nicht aufs Budget aus.
Direktlink zum Kommentar
Büttikers Text
von Alois Karl Hürlimann um 4.08.2012 um 15:10UhrVorbemerkung: Ich bin nicht Vegetarier, habe aber als ehemaliger Partner eines Vegetariers jahrelang kein Fleisch gegessen.
Zweite Vorbemerkung: Ich bin dafür, Auseinandersetzungen argumentativ zu führen.
Nun zum Text von Herrn Büttiker:
1.
"So ist es leider keine Seltenheit mehr, dass der Fleischkonsum als Sündenbock für Probleme aller Art herhalten muss."
Welche "Probleme aller Art" meint Herr Büttiker ? Etwa jene, welche Frau Marty Kälin in ihrem Text nennt: Übergewicht, zu hohe Cholesterinwerte ? Oder meint er die in - berechtigter - Diskussion stehende Produktion von Rindfleisch weltweit, welche sehr wohl mit der Klimaentwicklung in Zusammenhang gebracht werden muss (CO2...)? Oder meint er die Hormonproblematik beim Hühnerfleisch ? Oder was sonst ?
2.
"Gerade jetzt in der Sommerzeit setzten grosse Firmen ganz auf die Freude der Bevölkerung am Grillieren und scheinen damit ein grosses Zielpublikum zu treffen. Man kann also davon ausgehen, dass die Schweizer mächtig Appetit auf Fleisch haben, und das gilt es zu respektieren."
Was meint Herr Büttiker mit "das gilt es zu respektieren" ?
Will er Kritik am Fleischkonsum verbieten und unter Strafe stellen ? Seine Aussage kommt apodiktisch daher. Diskussion mindestens unerwünscht, wenn nicht eben verboten! Denn "grosse Firmen" sind da am Werk. Und die hat man wohl im sprachlich vorgeführten Verständnis Büttikers angesichts ihrer Umsatz-und Renditeerwartungen, die erfüllt werden müssen, in Ruhe zu lassen mit kritischem Nachfragen und dergleichen mehr.
3.
"Ein vernünftiger Fleischkonsum ist weder ein Gesundheitsrisiko, noch ist er für den Welthunger verantwortlich. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall."
Ein sehr interessant verfasster Textteil. Wann ist Fleischkonsum "vernünftig", wann ist er, was mit dem Gebrauch des Wortes "vernünftig" impliziert ist, das Gegenteil, nämlich "unvernünftig" ? Immerhin kommt es oft genug zu so genannten Lebensmittelvergiftungen. Grund dafür liefern immer wieder Fleischprodukte. Der Begriff "Gegenteil" im Text bedeutet bezogen auf Fleischkonsum rein syntaktisch: Kein "vernünftiger" Fleischkonsum, also auch kein Fleischkonsum, ist ein Gesundheitsrisiko. Da lohnt sich aber ein rascher Blick etwa nach Japan, wo Fleischkonsum eher selten alltäglich ist: Die statistische Lebenserwartung beträgt dort 83 Jahre (Quelle: World Develop Indicators, Weltbank). Im Vergleich: jene in den USA, dem Fleischesserland par excellence, beträgt 78 Jahre, jene in Kuba, wo Fleisch nicht alltäglich ist, auch 78 Jahre.
4.
"Die Fleischbranche schafft wichtige Arbeitsplätze, und die regionalen und nationalen Spezialitäten sind über die Landesgrenze hinaus als Delikatessen bekannt."
Ich habe mich mal in drei Berliner Konsumtempeln umgesehen, was an schweizerischen Fleischdelikatessen angeboten wird. In zwei dieser Tempel (KDW und Kartstadt Kurfürstendamm) habe ich als einzige deklarierte schweizerische Fleisch"spezialität" Bündnerfleisch vorgefunden. im dritten (Galeria Kaufhof am Alex) gar nichts.
5.
"Während Fleischesser ihre vegetarischen Mitmenschen höchstens mal ein wenig foppen, können gewisse Vegetarier und Teilzeit-Vegetarier das Missionieren nicht sein lassen. Und genau an diesem Punkt kann der Fleischliebhaber Kritik üben. "
Das Foppen der Fleischesser drückt sich für Vegetarier oft genug darin aus, dass sie in zahlreichen Restaurants nach wie vor als quantité négligable behandelt werden. Das berüchtigte Vegi-Menü besteht in sehr sehr vielen Fällen in der Schweiz aus immer demselben Salatteller oder dem Champignonzusatz anstelle von Fleischsauce, oder dann kommen im Angebot phantasielose Eierspeisen vor. Von einer abwechslungsreichen vegetarischen Alltagsküche kann nach wie vor nicht die Rede sein. Interessieren würde mich, wo Herr Büttiker denn die Vegi-Missionare getroffen hat, die ihn missionieren wollten. Von einigen latstarken Veganern abgesehen ist mir solcherlei noch nie begegnet. Wenn er meint, dass jemand, der erklärt, er esse ausschliesslich vegetarisch - etwa, wenn man gefragt wird, was man denn essen möge oder was man eher nicht essen will -, dadurch "missioniere", dann sollte er die Verwendung des Begriffs überprüfen - zum Beispiel im Duden: missionieren (eine Glaubneslehre verbreiten).
Hier wird - für mich als Leser - allerdings ein Schuh draus: Herr Büttiker ist als Missionar für den Schweizer Fleisch-Fachverband unterwegs. Seine Glaubenslehre lautet:
6.
"Die Entscheidung für oder gegen Fleisch darf in einem aufgeklärten Land wie der Schweiz einzig und alleine im Ermessen des Konsumenten selber liegen. Jegliche Bevormundung in dieser Angelegenheit ist absolut inakzeptabel und zweifelt die Mündigkeit des Einzelnen mehr als an."
Die arme "Aufklärung" ! Sie kann nichts dafür, dass Herrn Büttiker keine inhaltlich adäquaten Argumente für seine Fleischesserthesen eingefallen sind, die man ernsthaft diskutieren könnte.
Direktlink zum Kommentar
Mensch - Tier
von Maya Eldorado um 5.08.2012 um 12:55UhrTiere sind, wie Menschen, mit Gefühlen ausgestattet.
Fleischfressende Tiere töten andere Tiere für Ihre Ernhährung.
Menschen machen das auch.
Die Tiere handeln aus dem Bauch heraus. Das nennt man Instinkt.
Der Mensch hat darüber hinaus die Gabe bekommen, aus dem Bewusstsein heraus handeln zu können. Somit ist es jedem einzelnen Menschen überlassen nach seinem Gewissen zu handeln.
Da jeder Mensch einzigartig ist, wird das auch sehr unterschiedlich ausfallen.
Direktlink zum Kommentar