Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

eingeloggt als
Ausloggen


Mein Kommentar

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

TagesWoche

Tages Woche

Mo, 20.05.2013

Olympische Spiele 

1.8.2012, 18:37 Uhr

Ein 1. August zum Vergessen

1.8.2012, 18:37 Uhr

Fabian Cancellara? Von seinem Sturz gezeichnet. Mike Kurt? Am Tor vorbeigefahren. Max Heinzer, Fabian Kauter? Im Achtelfinal ausgestochen. Statt eines Medaillenregens hagelte es am Nationalfeiertag nur Schweizer Enttäuschungen. Von Florian Raz

Schönes Hinterrad, weniger schönes Resultat. Fabian Cancellara wird wegen seiner Schulterverletzung «nur» Siebter im olympischen Zeitfahren.

Schönes Hinterrad, weniger schönes Resultat. Fabian Cancellara wird wegen seiner Schulterverletzung «nur» Siebter im olympischen Zeitfahren. (Bild: Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Ein weiterer Stich ins Schweizer Herz. Venezuelas Ruben Limardo Gascon trifft Max Heinzer, den Mann der Fechtgesellschaft Basel.

Ein weiterer Stich ins Schweizer Herz. Venezuelas Ruben Limardo Gascon trifft Max Heinzer, den Mann der Fechtgesellschaft Basel. (Bild: Keystone/LAURENT GILLIERON)

«Es ist zum Haaröl seichen!», würde eine uns bekannte Redaktorin der TagesWoche sagen. Ein völlig frustrierter Fabian Kauter nach der Niederlage gegen den Franzosen Yannick Borel.

«Es ist zum Haaröl seichen!», würde eine uns bekannte Redaktorin der TagesWoche sagen. Ein völlig frustrierter Fabian Kauter nach der Niederlage gegen den Franzosen Yannick Borel. (Bild: Keystone/LAURENT GILLIERON)

Da waren das Paddel und das Schweizerkreuz noch ganz. Im Ziel werden sie vom enervierten Mike Kurt zerbrochen.

Da waren das Paddel und das Schweizerkreuz noch ganz. Im Ziel werden sie vom enervierten Mike Kurt zerbrochen. (Bild: Reuters/LUCY NICHOLSON)

Naja, ist der Beobachter geneigt zu sagen: Immerhin gibt es da noch diesen Mann Namens Roger Federer. Der Baselbieter hat getan, was getan werden musste, nämlich den Usbeken Denis Istomin zu schlagen. Er steht wie geplant im Viertelfinal des olympischen Tennisturniers.

Und damit hätten wir dann die guten Neuigkeiten aus Schweizer Sicht bereits hinter uns gebracht. Ausgerechnet am 1. August, am Nationalfeiertag, regnete es für die Schweiz nicht Medaillen, nein es hagelte Enttäuschungen. Sogar Federer wartete am Ende noch mit einer Enttäuschung auf, als er mit seinem Partner Stanislas Wawrinka im Doppel verlor. Das Aus für die Titelverteidiger kam gegen die Israelis Andy Ram und Jonatahn Erlich. Ganz ehrlich, wer kannte die beiden vorher nicht?

Ein bitterer Auftakt im Degenfechten

Das Unheil aber hatte bereits kurz nach dem Mittagessen seinen Lauf genommen. Innerhalb von einer halben Stunde strichen gleich zwei Medaillenkandidaten das Segel. Dabei hatte Degenfechter Max Heinzer sein Duell im Achtelfinal gegen Ruben Limardo aus Venezuela noch mit einer 3:0- und einer 4:1-Führung furios begonnen. Aber danach war Lichterlöschen.

Erst sei er nach seiner Führung «zu passiv» gewesen, gab der Mann der Fechtgesellschaft Basel selbstkritisch zu, danach «zu aggressiv». Und am Ende wohl einfach nur noch nervös. 11:15 hiess das Endresultat aus seiner Sicht.

Fabian Kauter schliesst sich dem Kollegen an

Gleich darauf schloss sich Fabian Kauter seinem Kollegen Heinzer an. War der schnell gestartet, so misslang Kauter der Einstieg in das Gefecht mit dem Franzosen Yannik Borel komplett. Am Ende verlor Kauter mit demselben Resultat wie Heinzer. Zweimal 11:15 für die Weltnummern 2 (Kauter) und 5 (Heinzer) – was für ein bitterer Auftakt in diesen Tag.

Damit war der Grundton aus Schweizer Sicht gesetzt. Als nächstes sollte sich Kajak-Paddler Mike Kurt den Fechtern resultatmässig anschliessen. Vorher aber noch (als kleine Auflockerung) Fabian Kauter als Rapper Yuri mit seinem Song «Oukey». Damit wenigstens etwas an diesem Tag okay ist.

 

Ganz und gar nicht oukey war danach die Welt von Mike Kurt. Zweimal schon war der Schweizer an Olympischen Spielen an den (eigenen?) Erwartungen zerbrochen. Und nun galt das alte Bonmot, dass aller schlechten Dinge drei seien.

Ein ganz fieses Tor gab es in diesem Halbfinal des Kajak-Slaloms. Die Nummer 19 musste nicht nur bergauf angefahren werden. Nein, auf dem Weg zu ihr mussten die Fahrer auch die heftige Strömung durchqueren. Viele hatten hier ihre lieben Probleme. Aber nicht Kurt. Der war scheinbar so sehr darauf konzentriert, dieses verflixte 19. Tor gut zu passieren, dass er bereits an Tor Nummer 18 scheiterte. Er fuhr vorbei, 50 Strafsekunden waren das Resultat – aus der Traum vom Finaleinzug.

Das zerbrochene Schweizerkreuz – ein Sinnbild für den ganzen Tag

Kurt hätte wohl in sein Paddel beissen können. Stattdessen zerstörte er es mit blossen Händen. Das zerbrochene Schweizerkreuz auf der Schaufel seines Paddels – es war das beste Sinnbild für diesen 1. August in London.

Denn natürlich war der schwarze Mittwoch damit noch nicht beendet. Es musste sich ja auch noch Fabian Cancellara auf seiner Zeitfahr-Maschine abquälen (die Wörter Fahrrad oder Velo scheinen hier komplett fehl am Platz).

Eigentlich war doch bereits seit seinem Sturz im Strassenrennen klar, dass der Titelverteidiger keine Medaille gewinnen würde. Doch der Berner setzte sich trotz der Schmerzen in seiner Schulter auf das Rad. Und brachte so wenigstens Claude Jaggi dazu, eine Spitzenleistung abzurufen. Der Kommentator des Schweizer Fernsehens baute soviele wenn, hätte, könnte und würde in einen einzigen Satz, dass ihm der Weltrekord kaum zu nehmen ist.

Cancellara erinnert sich an die Ideale von Pierre de Coubertin

Cancellara selbst wirkte nach dem Rennen gefasst. Am Samstag, beim Strassenrennen, da habe er eine Chance vergeben, die «auf dem goldenen Tablett» gelegen sei: «Heute aber habe ich etwas fürs Leben mitgenommen.» Ja, er erinnerte sich gar an die Worte des Begründers der Spiele der Moderne, Pierre de Coubertin, als er feststellte: «Das Grösste heute ist, dass ich überhaupt ins Ziel gekommen bin, dass ich an den Olympischen Spielen teilnehmen konnte.»

Und wer wollte einem Profi böse sein, der solche Dinge sagt? «Wenn ich hierhin gekommen wäre und einen auf halbe Wurst gemacht hätte, dann dürftet ihr mich auf den Mond schiessen», meinte Cancellara, «aber ich habe alles gegeben – ich bin stolz auf mich. Jetzt freue ich mich, meine Familie wieder zu sehen.»

Bleibt die Frage, wie die Schweizer Delegation mit all den Enttäuschungen der ersten Woche umgeht. Missions-Chef Gian Gilli tat es zunächst mit so etwas wie einem Witz: «Die Frage ist, ob wir den Feiertag noch auf morgen verschieben können.»

Durchhalteparolen – was sonst?

Aber dann holte Gilli die Durchhalteparolen aus dem Fundus. Das klang dann im Schweizer Fernsehen so: «Jetzt ist es wichtig, dass wir uns nicht ins Gilet weinen.» Und: «Wir müssen schauen, dass wir die Spannung aufrecht erhalten können.» Oder: «Es gibt Sportler, die erst noch anreisen. Wir haben immer noch Top-Chancen mit Top-Sportlern.» Und schliesslich der absolute Klassiker: «Wir müssen positiv bleiben.»

Aber was hätte er denn sonst anderes sagen sollen?

Morgen ist bekanntlich immer ein neuer Tag. Und an diesem ganz spezifischen neuen Tag steht zum Beispiel Ruderer Simon Niepmann aus Grenzach mit dem Schweizer Leichtgewichtsvierer im Final der besten sechs Boote (11 Uhr Schweizer Zeit).

P.S. Die Schweiz ist an Olympischen Spielen bislang erst zweimal ohne Medaillen geblieben: 1912 in Stockholm. Und 1908 in ... London.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

Kommentieren

Informationen zum Artikel

1.8.2012, 18:37 Uhr

Ein 1. August zum Vergessen

Text

Text:

  • 18.05.2013 um 00:01
    Der Chef und sein Zuträger

    Der eine sorgt mit schnellem Antritt für Aufsehen und geht mit Torchancen bisweilen etwas gar verschwenderisch um. Der andere verrichtet seine Arbeit schon fast still und leise. Mohamed Salah und Mohamed Elneny bestimmen den Puls des FC Basel mit. Im Cupfinal gegen die Grasshoppers wird Salah allerdings gesperrt fehlen.

  • 17.05.2013 um 06:08
    «Jetzt soll mal der Schär hinten bleiben»

    Fabian Frei hat einen Lauf. Beim 2:0 gegen Lausanne schiesst er beide Tore – und am Pfingstmontag dürfte er erstmals in seiner Karriere einen Cupfinal bestreiten.

  • 17.05.2013 um 00:01
    Miezekatzen, Testläufer und ein auf die Probe gestellter Werbespruch

    Fabian Frei und Valentin Stocker erledigten Arbeit und Vorarbeit des Toreschiessens. Andere konnten die Kräfte für den Cupfinal schonen. Die Einzelkritiken zum 2:0 des FC Basel gegen Lausanne.

  • 16.05.2013 um 18:35
    Eishockey
    Zum Artikel: Schweiz nach Sieg gegen Tschechien im Halbfinal

    Lieber Herr Hochhuth, glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass nicht eine halbe lokale Geschichte weniger geschrieben wurde wegen dieses Eishockey-Artikels? Der Text kommt über Agentur, der Dienstchef (der sowieso Dienst schieben muss) hat ihn von d...

  • 13.05.2013 um 18:51
    Das mit der Tribüne
    Zum Artikel: Constantin kehrt mit dem Stahlbesen

    Meist sitzt das von ihnen angesprochene Problem ja nicht auf der Tribüne, sondern dirigiert (das Team) und desavouiert (den Trainer) von seinem Stammplatz neben der Ersatzbank aus.

  • 13.05.2013 um 17:13
    Seldwyla
    Zum Artikel: Das Ende eines Clublokals – Stadt stellt Italiener auf die Strasse

    Weil die Stadt Basel eine leere Immobilie wollte, wird der bisherige Mieter rausgeworfen. Und jetzt sucht die Stadt Basel einen Zwischennutzer, weil sie gerne einen Mieter für ihre leere Immobilie hätte. Warum dreht sich bei mir plötzlich alles im Kopf?

Aktuell

Reuters: Da war es plötzlich ein Rückstand. Henrik Sedin traf im ersten Drittel zum 2:1 für Schweden.

Eishockey-WM 

Schweiz gewinnt WM-Silber

Lange haben wir über Eishockey geschnödet, aber wir wollen nicht so sein: Zum historischen Finale spendierten wir der Nationalmannschaft einen Live-Ticker. Genützt hat es nichts.Von Philipp Loser. Weiterlesen

Uwe Zink                                : Alle guten Vorsätze nutzten nichts: Die Baslerinnen hatten keine Chance.

Frauenfussball, Cupfinal 

FCB-Frauen chancenlos

Die Frauen des FC Basel verlieren den Cupfinal gegen den FC Zürich mit 0:5. Im Stadion St. Léonard sehen 1'400 Zuschauer ein einseitiges Spiel, in dem die Rotblauen ihre Möglichkeiten fahrlässig auslassen. In der Pause widmen sich einige Zuschauer ihren eigentlichen Interessen.Von Samuel Waldis. Weiterlesen

Si: Der Sieger Rafael Nadal ballt die Faust.

Tennis 

Nadal schlägt Federer in Rom

Rafael Nadal lässt in Rom Roger Federer nicht den Hauch einer Chance. Der Spanier deklassiert Federer im Foro d'Italico in etwas mehr als einer Stunde mit 6:1, 6:3. Von SI. Weiterlesen

1