Das Thema
Gleich drei sommerliche Open-Airs buhlen dieser Tage in Basel um die Aufmerksamkeit von Musikliebhabern – und alle sind trotz anspruchsvollem Programm kostenlos. Zumindest scheinbar. Doch ist die Festivalzukunft tatsächlich gratis? Und wer soll am Ende die Künstler, Techniker, Organisatoren und Helfer bezahlen? Diskutieren Sie mit!

"Gratiskultur - ja oder nein?" ist eine unsinnig gestellte Frage!
von Cornelis Bockemühl am 27.07.2012 um 07:59UhrDas merkt man sogar schon wenn man die Statements der "Kontrahenten" liest: Sie sind sich mehr oder weniger einig, dass das KONSUMIEREN gewisser Kulturgüter im Moment "gratis" sein kann (also "Gratiskultur"), dass aber die Menschen, die sie GESCHAFFEN haben, dennoch eine faire Bezahlung brauchen.
Die echte Frage ist also: Wie kann diese Bezahlung gewährleistet werden, wenn heute, vor allem durch Elektronik, immer neue Verbreitungswege entstehen, die von ihrer Natur her anders sind als die herkömmlichen und darum andere Bezahl-Modi erforderlich machen?
Beispiel: Ein Musikstück wurde früher einmal gespielt, und die Hörerschaft war klar definiert - die aktuell Anwesenden. Heute könnten das Millionen mehr sein - oder auch nicht!
Das gleiche gilt für Bücher oder Zeitungen: Bezahlung der gedruckten Exemplare ist eine klare Sache - aber online?
Wohlgemerkt: auch "früher" hat man ja nicht wirklich das "Kulturgut" gekauft, sondern eine Darbietungsform. Und der Erzeuger dieser Darbietungsform war dann verpflichtet, einen gewissen, möglichst "fairen" Anteil an seinen Einkünften an den Künstler/Urheber weiter zu leiten. Heutige Darbietungsformen eignen sich aber nicht mehr für diese Vermittlungsfunktion, weil sie räumlich oder gegenständlich nicht mehr fassbar sind (und die Bemühungen, sie fassbar zu machen - durch "Digital Rights Management" usw. - sind hoffnungslos krampfhafte Kämpfe gegen Windmühlen...
In der obigen falschen Frage tendiere ich zu einem "ja", weil für mich die "Piraten" das Problem am klarsten sehen und formulieren: Unsere alten Bezahl-Modi sind nicht mehr tauglich für die heutige Realität! Darauf hin zu weisen ist ein erster Schritt - auch wenn die Suche nach besser geeigneten Bezahlformen damit nicht abgeschlossen, sondern gerade erst eröffnet ist. Aber immerhin das!
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grundeinkommen
von dave muscheidt am 29.07.2012 um 11:59Uhrjaja die piraten...wie sagt man wohlstandskinderchen....und das grundeinkommen
nette idee vermutlich von einigermassen gutbetuchten die es satt haben arme leute zu sehen.(man beachte das wort satt)
und nicht zu vergessen die künstler und die techniker welchen man sagt
: was ässe wänn der au no?
das jkf ist diese grossveranstaltung mit viel infrastruktur aus deutschland zugemietet (tonanlagen licht) da die löhne billiger sind.
ach und da wären noch die fotos meines sohnes vom bühnenaufbau fürs imagine festival: die (meisten) arbeiter afrikaner und ein weisser als vorarbeiter.
da fällt es einem schwer die leute ernstzunehmen.
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Kultur lebt von freien Zuwendungen - immer und überall!
von Cornelis Bockemühl am 30.07.2012 um 10:52UhrDie eigentliche Kultur, also die Kulturschaffenden selber, leben IMMER von freien Zuwendungen. Etwas anderes ist es, für eine bestimmte Darbietungsform, die als solche Kosten verursacht, direkt zu bezahlen (also ein Buch mit Druck und Vertrieb, ein Konzert mit Mieten usw.)
Das stimmt offensichtlich im Fall von reichen Mäzenen oder auch breiteren "crowdfunding"-Systemen (altmodisch "Spendensammlung" genannt), aber sogar auch wenn der Staat die freien Zuwendungen fliessen lässt. Nur muss dann zuerst ein gemeinschaftlicher Konsens gefunden werden, ob, wie viel, an was usw. zu bezählen wäre - nicht immer ganz einfach!
Was natürlich niemals geht ist dass ich einfach erkläre, ich sei von heute an Maler - und dann MUSS irgendeine Gesellschaft bzw. der Staat für mein Leben aufkommen! Es gibt also nicht irgendein einklagbares "Recht auf bezahlter Künstler sein".
Netzüberwachung usw. sind dazu da, die Interessen der Kultur-Vermarkter zu stärken, nicht wirklich die Interessen der Künstler (auch wenn einige sich mit vor diesen Karren spannen lassen). Wenn's nach denen ginge müsste ich noch eine Lizenz bezahlen wenn ich ein Liedchen vor mich hin pfeife!
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"Gratiskultur - ja oder nein?" ist eine unsinnig gestellte Frage!
von Cornelis Bockemühl um 27.07.2012 um 07:59UhrDas merkt man sogar schon wenn man die Statements der "Kontrahenten" liest: Sie sind sich mehr oder weniger einig, dass das KONSUMIEREN gewisser Kulturgüter im Moment "gratis" sein kann (also "Gratiskultur"), dass aber die Menschen, die sie GESCHAFFEN haben, dennoch eine faire Bezahlung brauchen.
Die echte Frage ist also: Wie kann diese Bezahlung gewährleistet werden, wenn heute, vor allem durch Elektronik, immer neue Verbreitungswege entstehen, die von ihrer Natur her anders sind als die herkömmlichen und darum andere Bezahl-Modi erforderlich machen?
Beispiel: Ein Musikstück wurde früher einmal gespielt, und die Hörerschaft war klar definiert - die aktuell Anwesenden. Heute könnten das Millionen mehr sein - oder auch nicht!
Das gleiche gilt für Bücher oder Zeitungen: Bezahlung der gedruckten Exemplare ist eine klare Sache - aber online?
Wohlgemerkt: auch "früher" hat man ja nicht wirklich das "Kulturgut" gekauft, sondern eine Darbietungsform. Und der Erzeuger dieser Darbietungsform war dann verpflichtet, einen gewissen, möglichst "fairen" Anteil an seinen Einkünften an den Künstler/Urheber weiter zu leiten. Heutige Darbietungsformen eignen sich aber nicht mehr für diese Vermittlungsfunktion, weil sie räumlich oder gegenständlich nicht mehr fassbar sind (und die Bemühungen, sie fassbar zu machen - durch "Digital Rights Management" usw. - sind hoffnungslos krampfhafte Kämpfe gegen Windmühlen...
In der obigen falschen Frage tendiere ich zu einem "ja", weil für mich die "Piraten" das Problem am klarsten sehen und formulieren: Unsere alten Bezahl-Modi sind nicht mehr tauglich für die heutige Realität! Darauf hin zu weisen ist ein erster Schritt - auch wenn die Suche nach besser geeigneten Bezahlformen damit nicht abgeschlossen, sondern gerade erst eröffnet ist. Aber immerhin das!
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Ja aber nein aber ja aber nein
von Nein danke um 27.07.2012 um 21:23UhrIch find's genial, wie der Präsident vom JKF die Nein-Haltung einnimmt und Bodenständig bleibt, während der geltungssüchtige Pirat in irgendwelchem bohemischen Gesüzle abdriftet. Schlussendlich aber enden beide in einem Jein.
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Gratiskultur?
von Maya Eldorado um 28.07.2012 um 03:41UhrJa natürlich, Kultur kann gratis angeboten werden!
Aber von irgendwoher muss das Geld ja kommen. Die Menschen, die das ermöglichen und Zeit und Material investieren, brauchen Geld für Ihre Lebensbedürfnisse, wie für ihre Arbeit, so wie alle anderen Menschen auch.
Wir können diese Frage auch auf weitere Bereiche ausdehnen.
Soll die Nahrung gratis angeboten werden?
Soll die Kleidung gratis angeboten werden?
Soll der öffentliche Verkehr gratis angeboten werden?
Soll die Wohnung gratis angeboten werden?
usw. für alles was heute verkauft wird?
Dann kommt die nächste Frage:
Sind die Menschen bereit gratis zu arbeiten und die Erzeugnisse und Dienstleistungen gratis zur Verfügung zu stellen, im Vertrauen, dass sie dann von anderen das bekommen, was sie selbst für ihren Lebensunterhalt und ihre Bedürfnisse brauchen?
Es wären wohl kaum jemand bereit dieses Wagnis heute einzugehen.
Aber eine Möglichkeit könnte sich in Zukunft anbieten - Das bedingungslose Grundeinkommen. So wäre die Möglichkeit viel mehr gegeben, dass viel mehr Menschen aus Freude etwas das sie gerne machen und begabt sind, anderen zur Verfügung zu stellen. Und das auch noch in vielen anderen Lebensbereichen.
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grundeinkommen
von dave muscheidt um 29.07.2012 um 11:59Uhrjaja die piraten...wie sagt man wohlstandskinderchen....und das grundeinkommen
nette idee vermutlich von einigermassen gutbetuchten die es satt haben arme leute zu sehen.(man beachte das wort satt)
und nicht zu vergessen die künstler und die techniker welchen man sagt
: was ässe wänn der au no?
das jkf ist diese grossveranstaltung mit viel infrastruktur aus deutschland zugemietet (tonanlagen licht) da die löhne billiger sind.
ach und da wären noch die fotos meines sohnes vom bühnenaufbau fürs imagine festival: die (meisten) arbeiter afrikaner und ein weisser als vorarbeiter.
da fällt es einem schwer die leute ernstzunehmen.
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Kultur lebt von freien Zuwendungen - immer und überall!
von Cornelis Bockemühl um 30.07.2012 um 10:52UhrDie eigentliche Kultur, also die Kulturschaffenden selber, leben IMMER von freien Zuwendungen. Etwas anderes ist es, für eine bestimmte Darbietungsform, die als solche Kosten verursacht, direkt zu bezahlen (also ein Buch mit Druck und Vertrieb, ein Konzert mit Mieten usw.)
Das stimmt offensichtlich im Fall von reichen Mäzenen oder auch breiteren "crowdfunding"-Systemen (altmodisch "Spendensammlung" genannt), aber sogar auch wenn der Staat die freien Zuwendungen fliessen lässt. Nur muss dann zuerst ein gemeinschaftlicher Konsens gefunden werden, ob, wie viel, an was usw. zu bezählen wäre - nicht immer ganz einfach!
Was natürlich niemals geht ist dass ich einfach erkläre, ich sei von heute an Maler - und dann MUSS irgendeine Gesellschaft bzw. der Staat für mein Leben aufkommen! Es gibt also nicht irgendein einklagbares "Recht auf bezahlter Künstler sein".
Netzüberwachung usw. sind dazu da, die Interessen der Kultur-Vermarkter zu stärken, nicht wirklich die Interessen der Künstler (auch wenn einige sich mit vor diesen Karren spannen lassen). Wenn's nach denen ginge müsste ich noch eine Lizenz bezahlen wenn ich ein Liedchen vor mich hin pfeife!
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Kein erstrebenswertes Modell
von Inaktiver Nutzer um 3.08.2012 um 15:39UhrWer Kultur gratis konsumieren will, muss mit hoher Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass er sich irgendwann nur noch mit Propaganda gestreckten Blödsinn in sein dummes Hirn ziehen wird.
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