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TagesWoche

Tages Woche

Mi, 22.05.2013

Bahn-Waschanlage 

2.8.2012, 14:17 Uhr

Zug um Zug weg mit dem Dreck

2.8.2012, 14:17 Uhr

Die SBB nehmen in Basel ihre modernste Zugreinigungsanlage in Betrieb: Die Züge werden jetzt vollautomatisch gebürstet, geschrubbt und abgespritzt. Von Matieu Klee und Amir Mustedanagić

Zug Nummer 17327 steht vor dem Eingang der SBB-Waschanlage auf dem Areal Wolf in Basel. Der Lokführer fährt vor, öffnet das Seitenfenster, drückt auf den Knopf «Flirt» und legt im Führerstand den Waschgang ein. Mit einer Geschwindigkeit von einem Kilometer pro Stunde fährt er jetzt in die modernisierte und vollautomatisierte Waschanlage ein. Vor der Einfahrt durchfährt er einen Sprühbogen, der bei Temperaturen von über zwanzig Grad den Zug abkühlt, damit die Reinigungsmittel nicht zu schnell eintrocknen.

In der Waschanlage drin diktiert dem Lokführer eine Frauenstimme, den Zug zu stoppen: Der Strom in der Fahrleitung wird abgeschaltet und die sogenannte Frontwäsche beginnt. Bürsten drehen sich, reinigen den Kopf der S-Bahn. Später signalisiert ein Horn, dass für die Seitenwäsche der Strom wieder eingeschaltet und der Zug aus eigenem Antrieb durch die Waschstrasse (oder müsste es Waschschiene heissen?) rollt. Während die Eisenbahn vorne mit alkalischen Reinigern vor allem von Insekten befreit werden muss, kommen bei den Seitenfenstern säurehaltige Waschmittel zum Zuge: Damit lässt sich der hartnäckige Bremsstaub besser abwaschen. Zum hartnäckigsten Schmutz zählen Sprungkranzfette. Eine halbe Stunde bis vierzig Minuten dauert ein kompetter Waschgang.

Vier Stellen gestrichen

Ob Neigezug, «Einheitswagen IV» oder eben «Flirt»: Das Rollmaterial muss nach einem fixen Fahrplan einmal pro Woche zur Generalwäsche andampfen. Die Anlage schafft bis zu 26 Züge pro Tag oder 50'000 Wagen pro Jahr. Die SBB haben die Basler Anlage jetzt für fünf Millionen Franken modernisiert, vollautomatisiert und darum zur Pressekonferenz geladen.

Von den vier eingesparten Stellen erfahren die Journalisten erst auf Nachfrage, dafür werden die  Verantwortlichen der Bahn nicht müde, olympische Vergleiche zu ziehen: Ein Drittel des Waschwassers könne neu wieder verwendet und damit 17'000 Kubimeter Wasser gespart werden, was etwa sechs olympischen Schwimmbecken entspreche. Damit steigere sich der Platz Basel quasi von einer Silber- zur Goldmedaille. Nummer eins bei der sogenannten Instandhaltung bleibt aber nach wie vor Zürich. Bis 2014 will die SBB auch dort, in Luzern und Biel ihre Anlagen für 20 Millionen Franken modernisieren.

  1. Technik statt Mensch

    von Karl Buschweiler am 2.08.2012 um 14:33Uhr

    Erfreulich diese Anlage der SBB, denn in letzter Zeit waren die Züge der SBB nicht gerade eine Visitenkarte. Dass eine modernisierte Anlage auch zu Stelleneinsparungen führt, ist mehr als logisch. Deshalb ist der Unterton im Artikel "Von den vier eingesparten Stellen erfahren die Journalisten erst auf Nachfrage" unnötig. Wenn dies schon erwähnt werden muss, dann auch, dass bei der SBB aufgrund des GAV keine Kündigungen ausgeprochen werden, sondern die betroffenen Mitarbeiter eine andere Tätigkeit zugewiesen erhalten.
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  2. TagesWoche Redaktion

    Technik und Mensch

    von matieu klee am 2.08.2012 um 14:48Uhr

    @Karl Buschweiler
    Besten Dank für Ihren Kommentar. Ich sehe meine Rolle als Journalist darin, kritisch und mit der gebotenen Distanz Informationen zu vermitteln. Es ist völlig legitim, wenn Firmen, genau so wie die SBB, dazu neigen vor allem dann zu kommunizieren, wenn sie grösser, besser, ökologischer oder was auch immer geworden sind. Genau so legitim ist es aber auch für mich als Journalist, diese Informationen nicht einfach ungeprüft zu verbreiten, sondern kritisch zu hinterfragen und ein möglichst umfassendes Bild zu vermitteln. Ich traue jeder Leserin, jedem Leser zu, dass er das Bündel all dieser Informationen durchaus selbst gewichten und bewerten kann.
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  3. Innenreinigungswaschmaschine?

    von Kulturbetrachter Basel am 2.08.2012 um 16:19Uhr

    Ein informativer Bericht. Von einer Waschmaschine für die Innenreinigung habe ich nichts gelesen - schade, dies hätte mein GA-Nutzerherz höher schlagen lassen. Man könnte die vier eingesparten Stelleninhaber mühelos mit 200 % für die Innenreinigung weiterbeschäftigen........
    Direktlink zum Kommentar

  4. Die Lokomotivführer werden sich freuen

    von Willy Dingeldein am 2.08.2012 um 17:08Uhr

    Vor allem die Frontpartien der Lokomotiven und Triebzüge sind naturgemäss oft (sehr) schmutzig. Die Seitenwände der Lokomotiven und Reisezugwagen eigentlich nur nach Schlechtwetterperioden. Für den Bahnkunden ist das Erscheinungsbild der Loks und Wagen sehr wichtig. Sie sind, zusammen mit den Eingangspartien (!) und den Innenräumen die Visitenkarte der SBB.
    Direktlink zum Kommentar

  1. Technik statt Mensch

    von Karl Buschweiler um 2.08.2012 um 14:33Uhr

    Erfreulich diese Anlage der SBB, denn in letzter Zeit waren die Züge der SBB nicht gerade eine Visitenkarte. Dass eine modernisierte Anlage auch zu Stelleneinsparungen führt, ist mehr als logisch. Deshalb ist der Unterton im Artikel "Von den vier eingesparten Stellen erfahren die Journalisten erst auf Nachfrage" unnötig. Wenn dies schon erwähnt werden muss, dann auch, dass bei der SBB aufgrund des GAV keine Kündigungen ausgeprochen werden, sondern die betroffenen Mitarbeiter eine andere Tätigkeit zugewiesen erhalten.
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  2. TagesWoche Redaktion

    Technik und Mensch

    von matieu klee um 2.08.2012 um 14:48Uhr

    @Karl Buschweiler
    Besten Dank für Ihren Kommentar. Ich sehe meine Rolle als Journalist darin, kritisch und mit der gebotenen Distanz Informationen zu vermitteln. Es ist völlig legitim, wenn Firmen, genau so wie die SBB, dazu neigen vor allem dann zu kommunizieren, wenn sie grösser, besser, ökologischer oder was auch immer geworden sind. Genau so legitim ist es aber auch für mich als Journalist, diese Informationen nicht einfach ungeprüft zu verbreiten, sondern kritisch zu hinterfragen und ein möglichst umfassendes Bild zu vermitteln. Ich traue jeder Leserin, jedem Leser zu, dass er das Bündel all dieser Informationen durchaus selbst gewichten und bewerten kann.
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  3. Innenreinigungswaschmaschine?

    von Kulturbetrachter Basel um 2.08.2012 um 16:19Uhr

    Ein informativer Bericht. Von einer Waschmaschine für die Innenreinigung habe ich nichts gelesen - schade, dies hätte mein GA-Nutzerherz höher schlagen lassen. Man könnte die vier eingesparten Stelleninhaber mühelos mit 200 % für die Innenreinigung weiterbeschäftigen........
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  4. Die Lokomotivführer werden sich freuen

    von Willy Dingeldein um 2.08.2012 um 17:08Uhr

    Vor allem die Frontpartien der Lokomotiven und Triebzüge sind naturgemäss oft (sehr) schmutzig. Die Seitenwände der Lokomotiven und Reisezugwagen eigentlich nur nach Schlechtwetterperioden. Für den Bahnkunden ist das Erscheinungsbild der Loks und Wagen sehr wichtig. Sie sind, zusammen mit den Eingangspartien (!) und den Innenräumen die Visitenkarte der SBB.
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  5. schöne neue Waschanlage

    von Aschy Furrer um 3.08.2012 um 14:56Uhr

    Aussen muss alles glänzen... den Riesenaufwand könnte sich die SBB reduzieren, wenn sie auf ihre Weisslackierung verzichteten. Aber eben: ohne viel Weiss und Grau wäre es ja kein Design... Neulich war ich im Bündnerland, und ich konnte erstaunt zusehen, wie eine kleine Putzequipe in einer Zugspause die Tischchen und Wagenfenster in einem Regionalzug reinigte. Verglichen zur SBB glänzten die Züge der RhB aussen eine Spur weniger, dafür herrschte innen eine wohltuende Sauberkeit. Gerade als Berufspendler fällt mir bei den zwei grossen CH-Bahnunternehmen (SBB und BLS) auf, dass die Innenräume fast immer nur so von Schmutz starren. Das schlimmste dabei sind die gruseligen Stoffpolstersitze. Wären die Züge auch innen mal sauber, wäre ein echter Nutzen für den Bahnkunden vorhanden.
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Informationen zum Artikel

2.8.2012, 14:17 Uhr

Zug um Zug weg mit dem Dreck

Text

Text:

  • 22.05.2013 um 16:57
    Jagd auf Abfallsünder

    Nach Pfingsten machte das Amt für Umwelt und Energie mit der Stadtreinigung Jagd auf Abfallsünder, die trotz Feiertag ihren Abfallsack für die Kehrichtabfuhr bereitgestellt hatten. Knapp ein Viertel der Sünder konnte überführt werden.

  • 16.05.2013 um 15:33
    «In der Schweiz gibt es viele Anti-Sozialpartner»

    Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, erklärt im Interview, weshalb es so dringend einen Mindestlohn braucht.

  • 16.05.2013 um 15:16
    «Ich kenne die Sorgen und Nöte meiner Mitarbeiter»

    Marc Jaquet, Präsident des Arbeitgeberverbands Basel und selbst CEO eine Industriefirma warnt vor einem Mindestlohn.

  • 22.04.2013 um 16:36
    @Automatismus
    Zum Artikel: Mitte-Links tritt mit ehemaligem EVP-Landrat Thomi Jourdan an

    Danke für den Hinweis. Wir hätten gerne von Anfang an ein hochaufgelöstes Bild des Kandidaten gezeigt. Bis jetzt ist aber keines verfügbar.

  • 18.04.2013 um 22:21
    @Nestbeschmutzung?
    Zum Artikel: An der Baselworld wimmelt es von Scheinselbständigen

    Lieber Herr Hochhuth Vielen Dank für Ihren bissig ironischen und treffenden Kommentar. Ich könnte jetzt ernsthaft antworten: Ich sehe meine Aufgabe nicht darin, den Mächtigen zu gefallen. Ich möchte vielmehr möglichst aufdecken, was tatsächlich gespie...

  • 13.03.2013 um 09:39
    @Jacqueline Landmann
    Zum Artikel: Erstes Shoppingcenter in der Kantonshauptstadt

    Sie haben natürlich Recht. Stadtratspräsident Lukas Ott lobte ausdrücklich auch das Archtekturbüro. Es ist das Basler Büro Buchner Bründler.

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    Kommissär Hunkeler braucht eine neue Beiz

    Das Restaurant Milchhüsli soll im Herbst seine Türen wieder öffnen. Allerdings nicht mehr als urchige Beiz, sondern als Café – «von Studierenden für Studierende». Hinter der geplanten Eröffnung steht die Studierendenorganisation Skuba.

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