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TagesWoche

Tages Woche

Mi, 22.05.2013

Auch das noch 

27.7.2012, 00:01 Uhr

Dieser Kaffee hats auf sich

27.7.2012, 00:01 Uhr

Woran merkt man, dass Wahlkampf ist? Es begegnen einem immer die gleichen drei Buchstaben – SVP. Der neuste Streich der Rechtspartei: Am Birsköpfli wird der Kaffee in SVP-Bechern ausgeschenkt. Von Renato Beck

: Am Birsköpfli lacht die Sonne nicht nur von oben. Seit diesem Sommer strahlt sie auch vom Kaffee her.

Am Birsköpfli lacht die Sonne nicht nur von oben. Seit diesem Sommer strahlt sie auch vom Kaffee her.

Um Kaffee zu verfeinern, kennt die zivilisierte Welt erprobte Mittel. Sie hat für diesen Zweck Rahm, Milch, Zucker und unter Umständen auch Schnaps oder Likör vorgesehen. Neu ist der Zusatzstoff SVP. Entdeckt hat ihn der Basler Politiker Oskar Herzig, seit 2001 im Grossen Rat. Herzig sah seine Wiederwahl jeweils durch die Qualität seines Magenbrots an der Herbstmesse gesichert.

Nun geht er wie seine Partei in die Offensive. Die Basler SVP will ihren Wähleranteil steigern und setzt dabei auch auf selt­same Mittel wie hysterische Rücktrittsforderungen oder schiefe Vergleiche – etwa auf jenen, dass das Anzünden eines Polizeibootmotors ein terroristischer Akt nach Vorbild der deutschen RAF sei. Doch das ist bereits kalter Kaffee.

Gastronomiepraktiker Herzig dagegen setzt auf heissen Kaffee. Seit diesem Sommer schenkt er den Mitnahme-Kaffee in seiner Beiz am Birsköpfli in Pappbechern aus, die mit den Parteifarben bedruckt sind. «Eine Idee fürs Wahljahr», sagt Herzig. Die Reaktionen würden ausnahmslos prächtig ausfallen. Tatsächlich wollen sich aber nicht alle auf der Birsköpfli-Wiese von der SVP-Sonne ins Gesicht lachen lassen. Manche erzählen, sie verlangten den Kaffee gegen ein Depot von 20 Franken in den üblichen Tassen. Andere appellieren an die Vernunft, an Sommertagen auf saisongerechte Getränke wie etwa kühles Bier zurückzugreifen.

Ob der SVP-Trunk die erhoffte Wirkung erzeugt und für Wählerstimmen sorgt, bleibt Kaffeesatzleserei. Vorsichtshalber müsste man aber vielleicht trotzdem folgenden Hinweis an den Bechern anbringen: Achtung, dieses Getränk kann ihr Urteilsvermögen beeinträchtigen.

  1. Die unbeschwerte Zeit am Birschöpfli ...

    von Wouti am 29.07.2012 um 11:27Uhr

    Ach wie schön war die unbeschwerte Zeit am Birschöpfli. Wir schwammen vom Baselbiet rüber in die Stadt, erklommen die Schwellen und wenn wir besonders mutig waren, wagten wir uns unter der Brücke durch gen den Rhein.
    Und vor allem tranken wir keinen Kaffee!!!
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  2. Getränke

    von Thommen_63 am 29.07.2012 um 18:01Uhr

    Ich erinnere daran, dass in der Wüste Arabiens heisser Schwarztee getrunken wird, keine gekühlten Coca Colas! :P
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  3. Welch ein Patriotismus!

    von Alois Karl Hürlimann am 29.07.2012 um 19:13Uhr

    Jaja, es gibt den türkischen Kaffe, es gibt die Wiener Melange, den Espresso samt Duopoespresso und der internationalen Latte-Machiato-Kollektion, es gibt sogar hie und da noch - nun, fast nicht mehr -den dünnen deutschen Melitta-Filterkaffee und solcherlei Dinge mehr, und, na ja, es gibt ihn auch noch, den löslichen, den Nescafé, den unsereiner während seiner Studienzeit literweise in tauchsiedererhitztem Wasser aufgelöst hatte, um wach zu bleiben. Und natürlich existieren heutzutage all die glitzernden und rauschenden Espressomaschinen, welche den Genuss animieren, den der Espresso...!
    Aber Achtung, Schweiz:
    All dieses dunkelbraun-schwarze Zeug samt Schäumchen ist natürlich ausländisch. Mal abgesehen vom Patent auf den Nescafé. Es ist nichts als der Versuch der Rettung der Schweiz vor dem Ausverkauf des schweizerischen Kaffeegeschmacks an die Südländer, wenn der SVP-Kioskinhaber H. aus patriotischen Gründen dem lateinamerikanisch-afrikanisch -türkisch-italienische-deutschen Zeug ein Schweizer Sünneli voranstellt, damit wenigstens die Hülle stimmt. Herr H. handelt ganz im Sinne seiner Sünneli-Partei: Auf die Hülle kommt es beim SVP-Patriotismus an, nicht auf den Inhalt.

    (Nachbemerkung, bösartig, zugegeben: Nachdem die deutsche NPD sich für Landtagswahlkämpfe in verschiedenen deutschen Bundesländer der bekannten "Gutmensch- und Linkenhatzgarfik der SVP bedient hatte, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie sich auch den SVP-Kaffeekartonbecher als Vorbild aneignet. Sie kann dann - mit Sünneli, warum nicht - grafisch für "Asylanten an die Wand" oder wahlweise Kristallnächte in deutschen Landen werben...)
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  4. Eine weitere Geschmacklosigkeit, was solls?

    von Phil Boesiger am 30.07.2012 um 04:12Uhr

    Als regelmässige Birskopfbesucher boykottieren wir dieses Beizli schon seit Jahren. Einerseits missfällt uns, wie Herzig mit seinem Personal umgeht, anderseits sind die Preise zu hoch und der Service zu schlecht. Von effizienten gastronomischen Abläufen hat Herr Herzig offensichtlich wenig bis keine Ahnung. Er konzentriert sich halt darauf, seine WC Anlage zu bewachen - dabei ware genau dort das ideale Nebengeschäft für seinen Kiosk zu finden. Viele Gäste des Birskopf wären nämlich gerne bereit, für die Benutzung einer sauberen Toilette zu bezahlen. Aber eben, typisch SVP, keine Visionen, keine Phantasie! Apropos: der Kaffee war schon vor dem neuen Becher geschmacklos, jetzt hat er einfach noch die passende Verpackung erhalten.
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  5. Birsköpfli = neues Rütli!

    von Wealth of Excellence Performance am 30.07.2012 um 09:42Uhr

    Am 1. Augsten gehe ich auf das Birsköpfli einen Sünnelikaffee trinken und lese dazu die passende Post von der Partei des Schweizer Volks. Endlich wird das Volk wieder über die WAHREN VERHÄLtNISSE INFORMIERT! Und zwar alle Haushalte! Und dann werde ich mit Kamerad Herzig die Nationalhymne anstimmen. Jawoll!
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  1. Die unbeschwerte Zeit am Birschöpfli ...

    von Wouti um 29.07.2012 um 11:27Uhr

    Ach wie schön war die unbeschwerte Zeit am Birschöpfli. Wir schwammen vom Baselbiet rüber in die Stadt, erklommen die Schwellen und wenn wir besonders mutig waren, wagten wir uns unter der Brücke durch gen den Rhein.
    Und vor allem tranken wir keinen Kaffee!!!
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  2. SVP KAffee

    von Boris Gass um 29.07.2012 um 17:32Uhr

    Dä Kaffi chame jo nit suufe, jedes mol wenn ich dr Kaffirahm in dä Bächer du, wird er suur.
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  3. Getränke

    von Thommen_63 um 29.07.2012 um 18:01Uhr

    Ich erinnere daran, dass in der Wüste Arabiens heisser Schwarztee getrunken wird, keine gekühlten Coca Colas! :P
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  4. Welch ein Patriotismus!

    von Alois Karl Hürlimann um 29.07.2012 um 19:13Uhr

    Jaja, es gibt den türkischen Kaffe, es gibt die Wiener Melange, den Espresso samt Duopoespresso und der internationalen Latte-Machiato-Kollektion, es gibt sogar hie und da noch - nun, fast nicht mehr -den dünnen deutschen Melitta-Filterkaffee und solcherlei Dinge mehr, und, na ja, es gibt ihn auch noch, den löslichen, den Nescafé, den unsereiner während seiner Studienzeit literweise in tauchsiedererhitztem Wasser aufgelöst hatte, um wach zu bleiben. Und natürlich existieren heutzutage all die glitzernden und rauschenden Espressomaschinen, welche den Genuss animieren, den der Espresso...!
    Aber Achtung, Schweiz:
    All dieses dunkelbraun-schwarze Zeug samt Schäumchen ist natürlich ausländisch. Mal abgesehen vom Patent auf den Nescafé. Es ist nichts als der Versuch der Rettung der Schweiz vor dem Ausverkauf des schweizerischen Kaffeegeschmacks an die Südländer, wenn der SVP-Kioskinhaber H. aus patriotischen Gründen dem lateinamerikanisch-afrikanisch -türkisch-italienische-deutschen Zeug ein Schweizer Sünneli voranstellt, damit wenigstens die Hülle stimmt. Herr H. handelt ganz im Sinne seiner Sünneli-Partei: Auf die Hülle kommt es beim SVP-Patriotismus an, nicht auf den Inhalt.

    (Nachbemerkung, bösartig, zugegeben: Nachdem die deutsche NPD sich für Landtagswahlkämpfe in verschiedenen deutschen Bundesländer der bekannten "Gutmensch- und Linkenhatzgarfik der SVP bedient hatte, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie sich auch den SVP-Kaffeekartonbecher als Vorbild aneignet. Sie kann dann - mit Sünneli, warum nicht - grafisch für "Asylanten an die Wand" oder wahlweise Kristallnächte in deutschen Landen werben...)
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  5. Eine weitere Geschmacklosigkeit, was solls?

    von Phil Boesiger um 30.07.2012 um 04:12Uhr

    Als regelmässige Birskopfbesucher boykottieren wir dieses Beizli schon seit Jahren. Einerseits missfällt uns, wie Herzig mit seinem Personal umgeht, anderseits sind die Preise zu hoch und der Service zu schlecht. Von effizienten gastronomischen Abläufen hat Herr Herzig offensichtlich wenig bis keine Ahnung. Er konzentriert sich halt darauf, seine WC Anlage zu bewachen - dabei ware genau dort das ideale Nebengeschäft für seinen Kiosk zu finden. Viele Gäste des Birskopf wären nämlich gerne bereit, für die Benutzung einer sauberen Toilette zu bezahlen. Aber eben, typisch SVP, keine Visionen, keine Phantasie! Apropos: der Kaffee war schon vor dem neuen Becher geschmacklos, jetzt hat er einfach noch die passende Verpackung erhalten.
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  6. Birsköpfli = neues Rütli!

    von Wealth of Excellence Performance um 30.07.2012 um 09:42Uhr

    Am 1. Augsten gehe ich auf das Birsköpfli einen Sünnelikaffee trinken und lese dazu die passende Post von der Partei des Schweizer Volks. Endlich wird das Volk wieder über die WAHREN VERHÄLtNISSE INFORMIERT! Und zwar alle Haushalte! Und dann werde ich mit Kamerad Herzig die Nationalhymne anstimmen. Jawoll!
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Informationen zum Artikel

27.7.2012, 00:01 Uhr

Dieser Kaffee hats auf sich

Text

Text:

  • 18.04.2013 um 16:27
    Zeit für Träume

    Unsere Uhrenindustrie macht aus Sehnsüchten Geld und erzielt Rekordumsätze. Wie kaum ein anderes Luxusgut stehen Schweizer Uhren für die Werte der guten alten Zeit.

  • 17.04.2013 um 16:28
    «Ich trage das kollegial mit»

    Der neue Basler Sicherheitsdirektor Baschi Dürr bestreitet seine ersten Dehnübungen. Als erklärter Gegner des Hooligan-Konkordats muss er nun den Beitrittsentscheid der Regierung vertreten. Das tut er auffällig widerwillig.

  • 17.04.2013 um 10:53
    Basler Regierung will beitreten

    Eher widerwillig tritt die Basler Regierung dem Hooligan-Konkordat bei. Dabei begründet sie, warum sie das Massnahmenpaket für falsch hält – nicht aber, wieso sie gleichwohl beitritt.

  • 10.05.2013 um 12:06
    Milch und Zucker
    Zum Artikel: Wir Heuchler!

    Ob der Kaffee wirklich besser ist, wenn er mit urbanem Bewusstsein angerührt und rotgrünem Verantwortungsgefühl abgeschmeckt wird? Ich für meinen Teil bevorzuge Milch und Zucker.

  • 31.01.2013 um 15:32
    Greiners Replik
    Zum Artikel: Basel = Apfel, Zürich = Birne

    Schön, Herr Greiner, dass Sie Zeit gefunden haben, Ihre Sicht der Dinge darzulegen. Trotzdem empfiehlt es sich, nochmals den Originaltext, also die Titelgeschichte zu lesen. Der Züri-Vergleich war gewagt, der Rest sollte einem aber genügend zu denken g...

  • 28.01.2013 um 19:14
    Einwände
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