LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Kultur

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

«Stimmen 2012» 

21.7.2012, 17:27 Uhr

Die keltische Königin trotzt dem Sommerregen

21.7.2012, 17:27 Uhr

Mit der erstmaligen Verpflichtung von Celtic-Folk-Queen Loreena McKennitt gelang dem «Stimmen»-Festival ein kleiner Coup. Und die Kanadierin mit der kristallklaren Stimme enttäuschte nicht, sondern bezirzte das begeisterte Publikum auf dem Lörracher Marktplatz mit einem furiosen zweistündigen Auftritt. Von

Eigentlich hätte sie ja schon längst da sein müssen, denkt man. Denn das «Stimmen»-Festival und Loreena McKennitt: Das scheint ein «Match made in Heaven», ein perfektes Paar. Doch nach einer Reihe persönlicher Schicksalsschläge machte sich die Queen of Celtic Folk im letzten Jahrzehnt rar.

Umso schöner, dass es nun doch noch geklappt hat und die Kanadierin mit irischen Wurzeln am Freitagabend um acht Uhr überpünktlich die Bühne betritt. Eine wahrlich königliche Erscheinung, die 55-jährige in der lila Samtrobe, mit flatternder blonder Löwenmähne. Und genauso archaisch und überir(d)isch wie ihr Äusseres dominiert auch McKennitts Markenzeichen, ihr aussergewöhnliches Organ, bereits bei den ersten Zeilen von «The Mummer's Dance» den Lörracher Marktplatz.

Man muss wohl weit suchen, bis man eine ähnliche Stimme findet, ein derart warmes und nuancenreiches Timbre, kristallklar und kräftig bis in die höchsten, fast schwindelerregenden Höhen, ein Vibrato, das trotz aller Prononciertheit nie affektiert wirkt. Und genauso natürlich und bodenständig, so authentisch und bescheiden wirkt auch die grazile Sängerin selbst.

Mühelose Hommage ans kollektive Keltentum

Doch Loreena McKennitt, das ist nicht nur eine einzigartige Stimmvirtuosin, das ist auch eine Spurensucherin, eine Zeitreisende, die von längst versunkenen Hochkulturen erzählt: Und irgendwie passen darum auch der milchig-graue Abendhimmel, die kühlen Temperaturen und der wenig sommerliche Nieselregen, der die hunderten von Unentwegten auf dem Marktplatz in eine Armada aus weissen Capes verwandelt, perfekt ins Bild.

«Oh, you brave souls!», begrüsst sie mit mitleidigem Lachen die Zuschauer – und verspricht angesichts der unwirtlichen Witterung auf die geplante Pause und auf allzu ausufernde Ansagen zu verzichten. «Das ist sowieso kein grosser Verlust», so ihr selbstironisch-schalkhaftes Fazit.

Das stimmt. Nicht, weil diese Erläuterungen zu ihren einzelnen Forschungsreisen, welche die Kanadierin von Irland über Südspanien bis in die Mongolei führten, sowie ihre Überlegungen zu Nomadismus und Spiritualität nicht interessant wären. Nein, McKennitts Musik braucht schlicht wenige Erklärungen: Die Mühelosigkeit, mit der sie ihre Mélange aus klassischer gälischer Volksmusik, viktorianischer Lyrik und orientalischen Anleihen anrührt, berührt ganz unmittelbar, appelliert quasi an das kollektive keltische Unbewusste.

Zeitlos – und doch erstaunlich lebendig

Kla, man kann das kritisch New Age nennen, World Music, oder gar: Ethnokitsch. Doch im Gegensatz zu der oft mit McKennitt im selben Atemzug genannten Enya verzichtet die postmoderne Bardin auf klebrige Synthie-Arrangements und allzu offensichtliche Pop-Konzessionen genauso wie auf jegliche Show-Elemente und konzentriert sich ganz auf die eigentliche Musik, auf ihre zeitlosen Balladen und Hymnen. Und obwohl seit ihrem grössen Verkaufserfolg «The Mask and Mirror» bald zwei Jahrzehnte vergangen sind, wirken diese in der Live-Aufführung wiederum erstaunlich frisch und lebendig.

Das liegt auch an ihrem furiosen, siebenköpfigen Ensemble von Multiinstrumentalisten, die sich – an Oud und Hurdy Gurdy, an Pipes und Violine – genauso variabel, versiert und spielfreudig zeigen wie ihre ständig zwischen Harfe, Akkordeon und Piano changierende Bandleaderin.

Zusammen gelingt es ihnen, das bibbernde Publikum innert zwei Stunden auf den Mythos des Keltentums einzuschwören, so dass am Ende zu «Huron Beltane Firedance» eine ausgelassene Menge mit geschlossenen Augen entrückt über den Marktplatz schwebt. Der Dauerregen: zu diesem Zeitpunkt längst vergessen.

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Kultur, Musik, Konzerte

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Dem Himmel ein Stück näher Weiterlesen

Was der Quilt nicht erzählt Weiterlesen

«Ich will leben, was ich liebe» Weiterlesen

Die neuen Empfindsamen Weiterlesen

Tageswoche honorieren

Alternativen:

Postfinance, Paypal, Flattr

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

Noch keine Beiträge. Schreiben Sie den ersten.

Informationen zum Artikel

21.7.2012, 17:27 Uhr

Die keltische Königin trotzt dem Sommerregen

Text

Text:

  • 13.09.2013 um 17:53
    «1 City 1 Song» landet in der Hitparade

    Der 84-minütige Monster-Track «1 City 1 Song» steigt in die Schweizer Singles-Hitparade ein: 147 Basler Rapper haben daran mitgewirkt. Wir erinnern an die Entstehung.

  • 28.08.2013 um 13:59
    Revolverheldin mit Lasso und Raketenantrieb

    Ariane Koch gehört zu den «jungen Wilden» der Nordwestschweizer Kulturszene. Ob Kunst, Literatur oder Theater: Der 25-jährigen Baslerin scheint alles spielend von der Hand zu gehen. An den Treibstoff-Theatertagen präsentiert sie mit «Mein Enkel 2072» ihr erstes Stück.

  • 25.08.2013 um 05:33
    Der Katalysator für junge Kultur

    Boris Brüderlin ist neu Basler Beauftragter für Jugendkultur. Wie soll diese künftig gefördert werden? Der bisherige Leiter der Treibstoff-Theatertage gibt Auskunft.

  • 18.06.2013 um 23:34
    @ Jennifer Jans
    Zum Artikel: Die blaue Königin wird gekrönt

    Liebe Jennifer, es tut mir leid, wenn Du dich falsch zitiert fühlst – gerne ergänze ich den entsprechenden Satz. Die Tatsache, dass viele Stimmen sich zur Rochade so geäussert haben, kann ich allerdings persönlich auch nicht übergehen. Es ging nun mal ...

  • 15.03.2013 um 12:46
    @Walter Meier
    Zum Artikel: Vom Narziss zum Goldmund: Die Renaissance des Schweizer Rap

    Schon erstaunlich, wie sehr sich manche Mitglieder der Szene angegriffen fühlen, wenn man konstatiert, dass die Phase, wo sich Hip-Hop (zunächst) als Trend und (dann) dominierende Subkultur etablierte, vorbei ist, und Rap wieder vermehrt aus dem Unterg...

  • 28.01.2013 um 21:54
    Zum Abschluss
    Zum Artikel: Morgengrauen: Nüblings virtuose Verstörung

    Christian, ich glaube grundsätzlich sind wir nicht so weit voneinander entfernt in unseren Haltungen. Mich stört wie gesagt nicht, dass solche Themen aufgegriffen und inszeniert werden, sondern «wie», nämlich sehr explizit und in einer teils filmisch...

Aktuell

Alexander Shapunov: Putins Freund, strenge: Gergiev.

Lucerne Festival 

Der Klang der Psyche

Das Lucerne Festival steht in diesem Jahr unter dem Motto «Psyche». Was taugt ein so weitgefasster Begriff für ein Klassik-Festival? Und wie klingt das?Von Jenny Berg. Weiterlesen