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Interview 

25.7.2012, 10:46 Uhr

«Du kannst Dich selbst als Instrument spielen»

25.7.2012, 10:46 Uhr

Als Fussballstar Ronaldinho in einem Werbespot zu kuriosen Schmatz-, Plopp- und Pfeiflauten agierte, horchten wir vor sechs Jahren alle auf. Mit dem witzigen «Baião Destemperado», der den Kurzfilm für eine Sportartikelfirma zierte, wurden die Brasilianer Os Barbatuques (sprich: us barbatukis) bekannt. Heute sind sie eine international bekannte Kultgruppe der Körpermusik. Am Samstag spielen sie am Stimmen. Von Stefan Franzen

zVg: Barbatuques.

Barbatuques. (Bild: zVg)

Senhor Barba, wer den Barbatuques zuhört, der staunt, wie viele Sounds der menschliche Körper hervorbringen kann. Geben Sie uns einen kleinen Einblick in Ihre Werkstatt?



Wir setzen verschiedene Teile des Körpers ein, als ob sie kleine Instrumente wären, und dazu haben wir eine Vielzahl an Techniken entwickelt. Wir mischen zum Beispiel das Klopfen auf die Brust mit Fingerschnalzen, nehmen dann noch die Handflächen hinzu. Darüber hinaus arbeiten wir mit Lippen- und Mundpercussion, mit Beatboxing, Klatschtechniken und Schlagen auf die Beine sowie Steptanz – das alles zusammen ergibt dann ein Körper-Orchester.



Haben Sie dabei Vorbilder gehabt oder betrachten Sie sich als Pioniere?



Ich kann nicht sagen, dass wir auf dem Gebiet der Körperpercussion Pioniere sind. Die Idee war schon vor uns auf der ganzen Welt verbreitet. Elemente davon gibt es im Flamenco, in der afrikanischen und orientalischen Musik, in der Volkskultur Brasiliens, in bestimmten Teilen indigener Kultur – überall gibt es Formen von Steptanz, Händeklatschen, gutturale Gesangstechniken. Als wir mit den Barbatuques angefangen haben, haben wir uns auf diese Vorbilder aber gar nicht bezogen. Später empfingen wir dann Anregungen von Musikern aus Brasilien wie dem Komponisten Stanley Mendes, der auch mit orientalischen und asiatischen Klängen arbeitet, dem bekannten Perkussionisten Nana Vasconcelos, auch von Bobby McFerrin.



In Europa spricht man viel vom Körperkult der Brasilianer, der sich vom täglichen Leben bis in die Kunst, etwa das moderne Ballett hineinzieht. Welchen Bezug hat Ihre Arbeit dazu?



In Brasilien gibt es tatsächlich diese Verbindung vom Körper in der Musik, im Tanz, natürlich auch im Fußball. Wir leben in São Paulo, also in einem sehr urbanisierten Raum. Doch speziell bei uns Paulistanern (Anm.: Einwohner der Stadt) sehe ich eine Notwendigkeit für das Natürliche, eine Art von Kompensation. Unsere Arbeit schafft ein Gleichgewicht zwischen der ausschließlich intellektuellen Seite und der gegenüberliegenden, der des Körpers und der Bewegung. Wir denken, dass das sehr wichtig ist: Du fühlst die Musik in deinem Körper, und das bringt dich dazu, ein Bedürfnis nach Natürlichkeit umzusetzen, du kannst dich selbst als Instrument spielen. In der Räumlichkeit, so, wie wir uns auf der Bühne gegenüberstehen, können sich die Musiker sehen und so auch mit ihren Körpern kommunizieren.


Sie bieten Workshops an, damit jeder das Musikmachen auf dem Körper erlernen kann. Finden diese Workshops eher in einem akademischen Rahmen statt, an der Universität, oder auch auf der Straße, in den Favelas?



Als wir die Werkstatt der Barbatuques 1995 eröffnet haben, war das in einer Schule. Wir arbeiten jetzt viel mit Kindern, Wohlfahrtsverbänden, mit Nichtregierungsorganisationen, wo wir junge Menschen erreichen können. Parallel dazu arbeiten wir in Unternehmen, wo wir den Leuten mittels der Körperpercussion ein Sinneserlebnis erschließen wollen. Es geht darum, wie innerhalb der jeweiligen Firma Gruppendynamik erzeugt werden kann. Letztlich arbeiten wir natürlich auch viel mit anderen Künstlergruppen zusammen, mit Chören, mit Theater- und Tanzensembles, die in der Körperpercussion nach einem zusätzlichen Werkzeug suchen. 



Auch wenn die Barbatuques ihre Basis in São Paulo haben, gibt es die verschiedensten Einflüsse aus ganz Brasilien in Ihren Stücken. Welche genau?



Der Sound des Nordostens ist sehr präsent, denn São Paulo absorbiert viele Immigranten von dort. Tänze von dort, wie der Forró, der Coco und der Baião sind also für uns Elemente, die immer sehr präsent waren. Viele Perkussionsgruppen hier haben auch begonnen, den Maracatú und andere weniger bekannte Rhythmen aus dem Landesinnern in ihr Repertoire aufzunehmen und auch das ist sehr präsent in der Musik der Barbatuques. Allerdings kommen auf der anderen Seite auch Einflüsse aus dem Südwesten immer stärker dazu, wie z.B. der Jongo, der Batuque, der Moçambique, der Congado, die Catira, die sich in unserem Steptanz niederschlagen, ebenso Einflüsse aus dem Staat Minas Gerais, der für seine Volkskultur bekannt ist. Unsere Referenzen sind also landesweit, beziehen sich auf die verschiedensten Regionen. Darüber hinaus findet man aber sehr internationale Einflüsse: Durch unsere Reisen haben wir viele Kontakte nach Spanien, zum Flamenco, in Südafrika haben wir mit dem Gumboots einen ganz speziellen Steptanz kennengelernt, und wir arbeiten auch mit HipHop. Die Körpermusik ist eine universelles Ausdrucksmittel mit verschiedenen «Dialekten».

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25.7.2012, 10:46 Uhr

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Text: Stefan Franzen

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