LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Kultur

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

eingeloggt als
Ausloggen


Mein Kommentar

  • Bitte beachten Sie unseren Community-Leitfaden.

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Konzert 

20.7.2012, 16:08 Uhr

Freches Mädchendoppel

20.7.2012, 16:08 Uhr

Beide waren sie schon vor zwei Jahren bei Stimmen zu Gast: Die belgische Soulröhre Selah Sue und das norwegische Frauenquartett Katzenjammer, damals im Idyll des Lörracher Rosenfelspark. Der Transfer auf den großen Marktplatz der Stadt funktionierte mit Abstrichen. Von Stefan Franzen


«I'll Blow Your Mind Crazy» steht unter anderem auf den riesigen Textfahnen hinter der Bühne. Ein hoher Anspruch, den sich Sanne Putseys alias Selah Sue da selbst gesteckt hat. 2010 wie auch jetzt ist sie eine imposante Erscheinung: Die 23-jährige aus Löwen stolziert ganz in Schwarz, mit hoch drapierter blonder Mähne über die Bühne, und sie macht das so souverän, als wäre sie schon Jahrzehnte im Business.

Dabei hat sie die Ausstrahlung eines koketten, frechen Mädchens noch nicht abgestreift. Und wie auch beim ersten Lörracher Auftritt staunt man über diese Stimme: Sie knallt die Silben mit einer Art gepressten Nuschelns heraus, hält die Töne nie lange an, wie Nadelstiche wirkt das auf die Ohren. Sicherlich: Das klingt auch reichlich affektiert, lehnt sich schamlos an eine Erykah Badu genau wie an eine Duffy an. 



Rauer Charme, druckvoller Sound



Was anders ist als vor zwei Jahren: Spielte sie damals ihren rauen Charme in einem eher akustischen Setting aus, fährt sie jetzt einen viel druckvolleren Sound auf. Für ihren Stil ist das, vor allem in der Lautstärke, fast grotesk übertrieben. Denn da steht ja keine ausgewachsene Soulbigband auf der Bühne, sondern gerade mal ein E-Gitarrist, Bassist, Drummer und Keyboarder, der sämtliche Bläser mimt. Der Mix aus Raggamuffin, HipHop, Funk und Folk wird dadurch fast ein bisschen verwaschen und beliebig.

Viel unmittelbarer wirken die scharfen Rap-Passagen und die souligen Endlosschleifen, wenn Selah Sue sie zur Akustikgitarre vorträgt. Und plötzlich liefert sie auch ein Intro mit fast opernhaften Soprananwandlungen. Ob sich die Belgierin im gesättigten Nu Soul-Terrain auf Dauer durchsetzen wird? Nach diesem eigentümlich ambivalenten, und zudem zu kurzen Auftritt ist das unentschiedener als noch 2010.



Quirliger Zirkus



Längst Stars sind die vier Frauen von Katzenjammer: In ihrer Heimat spielen sie vor dem Königshaus, werden mit Preisen überhäuft, und auch im deutschsprachigen Raum sind sie extrem beliebt, man findet sie im Line-Up aller großen Rockfestivals vom Hurricane übers Southside bis zum Gurten. Allein in der Region waren sie binnen der letzten beiden Jahre vier Mal zu erleben. Das scheint den Besuchern von Stimmen schnuppe zu sein, denn auch jetzt ist der Marktplatz ordentlich voll.

Die vier Osloerinnen, die sich nach dem ersten Comic der Welt («The Katzenjammer Kids») benannt haben, stehen aber auch immer wieder aufs Neue als Garant für einen Gutelaune-Abend. Katzenjammer: Das ist eine quirlig-frecher Mädchenzirkus, der seinen Stil mal als «Rattle-Folk-Pop-Rock-Bluegrass-on-Circus-with-Cowboy-and-Indian-Music» bezeichnet hat. In dem Instrumente so oft getauscht werden, dass die Musikerinnen selbst auch schon mal durcheinander kommen, wer bei welchem Stück nun Kontrabassbalalaika, Gitarre, Klavier, Akkordeon oder Drums zu spielen hat. Und der von den vier unterschiedlichen Charakteren lebt: Da ist die Pippi Langstrumpf-hafte Göre Solveig Heilo, die schöne Dame mit Hut Turid Jørgensen, die eher zarte Anne-Marit Bergheim und die Matrone Marianne Sveen im hautengen Armeekleid.



Von Charleston bis Punk



Die vier Skandinavierinnen beginnen ihre Show eher mit angezogener Handbremse, ganz anders als damals im Park, wo es vom ersten Moment an zündete. Viel Countryflair mit Banjo gibt’s, eine frivole Charlestoneinlage, das folkige Roadmovie «Rock, Paper, Scissors» mit trinkseligem Refrain und den poppig-sommerlichen Titelsong der aktuellen Scheibe «A Kiss Before You Go». In ein Lichtnetz getaucht schwelgt Bergheim zu einem Geflecht aus Spieluhren und Glockenspiel in ihrer Ballade «Lady Marlene», und zu den Andrew Sisters zurückversetzt fühlt man sich, als Sveen ein gesungenes Kirschkuchenrezept zum Besten gibt.

Richtig Fahrt nimmt die Show erst auf, als in blutrotes Licht getränkt das Genesis-Cover «Land Of Confusion» rockgewittrig auf den Marktplatz niederdonnert. Ab da allerdings ist kein Halten mehr: Katzenjammer streifen den Punk als eine Art Neuausgabe der B-52’s mit schrill-freakigem Gesang von Jørgensen, für die «Bar In Amsterdam» holt Heilo die schmetternde Trompete aus der Versenkung, und schließlich hämmert Sveen so auf ihr Schifferklavier ein, das man sich in eine Hafenkaschemme versetzt fühlt, in der die Bordelldamen kurzerhand das Regiment übernommen haben. Der dramatische Schlusspunkt ganz ohne Instrumente: «God's Great Dust Storm», ein A cappella-Stück mit tiefschwarzem Gospel-Appeal fährt einem fast erschreckend in die Glieder. Diese vier konnten den Marktplatz auch mit bloßer Stimmenkraft rocken.

Gute Arbeit! Teilen und mehr lesen.

Teilen und weiterleiten

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

«Ich will leben, was ich liebe» Weiterlesen

Dem Himmel ein Stück näher Weiterlesen

Wochenstopp: The Low Anthem Weiterlesen

Tageswoche honorieren

Alternativen:

Postfinance, Paypal, Flattr

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

Kommentieren

Informationen zum Artikel

20.7.2012, 16:08 Uhr

Freches Mädchendoppel

Text

Text: Stefan Franzen

  • 13.04.2014 um 11:11
    Löwen mögen Vinyl

    Ungewöhnliche Wege gehen die drei immer wieder gerne. Kostenloser Album-Download im Internet – oder Konzerte, bei der die Band selber Musik hört. Nun hebt das Trio Rusconi zu einem multimedialen Coup an.

  • 22.03.2014 um 14:47
    Habib Koité spricht über Afrika und seine Musik

    Der malische Musiker Habib Koité bringt sein neues Album «Soô» ins Basler Union. Im Interview sagt er, wie es um den Fortschritt in seinem Heimatland steht, warum er Los Angeles liebt und was er an Edith Piaf genial findet.

  • 20.03.2014 um 16:26
    Wochenstopp: Habib Koité

    Der malische Songwriter stellt sein neues Album «Soô» im Kleinbasler Union vor.

Aktuell

Reuters/MICHAEL DALDER: Bayern Munich's Bastian Schweinsteiger attends a training session at the Bernabeu stadium in Madrid April 22, 2014. Bayern Munich will play Real Madrid in their Champion's League semi-final first leg soccer match in Madrid on Wednesday.  REUTERS/Michael D

Fussball, Champions League 

Die leise Furcht vor der «bestia negra»

Zum 21. Mal kommt es zum Europacup-Klassiker Real Madrid gegen Bayern München. In Spaniens Hauptstadt herrscht jedoch nicht die übliche Hysterie, was womöglich mit dem Respekt vor Pep Guardiolas Mannschaft zu tun hat.Von Florian Haupt. Weiterlesen

Reuters/PHIL NOBLE: Im Regen stehen gelassen: David Moyes, bei Manchester United entlassener Trainer. Rechts Clubikone Ryan Giggs, der interimistisch die Mannschaft übernimmt.

Fussball, England 

Die Wände wackeln im Theater der Träume

Nachdem zum ersten Mal seit 1996 die Teilnahme an der Champions League verpasst wird, entlässt Manchester United erstmals seit 1986 wieder einen Trainer: David Moyes ist nach zehn enttäuschenden Monaten als Nachfolger von Alex Ferguson bereits wieder Geschichte.Von Raphael Honigstein. Weiterlesen