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Champions League, FC Basel 

20.7.2012, 12:29 Uhr

Über Moldes Trainer werden Wunderdinge erzählt

20.7.2012, 12:29 Uhr (aktualisiert: 16:40 Uhr)

Wenn sich Molde FK im Rückspiel von Ventspils (Lettland) nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, ist der Meister Norwegens der Gegner des FC Basel in der dritten Ausscheidungsrunde zur Champions League. Von

Eine künstliche Dramatik will Heiko Vogel nicht erzeugen. Der FCB-Trainer geht davon aus, dass mit dem 2:0-Auswärtssieg am Dienstag in Tallinn die Vorarbeit geleistet ist, um nächsten Dienstag (20.00 Uhr, St. Jakob-Park) eine Runde weiter zu kommen. Und das gleiche nimmt er vom Molde FK an, dem potentiellen Gegner in der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League: «Sie haben mit dem 3:0-Heimsieg klare Verhältnisse geschaffen, und ich glaube nicht, dass es Ventspils noch schafft.»

FCB-Aktion lockt
Beachtliche 15‘000 Tickets sind bis Freitag für das Rückspiel gegen den FC Flora Tallinn am kommenden Dienstag, 24. Juli, weggegangen. Der FCB gewährt allen Jahreskarteninhabern Gratiseintritt. Die Partie wird um 20.00 Uhr angepfiffen und live in SF2 übertragen.

Kommt alles wie erwartet, tritt der FCB am 31. Juli/1. August zuerst in Norwegen an; das Rückspiel findet erneut nur eine Woche später am 7./8. August in Basel statt. Nach dem estnischen Meister werden es die Basler auf dem langen Weg in die Königsklasse mit dem norwegischen Titelträger von 2011 zu tun bekommen. «Das wird eine harte Nuss», sagt Vogel. Es dürfte jedenfalls eine anspruchsvollere Aufgabe werden als gegen das zwar wackere, aber limitierte Flora Tallinn.

Meister mit Solskjaer zum 100-Jahr-Jubiläum

Der Molde Fotballklubb aus dem 25‘000-Einwohner-Städtchen wurde vergangene Saison erstmals überhaupt Landesmeister, just zum 100-Jahr-Jubiläum. In der grossen Ära von Rosenborg Trondheim mit 13 Titeln in Serie von 1992 bis 2003 war Molde viermal Vizemeister (insgesamt sieben Mal) und zweimal Pokalsieger (1994 und 2005).

2011 kehrte Norwegens vielleicht schillerndster Fussballer nach Molde zurück, wo er 1994 seine Profikarriere lanciert hatte: Ole Gunnar Solskjaer. Der 67-fache norwegische Internationale war von 1996 bis 2007 eine der grossen Figuren bei Manchester United, wo ihn die Fans den «Killer mit dem Baby-Gesicht» nennen. 92 Tore in 235 Spielen erzielte er für Manchester, das berühmteste mit Sicherheit 1999 im Champions-League-Endspiel von Barcelona gegen Bayern München: den 2:1-Siegtreffer in der 93. Minute.

Augenzeuge damals auf der Tribüne des Nou Camp: Der Juniorentrainer der Bayern, Heiko Vogel. Nach dem Karriereende hat Solskjaer zwei Jahre lang das Reserveteam der United trainiert, und wahrgenommen hat ihn Vogel nun wieder, als der 39-Jährige vor eineinhalb Jahren Cheftrainer in Molde wurde.

Moldes zweiter Anlauf in die Königsklasse

Über den Norweger werden sich nach dem ersten Titel im ersten Jahr nun wahre Wunderdinge erzählt, und er wird bereits als kommender Trainerkandidat für die englische Premier League gehandelt. In der aktuellen Saison belegt Molde zur Halbzeit Platz zwei – vier Punkte hinter Strømsgodset Drammen und drei vor Rosenborg.

Nach 1999 – damals als Vizemeister dank der vielen Rankingpunkte von Trondheim – will Molde sich nun ein zweites Mal für die Gruppenphase qualifizieren. Damals gab es gegen Real Madrid, FC Porto und Olympiakos einen Sieg und fünf Niederlagen. Anschliessend machte Molde Schlagzeilen, weil man sich nach dem Abenteuer in der Königsklasse finanziell verhob.

«Skandinavische Mannschaften stehen für wohlorganisierte Defensive», sagt Heiko Vogel in einer ersten Bestandsaufnahme, «und ich kann mir nicht vorstellen, dass wir die Mannschaft – in Zentimeter gemessen – stellen, die grösser ist. Wir sind gewarnt.»

Ivorischer Stürmerstar

Gegen den lettischen Meister FK Ventspils gewann Molde am Mittwoch vor 7500 Zuschauern im 11‘000 Plätze bietenden Aker-Stadion mit 3:0. Zweifacher Torschütze war Davy Claude Angan, ein 24-jähriger Stürmer von der Elfenbeinküste, der mit zehn Toren aus 15 Spielen zur Saisonhalbzeit auch das Torschützenklassement der Tippeligaen anführt.

Mit norwegischen Teams hat es der FCB im Europacup bisher dreimal zu tun bekommen und dabei ein weisse Weste behalten. 2000/01 im Uefa-Cup sind die aufregenden Spiele gegen Brann Bergen (4:4 und 3:2) in Erinnerung. 2005/06, die Saison, als der FCB bis in die Viertelfinals der Europa League vordrang, war Tromsö in der Gruppenphase in einem ebenso abwechslungsreichen Heimspiel der Gegner (4:3), und ebenfalls in einem Gruppenspiel war 2007/08 noch einmal Brann Bergen in Basel zu Gast (1:0).

Die Spiele der dritten Runde in der Übersicht.

Weitere Informationen zur Auslosung und zur dritten Runde.

Servette und Young Boys mit Heimsiegen

Nach dem 2:0-Heimsieg am Donnerstag gegen Gandsassar Kapan aus Armenien ist Servette Genf auf gutem Weg in der Europa-League-Qualifikation. Nächster Gegner für die Grenats wäre evenetuell auch ein norwegischer: Rosenborg Trondheim handelte sich daheim gegen den kasachischen Cupsieger Ordabasy Schymkent nach 2:0-Pausenführung allerdings noch den Ausgleich ein.

Mit einem mageren Polster von 1:0 reisen die Young Boys zum Rückspiel bei Zimbru Chisinau nach Moldawien. Als Gegner in der nächsten Runde wartet dann mit grosser Wahrscheinlichkeit Kalmar FF. Die Schweden gewannen das Hinspiel bei NK Osijek in Koratien mit 3:1. Spieldaten für die dritte Runde sind der 2. und 9. August.

Der FC Luzern, der als Verlierer des Cupfinals den Platz des in der Champions League beschäftigten Cupsiegers FC Basel einnimmt, muss lediglich eine Ausscheidungsrunde in den Playoffs spielen, die am 10. August ausgelost werden.

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20.7.2012, 12:29 Uhr

Über Moldes Trainer werden Wunderdinge erzählt

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