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TagesWoche

Tages Woche

Sa, 25.05.2013

Reisen 

13.7.2012, 00:01 Uhr

Wochenendlich im Marais

13.7.2012, 00:01 Uhr

Die Grossstadt im Kleinen erleben: Durch das Marais schlendern, statt durch ganz zu Paris hetzen. Von David Bauer

Bier in der Hand, Klassiker an der Wand.

Bier in der Hand, Klassiker an der Wand. (Bild: David Bauer)

Kein Quartier ist besser geeignet zum Versumpfen als das Marais. Le Marais heisst der Sumpf.

Kein Quartier ist besser geeignet zum Versumpfen als das Marais. Le Marais heisst der Sumpf. (Bild: David Bauer)

Frühstück bei Les Philosophes. 2 Stunden und 1 Kater verfliegen im Nu,

Frühstück bei Les Philosophes. 2 Stunden und 1 Kater verfliegen im Nu, (Bild: David Bauer)

Die Crux mit Grossstädten ist, naja, dass sie eben gross sind. Und so endet ein Kurztrip viel öfter als einem lieb ist in plattgelaufenen Füssen und dem Gefühl, mehr verpasst als erlebt zu haben. Warum also nicht mal in die Tiefe statt in die Breite gehen? Und so waren wir beim letzten Besuch in Paris ausschliesslich im Marais, jenem alten jüdischen Viertel am rechten Seine­ufer auf der Höhe der beiden Inseln.

Starten bei Saint-Paul

Wir steigen bei «Saint-Paul» aus der Métro und stürzen uns ins Quartier. Mit seinen kleinen Strassen und engen Gassen eignet es sich hervorragend zum ziellosen Herumschlendern. Bistros, Cafés und Bars wechseln sich ab mit ungezählten kleinen Geschäften und Boutiquen von jungen Designern. Wer bereit ist, das Portemonnaie mehr als einen Spaltbreit zu öffnen, findet hier Kleidung, die man nicht auch in jeder anderen westlichen Stadt kaufen könnte.

Essen bei Marianne

Für Zwischenverpflegung sorgen zahlreiche Imbissstände. Geheimtipp: sich anschliessend im «Sabon» deren Peelings vorführen lassen. Die Hände sind danach nicht nur sauber, sondern sanfter als je zuvor. Ein Erlebnis. Weitere lohnenswerte Fixpunkte beim gemütlichen Schlendern: «De Bouche à Oreille» an der Rue du Roi de Sicile für Wohnungsaccessoires und der «Lomography Gallery Store» an der Rue Sainte Croix de la Bretonnerie.

Eine hervorragende Adresse für das Nachtessen ist «Chez Marianne». Am besten werfen Sie gar keinen Blick in die Karte, sondern bitten den Garçon, Ihnen eine Platte zusammenzustellen mit allen möglichen koscheren Köstlichkeiten.

Versumpfen um Sumpfgebiet

Etwas Historie mit auf die anschliessende Beizentour: Le Marais, das ist eigentlich «der Sumpf». Nicht etwa, weil es das Quartier einem so verführerisch leicht macht, in den zahlreichen Bars (zum Beispiel Les Etages in der Rue Vieille du Temple) zu versumpfen. Nein, das Marais war bis ins 13. Jahrhundert tatsächlich ein Sumpfgebiet vor den Toren von Paris und wurde trockengelegt, als die Stadt mehr Platz benötigte. Als Paris über die Jahrhunderte immer weiter wuchs, drang das Marais ins Herzen der Stadt vor. Bei uns geht das Schneller: Wir haben das Marais längst in unser Herz geschlossen. Und mit ihm das, von aussen unscheinbare und innen schmucke Hotel Bourg Tibourg. Muss man sich leisten wollen. Aber wozu gibt es Jubiläen?

Frühstücken bei den Philosophen

Für ein ausgedehntes Frühstück setzen wir uns am Sonntag vor «Les Philosophes» an der Rue Vieille du Temple. Hier gibt es nicht nur alles, was ein verkaterter Körper braucht (siehe Bild). Man hat auch einen hervorragenden Platz, um den überdurschnittlich chic gekleideten Menschen beim Flanieren zuzuschauen. Im Nu sind so zwei Stunden und ein Kater verflogen.

Ist die Shoppinglaune verflogen, bietet sich noch ein Besuch beim Centre Pompidou an. Wer es nicht so mit Gegenwartskunst hat, kauft sich an den Ständen in der Rue Rambuteau ein paar Früchte und etwas zu Trinken und schaut dem bunten Treiben auf der «Place Georges Pompidou» zu.

Für einen Wochenendtrip ist das Marais geradezu ideal. Am frühen Samstagmorgen hin, am Sonntagabend zurück. Zwei fast komplette Tage im Herzen von Paris, aber nur eine Übernachtung bezahlen. Mehr hätten wir uns im Bourg Tibourg ohnehin nicht leisten können.

Anfassen: Sabon, 32 Rue des Rosiers
Anbeissen: Chez Marianne, 2 Rue Hospitalières St-Gervais.
Abknipsen: Lomography Gallery Store, 17 Rue Sainte Croix de la Bretonnerie
Ausspannen: Hotel Bourg Tibourg, 19 Rue du Bourg Tibourg, DZ 250 Euro.


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Informationen zum Artikel

13.7.2012, 00:01 Uhr

Wochenendlich im Marais

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Text:

  • 09.05.2013 um 21:42
    The incredible rise of migrants' remittances

    Migrants send more than 500 billion dollars to their home countries. After 2000, those remittances have rapidly overtaken official development aid. For the first time, a visualisation shows the evolution of migrants' remittances since 1970. Explore TagesWoche's interactive map.

  • 09.05.2013 um 17:46
    Der FCB und seine Finanzen: Rekord, Rekord, Rekord

    80 Millionen Franken Umsatz, über 27 Millionen Franken Transfereinnahmen – bisher unerreichte Werte hat der FC Basel im Geschäftsjahr 2012 erreicht. Fast 15 Millionen weist er als Gewinn aus, von denen 14 Millionen an die FC Basel Holding AG fliessen.

  • 09.05.2013 um 12:20
    Die Arbeit in der Schweiz, das Geld in der Heimat

    Bulgarische Migranten schickten 2011 eine Milliarde Dollar in die Heimat. Ohne die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland wäre ein Leben für viele Bulgaren kaum finanzierbar, sagt Sophie Dimitrova. Sie hilft mit ihrem Schweizer Lohn den Eltern in Bulgarien.

  • 13.04.2013 um 18:58
    Datenlage
    Zum Artikel: Die Nähe macht es aus

    Lieber Herr Wilhelm, Danke für die Ergänzung. Es ist in der Tat so, dass wir uns auf die von der Stadt publizierten Daten verlassen müssen. Andere Echtzeit-Daten gibt es nicht. Wir nehmen Ihren Input zum Anlass, nachzuprüfen, ob sich in dem von uns ...

  • 18.03.2013 um 10:52
    Externe Inhalte
    Zum Artikel: «Halt das Wasser, Baby!»

    Lieber Herr Wilhelm Sie fragen sich, warum so viele Skripte von Drittanbietern auf unserer Seite laufen. Dazu muss ich etwas ausholen. Zunächst aber dies: Wir nehmen Ihre Anfrage zum Anlass, die ganze Seite nochmals durchzuchecken auf Skriptaufru...

  • 12.03.2013 um 17:50
    Wer interessierts?
    Zum Artikel: Das Pausenspiel ist noch nicht tot. Aber es röchelt

    Dem Korrektor.

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