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TagesWoche

Tages Woche

Do, 20.06.2013

Ausstellung 

13.7.2012, 09:17 Uhr

Gespenstische Präsenzen

13.7.2012, 09:17 Uhr

Klänge und Bilder führen den Besucher in der Fondation Beyeler durch die Ausstellung von Philippe Parreno. Ein mystisches Erlebnis. Von Karen N. Gerig

Philippe Parrenos glitzernde, mystische Welt. (Still aus «Continuously Habitable Zones aka C.H.Z.», 2011)

Philippe Parrenos glitzernde, mystische Welt. (Still aus «Continuously Habitable Zones aka C.H.Z.», 2011) (Bild: Fondation Beyeler, Riehen/Basel und Courtesy Gallerie Esther Schipper)

Sonne über schwarzen Gräsern. (Still aus C.H.Z., 2011)

Sonne über schwarzen Gräsern. (Still aus C.H.Z., 2011) (Bild: Fondation Beyeler, Riehen/Basel und Courtesy Gallerie Esther Schipper)

Eine Soundinstallation Parrenos, die «Schallwellen-Seerosen» enstehen lässt, im Teich vor dem Museum – eine Hommage an Monet.

Eine Soundinstallation Parrenos, die «Schallwellen-Seerosen» enstehen lässt, im Teich vor dem Museum – eine Hommage an Monet. (Bild: ©Fondation Beyeler)

Marilyn Monroes Briefe in ihrer Suite. («Marilyn», 2012)

Marilyn Monroes Briefe in ihrer Suite. («Marilyn», 2012) (Bild: ©Pilar Corrias Gallery)

Vorbereitung für den Film «Marilyn». (Marilyn Monroe, in preparation for a spiritist session, 2012).

Vorbereitung für den Film «Marilyn». (Marilyn Monroe, in preparation for a spiritist session, 2012). (Bild: Adam Reich)

Geduld ist etwas, was man aufbringen muss angesichts einer Ausstellung mit Videoarbeiten. Nicht jedem liegt das, zu gern nur setzt sich manch einer während des Filmes hin, nur um zwei Minuten später, nach einem ersten Eindruck, weiterzugehen und sich ein Häppchen des nächsten Filmes zu genehmigen. Bei Philippe Parreno in der Fondation Beyeler ist selber schuld, wer sich so verhält. Ätsch, mag sich der Künstler gedacht haben, meine Filme seht ihr nur hintereinander.

So bleibt also die eine Leinwand weiss angestrahlt, während auf der anderen der Film läuft. Manch einen Zuschauer verwirrt das, und er geht wieder weg, ohne etwas gesehen zu haben. Immerhin hat er aber etwas gehört, denn leise ist es nie im Untergeschoss der Fondation Beyeler. Immer klingt dem Besucher etwas in den Ohren, sei es Wasserplätschern, ein Telefon, dass klingelt oder nur ein Rauschen. Selbst wenn kein Film läuft, bellt ein Hund.

Richtiggehend eingelullt vom Parrenoschen Universum ist man, wenn man die Stufen zum Erdgeschoss hin wieder erklimmt. Zwei Filme hat man dann gesehen, und beide haben etwas Mystisches. Da ist zuerst «Marilyn», das Porträt eines Geistes, wenn man so will. Eine Kamera fährt durch eine Suite des Waldorf Astoria Hotels in New York, in der die Monroe in den 50er Jahren gerne wohnte. Die Kamera imitiert dabei ihren Blick, der über das Mobiliar schweift, das ihre Stimme beschreibt. Ihre vermeintliche Stimme, denn in Wirklichkeit ist es ein Computer, der ihre Sprachmelodie rekonstruiert. Auch der Füller, der einen Brief schreibt, liegt nicht in Marilyns Hand, sondern wird von einem Roboter geführt. Die gespenstische Präsenz, die man beim Betrachten zu spüren glaubt, löst sich zum Schluss auf – so, als würde ein Zauberkünstler seinen Trick verraten.

Zu einem Trick greift Parreno auch in seinem zweiten Film, «Continuously Habitable Zones aka C.H.Z.». Er gaukelt uns eine Welt vor, die von zwei Sonnen beschienen wird. Schwarz ist diese Welt, und es ist nicht ganz klar, ob die Vegetation diesen Ort noch nicht eingenommen oder bereits wieder verlassen hat. Eine Geisterwelt, wie geschaffen für Feen und Kobolde, die der in Paris lebende Argentinier hier geschaffen hat. Eine, aus der man trotz all der Schwärze nur ungern wieder auftaucht. Geduld braucht man hier keine. Nur den Willen, sich darauf einzulassen.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

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13.7.2012, 09:17 Uhr

Gespenstische Präsenzen

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  • 18.06.2013 um 14:29
    Der Kunstkredit hat eine neue Leiterin

    Die neue Beauftragte für Kulturprojekte in den Bereichen Bildende Kunst, Film und Digitale Kultur heisst Katrin Grögel. Die Kunstwissenschaftlerin wird Nachfolgerin von Peter Stohler in der Abteilung Kultur.

  • 13.06.2013 um 15:07
    Da laust uns doch der Affe!

    Der Basler Comix Shop feiert ein stolzes Alter – unter neuer Leitung. Seit 30 Jahren lockt das Fachgeschäft Comicbegeisterte in die Theaterpassage.

  • 13.06.2013 um 14:55
    Kultwerk #84: «Etappe»

    Dieses Werk von Neo Rauch ist vielleicht nicht sein berühmtestes. Aber es ist Kult – seinem Besitzer sei Dank.

  • 03.06.2013 um 10:21
    @Karl Linder
    Zum Artikel: Preise, aber kein Raum für ein Pionierprojekt

    Lieber Herr Linder, ich empfinde das nicht unbedingt als Widerspruch: längerfristig bedeutet ja nicht mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte. Im Vergleich mit den drei Monaten, für die Depot Basel nun etwas gefunden hat, darf man meiner Meinung nach durchau...

  • 27.05.2013 um 06:41
    Sehr geehrter Herr Monnerat,
    Zum Artikel: Zwei schelmische Herren kommen in Fahrt

    es tut mir sehr leid, dass Sie sich über meine Buchkritik ärgern müssen. Denn ich hab mich über Ihren Roman keineswegs geärgert, sondern ihn sehr gerne gelesen. Wenn ich mir Ihren Kommentar nun ansehe, habe ich das offenbar aber schlecht rüber gebracht...

  • 07.05.2013 um 16:08
    Comixshop
    Zum Artikel: Basler Kult.kino Atelier will expandieren

    Liebe Frau Suess, wie mir gerade offiziell bestätigt wurde: Der Comixshop wird sicher in der Thaterpassage verbleiben – dies auf ausdrücklichen Wunsch der kult.kino-Leute, die dessen Nachbarschaft sehr schätzen, wie Suzanne Schweizer mir soeben versich...

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