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Basel Tattoo 

19.7.2012, 11:44 Uhr

Private Gewinne, unbezahlte Arbeit

19.7.2012, 11:44 Uhr

Trotz beträchtlichem Wachstum und Professionalisierung hält das Basel Tattoo an der traditionellen Rollenaufteilung fest: Die Arbeit leisten vor allem Frewillige, der Gewinn fliesst in die Taschen weniger. Noch nicht mal die Musiker erhalten eine Gage. Von

GEORGIOS KEFALAS: Auftritt zum Nulltarif: Die Band of Flutes and Drums und das Drill Team of The Life Guards aus Dänemark unter der Leitung von Warrant Officer Morten Thuro.

Auftritt zum Nulltarif: Die Band of Flutes and Drums und das Drill Team of The Life Guards aus Dänemark unter der Leitung von Warrant Officer Morten Thuro. (Bild: GEORGIOS KEFALAS)

Das Basel Tattoo ist eine Mammutveranstaltung. Wenn am Samstag die siebte Ausgabe zu Ende geht, sollen nach Prognosen der Veranstalter über 500'000 Leute das Militärmusikfestival besucht haben. Dem steten Wachstum zum Trotz – 2012 beträgt das Gesamtbudget 12,5 Millionen Franken, 2010 waren es 8,5 Millionen – haben sich einige Gepflogenheiten bis heute nicht geändert.

So arbeiten die 500 Helfer des Festivals auf freiwilliger Basis. Sie erhalten als Entlöhnung für ihre Arbeit Verpflegung, T-Shirts und Tickets für die Hauptprobe. «Sie machen das aus Herzblut und Leidenschaft», sagt Marketingleiter Dominik Nyffenegger. Eine Bezahlung sei nie zur Debatte gestanden. Als besondere Anerkennung werde laut Nyffenegger ein grosses Helferfest im Herbst veranstaltet, wo die Freiwilligen bewirtet werden.

Musiker spielen ohne Gage

Auch die Musiker, die mitunter aus aller Welt anreisen, erhalten keine Gage für ihren Auftritt. Das sei so üblich an Militärmusikfestivals, sagt Nyffenegger. Das Basel Tattoo übernimmt nur Kost und Logis. Einigen Formationen wird ein Beitrag an die Reisekosten bezahlt. Trotzdem seien die Leistungen in Basel überdurchschnittlich gut. «In der Regel übernachten die Musiker in Kasernen, wir bezahlen ihnen ein Hotel», sagt Nyffenegger.

Die Kosten, die der Stadt Basel entstehen, werden laut Nyffenegger in vollem Umfang und zu den üblichen Tarifen vom Veranstalter übernommen. Der einzige Beitrag an öffentlichen Geldern der Stadt seien 15'000 Franken aus dem Lotteriefonds.

Wie hoch die Einnahmen sind, die das Festival generiert, will Nyffenegger nicht bekannt geben: «Das kommunizieren wir nicht.» 90 Prozent davon stammen aus dem Ticketverkauf. Was klar ist: Der Erlös fliesst an die private Firma von Gründer Erik Julliard, die Basel Tattoo Productions mit Sitz in Basel.

TagesWoche-Leser Christian Müller ist der interessanten Frage nachgegangen, wie hoch die Leistungen der Armee am Basel Tattoo sind, die zahlreiche Rekruten für Auf- und Abbau stellt – und was dafür abgegolten wird. Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) geht von rund 680 Diensttagen aus, die das Militär für das Tattoo aufwendet. Diese werden nicht direkt in Rechnung gestellt. Die detaillierte Antwort des VBS auf Müllers Anfrage findet sich unterhalb des Artikels in seinem Kommentar.

Zum Einsatz der Armee und den karitativen Leistungen der Basel Tattoo-Stiftung hat auch der «Sonntag» im Frühling einen Artikel publiziert.

 

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Reaktionen

  1. Verifiziert

    Christian Mueller

    am 19.07.2012, 12:27

    nicht zu vergessen, dass das tattoo auch noch vom schweizer militär subventioniert wird. vorallem mit der arbeitskraft von rekruten. über die höhe des betrages schweigen sie sich aus. und die ausschüttung eines teils des gewinns als 'gemeinnützig' zu bezeichnen fide ich recht zynisch. das spenden an den militärmusik nachwuchs ist in etwa so, wie wenn ich mit den gewinnen aus der sklaverei den sklavennachwuchs unterstütze.
    das sagt das vbs dazu:

    Sehr geehrter Herr Müller

    Besten Dank für... ... mehrnicht zu vergessen, dass das tattoo auch noch vom schweizer militär subventioniert wird. vorallem mit der arbeitskraft von rekruten. über die höhe des betrages schweigen sie sich aus. und die ausschüttung eines teils des gewinns als 'gemeinnützig' zu bezeichnen fide ich recht zynisch. das spenden an den militärmusik nachwuchs ist in etwa so, wie wenn ich mit den gewinnen aus der sklaverei den sklavennachwuchs unterstütze.
    das sagt das vbs dazu:

    Sehr geehrter Herr Müller

    Besten Dank für Ihre Anfrage zum Engagement der Armee am Basel Tattoo vom 22. Juli.

    Die Schweizer Armee wird regelmässig für Einsätze an Anlässen angefragt. Wird ein Einsatz bewilligt, so wird mit dem Veranstalter eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen, welche die Leistungen und Gegenleistungen definiert. Auch im Falle des Basel Tattoo besteht eine solche Vereinbarung zwischen der Basel Tattoo Productions GmbH und dem VBS.

    Im vorliegenden Fall legt die Leistungsvereinbarung fest, dass die Armee nach Massgabe der Verfügbarkeit der Truppen eine definierte maximale Anzahl Diensttage in den Bereichen Logistik, Militärmusik und allgemeine Leistungen (Kontaktpflege und Einladung ausländischer Formationen und Verteidigungsministerien) liefert. Im Jahre 2009 beliefen sich die geleisteten Diensttage auf 682, 2010 betrugen sie 678. Für das Jahr 2011 liegt gegenwärtig noch keine Abrechnung vor, die Zahl wird sich aufgrund der beantragten Anzahl Diensttage aber im selben Rahmen bewegen.

    Als Gegenleistung übernimmt die Basel Tattoo Productions GmbH die weltweite Kommunikation der Schirmherrschaft des VBS in sämtlichen medienwirksamen Auftritten ohne Kostenverrechnung, gewährt dem eingesetzten Dienstpersonal kostenlose Unterkunft und Verpflegung und erlaubt repräsentative Leistungen der Armee. Zudem verpflichtet sich das Basel Tattoo, eine finanzielle Einlage von proportionaler Höhe zur Leistung des VBS in eine Stiftung mit dem Zweck der Förderung der ausserdienstlichen militärmusikalischen Ausbildung, der Unterstützung Militärmusik fördernder Veranstaltungen sowie Projekte des Kompetenzzentrums Militärmusik der Armee zu leisten.

    Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen gedient zu haben.

    Freundliche Grüsse


    Nora Fuchs, lic. iur.
    Kommunikation VBS

    Eidg. Departement für Verteidigung,
    Bevölkerungsschutz und Sport VBS
    Generalsekretariat VBS
    Kommunikation VBS

  2. Verifiziert

    Karl Linder

    am 19.07.2012, 14:12

    Auch an der EURO 2008 gab es in Basel die Konstellation, wo die UEFA als Grossveranstalter gut verdiente, und man dennoch Helferbrigaden rekrutierte. Das ist solange nicht verwerflich, als dass die Leute es freiwillig tun als erwachsene Menschen. Ideal wäre natürlich, man würde transparent kommunizieren, wie die Einnahmen einer Veranstaltung dann aufgeteilt werden. Ich selber setze meine Freiwilligenarbeit dort ein, wo kein kommerzieller Erfolg möglich ist.

  3. Alois Karl Hürlimann

    am 19.07.2012, 14:30

    Zuerst ein VBS-Zitat:
    "Im vorliegenden Fall legt die Leistungsvereinbarung fest, dass die Armee nach Massgabe der Verfügbarkeit der Truppen eine definierte maximale Anzahl Diensttage in den Bereichen Logistik, Militärmusik und allgemeine Leistungen (Kontaktpflege und Einladung ausländischer Formationen und Verteidigungsministerien) liefert".
    Meiner Erinnerung nach sind "Diensttage" für jene, welche sie leisten müssen, nicht "freiwillig". Diplomatische Unternehmungen (Kontaktpflege mit... ... mehrZuerst ein VBS-Zitat:
    "Im vorliegenden Fall legt die Leistungsvereinbarung fest, dass die Armee nach Massgabe der Verfügbarkeit der Truppen eine definierte maximale Anzahl Diensttage in den Bereichen Logistik, Militärmusik und allgemeine Leistungen (Kontaktpflege und Einladung ausländischer Formationen und Verteidigungsministerien) liefert".
    Meiner Erinnerung nach sind "Diensttage" für jene, welche sie leisten müssen, nicht "freiwillig". Diplomatische Unternehmungen (Kontaktpflege mit ...Verteidigungsministerien) kosten wohl auch Arbeitslohn oder "Mannstunden" respektive Stellenprozente im VBS. Dazu kommt, dass "Tattoo" mit rund 12 Millionen Franken "Umsatz" sicherlich einen schönen Batzen an Reingewinn für die "Erfinder" abwirft. Reingewinn, über den die Öffentlichkeit trotz des Einsatzes von Steuer-und Lottogeldern, also staatlichen Mitteln, nicht informiert wird.
    Kurz: Die Tattoo-Geschichte mit dem VBS und auch mit dem Kanton Basel-Stadt (etwa Verkehrslogisitk, Bewilligungsverfahren, Polizeieinsätze usw., die in jedem anderen Fall ausgewiesen werden müssen) hat mindestens ein "Geschmäkle". Insofern sind kritische Nachfragen meiner Ansicht nach begründet.

  4. Verifiziert

    Daniel Seiler

    am 19.07.2012, 14:43

    Was sollte und dürfte denn Herr Juillard verdienen? Der Lohn des Stadtentwicklers? Oder des Tourismusdirektors? Jeder, der hier von Transparenz spricht, der sollte einmal seinen Lohn und seinen Leistungsausweis für die Stadt offen legen. Die anderen Forumteilnehmer können dann über die Lohngerechtigkeit abstimmen... Es ist schon bedenklich, dass heute ein Unternehmer, der einen Gewinn macht implizit schon als Abzocker angeschaut wird... Ohne Unternehmensgewinne gäbe es übrigens die... ... mehrWas sollte und dürfte denn Herr Juillard verdienen? Der Lohn des Stadtentwicklers? Oder des Tourismusdirektors? Jeder, der hier von Transparenz spricht, der sollte einmal seinen Lohn und seinen Leistungsausweis für die Stadt offen legen. Die anderen Forumteilnehmer können dann über die Lohngerechtigkeit abstimmen... Es ist schon bedenklich, dass heute ein Unternehmer, der einen Gewinn macht implizit schon als Abzocker angeschaut wird... Ohne Unternehmensgewinne gäbe es übrigens die TagesWoche nicht!!!!!

  5. Wahrsager

    am 19.07.2012, 16:23

    Ersetzt endlich die Sardinenbüchsen-Bestuhlung. Das Sitzregime auf den günstigeren Plätzen ist eine Schande.

  6. Timon Christen

    am 19.07.2012, 16:25

    Liebes Tageswoche-Team: Ihr macht aus meiner Sicht in journalistischer Hinsicht einen verdammt guten Job - genau so gut wie auch die Auswahl der Themen getroffen und Problematiken hinterfragt werden.

    Bei diesem Artikel finde ich aber nicht den unbezahlten Einsatz der freiwilligen Helfer, welcher hier ins Zentrum gerückt wird die Problematik sondern wie Christian Müller geschrieben hat: Der gratis Einsatz des Militärs. Der staatlich finanzierte Militäreinsatz Jahr für Jahr - und dies nicht... ... mehrLiebes Tageswoche-Team: Ihr macht aus meiner Sicht in journalistischer Hinsicht einen verdammt guten Job - genau so gut wie auch die Auswahl der Themen getroffen und Problematiken hinterfragt werden.

    Bei diesem Artikel finde ich aber nicht den unbezahlten Einsatz der freiwilligen Helfer, welcher hier ins Zentrum gerückt wird die Problematik sondern wie Christian Müller geschrieben hat: Der gratis Einsatz des Militärs. Der staatlich finanzierte Militäreinsatz Jahr für Jahr - und dies nicht auf freiwilliger Basis für die betroffenen Militärangehörigen - für einen Anlass welcher nach meinen Schätzungen einen Gewinn in 6-stelliger Höhe für (mindestens) eine Privatperson abwerfen muss - dies ist die richtige Problematik die es zu hinterfragen gilt. Darf das VBS das? Wollen wir das als Steuerzahler?

    Der Gratis-Einsatz von Privatpersonen - die nach freiem Willen entscheiden – oder die Musiker welche ohne Gage auftreten wollen: Erstens ist mir das Wurscht wenn jemand wirklich Helfen will: Gut so! Und zweitens kostet das mcih als Steuerzahler ja auch nix.

    Die richtigen Fragen sind wirklich: Wie viel bezahlt der Staat bzw. der Steuerzahler diese Leistungen des VBS? Und könnten diese Dienstleistungen nicht mit den Gewinn dieser Veranstaltung abgegolten werden? Wie hoch ist der Gewinn und an wen fliessen die Gelder?
    Darf man einen Event wie das Tattoo wirklich als "gemeinnützig" bezeichnen (Ticketpreise zwischen 55.- - 160.- / diese kann ich mir zB. nicht einmal leisten und habe auch sonst keinen Mehrwert oder sozialen Nutzen von diesem Event trotz Wohn- und Arbeitsplatz in der Nähe)?

    Ich schätze Veranstaltungen wie es das Tattoo ist hier in Basel sehr! Aber solche Fragen zu einem stattlich subventionierten Grossanlass gehören für mich beantwortet, die finanziellen Aufwendungen und Gewinne offen gelegt und auch die Gemeinnützigkeit zB. für einen "durchschnittlichen Anwohner" hinsichtlich staatlicher Subventionierung hinterfragt.

  7. Inaktiver Nutzer

    am 19.07.2012, 18:02

    Glaubt ihr nicht, dass das VBS aus reinem Eigeninteresse Soldaten für diesen Event abstellt? Wie bereits von mehreren erwähnt, und wie unweigerlich zu erkennen ist, ist dies ein Event, der die Militärmusik fördert, und welcher Dank internationalem Ruf auch ein Aushängeschild für die Schweiz in bestimmten Kreisen ist. Das VBS wird hier vermutlich noch vom Chef getadelt, dass man nicht mehr Engagement zeigt. Lasst doch diese Kreise etwas für Basel tun, und lasst doch die Trommelfans weiterhin... ... mehrGlaubt ihr nicht, dass das VBS aus reinem Eigeninteresse Soldaten für diesen Event abstellt? Wie bereits von mehreren erwähnt, und wie unweigerlich zu erkennen ist, ist dies ein Event, der die Militärmusik fördert, und welcher Dank internationalem Ruf auch ein Aushängeschild für die Schweiz in bestimmten Kreisen ist. Das VBS wird hier vermutlich noch vom Chef getadelt, dass man nicht mehr Engagement zeigt. Lasst doch diese Kreise etwas für Basel tun, und lasst doch die Trommelfans weiterhin diesen Event in Ruhe organisieren, ohne dass jetzt ein Politikum daraus gemacht wird. Am Anfang ist man auch ein bestimmtes unternehmerisches Risiko eingegangen, welches doch nun dank Erfolg belohnt werden darf. Und wenn ihr jetzt wüsstet, dass Juliard eine Million daran verdient. Glaubt ihr wirklich, die Leute, die gerne aus innerer Überzeugung freiwillig mithelfen, werden nun sofort streiken? Ich glaube, hier schaut man dem falschen Anlass auf die Finger. Kritisiert lieber, wenn ein Grosskonzern Leute entlässt, obwohl er enorme Gewinne erwirtschaftet. Und gemäss zahlreichen Presseberichten wird ja dank Tatoo auch eine Wertschöpfung in der 2. Linie erzielt, die nicht zu verachten ist. Es stimmt, man sieht zahlreiche Touristen in der Stadt, die am Tatoo teilnehmen, oder als Zuschauer nach Basel pilgern. Darüber freuen sich doch auch die Hotels und Restaurants. Wären die nicht da, wäre Basel ziemlich menschenleer im Moment. Und so wie man den Juilard wahrnimmt, wird er mit dem Geld keine Yacht in St. Tropez kaufen, sondern doch eher das Geld in weitere Projekte stecken...

  8. Standbye

    am 19.07.2012, 18:51

    Was ist nur aus dieser alten bewährten Tradition geworden?! Alle fordern immer Transparenz. Wozu? Das bringt nur bös Blut! Wenn die fleissigen Helfer und Rekruten alles wissen über die Finanzen, werden sie am Schluss noch aufmüpfig. Und dann kommt ein Neider und sagt dem Lotteriefonds, er darf kein Geld mehr für diesen guten Zweck geben. Es gäbe nur Streit. Seien wir doch dankbar für die Unternehmer, die so etwas aufbauen, Hand in Hand mit Stadt und Land und Vaterland! Alle für einer, einer... ... mehrWas ist nur aus dieser alten bewährten Tradition geworden?! Alle fordern immer Transparenz. Wozu? Das bringt nur bös Blut! Wenn die fleissigen Helfer und Rekruten alles wissen über die Finanzen, werden sie am Schluss noch aufmüpfig. Und dann kommt ein Neider und sagt dem Lotteriefonds, er darf kein Geld mehr für diesen guten Zweck geben. Es gäbe nur Streit. Seien wir doch dankbar für die Unternehmer, die so etwas aufbauen, Hand in Hand mit Stadt und Land und Vaterland! Alle für einer, einer für alle!

  1. Verifiziert

    Christian Mueller

    am 19.07.2012, 12:27

    nicht zu vergessen, dass das tattoo auch noch vom schweizer militär subventioniert wird. vorallem mit der arbeitskraft von rekruten. über die höhe des betrages schweigen sie sich aus. und die ausschüttung eines teils des gewinns als 'gemeinnützig' zu bezeichnen fide ich recht zynisch. das spenden an den militärmusik nachwuchs ist in etwa so, wie wenn ich mit den gewinnen aus der sklaverei den sklavennachwuchs unterstütze.
    das sagt das vbs dazu:

    Sehr geehrter Herr Müller

    Besten Dank für... mehrnicht zu vergessen, dass das tattoo auch noch vom schweizer militär subventioniert wird. vorallem mit der arbeitskraft von rekruten. über die höhe des betrages schweigen sie sich aus. und die ausschüttung eines teils des gewinns als 'gemeinnützig' zu bezeichnen fide ich recht zynisch. das spenden an den militärmusik nachwuchs ist in etwa so, wie wenn ich mit den gewinnen aus der sklaverei den sklavennachwuchs unterstütze.
    das sagt das vbs dazu:

    Sehr geehrter Herr Müller

    Besten Dank für Ihre Anfrage zum Engagement der Armee am Basel Tattoo vom 22. Juli.

    Die Schweizer Armee wird regelmässig für Einsätze an Anlässen angefragt. Wird ein Einsatz bewilligt, so wird mit dem Veranstalter eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen, welche die Leistungen und Gegenleistungen definiert. Auch im Falle des Basel Tattoo besteht eine solche Vereinbarung zwischen der Basel Tattoo Productions GmbH und dem VBS.

    Im vorliegenden Fall legt die Leistungsvereinbarung fest, dass die Armee nach Massgabe der Verfügbarkeit der Truppen eine definierte maximale Anzahl Diensttage in den Bereichen Logistik, Militärmusik und allgemeine Leistungen (Kontaktpflege und Einladung ausländischer Formationen und Verteidigungsministerien) liefert. Im Jahre 2009 beliefen sich die geleisteten Diensttage auf 682, 2010 betrugen sie 678. Für das Jahr 2011 liegt gegenwärtig noch keine Abrechnung vor, die Zahl wird sich aufgrund der beantragten Anzahl Diensttage aber im selben Rahmen bewegen.

    Als Gegenleistung übernimmt die Basel Tattoo Productions GmbH die weltweite Kommunikation der Schirmherrschaft des VBS in sämtlichen medienwirksamen Auftritten ohne Kostenverrechnung, gewährt dem eingesetzten Dienstpersonal kostenlose Unterkunft und Verpflegung und erlaubt repräsentative Leistungen der Armee. Zudem verpflichtet sich das Basel Tattoo, eine finanzielle Einlage von proportionaler Höhe zur Leistung des VBS in eine Stiftung mit dem Zweck der Förderung der ausserdienstlichen militärmusikalischen Ausbildung, der Unterstützung Militärmusik fördernder Veranstaltungen sowie Projekte des Kompetenzzentrums Militärmusik der Armee zu leisten.

    Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen gedient zu haben.

    Freundliche Grüsse


    Nora Fuchs, lic. iur.
    Kommunikation VBS

    Eidg. Departement für Verteidigung,
    Bevölkerungsschutz und Sport VBS
    Generalsekretariat VBS
    Kommunikation VBS

  2. Inaktiver Nutzer

    am 19.07.2012, 13:09
  3. Sam Lowry

    am 19.07.2012, 14:02

    Wie peinlich ist das denn? Wenn unterbezahlte Journalisten sich darüber aufregen, dass Menschen aus Spass an der Freude sich an Ereignissen wie dem Tattoo engagieren und dafür kein Geld erhalten.

    Keine Swiss-Indoor, keine FCB Spiel in diesem Rahmen, keine andere Sportgrossveranstaltung wäre möglich, wenn es nicht diese Menschen gäbe, welche sich einfach nur der Sache wegen engagieren. Danke!

    Ja und da gibt es auch noch Menschen, welche sich daran bereichern, dass Sie Risiken eingehen,... mehrWie peinlich ist das denn? Wenn unterbezahlte Journalisten sich darüber aufregen, dass Menschen aus Spass an der Freude sich an Ereignissen wie dem Tattoo engagieren und dafür kein Geld erhalten.

    Keine Swiss-Indoor, keine FCB Spiel in diesem Rahmen, keine andere Sportgrossveranstaltung wäre möglich, wenn es nicht diese Menschen gäbe, welche sich einfach nur der Sache wegen engagieren. Danke!

    Ja und da gibt es auch noch Menschen, welche sich daran bereichern, dass Sie Risiken eingehen, Ideen entwickeln, sich den Hintern aufreissen und Erfolg haben. Erfolg für sich und die Region.

    Auch ihnen gebührt aus meiner Sicht ein Dankeschön, statt diese peinliche Diskussion über unbezahlte Arbeitsstunden von freiwilligen (keine Zwangsarbeiter und mit Gewalt rekurutierten) Menschen zu führen.

    Neiddebatten brauchen wir keine. Weder in Basel, noch in der Tageswoche. Auch dafür würde ich mich bedanken,

  4. Verifiziert

    Karl Linder

    am 19.07.2012, 14:12

    Auch an der EURO 2008 gab es in Basel die Konstellation, wo die UEFA als Grossveranstalter gut verdiente, und man dennoch Helferbrigaden rekrutierte. Das ist solange nicht verwerflich, als dass die Leute es freiwillig tun als erwachsene Menschen. Ideal wäre natürlich, man würde transparent kommunizieren, wie die Einnahmen einer Veranstaltung dann aufgeteilt werden. Ich selber setze meine Freiwilligenarbeit dort ein, wo kein kommerzieller Erfolg möglich ist.

  5. Alois Karl Hürlimann

    am 19.07.2012, 14:30

    Zuerst ein VBS-Zitat:
    "Im vorliegenden Fall legt die Leistungsvereinbarung fest, dass die Armee nach Massgabe der Verfügbarkeit der Truppen eine definierte maximale Anzahl Diensttage in den Bereichen Logistik, Militärmusik und allgemeine Leistungen (Kontaktpflege und Einladung ausländischer Formationen und Verteidigungsministerien) liefert".
    Meiner Erinnerung nach sind "Diensttage" für jene, welche sie leisten müssen, nicht "freiwillig". Diplomatische Unternehmungen (Kontaktpflege mit... mehrZuerst ein VBS-Zitat:
    "Im vorliegenden Fall legt die Leistungsvereinbarung fest, dass die Armee nach Massgabe der Verfügbarkeit der Truppen eine definierte maximale Anzahl Diensttage in den Bereichen Logistik, Militärmusik und allgemeine Leistungen (Kontaktpflege und Einladung ausländischer Formationen und Verteidigungsministerien) liefert".
    Meiner Erinnerung nach sind "Diensttage" für jene, welche sie leisten müssen, nicht "freiwillig". Diplomatische Unternehmungen (Kontaktpflege mit ...Verteidigungsministerien) kosten wohl auch Arbeitslohn oder "Mannstunden" respektive Stellenprozente im VBS. Dazu kommt, dass "Tattoo" mit rund 12 Millionen Franken "Umsatz" sicherlich einen schönen Batzen an Reingewinn für die "Erfinder" abwirft. Reingewinn, über den die Öffentlichkeit trotz des Einsatzes von Steuer-und Lottogeldern, also staatlichen Mitteln, nicht informiert wird.
    Kurz: Die Tattoo-Geschichte mit dem VBS und auch mit dem Kanton Basel-Stadt (etwa Verkehrslogisitk, Bewilligungsverfahren, Polizeieinsätze usw., die in jedem anderen Fall ausgewiesen werden müssen) hat mindestens ein "Geschmäkle". Insofern sind kritische Nachfragen meiner Ansicht nach begründet.

  6. Verifiziert

    Daniel Seiler

    am 19.07.2012, 14:43

    Was sollte und dürfte denn Herr Juillard verdienen? Der Lohn des Stadtentwicklers? Oder des Tourismusdirektors? Jeder, der hier von Transparenz spricht, der sollte einmal seinen Lohn und seinen Leistungsausweis für die Stadt offen legen. Die anderen Forumteilnehmer können dann über die Lohngerechtigkeit abstimmen... Es ist schon bedenklich, dass heute ein Unternehmer, der einen Gewinn macht implizit schon als Abzocker angeschaut wird... Ohne Unternehmensgewinne gäbe es übrigens die... mehrWas sollte und dürfte denn Herr Juillard verdienen? Der Lohn des Stadtentwicklers? Oder des Tourismusdirektors? Jeder, der hier von Transparenz spricht, der sollte einmal seinen Lohn und seinen Leistungsausweis für die Stadt offen legen. Die anderen Forumteilnehmer können dann über die Lohngerechtigkeit abstimmen... Es ist schon bedenklich, dass heute ein Unternehmer, der einen Gewinn macht implizit schon als Abzocker angeschaut wird... Ohne Unternehmensgewinne gäbe es übrigens die TagesWoche nicht!!!!!

  7. AutorIn des Artikels

    Renato Beck

    am 19.07.2012, 15:56

    Zunächst bin ich Ihnen zu Dank verpflichtet, dass Sie meinen Arbeitgeber auf meinen pitoyablen Lohn hinweisen.
    Im Ernst: Ich gebe Ihnen recht, es ist Usus, Grossveranstaltungen auf Freiwilligenarbeit abzustellen. Auch bei einem FCB-Spiel liesse sich fragen, wieso es das Budget verkraftet, dass ein Spieler eine Million Franken im Jahr verdient, aber ein kleiner Lohn für einen Platzzuweiser nicht drinliegt. Im Unterschied zum Tattoo werden bei Fussballspielen oder den Swiss Indoors die... mehrZunächst bin ich Ihnen zu Dank verpflichtet, dass Sie meinen Arbeitgeber auf meinen pitoyablen Lohn hinweisen.
    Im Ernst: Ich gebe Ihnen recht, es ist Usus, Grossveranstaltungen auf Freiwilligenarbeit abzustellen. Auch bei einem FCB-Spiel liesse sich fragen, wieso es das Budget verkraftet, dass ein Spieler eine Million Franken im Jahr verdient, aber ein kleiner Lohn für einen Platzzuweiser nicht drinliegt. Im Unterschied zum Tattoo werden bei Fussballspielen oder den Swiss Indoors die Protagonisten allerdings ordentlich entlöhnt – eben weil sie es für Luft und Liebe allein niemals tun würden.

    Wichtig wäre es, da gehe ich mit @Karl Linder einig, Transparenz herzustellen. Dann liesse sich beurteilen, ob etwa die jährlichen Spenden an die Tattoo-Stiftung in vernünftigen Relationen zu den Leistungen der Armee stehen. Und ob es das Budget verkraften würde, wenn den Musikern eine Gage bezahlt wird.
    Dann würde sich unter Umständen auch der Eindruck verflüchtigen, dass das Herzblut des einen die Goldader des anderen ist.

  8. Dieter Meier1

    am 19.07.2012, 16:01

    Genau den Gedanken hatte ich auch mit den freiwilligen Helfern...
    Danke, dass das Thema aufgegriffen wurde!
    Mich stört auch die Beflaggung an öffentlichen Masten. Es ist ein Spektakel mit zutiefst reaktionärem und militaristischen Hintergrund.

  9. Wahrsager

    am 19.07.2012, 16:23

    Ersetzt endlich die Sardinenbüchsen-Bestuhlung. Das Sitzregime auf den günstigeren Plätzen ist eine Schande.

  10. Timon Christen

    am 19.07.2012, 16:25

    Liebes Tageswoche-Team: Ihr macht aus meiner Sicht in journalistischer Hinsicht einen verdammt guten Job - genau so gut wie auch die Auswahl der Themen getroffen und Problematiken hinterfragt werden.

    Bei diesem Artikel finde ich aber nicht den unbezahlten Einsatz der freiwilligen Helfer, welcher hier ins Zentrum gerückt wird die Problematik sondern wie Christian Müller geschrieben hat: Der gratis Einsatz des Militärs. Der staatlich finanzierte Militäreinsatz Jahr für Jahr - und dies nicht... mehrLiebes Tageswoche-Team: Ihr macht aus meiner Sicht in journalistischer Hinsicht einen verdammt guten Job - genau so gut wie auch die Auswahl der Themen getroffen und Problematiken hinterfragt werden.

    Bei diesem Artikel finde ich aber nicht den unbezahlten Einsatz der freiwilligen Helfer, welcher hier ins Zentrum gerückt wird die Problematik sondern wie Christian Müller geschrieben hat: Der gratis Einsatz des Militärs. Der staatlich finanzierte Militäreinsatz Jahr für Jahr - und dies nicht auf freiwilliger Basis für die betroffenen Militärangehörigen - für einen Anlass welcher nach meinen Schätzungen einen Gewinn in 6-stelliger Höhe für (mindestens) eine Privatperson abwerfen muss - dies ist die richtige Problematik die es zu hinterfragen gilt. Darf das VBS das? Wollen wir das als Steuerzahler?

    Der Gratis-Einsatz von Privatpersonen - die nach freiem Willen entscheiden – oder die Musiker welche ohne Gage auftreten wollen: Erstens ist mir das Wurscht wenn jemand wirklich Helfen will: Gut so! Und zweitens kostet das mcih als Steuerzahler ja auch nix.

    Die richtigen Fragen sind wirklich: Wie viel bezahlt der Staat bzw. der Steuerzahler diese Leistungen des VBS? Und könnten diese Dienstleistungen nicht mit den Gewinn dieser Veranstaltung abgegolten werden? Wie hoch ist der Gewinn und an wen fliessen die Gelder?
    Darf man einen Event wie das Tattoo wirklich als "gemeinnützig" bezeichnen (Ticketpreise zwischen 55.- - 160.- / diese kann ich mir zB. nicht einmal leisten und habe auch sonst keinen Mehrwert oder sozialen Nutzen von diesem Event trotz Wohn- und Arbeitsplatz in der Nähe)?

    Ich schätze Veranstaltungen wie es das Tattoo ist hier in Basel sehr! Aber solche Fragen zu einem stattlich subventionierten Grossanlass gehören für mich beantwortet, die finanziellen Aufwendungen und Gewinne offen gelegt und auch die Gemeinnützigkeit zB. für einen "durchschnittlichen Anwohner" hinsichtlich staatlicher Subventionierung hinterfragt.

Informationen zum Artikel

19.7.2012, 11:44 Uhr

Private Gewinne, unbezahlte Arbeit

Text

Text:

  • 24.10.2014 um 05:00
    Aufbruch in die Gegenwart

    Nach internen Richtungsstreitigkeiten setzt die Mission 21 heute stärker auf Entwicklungsarbeit als auf kirchliche Projekte – das lohnt sich auch finanziell.

  • 23.10.2014 um 12:21
    Pulsmesser im Salon Bâle? – Neue Chefin bringt Ideen mit

    Die neue Chefredaktorin von Telebasel heisst Karin Müller. Die Chemie habe einfach gepasst, begründet der Sender die Anstellung. Die 49-Jährige tritt ab November die Nachfolge von Willy Surbeck an. Müller wurde in der Schweiz vor allem durch ihre Tätigkeit bei DRS 3 bekannt.

  • 10.10.2014 um 00:34
    Der Vergewaltiger in der Gewalt des Rechtsstaats

    Ein todgeweihter Sexualstraftäter bleibt nach über 20 Jahren Haft weiter eingesperrt. Um jedes Restrisiko zu vermeiden, ignorieren die Vollzugsbehörden auch Gerichtsbeschlüsse.

  • 23.10.2014 um 11:44
    @Tram
    Zum Artikel: Viel Kampf, wenig Fussball und Tomas Vaclik – die Einzelkritik

    Tram: Basler Synonym für den berüchtigten Bus, der zuweilen in Fussballpartien vor dem eigenen Tor geparkt wird. Im Ernst: Danke für den Hinweis, wurde korrigiert.

  • 23.09.2014 um 12:58
    @Lüthi
    Zum Artikel: Abstimmungs-Spickzettel: Alles, was Sie zur Fusionsprüfung wissen müssen

    Es geht um die Bildung eines Verfassungsrats, der die Aufgabe hat, die Voraussetzungen für eine Fusion zu prüfen und zu schaffen. In jedem Fall kann das Volk nochmals darüber befinden, es wird also nichts eingeleitet in der Art und Weise, wie man etwa ...

  • 20.09.2014 um 21:59
    @Hage
    Zum Artikel: Wir brauchen Kühe. Und dazu gehört das Schlachten

    Boah, Herr Hage. Herr Wild hat die Debatte lanciert, Frau Koechlin und zahlreiche gescheite Kommentatoren haben sie weitergeführt. Können Sie Ihren Standpunkt nicht auch kundgeben, ohne beleidigend zu werden?

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