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TagesWoche

Tages Woche

Do, 20.06.2013

Krankenkassen-Obligatorium 

16.7.2012, 16:00 Uhr

Basel soll Ausländer kontrollieren

16.7.2012, 16:00 Uhr

In Basel wird sowenig auf die Durchsetzung des Krankenkassen-Obligatoriums gepocht wie in der Schweiz sonst nur im Kanton Bern. Das haben Recherchen des «Tages-Anzeigers» ergeben. Das zuständige Departement stellt nun die Abläufe im Amt für Sozialbeiträge infrage. Von Renato Beck

GAETAN BALLY: In Basel wird bei Zuzügern die fehlende Kranken-Versicherung oft erst im Spital festgestellt, schreibt der «Tages-Anzeiger». Nun muss das Amt für Sozialbeiträge ihre Abläufe überprüfen.

In Basel wird bei Zuzügern die fehlende Kranken-Versicherung oft erst im Spital festgestellt, schreibt der «Tages-Anzeiger». Nun muss das Amt für Sozialbeiträge ihre Abläufe überprüfen. (Bild: GAETAN BALLY)

Das Bundesamt für Gesundheit ist irritiert, wie im Kanton Basel-Stadt mit Personen umgegangen wird, die sich bei keiner Krankenversicherung anmelden. Das schreibt der Zürcher «Tages-Anzeiger» in seiner Ausgabe von Montag. Die Versicherungspflicht soll das Risiko ausschliessen, im Krankheitsfall in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten und zudem dafür sorgen, dass auch Junge, Gesunde Prämien bezahlen und damit einen ausgeglichenen Mix bei den Kassen herstellen.

In Basel-Stadt seien aber in den letzten Jahren nur 20 bis 30 Personen zwangsversichert worden –  im Kanton Zürich sollen es 1200 alleine im letzten Jahr gewesen sein, in Genf gar über 6000. Betroffen von dieser Massnahme sind ausländische Zuzüger, die sich laut Gesetz innerhalb dreier Monate bei einer Krankenkasse anmelden müssen.

Information statt Kontrolle

In Basel werden säumige Zuwanderer aber offenbar nicht kontrolliert. «Der Schwerpunkt in Basel liegt auf der Information und Beratung, wir haben damit gute Erfahrungen gemacht», teilt das zuständige Amt für Sozialbeiträge (ASB) auf Anfrage mit. Nun wird diese Praxis aber laut eigenen Aussagen hinterfragt: «Das ASB hat vom Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt den Auftrag erhalten, das Vorgehen in Ablauf und Kontrolle zu überprüfen und allenfalls anzupassen.» Laut Jacoba Teygeler vom ASB müsse mit einer Praxisänderung auch über zusätzliche Ressourcen gesprochen werden.

Auch GLP-Gesundheitspolitiker David Wüest-Rudin sieht «Handlungsbedarf.» «Meiner Meinung nach handelt es sich um ein Vollzugsdefizit in Basel und Bern», sagt Wüest. SVP-Regierungsratskandidat Lorenz Nägelin schliesst sich Wüests Kritik an: «Ich finde die jetzige Situation in Basel-Stadt heikel. Damit wird die mit dem Krankenversicherungsgesetz initiierte Solidarität mit Füssen getreten.» Nägelin nimmt den Kanton in die Pflicht: «Basel-Stadt sollte proaktiver tätig sein und bei der Anmeldung müsste eine Krankenkassenpolice vorgewiesen werden.»

Einen Zusammenhang mit den überdurchschnittlich hohen Prämien, wie ihn der «Tages-Anzeiger» gemacht hat, weist das ASB von sich. Dieser sei aufgrund der kleinen Zahl der Betroffenen schon rechnerisch nicht möglich.

  1. Krankenkasse für Ausländer

    von Brigitte Sahin am 16.07.2012 um 20:24Uhr

    Immerhin weiss ich aus meiner näheren Umgebung, dass bei Einreise von Verwandten zu Besuchsaufenthalten, die ein Visum brauchen, dieses nur sehr restriktiv erteilt wird. Es muss zwingend eine Krankenversicherung bestehen und diese darf nur für Notfallsituationen beansprucht werden. Hier betrifft es aber v.a. Menschen aus ärmeren Ländern, die solche Kosten nicht eigenständig bezahlen könnten.
    Bei den Zuzügern geht es wohl eher um Expats resp. Menschen aus dem EU-Raum, die in BS keine Versicherung abschliessen. Welche somit auch solventer sind. Trotzdem sollte das Obligatorium eingehalten werden.
    Und das Amt für Sozialbeiträge möchte bitte diese Lücke schliessen!
    Direktlink zum Kommentar

  1. Kleine Zahl von Betroffenen?

    von Urs Engler um 16.07.2012 um 17:57Uhr

    Woher will denn das Amt für Sozialbeiträge ohne Kontrollen wissen, dass nur eine kleine Zahl von Betroffenen nicht krankenversichert ist obwohl dazu eine gesetzliche Pflicht besteht?
    Direktlink zum Kommentar

  2. Krankenkasse für Ausländer

    von Brigitte Sahin um 16.07.2012 um 20:24Uhr

    Immerhin weiss ich aus meiner näheren Umgebung, dass bei Einreise von Verwandten zu Besuchsaufenthalten, die ein Visum brauchen, dieses nur sehr restriktiv erteilt wird. Es muss zwingend eine Krankenversicherung bestehen und diese darf nur für Notfallsituationen beansprucht werden. Hier betrifft es aber v.a. Menschen aus ärmeren Ländern, die solche Kosten nicht eigenständig bezahlen könnten.
    Bei den Zuzügern geht es wohl eher um Expats resp. Menschen aus dem EU-Raum, die in BS keine Versicherung abschliessen. Welche somit auch solventer sind. Trotzdem sollte das Obligatorium eingehalten werden.
    Und das Amt für Sozialbeiträge möchte bitte diese Lücke schliessen!
    Direktlink zum Kommentar

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Informationen zum Artikel

16.7.2012, 16:00 Uhr

Basel soll Ausländer kontrollieren

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Text:

  • 18.04.2013 um 16:27
    Zeit für Träume

    Unsere Uhrenindustrie macht aus Sehnsüchten Geld und erzielt Rekordumsätze. Wie kaum ein anderes Luxusgut stehen Schweizer Uhren für die Werte der guten alten Zeit.

  • 17.04.2013 um 16:28
    «Ich trage das kollegial mit»

    Der neue Basler Sicherheitsdirektor Baschi Dürr bestreitet seine ersten Dehnübungen. Als erklärter Gegner des Hooligan-Konkordats muss er nun den Beitrittsentscheid der Regierung vertreten. Das tut er auffällig widerwillig.

  • 17.04.2013 um 10:53
    Basler Regierung will beitreten

    Eher widerwillig tritt die Basler Regierung dem Hooligan-Konkordat bei. Dabei begründet sie, warum sie das Massnahmenpaket für falsch hält – nicht aber, wieso sie gleichwohl beitritt.

  • 22.05.2013 um 19:04
    grundrechte
    Zum Artikel: Die Stunde der Populisten

    Welche Grundrechte werden denn verletzt durch das Konkordat?

  • 10.05.2013 um 12:06
    Milch und Zucker
    Zum Artikel: Wir Heuchler!

    Ob der Kaffee wirklich besser ist, wenn er mit urbanem Bewusstsein angerührt und rotgrünem Verantwortungsgefühl abgeschmeckt wird? Ich für meinen Teil bevorzuge Milch und Zucker.

  • 31.01.2013 um 15:32
    Greiners Replik
    Zum Artikel: Basel = Apfel, Zürich = Birne

    Schön, Herr Greiner, dass Sie Zeit gefunden haben, Ihre Sicht der Dinge darzulegen. Trotzdem empfiehlt es sich, nochmals den Originaltext, also die Titelgeschichte zu lesen. Der Züri-Vergleich war gewagt, der Rest sollte einem aber genügend zu denken g...

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