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Archäologie Kaiseraugst 

13.7.2012, 16:23 Uhr

Unter der Erde

13.7.2012, 16:23 Uhr

Auf der Grabung Kaiseraugst-Wacht lernen 18 Studierende, was archäologische Feldarbeit bedeutet. Es ist inzwischen selten, dass im Gebiet zwischen Basel und Aargau eine derartige Forschungsgrabung möglich ist. Von

Auf der Grabung in der Unterstadt von Augusta Raurica wird etwa von April bis Oktober gegraben. Vom 11. Juni bis 22. Juli sind 18 Studierende der Uni Basel beteiligt. Die Funde stammen hauptsächlich aus dem zweiten bis dritten Jahrhundert nach Christus.

Eine der Studierenden auf der Grabung Kaiseraugst-Wacht ist Nina Lander. Sie ist Masterstudentin an der Uni Basel und war schon letztes Jahr an diesem Grabungsort. Sie leitet ein Grabungsfeld mit Unterstützung von Professor Peter-Andrew Schwarz von der Uni Basel und Kantonsarchäologen Cédric Grezet und Elisabeth Bleuer. Ihre Domäne ist der Töpferofen, der wohl im Inneren eines verlassenen Hauses gebaut wurde – sie legt ihn mit einem Team Studierender Schicht um Schicht frei und hält die Zwischenstufen Schritt für Schritt fest. «Es muss damals in diesem Gebiet gekriselt haben, sodass einige Familien ihre Häuser aufgaben», mutmasst Schwarz. Er ist Inhaber der vom Kanton Aargau finanzierten Vindossina-Professur.

Falschgeld gab es schon sehr früh

50 Formen, um Falschgeld zu giessen, habe man bisher gefunden, sagt Professor Peter-Andrew Schwarz. «Wir wissen, dass sie für Falschgeld waren, weil die echten Münzen geprägt und nicht gegossen waren.» Um solche Fundstücke genauer zu analysieren, arbeiten die Archäologen eng mit Fachleuten aus Nachbardisziplinen wie Numismatikern – Münzkunde-Experten – zusammen.

Zur Römerzeit gab es bereits Kühlräume, die im Winter mit Schnee gefüllt wurden, der bis in den September hinein hielt. Professor Schwarz meint, es wäre möglich, dass sie bei der Grabung auf einen Schacht, der diesem Zweck gedient haben könnte, gestossen sind.

Ein besonderes Prachtstück der Grabung stellt ein Kellerraum dar, dessen Wände noch bis zu 1.90 Meter Höhe erhalten sind. Die Wände sind mit weissem Kalkmörtel verputzt. «Dieser Raum ist mit grosser Sorgfalt gestaltet worden», sagt Cédric Grezet von der Kantonsarchäologie Aargau. Das weise darauf hin, dass es sich hier nicht um einen einfachen Vorratsraum handle. «Ich will aber auch nicht sagen, dass es ein Raum für kultische Zwecke war, denn wir wissen nicht, wozu er diente.» Das Grabungsteam habe beim Zugang und in den Nischen Spuren von Holz gefunden, was auf eine Holztreppe, einen Türrahmen und Schrankregale hinweise.

Organische Funde

Findet das Grabungsteam Tierknochen, Menschenknochen und Essensreste, analysieren Fachleute aus der Archäobiologie die Gegenstände, damit man Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten der Menschen vor zirka 1800 Jahren ziehen kann. «Das ist es, was mich an der Archäologie am meisten interessiert», sagt Grezet. «Wir Archäologen merken bei der Arbeit, wenn wir weitere Fachleute aus Nachbardisziplinen beiziehen müssen. Zum Beispiel bei einem Gräberfeld sollte die Antropologin das Skelett sehen, bevor wir es aus der Erde herausholen», sagt Schwarz. Anthropologen wurden auch beigezogen, als man Säuglingsknochen in einem zugeschütteten Brunnen fand. «Der tote Säugling wurde allerdings sicher nicht in den Brunnen geworfen», so Schwarz. «Ich denke, er wurde, wie damals üblich, im Haus bestattet.» Dabei müssen die Knochen unter das Erdmaterial geraten sein, mit dem später der Brunnen zugeschüttet wurde.

Die Forschungsgrabung Kaiseraugst-Wacht kommt 2015 zu einem Ende. Denn in diesem Jahr soll mit der Überbauung des Grundstücks zugunsten von Wohnraum begonnen werden. «Das ist aussergewöhnlich viel Zeit für uns», sagt Schwarz. «Denn normalerweise können wir lediglich sogenannte Rettungsgrabungen unter grossem Zeitdruck durchführen, bevor etwas darauf gebaut wird.»

Gruppenführungen:

Interessierte können sich für Gruppen-Führungen mindestens drei Arbeitstage im Voraus anmelden. Entweder fragen Sie direkt auf der Grabung Kaiseraugst-Wacht nach oder sie melden sich per Telefon: 079 935 55 76 oder 079 777 67 44 an.

Die Universität Basel feiert im Jahr 2012 drei Jubiläen:

Das Seminar für klassische Archäologie besteht seit 100 Jahren. Der Fachbereich der Ur- und Frühgeschichtlichen und Provinzialrömischen Archäologie sowie das Institut für Prähistorische und Naturwissenschaftliche Archäologie werden 50-jährig. Die Jubiläumsausstellung «Knochen, Scherben und Skulpturen» der drei Bereiche ist vom 22. Oktober bis zum 19. Dezember 2012 Im Rosshof an der Petersgasse 51 in Basel geplant.

 

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13.7.2012, 16:23 Uhr

Unter der Erde

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    Super!
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    @ David Klein
    Zum Artikel: Wenn der Eisenfuss stürmt

    Da Urs Buess einmal für die BaZ gearbeitet hat, sehe ich ihn schon als von Bollmanns Aussagen Betroffenen.

  • 10.12.2012 um 10:57
    Matt Andersen
    Zum Artikel: Freitagsfeierabendständchen

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