LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Kultur

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Jugend ohne Zukunft 

16.7.2012, 09:56 Uhr

«Mitten im Dschungel des Kapitalismus»

16.7.2012, 09:56 Uhr

Zum Abschluss der Reportage- und Blog-Reihe «Jugend ohne Zukunft», die Lebensgefühl, Nöte und Hoffnungen an den Rändern Europas einfangen wollte ein Gespräch mit zwei jungen Künstlern im bulgarischen Ferienort Varna. Bulgarien ist ein EU-Land mit jahrelang beeindruckenden Wachstumszahlen, das jetzt unter steigender Jugendarbeitslosigkeit leidet. Von

Stefan Bohrer: Irena Dimitrova: Die 32-Jährige beklagt das nicht-existierende Interesse an junger Kunst in Varna.

Irena Dimitrova: Die 32-Jährige beklagt das nicht-existierende Interesse an junger Kunst in Varna. (Bild: Stefan Bohrer)

Der Künstlertreff in Varna ist das Luk. Die Bar im Zentrum der Tourismusmetropole am Schwarzen Meer lässt sich am ehesten der alternativen Szene zuschreiben. Abends stehen die Tische belegt mit tiefen Biergläsern und Menta mit Sprudel und Eis. Pfefferminzlikör und Bier sind die Getränke des heissen bulgarischen Sommers – und der Treibstoff eines Gesprächs mit zwei Künstlern in einer Stadt, die mit junger Kunst nicht viel anzufangen weiss.

Mit am Tisch sitzen Irena Dimitrova und Neno Belchev. Die 32-jährige Dimitrova hat fünf Jahre Kunst in Deutschland studiert und ist vor vier Jahren nach Varna zurückgekehrt. Belchev (40) hat mit seinen vielfältigen Arbeiten im Ausland zahlreiche Preise erhalten. Während Belchev sich ganz auf seine Kunst konzentriert, muss Dimitrova nebenbei Geld verdienen, um durchzukommen.

Frau Dimitrova, wieso sind Sie Künstlerin, wenn Sie nicht davon leben können?

«Du machst die Kunst für die Idee. Geld damit zu verdienen ist unmöglich. In Varna gibt es ein paar wenige Sammler, die sich überhaupt für Kunst interessieren, für junge Kunst gibt es praktisch keine Abnehmer.»

Wie verdienen Sie dann ihren Lebensunterhalt?

«Ich hab Glück, ich kann an einer Schule zwei Tage die Woche Malen unterrichten. So verdiene ich zwischen 200 und 300 Euro im Monat. Das ist nicht schlecht, viele meiner Freunde arbeiten für das gleiche Geld die volle Woche im Tourismus.»

Hat sich die Situation in den letzten Jahren verändert?

«Sie hat sich verschlechtert. Bis zur Wende war der Staat der grösste Sammler. Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus ist die schöne Zeit leider vorbei. Wir sind mitten im Dschungel des Kapitalismus angekommen. Seit 2006 kaufen auch die Hotels kaum mehr Kunst, obwohl sie ab einem bestimmtem Standard eigentlich verpflichtet wären, Originalwerke aufzuhängen.»

Neno Belchev ist anders als Dimitrova nicht auf einen Zweitjob angewiesen, um genug Geld für seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Seine Arbeit beschäftigt sich immer stärker mit politischen Fragen und den herrschenden Verhältnissen in Bulgarien.

Herr Belchev, wieso tut sich die bulgarische Kunst schwer mit politischen Aussagen?

Neno Belchev: Der Künstler setzt sich für politische Veränderungen in seiner Heimat ein.

(Bild: Stefan Bohrer)

«Die meisten Künstler haben eine Abneigung gegen Politik. Es dauerte auch bei mir lange, bis ich realisiert habe, dass man als Künstler für die Gesellschaft verantwortlich ist. Vor ein paar Jahren habe ich gemerkt: Meine Kunst löst ein Echo aus. Das ist ein Weg, das Denken der Leute zu verändern.»

Wie reagiert man auf Ihre Werke?

«Die Museen kaufen meine Kunst nicht. Ich bekomme auf der ganzen Welt Preise, aber in Bulgarien interssiert sich niemand, für das was ich tue. Meine Arbeiten entstehen im bulgarischen Kontext. Es macht mich traurig, dass die Leute hier nicht versuchen zu verstehen, was meine Aussagen sind.»

Nimmt die junge Generation ihre Kunst anders wahr?

«Die alte Generation ist stark geprägt von der sozialistischen Zeit. Sie zieht sich ins Privatleben zurück und lehnt alles ab, was sie nicht versteht. Die jungen Leute hingegen sind offen. Sie sind optimistisch, sie glauben an die Veränderung und sie reflektieren über die Vergangenheit.»

 

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Kunst, Bulgarien

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Leben ohne Würde Weiterlesen

Europas Jugend zahlt für die Krise Weiterlesen

Elia und das Roma-Ghetto Weiterlesen

Oder spenden Sie
einen eimaligen
Betrag

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

Noch keine Beiträge. Schreiben Sie den ersten.

Informationen zum Artikel

16.7.2012, 09:56 Uhr

«Mitten im Dschungel des Kapitalismus»

Text

Text:

  • 27.11.2014 um 12:56
    Finanzkommission greift Eva Herzog frontal an

    Das hat es selbst in der dunkelroten Vergangenheit der Basler Staatsfinanzen nicht gegeben: Die Finanzkommission weist das Budget für das Jahr 2015 zurück – obwohl die Regierung bereits ein Sparpaket angekündigt hat.

  • 24.11.2014 um 19:12
    Basler Regierung hat mit Stellenabbau gerechnet

    Der Agrochemie-Konzern Syngenta streicht am Basler Hauptsitz 500 Stellen. Die Basler Regierung stand deshalb seit Wochen in Kontakt mit der Firmenspitze. Dabei soll Syngenta Zugeständnisse gemacht haben.

  • 22.11.2014 um 14:35
    Kino «Club» stellt den Betrieb ein

    Das Kinosterben in Basel geht weiter. Auch das alternative «Club» im Singerhaus schliesst seine Pforten. Das Geschäftshaus am Marktplatz plant ein neues Nutzungskonzept.

  • 27.11.2014 um 19:35
    @weber
    Zum Artikel: Finanzkommission greift Eva Herzog frontal an

    Wie kommen Sie darauf, dass 2015 ein Wahljahr ist? Gewählt wird in BS das nächste Mal 2016.

  • 22.11.2014 um 18:40
    @Roth
    Zum Artikel: Kino «Club» stellt den Betrieb ein

    Dabei dürfte es sich um einen Treuhänder handeln.

  • 19.11.2014 um 16:04
    @chröttli
    Zum Artikel: Der Schullehrerinnen-Report

    Damit hab ich auch Mühe, dass alles gleichgesetzt wird, als ob es einen geeichten Verurteilungsmassstab gebe. Es kann gleich ablaufen, muss aber nicht. Im übrigen möchte ich noch auf einen Aspekt hinweisen, der bislang überhaupt nicht berücksichtig...

Aktuell

Karen N. Gerig: Die Tore zur «Regionale 15» öffnen sich.

«Regionale 15» 

Türen auf für die regionale Kunst

Rückt der Advent näher, so steht auch die «Regionale» an. In diesem Jahr sind es 230 Künstler und Künstlerinnen aus der Region, die ihre Werke zeigen dürfen. Der dreitägige Vernissagenmarathon hat schon begonnen.Von Karen N. Gerig. Weiterlesen

:

«Regionale»-Porträt #1 

Mathieu Boisadan: Selbstverständlich Maler

Eine Dossier-Eingabe für die diesjährige «Regionale» konnte der französische Maler Mathieu Boisadan nicht machen: Im Juli hat ein Feuer in seinem Atelier fast alle seine Werke zerstört. Trotzdem – oder gerade deshalb – wurde er von Kurator Clément Stehlin in die Fabrikculture Hégenheim eingeladen.Von Françoise Theis. Weiterlesen

:

Reaktionen aus dem Netz 

Z7-Fans: «Obi gits gnue ir Schwiz»

Wie treu die Rockszene ist, manifestiert sich nicht nur an den Konzerten im Z7, sondern auch an den Reaktionen im Netz: Konzertbesucher aus der Schweiz und dem Ausland sind besorgt um die Zukunft der Rockfabrik, ärgern sich über die Gemeinde Pratteln und wären bereit, auf die Strasse zu gehen.Von Marc Krebs. Weiterlesen