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Energie 

10.7.2012, 21:26 Uhr

Viel heisse Luft nach oben

10.7.2012, 21:26 Uhr

Das viel zitierte «Ende des Erdölzeitalters» wird nicht so rasch eintreten. Allein in den USA enthalten Schiefergestein-Formationen rund das Zwanzigfache an Öl, das im Boden Saudiarabiens eingelagert ist. Ein Riesenproblem für die Umwelt. Von George Monbiot / The Guardian

Paul Lowry: Noch lange nicht Feierabend: Ölförderanlage in Texas.

Noch lange nicht Feierabend: Ölförderanlage in Texas. (Bild: Paul Lowry)

Die Tatsachen haben sich geändert, jetzt müssen wir uns ändern. Während der vergangenen zehn Jahre hat uns eine ungewöhnliche Koalition von Geologen, Ölförderern, Bankern, Militärstrategen und Umweltschützern gewarnt, peak oil – das Erreichen der Höchstfördermenge – stehe kurz bevor. Es gab gute Gründe, das zu glauben: Die Förderung hatte sich verlangsamt, der Preis war stark angestiegen. Es hatte den Anschein, die Vorkommen würden sich schneller erschöpfen. Die erste grosse Ressourcen-Krise schien unausweichlich.

Umweltschützer waren sich nie einig darüber, ob sie dieses Szenario für wünschenswert halten sollten oder nicht. Es barg das Potenzial, die Welt nachhaltig zu erschüttern und zu einer wirtschaftlichen Transformation zu zwingen, die künftige Katastrophen vermeiden könnte. Gleichzeitig könnte es ganz eigene Katastrophen verursachen, wie zum Beispiel die Verlagerung auf noch schädlichere Technologien wie Biosprit oder Benzin, das aus Kohle gewonnen wird. Nichtsdestotrotz war peak oil ein starkes Druckmittel. Regierungen, Unternehmen und Wähler, die sich für das umweltpolitisch-moralische Argument unempfindlich zeigten, würden ja vielleicht, so hofften wir, auf das ökonomische reagieren.

1,5 Millionen Barrel Luft

Einige von uns machten nur vage Vorhersagen, andere wurden konkreter. Alle lagen wir falsch. 1975 nannte der für Shell tätige Geologe MK Hubbert, der den Rückgang der US-amerikanischen Ölförderung richtig vorhergesagt hatte, das Jahr 1995 als Zeitpunkt, von dem ab die weltweite Ölfördermenge zurückgehen würde. 1997 vermutete der Erdöl-Geologe Colin Campbell, es würde 2010 so weit sein. 2003 erklärte der Geophysiker Kenneth Deffeyes, er sei sich zu «99 Prozent sicher», dass die Höchstfördermenge 2004 erreicht sei. 2004 sagte der texanische Magnat T Boone Pickens voraus, dass «wir niemals wieder mehr als 82 Millionen Barrel flüssiger Brennstoffe pro Tag fördern werden». Im Mai 2012 lag die Durchschnittsfördermenge pro Tag bei 91 Millionen Barrel.

2005 behauptete der Investmentbanker Matthew Simmons, Saudi Arabien werde seine Ölproduktion nicht mehr wesentlich steigern können. Seitdem ist der Output der Saudis von neun auf zehn Millionen Barrel pro Tag gestiegen, und sie haben noch für weitere 1, 5 Millionen Luft. Peak oil ist nicht eingetreten und wird das wahrscheinlich auch lange nicht.

Ein von der Universität Harvard veröffentlichter Bericht des Ölexperten Leonardo Maugeri liefert stichhaltige Beweise für den Beginn eines neuen Ölbooms. Die Beschränkungen der vergangenen zehn Jahre scheinen mehr finanzielle als geologische Gründe gehabt zu haben. Die niedrigen Preise vor 2003 hatten Investoren davon abgehalten, in schwierige Felder zu investieren. Die hohen Preise der vergangene paar Jahre haben dies geändert.

Maugeris Analyse von Projekten in 23 Ländern legt nahe, dass die Förderung bis 2020 um rund 17 Millionen Barrel pro Tag (auf 110 Millionen) steigen wird. Das sei die grösste Steigerung seit den 1980er Jahren. Die für diesen Boom erforderlichen Investitionen wurden dadurch ermöglicht, dass der Preis für ein Barrel lange Zeit bei 70 Dollar lag – heute kostet ein Barrel Brent Rohöl sogar 95 Dollar. Jetzt strömt Geld in die Erschliessung neuer Quellen: Eine Billion Dollar wurde während der vergangenen zwei Jahre investiert, 2012 sollen weitere 600 Milliarden folgen.

Das Land, in dem die Fördermenge vermutlich am stärksten steigen wird, ist der Irak. Hierher fliesst gegenwärtig das Geld multinationaler Unternehmen. Die grössere Überraschung besteht aber darin, dass der andere grosse Boom wahrscheinlich in den USA stattfinden wird. Aus Hubberts Peak, der berühmten glockenförmigen Grafik, die den Anstieg und Rückgang des amerikanischen Öls beschrieb, wird wohl Hubberts Achterbahn werden.

Keine automatische Korrektur

Die dortigen Investitionen werden sich auf ungewöhnliche Vorkommen konzentrieren, vor allem auf Ölschiefer. Schieferöl ist hochqualitatives Rohöl, das allerdings nur in indirekt verwertbarer Form (als Kerogen) in Gesteinen enthalten ist, aus denen es auf natürliche Weise deshalb auch nicht entweichen kann.

Heute wissen wir, dass es in den USA noch gewaltige Reserven gibt: Eine Schätzung geht davon aus, dass die Bakken Shales in North Dakota fast so viel Öl enthalten wie Saudi Arabien (auch wenn nicht alles davon gefördert werden kann). Und das ist nur eine von 20 solcher Formationen in den USA. Um Ölschiefer auszubeuten muss man horizontal Bohren und Fracken: eine Kombination aus hohen Preisen und technologischen Verfeinerungen haben sie ökonomisch tragfähig gemacht. Die Produktion in North Dakota ist bereits von 100'000 Barrel pro Tag im Jahr 2005 auf 550'000 im Januar dieses Jahres gestiegen.

Das ist also unsere Realität. Der Effekt einer automatischen Korrektur – der Rückgang der Ressource zerstört die Maschine, die ihn vorantreibt –, die viele Umweltaktivisten vorhergesehen haben, wird nicht eintreten. Das Problem besteht jetzt nicht mehr darin, dass wir zu wenig Öl haben, sondern zu viel.

Wir haben die Bedrohung des Planeten mit der Bedrohung der industriellen Zivilisation verwechselt. Beides ist zunächst einmal nicht identisch. Der Kapitalismus, geschmiert und angetrieben von reichlich vorhandenen Ölvorräten, ist widerstandsfähiger als viele der natürlichen Systeme, die er bedroht. Das überreiche Leben der Vergangenheit bedroht in der Form versteinerten Kohlenstoffes das überreiche Leben der Gegenwart.

Es befindet sich genügend Öl unter der Erdoberfläche, um uns alle zu frittieren, und es gibt kein Mittel, um Regierungen und Industrie davon abzuhalten, es dort rauszuholen. Die seit 20 Jahren andauernden Bemühungen, den Zusammenbruch des Klimas durch Überzeugungsarbeit zu verhindern, müssen mit dem Scheitern des multilateralen Prozesses vor einem Monat in Rio ebenfalls als gescheitert gelten. Die mächtigste Nation der Welt wird erneut zu einem Ölstaat und wenn man sich die politischen Veränderungen in Kanada ansieht, dann ist darf man sich auf etwas gefasst machen.

Die Menschheit erinnert an das Mädchen in Guillermo del Toros Meisterstück «Pans Labyrint»: Sie weiss, dass sie selbst verschlungen wird, wenn sie das opulente Festmahl verspeist, das vor ihr steht, aber sie kann es sich einfach nicht verkneifen.
Ich spreche nicht gerne Probleme an, für die ich keine Lösung sehe. Aber jetzt im Augenblick bin ich mir nicht ganz sicher, wie ich meinen Kindern in die Augen schauen kann.

Übersetzung: Holger Hutt

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Reaktionen

  1. Stefan Bachmann

    am 11.07.2012, 23:19

    Hallo? Der Bericht stellt nur die Resultate einer Studie vor und ist im Wesentlichen nichs Neues. Alle Prognosen deuten schon länger darauf hin, dass die Ölförderung weiter zunehmen wird, vor allem wegen den unkonventionellen Quellen. Natürlich ist das eine ökologische Sauerei, und das steht ja auch so in diesem Artikel (siehe Lead). Zudem steht ja nicht, dass der Autor die Entwicklung gut findet, im Gegenteil. Den Leserbriefschreibern sei einmal mehr empfohlen, etwas genauer zu lesen, bevor... ... mehrHallo? Der Bericht stellt nur die Resultate einer Studie vor und ist im Wesentlichen nichs Neues. Alle Prognosen deuten schon länger darauf hin, dass die Ölförderung weiter zunehmen wird, vor allem wegen den unkonventionellen Quellen. Natürlich ist das eine ökologische Sauerei, und das steht ja auch so in diesem Artikel (siehe Lead). Zudem steht ja nicht, dass der Autor die Entwicklung gut findet, im Gegenteil. Den Leserbriefschreibern sei einmal mehr empfohlen, etwas genauer zu lesen, bevor sie sich empören.

  1. Inaktiver Nutzer

    am 11.07.2012, 00:26

    Unabhängig ob Oil Peak erreicht ist oder nicht, es ist unbestreitbar das die Abkehr von Öl die Lebensqualität in Städten steigert. Luftverschmutzung ist da nur ein Schlagwort! Die Menschheit wächst rasant weiter mit einer Verdopplungsrate von ca. 54 Jahren (1,3% Wachstum). Dies bedeutet, dass wir ca. um das Jahr 2065 14 Millionen Menschen auf dieser Welt sein werden. Bei weiterer Konzentrierung auf Öl als primäre Energiequelle wird es daher nicht einmal annähernd bei 110 Millionen Barrels... mehrUnabhängig ob Oil Peak erreicht ist oder nicht, es ist unbestreitbar das die Abkehr von Öl die Lebensqualität in Städten steigert. Luftverschmutzung ist da nur ein Schlagwort! Die Menschheit wächst rasant weiter mit einer Verdopplungsrate von ca. 54 Jahren (1,3% Wachstum). Dies bedeutet, dass wir ca. um das Jahr 2065 14 Millionen Menschen auf dieser Welt sein werden. Bei weiterer Konzentrierung auf Öl als primäre Energiequelle wird es daher nicht einmal annähernd bei 110 Millionen Barrels pro Tag (Prognose für 2020) bleiben. Das ist eine absolut blauäugige Denkweise. Auch wenn also noch riesige Ölreseven entdeckt werden, der Verbrauch von Öl wächst exponentiell an. Jeder sollte Bescheid wissen was exponentielles Wachstum wirklich für extreme Wirkungen entfaltet (http://www.youtube.com/watch?v=umFnrvcS6AQ). Wollen wir uns wirklich auf Analysen verlassen wieviel Öl noch theoretisch gefördert werden kann? Ich möchte an die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko erinnern. Und diese Experten wollen uns tatsächlich weismachen, dass die schwierigen Förderstellen noch gar nicht angegangen wurden. Ich möchte mir gar nicht ausmalen was uns noch für Umweltkatastrophen bevorstehen. Das ist einfach nur zum Haare raufen. Wenn wir weiter die Ölförderung und den Ölverbrauch täglich steigern, dann wird es einen Tag geben an dem es auf einen Schlag keine Ölvorräte mehr geben wird. Dies mag uns nicht betreffen und vielleicht auch noch nicht die nächsten Generationen, aber der Tag wird kommen (ohne jetzt theatralisch zu werden: Das ist einfache Arithmetik!). Man braucht kein Experte sein, um das zu erkennen. Es liegt an uns jetzt die richtigen Maßnahmen in die Wege zu leiten, so dass eine langsam und stetige Abkehr vom Öl erreicht werden kann. Das sind unbequeme Maßnahmen, nur ist jedes andere Handeln nicht verantwortbar und eine Verschiebung des Problems auf die kommenden Generationen. Die prognostizierten 60% der weltweiten Stadtbevölkerung werden es uns danken!

  2. michaelperini

    am 11.07.2012, 02:15

    Also ehrlich, dieser "Artikel" ist so etwas von lächerlich. Wenn die Tageswoche als Firma nur ein kleines Bisschen Anstand im Ranzen hat, dann korrigiert sie das bitte die nächsten paar Tage. Am herausragendsten ist die schon fast skandalöse Umschiffung der ersten Prognose, die Hubbert in den 50ern tätigte: Nämlich, dass die "Lower 48" in den 70ern für immer ihren Peak haben. Und das haben sie bis jetzt nämlich gehabt. Damals wurde er ausgelacht. Dann kam Alaska dazu, Off Shoring, Horizontal... mehrAlso ehrlich, dieser "Artikel" ist so etwas von lächerlich. Wenn die Tageswoche als Firma nur ein kleines Bisschen Anstand im Ranzen hat, dann korrigiert sie das bitte die nächsten paar Tage. Am herausragendsten ist die schon fast skandalöse Umschiffung der ersten Prognose, die Hubbert in den 50ern tätigte: Nämlich, dass die "Lower 48" in den 70ern für immer ihren Peak haben. Und das haben sie bis jetzt nämlich gehabt. Damals wurde er ausgelacht. Dann kam Alaska dazu, Off Shoring, Horizontal Drilling und mit AKW und Mikrowellen Steine schmelzen, damit das wenige Schwarze da drin rausfliesst. (DAS ist Kerogen). Hubbert hatte 1995 als globaler Peak oder Plateau vorausgesagt, weil er halt glaubte, die Sowjets hätten ein späteres Ablaufdatum. Hatten sie aber nicht. Die russische Wirtschaft kam schon in den 80ern durch Fehlinvestitionen im Energiesektor und anderen Ineffizienten zum partiellen Stillstand, diese 10 Jahre (1985-1995) hat es dementsprechend verschoben. Und sie IST zurückgegangen. Das sog. Conventional Oil wird zunehmen durch energieintensiven Unsinn ersetzt, damit die Maschine weiterläuft. Zu den Liquid Fossil Fuels werden heute sogar verflüssigtes Erdgas, Kohleverflüssigung (coal to liquid) etc. dazugezählt. Deswegen steigt die "Fördermenge". Eigentlich sind wir längst am Ende der Massenmotorisierung angelangt. Es ist doch sonnenklar, dass uns die OPEC das niemals erzählen würde. Wäre ja nicht profitabel, wenn Milliarden von Menschen plötzlich von Öl auf Kohle und Uran umsteigen würden. (Die BRIC tun das z.t. Teil schon und fördern mehr Kohle als Öl verbraucht wird, energetisch verrechnet).

    Folgende weitere Begriffe und Begebenheiten fehlten mir oder wurden ungenügend angetönt:

    - Return On Investment
    - Energy Returned On Energy Invested
    - Kapitaleinsatz und historischer Abriss (eine kurze Graphik mit Kosten/Bohrloch hätte genügt)
    - Anzahl und geographische Verteilung der Bohrlöcher, vllt. mit historischer Entwicklung
    - Regionen der Welt, denn es gibt nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern auch Nigeria, Angola, BRIC, OPEC, Non-OPEC/BRIC, Nordsee, Sibirien...
    - Water Cut und wie sich dieser auf die Förderkurve gegen Ende der Förderung auswirkt
    - Wie sich die "Gasflut" (gas glut) der letzten Jahre auf die Investitionen im Fahrzeugbereich auswirken, das könnte das äusserst intensive Investment in Alberta und N-Dakota zumindest verzögern
    - Wieviel Boden verloren geht durch neue Fördermethoden

    So, und dann reden wir wieder weiter davon, wie alles kein Problem ist.

  3. Raphael Zehnder

    am 11.07.2012, 09:05

    Dieser Artikel ist zynisch. Wenn es stimmen würde, dass wir noch lange fossile Energieträger zur Verfügung haben, wäre das eine schlechte Nachricht für die Menschheit. Denn damit heizen wir noch lange unser Klima auf, zerstören riesige Landschaften durch die Ölförderung und verschmutzen die Meere. Die Wende zu erneuerbaren Energien wird nur gelingen, wenn wir jetzt von Erdöl, Kohle, Gas und Uran wegkommen. Ob die Menschheit das tut, bevor die Erdölförderung erschöpft ist, bezweifle ich. mehrDieser Artikel ist zynisch. Wenn es stimmen würde, dass wir noch lange fossile Energieträger zur Verfügung haben, wäre das eine schlechte Nachricht für die Menschheit. Denn damit heizen wir noch lange unser Klima auf, zerstören riesige Landschaften durch die Ölförderung und verschmutzen die Meere. Die Wende zu erneuerbaren Energien wird nur gelingen, wenn wir jetzt von Erdöl, Kohle, Gas und Uran wegkommen. Ob die Menschheit das tut, bevor die Erdölförderung erschöpft ist, bezweifle ich.

  4. MartinLopez

    am 11.07.2012, 11:09

    Liebe Tageswoche,
    Wenn ihr schon derart kritiklos abdruckt, was Monbiot zu Peak Oil und neuen Ölquellen vermeldet, seid doch wenigstens so gründlich und schaut euch an, was zwei Tage später ebenfalls im Guardian zum gleichen Artikel geschrieben wurde.
    Jeremy Legett: "Monbiot says he was wrong on peak oil but the crisis is undeniable" vom 4. Juli.
    [http://www.guardian.co.uk/environment/blog/2012/jul/04/monbiot-wrong-peak-oil]
    Legett vergleicht darin die fundamentale Fehleinschätzung des zu... mehrLiebe Tageswoche,
    Wenn ihr schon derart kritiklos abdruckt, was Monbiot zu Peak Oil und neuen Ölquellen vermeldet, seid doch wenigstens so gründlich und schaut euch an, was zwei Tage später ebenfalls im Guardian zum gleichen Artikel geschrieben wurde.
    Jeremy Legett: "Monbiot says he was wrong on peak oil but the crisis is undeniable" vom 4. Juli.
    [http://www.guardian.co.uk/environment/blog/2012/jul/04/monbiot-wrong-peak-oil]
    Legett vergleicht darin die fundamentale Fehleinschätzung des zu erwartenden Wirtschaftswachtums, die noch vor der aktuellen Krise vorherrschte, mit der Erwartungshaltung von Leuten wie Monbiot was künftige Ölfördermengen betrifft. Und Legett beruft sich darin auf Insiderleute der Energieindustrie.
    Was mir persönlich als Zusatz gefehlt hat, wenn man Monbiot schon abdruckt, ist eine Darstellung der Problematiken, die Ölsandausbeutung und Fracking mit sich bringen. Kurz gesagt: Die USA und viele andere Länder mögen vielleicht auf theoretischen Öl- und Gasreserven sitzen, und die Energielobby ist dank aktuellen Preisen in der Lage, selbst mit enormem Aufwand gewonnenes Öl und Gas gewinnbringend zu fördern. Doch die verschwiegene Kehrseite der Ausbeutung weiterer, schwierig zugänglicher Quellen sind die verheerenden Folgen dieser Fördermethoden: Neben häufigeren Ölteppichen dank hochriskantem Tiefseebohren werden schon heute ganze Grundwasser-führende Bodenschichten vergiftet und eine toxische, unwirtliche Mondlandschaft gegraben, wie zur Zeit in Alberta, Canada, anstelle des primären Nadelwaldes zu sehen ist.
    Was nützt uns ein Festklammern an Öl um jeden Preis, wenn man die Luft nicht mehr atmen, das Wasser nicht mehr trinken und die Pflanzen kaum mehr essen kann?

  5. MartinLopez

    am 11.07.2012, 11:32

    Ich lese erst jetzt den Originalartikel von Monbiot im Guardian und stelle fest, wie sehr die Tageswoche seinen Artikel gekürzt hat. Im Original ist Monbiot äusserst kritisch gegenüber der Entwicklung von verstärkter Ölförderung, und deren Konsequenzen auf uns alle. Seine Überschrift heisst auf Deutsch "Wir haben uns über Peak Oil getäuscht. Es gibt genug, um uns alle zu fritieren."
    Als ob es Absicht wäre, hat die Tawo genau diese Abschnitte ausgelassen, in denen Monbiot sich mit den... mehrIch lese erst jetzt den Originalartikel von Monbiot im Guardian und stelle fest, wie sehr die Tageswoche seinen Artikel gekürzt hat. Im Original ist Monbiot äusserst kritisch gegenüber der Entwicklung von verstärkter Ölförderung, und deren Konsequenzen auf uns alle. Seine Überschrift heisst auf Deutsch "Wir haben uns über Peak Oil getäuscht. Es gibt genug, um uns alle zu fritieren."
    Als ob es Absicht wäre, hat die Tawo genau diese Abschnitte ausgelassen, in denen Monbiot sich mit den UmweltschützerInnen und ÖlindustriekritikerInnen solidarisiert, und mit einem traurigen Schlusswort über die Zukunft der Menschheit abschliesst.
    Was soll das? Ich verlange von der Tageswoche sofort eine Richtigstellung mitsamt einer kompletten Übersetzung des ganzen Artikels. Wenn Holger Hutt das nicht hinkriegt, mach ichs selber. Das ganze grenzt an Verleumdung des Autors, indem der kritische Kontext seines Artikels einfach rausgepflückt wurde.
    Wenn Urs Buess ins Büro kommt und sagt "Es tut mir leid euch sagen zu müssen, dass meine Katze nun nach langem Leiden endlich sterben durfte," würdet ihr wohl titeln
    Urs Buess verkündet: Meine Katze ist endlich tot!

  6. Redaktionsmitglied

    Remo Leupin

    am 11.07.2012, 11:54

    Die TagesWoche zensiert die vom «Guardian» übernommenen Artikel natürlich nicht. Wie ich jetzt sehe ist der Artikel von George Monbiot inzwischen überarbeitet und verlängert worden – nachdem wir den Atikel für die TagesWoche übernommen haben.

  7. Stefan Bachmann

    am 11.07.2012, 23:19

    Hallo? Der Bericht stellt nur die Resultate einer Studie vor und ist im Wesentlichen nichs Neues. Alle Prognosen deuten schon länger darauf hin, dass die Ölförderung weiter zunehmen wird, vor allem wegen den unkonventionellen Quellen. Natürlich ist das eine ökologische Sauerei, und das steht ja auch so in diesem Artikel (siehe Lead). Zudem steht ja nicht, dass der Autor die Entwicklung gut findet, im Gegenteil. Den Leserbriefschreibern sei einmal mehr empfohlen, etwas genauer zu lesen, bevor... mehrHallo? Der Bericht stellt nur die Resultate einer Studie vor und ist im Wesentlichen nichs Neues. Alle Prognosen deuten schon länger darauf hin, dass die Ölförderung weiter zunehmen wird, vor allem wegen den unkonventionellen Quellen. Natürlich ist das eine ökologische Sauerei, und das steht ja auch so in diesem Artikel (siehe Lead). Zudem steht ja nicht, dass der Autor die Entwicklung gut findet, im Gegenteil. Den Leserbriefschreibern sei einmal mehr empfohlen, etwas genauer zu lesen, bevor sie sich empören.

  8. MartinLopez

    am 12.07.2012, 09:14

    Zu Ihrem besseren Verständnis: Die Tageswoche hat gestern eine unvollständige Fassung des Original-Artikels aufgeschaltet, wo genau diese kritischen Passagen fast rundweg fehlten, was die Stossrichtung des Artikels grob verfälschte. Deshalb mein Protest.
    Zu dem Zeitpunkt, als Sie gestern Abend kommentierten, war die vollständige Fassung seit erst einer Stunde online.

Informationen zum Artikel

10.7.2012, 21:26 Uhr

Viel heisse Luft nach oben

Text

Text: George Monbiot / The Guardian

  • 10.07.2012 um 21:26
    Viel heisse Luft nach oben

    Das viel zitierte «Ende des Erdölzeitalters» wird nicht so rasch eintreten. Allein in den USA enthalten Schiefergestein-Formationen rund das Zwanzigfache an Öl, das im Boden Saudiarabiens eingelagert ist. Ein Riesenproblem für die Umwelt.

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