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TagesWoche

Tages Woche

Do, 20.06.2013

Ausstellungen 

10.7.2012, 16:12 Uhr

Fasziniert von Materialität

10.7.2012, 16:12 Uhr

Die Kunsthalle Basel präsentiert zwei Ausstellungen, eine zurückhaltende und eine monumentale. Doch trotz aller Gegensätze findet man in den Werken von Paul Sietsema und Craigie Horsfield auch Gemeinsamkeiten. Von Karen N. Gerig

Detail aus «The Arciconfraternity of Santa Monica» von Craigie Horsfield.

Detail aus «The Arciconfraternity of Santa Monica» von Craigie Horsfield. (Bild: Karen N. Gerig)

Blick in den Oberlichtsaal mit Werken von Craigie Horsfield.

Blick in den Oberlichtsaal mit Werken von Craigie Horsfield. (Bild: Serge Hasenböhler)

 ...und gleich noch einmal...

...und gleich noch einmal... (Bild: Serge Hasenböhler)

 Lackfarbe und Nägel bei Paul Sietsema.

Lackfarbe und Nägel bei Paul Sietsema. (Bild: ©the Artist & Mathew Marks Gallery)

 Still aus Sietsemas FIlm «Encre Chine».

Still aus Sietsemas FIlm «Encre Chine». (Bild: ©the Artist & Mathew Marks Gallery)

 Videostill aus «Letter to a young painter» von Paul Sietsema.

Videostill aus «Letter to a young painter» von Paul Sietsema. (Bild: ©the Artist & Mathew Marks Gallery)

Gewohnheitsmässig beginnen wir den Rundgang durch die Kunsthalle Basel im Erdgeschoss. Hier finden sich aktuell Werke von Paul Sietsema. Und wie wir es seit Jahren gewohnt sind in diesem Haus, so knallt hier nichts, sondern ist alles schön gedämpft und zurückhaltend.

Der Amerikaner Paul Sietsema mag die Werke anderer Künstler – um sie oder deren Träger umzuarbeiten. Die Rückseiten alter Gemälde haben es ihm angetan, Bilderrahmen oder alte Fotografien. Einige Eigenschaften des originalen Werkes bleiben vorhanden, die Materialität etwa oder das Motiv. Ein allfälliger emotionaler Wert jedoch geht verloren, oder aber er bildet sich erneut für das neu entstandene Werk Sietsemas.

Es ist vor allem der Umgang mit den Materialien, der an Sietsemas Werk fasziniert. Lackfarbe, die er auf Leinwand oder Zeitungspapier aufträgt, erhält eine plastische Komponente und gaukelt uns die unterschiedlichsten Formen vor. Mal ist sie eine Münze, ein andermal ein Hammer. Nie jedoch vollplastisch, sondern immer nur als Relief. Umgekehrt verfährt er mit tatsächlichen Objekten in seinem Film «Encre Chine», in dem er diese in einem See von schwarzer Tinte ertrinken lässt: Die Gegenstände verlieren nicht nur ihre Farbe, sondern ansatzweise auch ihre Form – ihre Identität wird quasi ausgelöscht.

Für einmal monumental

Während Sietsemas Werke vom Betrachter Nähe erwarten, ohne die sie nicht erkennbar sind, geht man im Obergeschoss, vor den Werken von Craigie Horsfield, besser auf Distanz – man tritt zumindest so weit zurück, wie es der Oberlichtsaal zulässt. Anders lassen sie die grossformatigen Werke nicht in ihrer Gänze aufnehmen. Fast wie die Antithese zur Ausstellung im Untergeschoss wirkt diese hier. Gross und gewaltig, ohne Zurückhaltung. Und überraschend.

So weit entfernt sind sie jedoch nicht, Horsfield und Sietsema. Denn wie sein amerikanischer Kollege interessiert sich auch der Brite Horsfield für Materialitäten. Zwei der hier gezeigten Werke hat er mithilfe eines neuen Fresko-Verfahrens produziert: Gips, Tinte, Wachs sind die Bestandteile, die Herstellung jedoch verläuft digital.

Auch die Tapisserien, von denen die längste eine Länge von 20 Metern aufweist, zeigen sein Interesse für eine mögliche Übersetzung alter künstlerischer Verfahren in die heutige Zeit. Und so fühlen wir uns heute von diesen riesigen Teppichen umhüllt wie sich vor Jahrhunderten Könige fühlen mussten von dem Wandschmuck. Die Motive, die Horsfield verwendet, verkommen dabei zur absoluten Nebensache.

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Informationen zum Artikel

10.7.2012, 16:12 Uhr

Fasziniert von Materialität

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Text:

  • 18.06.2013 um 14:29
    Der Kunstkredit hat eine neue Leiterin

    Die neue Beauftragte für Kulturprojekte in den Bereichen Bildende Kunst, Film und Digitale Kultur heisst Katrin Grögel. Die Kunstwissenschaftlerin wird Nachfolgerin von Peter Stohler in der Abteilung Kultur.

  • 13.06.2013 um 15:07
    Da laust uns doch der Affe!

    Der Basler Comix Shop feiert ein stolzes Alter – unter neuer Leitung. Seit 30 Jahren lockt das Fachgeschäft Comicbegeisterte in die Theaterpassage.

  • 13.06.2013 um 14:55
    Kultwerk #84: «Etappe»

    Dieses Werk von Neo Rauch ist vielleicht nicht sein berühmtestes. Aber es ist Kult – seinem Besitzer sei Dank.

  • 03.06.2013 um 10:21
    @Karl Linder
    Zum Artikel: Preise, aber kein Raum für ein Pionierprojekt

    Lieber Herr Linder, ich empfinde das nicht unbedingt als Widerspruch: längerfristig bedeutet ja nicht mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte. Im Vergleich mit den drei Monaten, für die Depot Basel nun etwas gefunden hat, darf man meiner Meinung nach durchau...

  • 27.05.2013 um 06:41
    Sehr geehrter Herr Monnerat,
    Zum Artikel: Zwei schelmische Herren kommen in Fahrt

    es tut mir sehr leid, dass Sie sich über meine Buchkritik ärgern müssen. Denn ich hab mich über Ihren Roman keineswegs geärgert, sondern ihn sehr gerne gelesen. Wenn ich mir Ihren Kommentar nun ansehe, habe ich das offenbar aber schlecht rüber gebracht...

  • 07.05.2013 um 16:08
    Comixshop
    Zum Artikel: Basler Kult.kino Atelier will expandieren

    Liebe Frau Suess, wie mir gerade offiziell bestätigt wurde: Der Comixshop wird sicher in der Thaterpassage verbleiben – dies auf ausdrücklichen Wunsch der kult.kino-Leute, die dessen Nachbarschaft sehr schätzen, wie Suzanne Schweizer mir soeben versich...

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