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Schulreform 

30.6.2012, 10:40 Uhr

So still darf unsere Schule nicht umgebaut werden!

30.6.2012, 10:40 Uhr

Für die einen ist die Schulreform der beiden Basel so sensationell wie die erste Mondlandung, für die anderen schlicht ein Skandal. Das sind grosse Worte, die aber leider sehr wenig bringen. Umso wichtiger wäre eine ernsthafte politische Debatte über den grossen Schulumbau. Und um die in aller Stille eingefädelten Abstriche bei den Kreativ-Fächern. Ein Kommentar. Von

Keystone: Mehr Mathe büffeln: Die Schulen in den beiden Basel stehen vor einem Umbau. Zu Recht?

Mehr Mathe büffeln: Die Schulen in den beiden Basel stehen vor einem Umbau. Zu Recht? (Bild: Keystone)

Das Lokal war perfekt gewählt für den grossen Auftritt: Die obersten Erzieher der beiden Basel, Urs Wüthrich (SP, BL) und Christoph Eymann (LDP, BS), luden die Medien am Freitag nach Liestal ins Museum.BL, um zu verkünden, dass die beiden Basel nun ein gemeinsames Schulsystem erhalten. Vom Kindergarten bis zum Gymnasium, mit einheitlichen Stundentafeln auf allen Stufen. Ein Projekt, «historischer als historisch», wie der Basler Erziehungsdirektor Eymann sagte, höchstens noch zu vergleichen mit der ersten Mondlandung – zumindest wenn zutrifft, was der Baselbieter Bildungsdirektor Wüthrich sagte: «Hier im Museum gibt es eine Ausstellung zum Thema Raumfahrt. Insofern passt der Rahmen bestens.»

Trotz der schönen Worte gibt es im Bildungsbereich der beiden Basel aber erhebliche Startschwierigkeiten. Und Unstimmigkeiten. Dass die aktuellste Ausstellung im Museum.BL nicht irgendwelchen Höhenflügen gewidmet ist, sondern dem Thema der Verstellung, der Verschleierung und der Lüge, mag nur ein Detail sein. Aber ein bezeichnendes.

Mehr «Nützlichkeit»

Die Vertretungen der Musiklehrer und der Lehrer im Bereich Bildnerisches Gestalten haben jedenfalls noch vor der Medienkonferenz zu Recht darauf hingewiesen, dass die geplante Schulreform auch erhebliche Nachteile mit sich bringt (siehe Rückseite dieses Artikels). Die Kreativabteilung unter den Lehrern geht sogar so weit, von einem «Skandal» zu sprechen, weil in der Sekundarschule bei den musischen und gestalterischen Fächern erhebliche Abstriche vorgenommen werden. Ausgebaut wird der Unterricht dafür in den sprachlichen und vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern.

Ganz offensichtlich wollen die Regierungen der beiden Basel die Schulen auf Nützlichkeit trimmen, sie fit machen für die Wirtschaft. Es ist ein ähnlicher Prozess, der bei der Universität bereits in vollem Gange ist, wie die TagesWoche kürzlich berichtet hat. Als «Skandal» muss man das nicht unbedingt sehen, weil die Unternehmen in der Schweiz tatsächlich mehr Naturwisschenschaftler brauchen. Und weil es den meisten Schulabgängerinnen und –abgängern nicht sehr viel bringt, schön singen und zeichnen zu können, wenn sie sich für einen Job am bewerben sind.

Hinter verschlossenen Türen

Störend ist es dennoch, wie instransparent der grosse Umbau der Schule vorgenommen wird. Die Behörden haben die Reform eingefädelt, die Regierungen beschlossen, alles im stillen Kämmerchen. Danach mussten nur noch der Bildungsrat im Baselbiet und der Erziehungsrat in Basel zustimmen. Zwei Gremien mit handverlesenen Mitgliedern, die von den zuständigen Regierungsräten Wüthrich und Eymann präsidiert werden. Zwei Gremien auch, die ebenfalls hinter verschlossenen Türen tagen und offenkundig auch von gewichtigen Interessenvertretungen wie den Wirtschaftsverbänden beeinflusst werden.

Eine grosse Überraschung ist der Abbau der Kreativ-Fächer zugunsten der naturwissenschaftlichen Fächer unter solchen Voraussetzungen nicht. Umso interessanter ist die Frage, ob dieser Umbau richtig ist, nicht nur für die Kinder und Jugendlichen, sondern auch für die gesamte Gesellschaft. Ob es überhaupt richtig ist, die Schulen immer mehr in den Dienst der Wirtschaft zu stellen.

Als Phil-Einer ist man geneigt zu sagen: nein. Die Gesellschaft braucht nicht nur nützliche Menschen, die möglichst gut funktionieren. Sie braucht auch kreative Köpfe und Querdenker, die sich kritisch mit ihr auseinandersetzen und ihr neue Impulse verleihen, gerade jetzt, in der gegenwärtigen Krise. Darum wäre es erfreulich, wenn die Politikerinnen und Politiker der beiden Basel nicht einfach hinnehmen, dass die Debatte über die Ausrichtung der Schule beendet ist, noch bevor sie überhaupt richtig begonnen hat und entsprechende Vorstösse einreichen.

Denn bei dieser Frage entscheidet sich nichts weniger als unsere Zukunft. 

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Baselland, Bildung, Schule

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Reaktionen

  1. paul menz

    am 30.06.2012, 11:42

    Endlich ein mutiger Schritt!
    Seit Jahrzehnten wird immer nur geredet und geredet. Jetzt haben die zwei Regierungsräte endlich gehandelt!

  2. Nemesis

    am 30.06.2012, 14:53

    was für ein kommentar! hauptsache es wurde gehandelt, egal wie... - mehr kann man nicht dazusagen - bildungsfern in jedem sinne.

  3. Christian Baer

    am 30.06.2012, 15:31

    Warum nicht gleich auch die Uni Basel zu einer reinen Hochschule für LIfe Sciences umbauen, so nach Art der HSG? Sicher spielt dann Basel in diesem Bereich bald in der allerersten Liga und wird eine ganz tolle Weltstadt wie Boston oder Shanghai. Falls all die fleissigen Forschenden doch noch etwas Kultur konsumieren möchten, lassen wir halt ein paar Kreative einfliegen, am Geld soll es nicht liegen.

  4. Mark Zeman

    am 30.06.2012, 17:55

    Na endlich! Ein bisschen Schulreform dem ich zustimmen kann!
    Die Schulen in Basel sind in den letzten Jahren so sehr zum Witz verkommen, dass ich richtig froh bin, dass meine Kinder (falls überhaupt) wieder ein ganz anderes Schulsystem erleben werden.
    Mit HarmOS wirds allerdings trotz dieser unbedingt notwendigen und absolut korrekten Anpassung zuerst einmal noch schlechter.
    5 Jahre Gymnasium sind gerade lang genug, um die Schüler knapp auf die Unis vorzubereiten, die drei Jahre die in... ... mehrNa endlich! Ein bisschen Schulreform dem ich zustimmen kann!
    Die Schulen in Basel sind in den letzten Jahren so sehr zum Witz verkommen, dass ich richtig froh bin, dass meine Kinder (falls überhaupt) wieder ein ganz anderes Schulsystem erleben werden.
    Mit HarmOS wirds allerdings trotz dieser unbedingt notwendigen und absolut korrekten Anpassung zuerst einmal noch schlechter.
    5 Jahre Gymnasium sind gerade lang genug, um die Schüler knapp auf die Unis vorzubereiten, die drei Jahre die in HarmOS vorgesehen sind, werden nie reichen. Immerhin wird dies nun ein wenig kompensiert indem Mathe und die Naturwissenschaften, welche bis anhin viel zu kurz kamen, mehr Zeit eingeräumt wird.
    Ich für meinen Teil, bin noch so froh, dass dies durchgezogen wird. Musik und Zeichnen haben am Gymnasium ausserhalb der freiwilligen Fächer nichts mehr verloren. (Sport übrigens genausowenig.)
    Warum? Weil diejenigen, die nichts damit anfangen können, auch nichts daraus mitnehmen. Diejenigen, welche es sowieso interessiert, machen sowas auch ausserhalb der Schule oder nehmen die Fächer freiwillig.
    Dies im Gegensatz zu Mathe, ein Fach, welches allen zu Gute kommt die - praktisch - irgendwas studieren wollen. Auch die Naturwissenschaften müssen früher drankommen, damit man sich daran gewöhnen und eventuell dafür begeistern kann.

  5. paul menz

    am 30.06.2012, 19:26

    Lieber Herr Hochhuth

    Sie sagen Dinge, die diskussionswürdig sind. Schade ist nur, dass Sie die ganze Sache nicht ein bisschen sachlicher angehen können.

    Mit freundlichen Grüssen
    Ein "schnellgebleichter" Generalist

  6. Daniel Regenass

    am 30.06.2012, 21:25

    Während ich die Einschätzung teile, dass ein Abbau von musischen Fächern an der Schule nicht unbedingt sinnvoll ist, so muss ich doch feststellen, dass bei der Debatte ein seltsamer Unterton mitschwingt. Da gibt es auf der einen Seite die kreativen, kritischen Schöngeister und auf der anderen Seite die nützlichen Naturwissenschafter. So sieht die Welt nicht aus. Kritische Stimmen sind wichtig, Kreatives ist eine Bereicherung für die Gesellschaft, die Geisteswissenschaften und Künste sollen... ... mehrWährend ich die Einschätzung teile, dass ein Abbau von musischen Fächern an der Schule nicht unbedingt sinnvoll ist, so muss ich doch feststellen, dass bei der Debatte ein seltsamer Unterton mitschwingt. Da gibt es auf der einen Seite die kreativen, kritischen Schöngeister und auf der anderen Seite die nützlichen Naturwissenschafter. So sieht die Welt nicht aus. Kritische Stimmen sind wichtig, Kreatives ist eine Bereicherung für die Gesellschaft, die Geisteswissenschaften und Künste sollen sich nicht über einen finanziellen Nutzen rechtfertigen müssen. In diesem Punkt sind wir uns wohl alle einig. Was ich perönlich nicht mehr hören mag, ist die Legende von den fleissigen, gehorsamen aber doch eher unkreativen und einseitig auf Erfolg ausgerichteten Naturwissenschaftlern. Naturwissenschaft erfordert kreative Denkprozesse. Beispielsweise ist der Glaube Mathematik sei stures Anwenden von gelernten Regeln in etwa vergleichbar mit dem Reduzieren einer Sprache auf ihre Grammatik. Naturwissenschaftler können auch Querdenker und Wirrköpfe sein, bitte gesteht uns dieses Recht zu (wers nicht glaubt soll Feynman lesen). Der Druck seitens der Wirtschaft schadet den Naturwissenschaften ebenso, wie den Geisteswissenschaften, da sich Resultate in der Grundlagenforschung ebenfalls selten kurzfristig in Geld verwandeln lassen. Es weder sinnvoll noch gerecht, den Naturwissenschaftlern vorzuwerfen, sie würden sich bedingungslos dem Druck der Wirtschaft beugen.

  7. ursus

    am 1.07.2012, 11:56

    Bildnerisches Gestalten ist seit gut 1900 Maturfach, weil dies eine ausdrückliche Forderung der ETH und der Medizin war! Früher gab es in Basel das MNG das Mathematisch-naturwiss. Gymnasium, da waren Naturwissenschaften und Zeichnen gut kombiniert, bei 14- bis 16-Jährigen gab es sogar Halbklassen! Auch an den Realschulen wurde Zeichnen im Halbklassenunterricht erteilt.

    Im Bildnerischen Gestalten werden Visuell-räumliches Vorstellungs- und Darstellungsvermögen eingeübt. Das Visualisieren und... ... mehrBildnerisches Gestalten ist seit gut 1900 Maturfach, weil dies eine ausdrückliche Forderung der ETH und der Medizin war! Früher gab es in Basel das MNG das Mathematisch-naturwiss. Gymnasium, da waren Naturwissenschaften und Zeichnen gut kombiniert, bei 14- bis 16-Jährigen gab es sogar Halbklassen! Auch an den Realschulen wurde Zeichnen im Halbklassenunterricht erteilt.

    Im Bildnerischen Gestalten werden Visuell-räumliches Vorstellungs- und Darstellungsvermögen eingeübt. Das Visualisieren und Memorisieren komplexer Prozesse spielt eine Rolle in vielen naturwissenschaftlichen Berufen - z. B. in der Medizin, Architektur, Technik.
    Man sollte nicht Fächer gegeneinander ausspielen! Kreativität ist ein fächerübergreifendes Phänomen - divergierendes Denken ist gefragt!

    Die Naturwissenschaften sind mit der neuen Stundentafel Sek I vom LP 21 schon höher dotiert und MINT kommt noch zusätzlich dazu! Die kantonseigenen Fächer MINT und LINGUA (Latein) treten vor allem im E-Zug und im Progymnasialen P-Zug (Wahlpflicht Lingua oder Mint und nur ein musisches Fach) in diesem Wahlfachsystem in Konkurrenz zum Fach Bildnerisches Gestalten und Musik, so dass im Bildungsbereich (Musik, Kunst, Gestaltung) die vorgegebenen Stunden vom LP 21 in der neuen Stundentafel Sek I BS / BL nicht eingehalten werden.
    Schüler und Schülerinnen weisen somit an den weiterführenden Schulen FMS und Gymnasium entweder im Bildnerischen Gestalten oder im Musik oder gar in beiden Fächern (falls sie Technisches oder Textiles Gestalten wählen) eine Ausbildungslücke von zwei Jahren auf.

  8. Annette Morenz

    am 1.07.2012, 15:27

    Wenn ich denke, was meine Kinder aus all den Musikstunden an der EMOS mitgenommen haben, wie bereichernd und breit das Musizieren sie gebildet hat, welche Sozialkompetenzen im Musikunterricht erlangt werden können, wie der bildnerisch gestalterische Unterricht ihre Geduld und Ausdauer immer wieder gefordert und gefestigt hat, dann sehe ich die Zukunft auf der SEK I Stufe düster. Wie viel profitiert die Wirtschaft denn von vermehrtem Matheunterricht? Als Phil Ierin kann ich mich da nicht... ... mehrWenn ich denke, was meine Kinder aus all den Musikstunden an der EMOS mitgenommen haben, wie bereichernd und breit das Musizieren sie gebildet hat, welche Sozialkompetenzen im Musikunterricht erlangt werden können, wie der bildnerisch gestalterische Unterricht ihre Geduld und Ausdauer immer wieder gefordert und gefestigt hat, dann sehe ich die Zukunft auf der SEK I Stufe düster. Wie viel profitiert die Wirtschaft denn von vermehrtem Matheunterricht? Als Phil Ierin kann ich mich da nicht wirklich gut reinversetzen. Als Lehrerin meine ich jedoch, dass die Fächer, die unseren Geist erweitern, die Gemeinschaftlichkeit schulen, Geduld, Rücksicht und Ausdauer fördern, schlussendlich wichtig sind für unseren Werdegang. Und da gehören gestalterische und musische Fächer in hohem Mass dazu. Ich hoffe, dass dieser Beschluss der beiden Regierungen doch noch diskutiert wird und nicht einfach durchgewinkt wird, als wäre nichts mehr zu ändern. Ich denke, es ist an der Zeit, dass auch die Lehrerschaft sich wieder wehrt. Ist sie es doch, die über die nötigen pädagogischen Erfahrungen verfügt. Schlussendlich müsste es um Kinder und Bildung gehen und nicht um Wirtschaft.
    An der Maturfeier des Gymnasiums Leonhard hiess der Titel der Gastrede:

    Empört Euch!

    Ja, empören wir uns und lassen wir uns nicht von der Wirtschaft überrollen!

  9. Nein danke

    am 2.07.2012, 09:12

    Fritz Hochhuth, ist das jetzt alles schlimm was du aufzählst? Nein.

    Kunst- und Musikgeschichte ist unnötig. Wer interesse daran hat, selber Musik zu komponieren/produzieren oder eine Ausbildung in einem gestalterischen Gebiet absolvieren will, der/die macht das, eben aus eigenem Antrieb. So mach ich es. Das sind Fächer, auf denen es aufs "Handwerk" ankommt und üben, nicht über kopflastiges, intellektuelles auswendiglernen von Geschichte.

    Gestalterische Fächer sind nicht nur abgehobene,... ... mehrFritz Hochhuth, ist das jetzt alles schlimm was du aufzählst? Nein.

    Kunst- und Musikgeschichte ist unnötig. Wer interesse daran hat, selber Musik zu komponieren/produzieren oder eine Ausbildung in einem gestalterischen Gebiet absolvieren will, der/die macht das, eben aus eigenem Antrieb. So mach ich es. Das sind Fächer, auf denen es aufs "Handwerk" ankommt und üben, nicht über kopflastiges, intellektuelles auswendiglernen von Geschichte.

    Gestalterische Fächer sind nicht nur abgehobene, kapitalistische Kunst, sondern auch zeitgenössische Illustration und Grafik. So auf kopflastige Museums- und Galeriekunst fixiert wie du scheinst, solltest du mal deinen Horizont erweitern und Mangas lesen oder Trickfilme schauen.

    Es braucht auch keine Lehrer die Sportlernüsse dazu zwingen (und da bin ich der Meinung von Mark Zeman, Sport/Gymnastik muss raus aus dem obligatorischen Unterricht, denn diese körperlich fitten und oft soziopathischen Schüler werden häufig bevorteilt!).

  1. paul menz

    am 30.06.2012, 11:42

    Endlich ein mutiger Schritt!
    Seit Jahrzehnten wird immer nur geredet und geredet. Jetzt haben die zwei Regierungsräte endlich gehandelt!

  2. Nemesis

    am 30.06.2012, 14:53

    was für ein kommentar! hauptsache es wurde gehandelt, egal wie... - mehr kann man nicht dazusagen - bildungsfern in jedem sinne.

  3. Christian Baer

    am 30.06.2012, 15:31

    Warum nicht gleich auch die Uni Basel zu einer reinen Hochschule für LIfe Sciences umbauen, so nach Art der HSG? Sicher spielt dann Basel in diesem Bereich bald in der allerersten Liga und wird eine ganz tolle Weltstadt wie Boston oder Shanghai. Falls all die fleissigen Forschenden doch noch etwas Kultur konsumieren möchten, lassen wir halt ein paar Kreative einfliegen, am Geld soll es nicht liegen.

  4. Mark Zeman

    am 30.06.2012, 17:55

    Na endlich! Ein bisschen Schulreform dem ich zustimmen kann!
    Die Schulen in Basel sind in den letzten Jahren so sehr zum Witz verkommen, dass ich richtig froh bin, dass meine Kinder (falls überhaupt) wieder ein ganz anderes Schulsystem erleben werden.
    Mit HarmOS wirds allerdings trotz dieser unbedingt notwendigen und absolut korrekten Anpassung zuerst einmal noch schlechter.
    5 Jahre Gymnasium sind gerade lang genug, um die Schüler knapp auf die Unis vorzubereiten, die drei Jahre die in... mehrNa endlich! Ein bisschen Schulreform dem ich zustimmen kann!
    Die Schulen in Basel sind in den letzten Jahren so sehr zum Witz verkommen, dass ich richtig froh bin, dass meine Kinder (falls überhaupt) wieder ein ganz anderes Schulsystem erleben werden.
    Mit HarmOS wirds allerdings trotz dieser unbedingt notwendigen und absolut korrekten Anpassung zuerst einmal noch schlechter.
    5 Jahre Gymnasium sind gerade lang genug, um die Schüler knapp auf die Unis vorzubereiten, die drei Jahre die in HarmOS vorgesehen sind, werden nie reichen. Immerhin wird dies nun ein wenig kompensiert indem Mathe und die Naturwissenschaften, welche bis anhin viel zu kurz kamen, mehr Zeit eingeräumt wird.
    Ich für meinen Teil, bin noch so froh, dass dies durchgezogen wird. Musik und Zeichnen haben am Gymnasium ausserhalb der freiwilligen Fächer nichts mehr verloren. (Sport übrigens genausowenig.)
    Warum? Weil diejenigen, die nichts damit anfangen können, auch nichts daraus mitnehmen. Diejenigen, welche es sowieso interessiert, machen sowas auch ausserhalb der Schule oder nehmen die Fächer freiwillig.
    Dies im Gegensatz zu Mathe, ein Fach, welches allen zu Gute kommt die - praktisch - irgendwas studieren wollen. Auch die Naturwissenschaften müssen früher drankommen, damit man sich daran gewöhnen und eventuell dafür begeistern kann.

  5. paul menz

    am 30.06.2012, 19:26

    Lieber Herr Hochhuth

    Sie sagen Dinge, die diskussionswürdig sind. Schade ist nur, dass Sie die ganze Sache nicht ein bisschen sachlicher angehen können.

    Mit freundlichen Grüssen
    Ein "schnellgebleichter" Generalist

  6. Daniel Regenass

    am 30.06.2012, 21:25

    Während ich die Einschätzung teile, dass ein Abbau von musischen Fächern an der Schule nicht unbedingt sinnvoll ist, so muss ich doch feststellen, dass bei der Debatte ein seltsamer Unterton mitschwingt. Da gibt es auf der einen Seite die kreativen, kritischen Schöngeister und auf der anderen Seite die nützlichen Naturwissenschafter. So sieht die Welt nicht aus. Kritische Stimmen sind wichtig, Kreatives ist eine Bereicherung für die Gesellschaft, die Geisteswissenschaften und Künste sollen... mehrWährend ich die Einschätzung teile, dass ein Abbau von musischen Fächern an der Schule nicht unbedingt sinnvoll ist, so muss ich doch feststellen, dass bei der Debatte ein seltsamer Unterton mitschwingt. Da gibt es auf der einen Seite die kreativen, kritischen Schöngeister und auf der anderen Seite die nützlichen Naturwissenschafter. So sieht die Welt nicht aus. Kritische Stimmen sind wichtig, Kreatives ist eine Bereicherung für die Gesellschaft, die Geisteswissenschaften und Künste sollen sich nicht über einen finanziellen Nutzen rechtfertigen müssen. In diesem Punkt sind wir uns wohl alle einig. Was ich perönlich nicht mehr hören mag, ist die Legende von den fleissigen, gehorsamen aber doch eher unkreativen und einseitig auf Erfolg ausgerichteten Naturwissenschaftlern. Naturwissenschaft erfordert kreative Denkprozesse. Beispielsweise ist der Glaube Mathematik sei stures Anwenden von gelernten Regeln in etwa vergleichbar mit dem Reduzieren einer Sprache auf ihre Grammatik. Naturwissenschaftler können auch Querdenker und Wirrköpfe sein, bitte gesteht uns dieses Recht zu (wers nicht glaubt soll Feynman lesen). Der Druck seitens der Wirtschaft schadet den Naturwissenschaften ebenso, wie den Geisteswissenschaften, da sich Resultate in der Grundlagenforschung ebenfalls selten kurzfristig in Geld verwandeln lassen. Es weder sinnvoll noch gerecht, den Naturwissenschaftlern vorzuwerfen, sie würden sich bedingungslos dem Druck der Wirtschaft beugen.

  7. Maya Eldorado

    am 1.07.2012, 00:15

    Ich kann Ihrem Beitrag nur beistimmen.
    Ich habe Erfahrungen in dieser Hinsicht als Mutter gemacht.
    Pestalozzi hat etwas sehr Wichtiges gesagt: Die Kinder müssen geschult werden in Kopf, Herz und Hand.
    Kopf steht für das abstrakte Wissen und Schulung des klaren Denkens.
    Herz steht für die emotionale Intelligenz, Kunst, Religion, Empathie, usw. und fördert das Fühlen.
    Hand steht für die praktische Tätigkeit. Das fördert den Willen.

    Heute kann ja wirklich nicht mehr bestritten werden, wer... mehrIch kann Ihrem Beitrag nur beistimmen.
    Ich habe Erfahrungen in dieser Hinsicht als Mutter gemacht.
    Pestalozzi hat etwas sehr Wichtiges gesagt: Die Kinder müssen geschult werden in Kopf, Herz und Hand.
    Kopf steht für das abstrakte Wissen und Schulung des klaren Denkens.
    Herz steht für die emotionale Intelligenz, Kunst, Religion, Empathie, usw. und fördert das Fühlen.
    Hand steht für die praktische Tätigkeit. Das fördert den Willen.

    Heute kann ja wirklich nicht mehr bestritten werden, wer wirklich die Welt regiert. Das ist die Wirtschaft. Und mit diesem Konzept, das hier vorgestellt wurde, soll die Schule der Wirtschaft zudienen. Das ist wirklich fatal.

    Der Mensch definiert sich in immer stärkeren Mass durch seine Erwerbsarbeit. Das ist auch fatal, ist doch Erwerbsarbeit für alle immer weniger selbstverständlich. Kommt ein Mensch, der sich vorwiegend über die Erwerbsarbeit definiert, in die Arbeitslosigkeit, kann er so in eine grosse Krise kommen. Auch wenn der Druck von der Arbeitsstelle immer grösser wird und ein Mensch nichts anderes als Ausgleich hat, kann er daran zerbrechen.

    Deshalb ist es unabdingbar wichtig, dass Kinder und Jugendliche in Kopf, Herz und Hand (Denken, Gefühl und Wille) gefördert wird.
    Es sollte doch klar sein, dass z.B: ein starker Wille auch in einem kopflastigen Beruf von enimenter Bedeutung ist. Das gleiche gilt für das Gefühl.

    Meine beiden Töchter sind unterdessen 31 und 34 Jahre alt. Die ersten Monate lernen sie alles durch Berühren und in den Mund nehmen kennen. Sowie sie gehen gelernt haben rennen sie da hin in der Wohnung wo etwas läuft, wo Vater oder Mutter irgend etwas macht und wollen es auch versuchen. Da ich fast kein Geld und auch Spielzeug hatte, fing ich an in einer Schachtel verwertbaren Abfall aus dem Haushalt zu sammeln. Auch auf den Spaziergängen fand sich vieles. Auf den Baustellen und hinter den Hobbymärkten gab es damals noch Container mit Abfall. Da sammelte ich auch. Ich machte den Kindern daraus Spielzeug und leitete sie an selber zu basteln. Schon bald kamen immer mehr Kinder aus der Nachbarschaft. Regelmässig war meine Wohnung voll von Kindern. Und ich sah, wie wichtig das ist, sie auch teilzuhaben lassen am Alltag, wie Kochen, Putzen und was sonst noch dazu gehört. Meine ältere Tochter entpuppte sich als wahre Künstlerin. Mit dem Ton, den ich auf den Feldern fand (ich wohnte damals in Ettingen) vollbrachte sie wahre Kunstwerke. Das machte sie auch mit vielem anderen Material. Meine jüngere Tochter sagte schon mit 3 Jahren, dass ihre grossen Schwester eine Künstlerin sei. Sie dagegen sei besser bei praktischen Sachen. Sie versuchte aber trotzdem immer wieder ihr nachzueifern.
    Wenn ich denke, dass die Technik schon bei kleinen Kindern dermassen Einzug hält. Sie drücken immer mehr einfach Knöpfe und es passiert dann irgendwas, statt direkt die Hände zu gebrauchen oder sitzen vor dem Fernseher, ist es heute noch viel wichtiger, dass das Teil der Schule ist, handwerklich und/oder künstlerisch.
    Beide waren gut in der Schule und waren im Progymmi. Keine wollte studieren.
    Die jüngere sagte direkt. Sie wolle was lernen, wo sie Kopf und Hand gebraucht und wurde Vermessungszeichnerin.
    Die ältere, die sehr stark künstlerisch begabt war, hat sich für ein handfestes Handwerk entschieden. Sie wurde Malerin. Ich war ein wenig traurig, weil sie kein Kunsthandwerk lernen wollte. Es wurde ihr auch empfohlen von entsprechender Seite. Sie hat gut gewählt. Als Kind, bis ins junge Erwachsenenalter war sie sehr empfindsam. Jedes Windlein blies sie um. Durch den Beruf, den sie gewählt hat, ist sie so richtig am Boden angekommen und stark geworden.

  8. ursus

    am 1.07.2012, 11:56

    Bildnerisches Gestalten ist seit gut 1900 Maturfach, weil dies eine ausdrückliche Forderung der ETH und der Medizin war! Früher gab es in Basel das MNG das Mathematisch-naturwiss. Gymnasium, da waren Naturwissenschaften und Zeichnen gut kombiniert, bei 14- bis 16-Jährigen gab es sogar Halbklassen! Auch an den Realschulen wurde Zeichnen im Halbklassenunterricht erteilt.

    Im Bildnerischen Gestalten werden Visuell-räumliches Vorstellungs- und Darstellungsvermögen eingeübt. Das Visualisieren und... mehrBildnerisches Gestalten ist seit gut 1900 Maturfach, weil dies eine ausdrückliche Forderung der ETH und der Medizin war! Früher gab es in Basel das MNG das Mathematisch-naturwiss. Gymnasium, da waren Naturwissenschaften und Zeichnen gut kombiniert, bei 14- bis 16-Jährigen gab es sogar Halbklassen! Auch an den Realschulen wurde Zeichnen im Halbklassenunterricht erteilt.

    Im Bildnerischen Gestalten werden Visuell-räumliches Vorstellungs- und Darstellungsvermögen eingeübt. Das Visualisieren und Memorisieren komplexer Prozesse spielt eine Rolle in vielen naturwissenschaftlichen Berufen - z. B. in der Medizin, Architektur, Technik.
    Man sollte nicht Fächer gegeneinander ausspielen! Kreativität ist ein fächerübergreifendes Phänomen - divergierendes Denken ist gefragt!

    Die Naturwissenschaften sind mit der neuen Stundentafel Sek I vom LP 21 schon höher dotiert und MINT kommt noch zusätzlich dazu! Die kantonseigenen Fächer MINT und LINGUA (Latein) treten vor allem im E-Zug und im Progymnasialen P-Zug (Wahlpflicht Lingua oder Mint und nur ein musisches Fach) in diesem Wahlfachsystem in Konkurrenz zum Fach Bildnerisches Gestalten und Musik, so dass im Bildungsbereich (Musik, Kunst, Gestaltung) die vorgegebenen Stunden vom LP 21 in der neuen Stundentafel Sek I BS / BL nicht eingehalten werden.
    Schüler und Schülerinnen weisen somit an den weiterführenden Schulen FMS und Gymnasium entweder im Bildnerischen Gestalten oder im Musik oder gar in beiden Fächern (falls sie Technisches oder Textiles Gestalten wählen) eine Ausbildungslücke von zwei Jahren auf.

  9. Annette Morenz

    am 1.07.2012, 15:27

    Wenn ich denke, was meine Kinder aus all den Musikstunden an der EMOS mitgenommen haben, wie bereichernd und breit das Musizieren sie gebildet hat, welche Sozialkompetenzen im Musikunterricht erlangt werden können, wie der bildnerisch gestalterische Unterricht ihre Geduld und Ausdauer immer wieder gefordert und gefestigt hat, dann sehe ich die Zukunft auf der SEK I Stufe düster. Wie viel profitiert die Wirtschaft denn von vermehrtem Matheunterricht? Als Phil Ierin kann ich mich da nicht... mehrWenn ich denke, was meine Kinder aus all den Musikstunden an der EMOS mitgenommen haben, wie bereichernd und breit das Musizieren sie gebildet hat, welche Sozialkompetenzen im Musikunterricht erlangt werden können, wie der bildnerisch gestalterische Unterricht ihre Geduld und Ausdauer immer wieder gefordert und gefestigt hat, dann sehe ich die Zukunft auf der SEK I Stufe düster. Wie viel profitiert die Wirtschaft denn von vermehrtem Matheunterricht? Als Phil Ierin kann ich mich da nicht wirklich gut reinversetzen. Als Lehrerin meine ich jedoch, dass die Fächer, die unseren Geist erweitern, die Gemeinschaftlichkeit schulen, Geduld, Rücksicht und Ausdauer fördern, schlussendlich wichtig sind für unseren Werdegang. Und da gehören gestalterische und musische Fächer in hohem Mass dazu. Ich hoffe, dass dieser Beschluss der beiden Regierungen doch noch diskutiert wird und nicht einfach durchgewinkt wird, als wäre nichts mehr zu ändern. Ich denke, es ist an der Zeit, dass auch die Lehrerschaft sich wieder wehrt. Ist sie es doch, die über die nötigen pädagogischen Erfahrungen verfügt. Schlussendlich müsste es um Kinder und Bildung gehen und nicht um Wirtschaft.
    An der Maturfeier des Gymnasiums Leonhard hiess der Titel der Gastrede:

    Empört Euch!

    Ja, empören wir uns und lassen wir uns nicht von der Wirtschaft überrollen!

  10. Nein danke

    am 2.07.2012, 09:12

    Fritz Hochhuth, ist das jetzt alles schlimm was du aufzählst? Nein.

    Kunst- und Musikgeschichte ist unnötig. Wer interesse daran hat, selber Musik zu komponieren/produzieren oder eine Ausbildung in einem gestalterischen Gebiet absolvieren will, der/die macht das, eben aus eigenem Antrieb. So mach ich es. Das sind Fächer, auf denen es aufs "Handwerk" ankommt und üben, nicht über kopflastiges, intellektuelles auswendiglernen von Geschichte.

    Gestalterische Fächer sind nicht nur abgehobene,... mehrFritz Hochhuth, ist das jetzt alles schlimm was du aufzählst? Nein.

    Kunst- und Musikgeschichte ist unnötig. Wer interesse daran hat, selber Musik zu komponieren/produzieren oder eine Ausbildung in einem gestalterischen Gebiet absolvieren will, der/die macht das, eben aus eigenem Antrieb. So mach ich es. Das sind Fächer, auf denen es aufs "Handwerk" ankommt und üben, nicht über kopflastiges, intellektuelles auswendiglernen von Geschichte.

    Gestalterische Fächer sind nicht nur abgehobene, kapitalistische Kunst, sondern auch zeitgenössische Illustration und Grafik. So auf kopflastige Museums- und Galeriekunst fixiert wie du scheinst, solltest du mal deinen Horizont erweitern und Mangas lesen oder Trickfilme schauen.

    Es braucht auch keine Lehrer die Sportlernüsse dazu zwingen (und da bin ich der Meinung von Mark Zeman, Sport/Gymnastik muss raus aus dem obligatorischen Unterricht, denn diese körperlich fitten und oft soziopathischen Schüler werden häufig bevorteilt!).

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30.6.2012, 10:40 Uhr

So still darf unsere Schule nicht umgebaut werden!

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