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TagesWoche

Tages Woche

Mi, 19.06.2013

Schulreform 

30.6.2012, 10:40 Uhr

So still darf unsere Schule nicht umgebaut werden!

30.6.2012, 10:40 Uhr

Für die einen ist die Schulreform der beiden Basel so sensationell wie die erste Mondlandung, für die anderen schlicht ein Skandal. Das sind grosse Worte, die aber leider sehr wenig bringen. Umso wichtiger wäre eine ernsthafte politische Debatte über den grossen Schulumbau. Und um die in aller Stille eingefädelten Abstriche bei den Kreativ-Fächern. Ein Kommentar. Von Michael Rockenbach

Keystone: Mehr Mathe büffeln: Die Schulen in den beiden Basel stehen vor einem Umbau. Zu Recht?

Mehr Mathe büffeln: Die Schulen in den beiden Basel stehen vor einem Umbau. Zu Recht? (Bild: Keystone)

Das Lokal war perfekt gewählt für den grossen Auftritt: Die obersten Erzieher der beiden Basel, Urs Wüthrich (SP, BL) und Christoph Eymann (LDP, BS), luden die Medien am Freitag nach Liestal ins Museum.BL, um zu verkünden, dass die beiden Basel nun ein gemeinsames Schulsystem erhalten. Vom Kindergarten bis zum Gymnasium, mit einheitlichen Stundentafeln auf allen Stufen. Ein Projekt, «historischer als historisch», wie der Basler Erziehungsdirektor Eymann sagte, höchstens noch zu vergleichen mit der ersten Mondlandung – zumindest wenn zutrifft, was der Baselbieter Bildungsdirektor Wüthrich sagte: «Hier im Museum gibt es eine Ausstellung zum Thema Raumfahrt. Insofern passt der Rahmen bestens.»

Trotz der schönen Worte gibt es im Bildungsbereich der beiden Basel aber erhebliche Startschwierigkeiten. Und Unstimmigkeiten. Dass die aktuellste Ausstellung im Museum.BL nicht irgendwelchen Höhenflügen gewidmet ist, sondern dem Thema der Verstellung, der Verschleierung und der Lüge, mag nur ein Detail sein. Aber ein bezeichnendes.

Mehr «Nützlichkeit»

Die Vertretungen der Musiklehrer und der Lehrer im Bereich Bildnerisches Gestalten haben jedenfalls noch vor der Medienkonferenz zu Recht darauf hingewiesen, dass die geplante Schulreform auch erhebliche Nachteile mit sich bringt (siehe Rückseite dieses Artikels). Die Kreativabteilung unter den Lehrern geht sogar so weit, von einem «Skandal» zu sprechen, weil in der Sekundarschule bei den musischen und gestalterischen Fächern erhebliche Abstriche vorgenommen werden. Ausgebaut wird der Unterricht dafür in den sprachlichen und vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern.

Ganz offensichtlich wollen die Regierungen der beiden Basel die Schulen auf Nützlichkeit trimmen, sie fit machen für die Wirtschaft. Es ist ein ähnlicher Prozess, der bei der Universität bereits in vollem Gange ist, wie die TagesWoche kürzlich berichtet hat. Als «Skandal» muss man das nicht unbedingt sehen, weil die Unternehmen in der Schweiz tatsächlich mehr Naturwisschenschaftler brauchen. Und weil es den meisten Schulabgängerinnen und –abgängern nicht sehr viel bringt, schön singen und zeichnen zu können, wenn sie sich für einen Job am bewerben sind.

Hinter verschlossenen Türen

Störend ist es dennoch, wie instransparent der grosse Umbau der Schule vorgenommen wird. Die Behörden haben die Reform eingefädelt, die Regierungen beschlossen, alles im stillen Kämmerchen. Danach mussten nur noch der Bildungsrat im Baselbiet und der Erziehungsrat in Basel zustimmen. Zwei Gremien mit handverlesenen Mitgliedern, die von den zuständigen Regierungsräten Wüthrich und Eymann präsidiert werden. Zwei Gremien auch, die ebenfalls hinter verschlossenen Türen tagen und offenkundig auch von gewichtigen Interessenvertretungen wie den Wirtschaftsverbänden beeinflusst werden.

Eine grosse Überraschung ist der Abbau der Kreativ-Fächer zugunsten der naturwissenschaftlichen Fächer unter solchen Voraussetzungen nicht. Umso interessanter ist die Frage, ob dieser Umbau richtig ist, nicht nur für die Kinder und Jugendlichen, sondern auch für die gesamte Gesellschaft. Ob es überhaupt richtig ist, die Schulen immer mehr in den Dienst der Wirtschaft zu stellen.

Als Phil-Einer ist man geneigt zu sagen: nein. Die Gesellschaft braucht nicht nur nützliche Menschen, die möglichst gut funktionieren. Sie braucht auch kreative Köpfe und Querdenker, die sich kritisch mit ihr auseinandersetzen und ihr neue Impulse verleihen, gerade jetzt, in der gegenwärtigen Krise. Darum wäre es erfreulich, wenn die Politikerinnen und Politiker der beiden Basel nicht einfach hinnehmen, dass die Debatte über die Ausrichtung der Schule beendet ist, noch bevor sie überhaupt richtig begonnen hat und entsprechende Vorstösse einreichen.

Denn bei dieser Frage entscheidet sich nichts weniger als unsere Zukunft. 

  1. Schulreform BL/BS

    von paul menz am 30.06.2012 um 11:42Uhr

    Endlich ein mutiger Schritt!
    Seit Jahrzehnten wird immer nur geredet und geredet. Jetzt haben die zwei Regierungsräte endlich gehandelt!

    Direktlink zum Kommentar

  2. Wirklich ein Skandal

    von Fritz Hochhuth am 30.06.2012 um 14:19Uhr

    Die neue Stundentafel der beiden Halb-Kantone sieht vor, dass ab dem 8. Schuljahr musische Fächer ganz abgewählt werden können. Das bedeutet, nur Kinder, die von Haus aus schon begabt sind und musisch gefördert wurden, werden ihre Bildung in diesen Bereichen vertiefen. Alle anderen werden ab dem 13. Altersjahr auf einem ungenügenden Niveau geistig, sinnlich und feinmotorisch stehen bleiben! Gerade die, die es also nötig hätten, dass man ihre Sinne, ihr Feingefühl, ihre Kreativität, ihre Feinmotorik weiter ausbilden sollte, werden weiterhin "Banausen" bleiben dürfen...weil die Schulbehörden ihre Bildungsverantwortung nicht mehr wahr nehmen wollen. In den ersten 7 Schuljahren sollen die musischen Fächer ja hauptsächlich von Primarlehrkräften erteilt werden. Man will ja keine sogenannten "Monofachlehrer" mehr, die etwas tiefer in ihr Fach hinein geblickt haben, sondern lieber schnellgebleichte Generalisten.. . Das heisst, ein Grossteil unserer Schüler wird nie im Leben von einem richtig gut qualifizierten Fachlehrer in einem musischen Fach unterrichtet werden, wird nie die Chance erhalten, den Horizont in diesen Dingen unter kundiger Anleitung zu erweitern, wird nie im etwas reiferen Alter über 13 kulturhistorische Hintergründe aus fachlich berufenem Munde kennen lernen. Kunst-, Musik- und Design-Geschichte soll dann wohl eine Deutschlehrkraft vermitteln, wenn sie will und kann... Ich kenne einige Sek.-Lehrkräfte, Generalisten und ihre unbedarfte Haltung gegenüber dem Musischen...
    So gesehen ist diese Stundentafel tatsächlich ein ganz grosser Skandal, eine krasse Verarmung unserer Bildungslandschaft, ein kulturhistorisch gigantisches Eigentor, das unserer Geschichte nicht gerecht wird. Die Idee der umfassenden Allgemeinbildung auf Sek.-Stufe 1 wird verraten, die Ministerien nehmen ihren Bildungsauftrag nicht mehr voll wahr und die Technokraten und Ökonomen übernehmen die Führung. Am Schluss stehen zwei "Halb-schlaue-Kantone", in denen die Kreativität, das Feinsinnige und Schöngeistige nicht mehr gefragt sind. Dann können wir konsequenterweise auch bald den Literatur- und den Geschichtsunterricht zu Wahlfächern verkommen lassen...Wo ist die politische Partei, die für die Sache des Musischen kämpft?
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  3. Schulreform

    von Nemesis am 30.06.2012 um 14:53Uhr

    was für ein kommentar! hauptsache es wurde gehandelt, egal wie... - mehr kann man nicht dazusagen - bildungsfern in jedem sinne.
    Direktlink zum Kommentar

  4. Wenn schon...

    von Christian Baer am 30.06.2012 um 15:31Uhr

    Warum nicht gleich auch die Uni Basel zu einer reinen Hochschule für LIfe Sciences umbauen, so nach Art der HSG? Sicher spielt dann Basel in diesem Bereich bald in der allerersten Liga und wird eine ganz tolle Weltstadt wie Boston oder Shanghai. Falls all die fleissigen Forschenden doch noch etwas Kultur konsumieren möchten, lassen wir halt ein paar Kreative einfliegen, am Geld soll es nicht liegen.
    Direktlink zum Kommentar

  5. Halleluija!

    von Mark Zeman am 30.06.2012 um 17:55Uhr

    Na endlich! Ein bisschen Schulreform dem ich zustimmen kann!
    Die Schulen in Basel sind in den letzten Jahren so sehr zum Witz verkommen, dass ich richtig froh bin, dass meine Kinder (falls überhaupt) wieder ein ganz anderes Schulsystem erleben werden.
    Mit HarmOS wirds allerdings trotz dieser unbedingt notwendigen und absolut korrekten Anpassung zuerst einmal noch schlechter.
    5 Jahre Gymnasium sind gerade lang genug, um die Schüler knapp auf die Unis vorzubereiten, die drei Jahre die in HarmOS vorgesehen sind, werden nie reichen. Immerhin wird dies nun ein wenig kompensiert indem Mathe und die Naturwissenschaften, welche bis anhin viel zu kurz kamen, mehr Zeit eingeräumt wird.
    Ich für meinen Teil, bin noch so froh, dass dies durchgezogen wird. Musik und Zeichnen haben am Gymnasium ausserhalb der freiwilligen Fächer nichts mehr verloren. (Sport übrigens genausowenig.)
    Warum? Weil diejenigen, die nichts damit anfangen können, auch nichts daraus mitnehmen. Diejenigen, welche es sowieso interessiert, machen sowas auch ausserhalb der Schule oder nehmen die Fächer freiwillig.
    Dies im Gegensatz zu Mathe, ein Fach, welches allen zu Gute kommt die - praktisch - irgendwas studieren wollen. Auch die Naturwissenschaften müssen früher drankommen, damit man sich daran gewöhnen und eventuell dafür begeistern kann.
    Direktlink zum Kommentar

  6. Wirklich ein Skandal

    von paul menz am 30.06.2012 um 19:26Uhr

    Lieber Herr Hochhuth

    Sie sagen Dinge, die diskussionswürdig sind. Schade ist nur, dass Sie die ganze Sache nicht ein bisschen sachlicher angehen können.

    Mit freundlichen Grüssen
    Ein "schnellgebleichter" Generalist
    Direktlink zum Kommentar

  7. schnellgebleichte Generalisten

    von Fritz Hochhuth am 30.06.2012 um 20:44Uhr

    lieber Herr Menz.
    Entschuldigen Sie bitte, ich meinte es nicht böse, bemühte mich nur um relativ knappe, aber dennoch sehr deutliche Aussagen.

    Ich war mal Lehrer für die 4 Fächer Zeichnen, Werken, Kunstbetrachtung und Schrift, bin also eher ein "Fachidiot" und seit überall Fächer gestrichen wurden, de facto nur noch ein Monofachlehrer für BG. Für die "schnellgebleichten Generalisten", die als OS- oder Sek.-Lehrkräfte arbeiten, habe ich den allergrössten Respekt. Nur Musiklehrkräfte haben es noch schwerer als diese Klassenlehrkräfte mit dem breiten Anforderungsprofil auf der Sek.Stufe 1, die ich auch aus eigener Lehr-Erfahrung sehr gut kenne. Dort ist die Arbeit am Schwierigsten, weil die Teenies am Schwierigsten sind in diesem Alter. Dagegen ist die viel besser bezahlte Oberstufe ein echter "Schoggijob".
    Aber seit ich mal an einem Weiterbildungstag mit einer Gruppe Sek-Lehrern im Schaulager in Münchenstein war, ist mir klar, dass es für eine gute Vermittlung von Kunst und ästhetischen Fragen nicht reicht, wenn einer ein toller Sek- oder Primar-Lehrer ist, der z.B. Deutsch, Mathe und Bio studiert hat und nun auch noch ein Bitzeli Zeichnen unterrichten darf, weil es dabei ja eh nicht so drauf ankommt... Die Reaktion dieser hoch qualifizierten Lehrkräfte auf die zum Teil recht schwierige Kunst im Schaulager war einfach oft nur traurig hilflos und auf tiefem Stammtisch-Niveau. Manchmal braucht es halt die Spezialisten, Darauf muss man sich nichts einbilden, aber ich würde auch nie Mathe unterrichten, nur weil ich ein Oberlehrer-Diplom habe. Dass die Schulbehörden so scharf auf "Generalisten" sind, sollte aber wirklich gründlich hinterfragt werden!
    Heute unterrichte ich auf Sek.-Stufe 2 und erlebe dort 16-jährige Schüler aus der Baselbieter Sek, die z.T. seit Jahren kein Gestalten-Unterricht mehr hatten. Die sind nicht nur im Zeichnen, sondern auch in ihrer Wahrnehmungs- und Beobachtungsfähigkeit und in Sachen Ausdauer und Feinmotorik oft total vernachlässigt und unentwickelt. Sie haben keine räumliche Vorstellungskraft, kaum Sinn für Farben, Formen oder Kreativität.
    Sie begnügen sich mit Herzchen und Blümchen und sind immer schon mit ihrer ersten halbbatzigen Idee zufrieden. Und von Kunst und Design haben sie null Ahnung, sie empfinden höchstens Verachtung dafür. Sie agieren wie unsensibel Primarschüler, aber ohne Neugier, Offenheit und Lernbereitschaft von Primarkindern. Dafür wissen sie schon zu gut von ihren Eltern, dass sie "all diesen Scheiss" nicht brauchen, obwohl man im BG natürlich nicht in erster Linie nur Zeichnen lernen soll, sondern sehr gut Ausdauer, Fleiss, Kreativität, Selbstständigkeit, Selbstbestimmtheit, Team- und Entwurfsarbeit, geistige und sinnliche Offenheit und die Steigerung der eigenen Frustrations-Toleranz einüben kann.
    Direktlink zum Kommentar

  8. Nützliche Naturwissenschafter

    von Daniel Regenass am 30.06.2012 um 21:25Uhr

    Während ich die Einschätzung teile, dass ein Abbau von musischen Fächern an der Schule nicht unbedingt sinnvoll ist, so muss ich doch feststellen, dass bei der Debatte ein seltsamer Unterton mitschwingt. Da gibt es auf der einen Seite die kreativen, kritischen Schöngeister und auf der anderen Seite die nützlichen Naturwissenschafter. So sieht die Welt nicht aus. Kritische Stimmen sind wichtig, Kreatives ist eine Bereicherung für die Gesellschaft, die Geisteswissenschaften und Künste sollen sich nicht über einen finanziellen Nutzen rechtfertigen müssen. In diesem Punkt sind wir uns wohl alle einig. Was ich perönlich nicht mehr hören mag, ist die Legende von den fleissigen, gehorsamen aber doch eher unkreativen und einseitig auf Erfolg ausgerichteten Naturwissenschaftlern. Naturwissenschaft erfordert kreative Denkprozesse. Beispielsweise ist der Glaube Mathematik sei stures Anwenden von gelernten Regeln in etwa vergleichbar mit dem Reduzieren einer Sprache auf ihre Grammatik. Naturwissenschaftler können auch Querdenker und Wirrköpfe sein, bitte gesteht uns dieses Recht zu (wers nicht glaubt soll Feynman lesen). Der Druck seitens der Wirtschaft schadet den Naturwissenschaften ebenso, wie den Geisteswissenschaften, da sich Resultate in der Grundlagenforschung ebenfalls selten kurzfristig in Geld verwandeln lassen. Es weder sinnvoll noch gerecht, den Naturwissenschaftlern vorzuwerfen, sie würden sich bedingungslos dem Druck der Wirtschaft beugen.
    Direktlink zum Kommentar

  9. divergierendes Denken

    von ursus am 1.07.2012 um 11:56Uhr

    Bildnerisches Gestalten ist seit gut 1900 Maturfach, weil dies eine ausdrückliche Forderung der ETH und der Medizin war! Früher gab es in Basel das MNG das Mathematisch-naturwiss. Gymnasium, da waren Naturwissenschaften und Zeichnen gut kombiniert, bei 14- bis 16-Jährigen gab es sogar Halbklassen! Auch an den Realschulen wurde Zeichnen im Halbklassenunterricht erteilt.

    Im Bildnerischen Gestalten werden Visuell-räumliches Vorstellungs- und Darstellungsvermögen eingeübt. Das Visualisieren und Memorisieren komplexer Prozesse spielt eine Rolle in vielen naturwissenschaftlichen Berufen - z. B. in der Medizin, Architektur, Technik.
    Man sollte nicht Fächer gegeneinander ausspielen! Kreativität ist ein fächerübergreifendes Phänomen - divergierendes Denken ist gefragt!

    Die Naturwissenschaften sind mit der neuen Stundentafel Sek I vom LP 21 schon höher dotiert und MINT kommt noch zusätzlich dazu! Die kantonseigenen Fächer MINT und LINGUA (Latein) treten vor allem im E-Zug und im Progymnasialen P-Zug (Wahlpflicht Lingua oder Mint und nur ein musisches Fach) in diesem Wahlfachsystem in Konkurrenz zum Fach Bildnerisches Gestalten und Musik, so dass im Bildungsbereich (Musik, Kunst, Gestaltung) die vorgegebenen Stunden vom LP 21 in der neuen Stundentafel Sek I BS / BL nicht eingehalten werden.
    Schüler und Schülerinnen weisen somit an den weiterführenden Schulen FMS und Gymnasium entweder im Bildnerischen Gestalten oder im Musik oder gar in beiden Fächern (falls sie Technisches oder Textiles Gestalten wählen) eine Ausbildungslücke von zwei Jahren auf.


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  10. Düstere Aussichten

    von Annette Morenz am 1.07.2012 um 15:27Uhr

    Wenn ich denke, was meine Kinder aus all den Musikstunden an der EMOS mitgenommen haben, wie bereichernd und breit das Musizieren sie gebildet hat, welche Sozialkompetenzen im Musikunterricht erlangt werden können, wie der bildnerisch gestalterische Unterricht ihre Geduld und Ausdauer immer wieder gefordert und gefestigt hat, dann sehe ich die Zukunft auf der SEK I Stufe düster. Wie viel profitiert die Wirtschaft denn von vermehrtem Matheunterricht? Als Phil Ierin kann ich mich da nicht wirklich gut reinversetzen. Als Lehrerin meine ich jedoch, dass die Fächer, die unseren Geist erweitern, die Gemeinschaftlichkeit schulen, Geduld, Rücksicht und Ausdauer fördern, schlussendlich wichtig sind für unseren Werdegang. Und da gehören gestalterische und musische Fächer in hohem Mass dazu. Ich hoffe, dass dieser Beschluss der beiden Regierungen doch noch diskutiert wird und nicht einfach durchgewinkt wird, als wäre nichts mehr zu ändern. Ich denke, es ist an der Zeit, dass auch die Lehrerschaft sich wieder wehrt. Ist sie es doch, die über die nötigen pädagogischen Erfahrungen verfügt. Schlussendlich müsste es um Kinder und Bildung gehen und nicht um Wirtschaft.
    An der Maturfeier des Gymnasiums Leonhard hiess der Titel der Gastrede:

    Empört Euch!

    Ja, empören wir uns und lassen wir uns nicht von der Wirtschaft überrollen!
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  1. Schulreform BL/BS

    von paul menz um 30.06.2012 um 11:42Uhr

    Endlich ein mutiger Schritt!
    Seit Jahrzehnten wird immer nur geredet und geredet. Jetzt haben die zwei Regierungsräte endlich gehandelt!

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  2. Wirklich ein Skandal

    von Fritz Hochhuth um 30.06.2012 um 14:19Uhr

    Die neue Stundentafel der beiden Halb-Kantone sieht vor, dass ab dem 8. Schuljahr musische Fächer ganz abgewählt werden können. Das bedeutet, nur Kinder, die von Haus aus schon begabt sind und musisch gefördert wurden, werden ihre Bildung in diesen Bereichen vertiefen. Alle anderen werden ab dem 13. Altersjahr auf einem ungenügenden Niveau geistig, sinnlich und feinmotorisch stehen bleiben! Gerade die, die es also nötig hätten, dass man ihre Sinne, ihr Feingefühl, ihre Kreativität, ihre Feinmotorik weiter ausbilden sollte, werden weiterhin "Banausen" bleiben dürfen...weil die Schulbehörden ihre Bildungsverantwortung nicht mehr wahr nehmen wollen. In den ersten 7 Schuljahren sollen die musischen Fächer ja hauptsächlich von Primarlehrkräften erteilt werden. Man will ja keine sogenannten "Monofachlehrer" mehr, die etwas tiefer in ihr Fach hinein geblickt haben, sondern lieber schnellgebleichte Generalisten.. . Das heisst, ein Grossteil unserer Schüler wird nie im Leben von einem richtig gut qualifizierten Fachlehrer in einem musischen Fach unterrichtet werden, wird nie die Chance erhalten, den Horizont in diesen Dingen unter kundiger Anleitung zu erweitern, wird nie im etwas reiferen Alter über 13 kulturhistorische Hintergründe aus fachlich berufenem Munde kennen lernen. Kunst-, Musik- und Design-Geschichte soll dann wohl eine Deutschlehrkraft vermitteln, wenn sie will und kann... Ich kenne einige Sek.-Lehrkräfte, Generalisten und ihre unbedarfte Haltung gegenüber dem Musischen...
    So gesehen ist diese Stundentafel tatsächlich ein ganz grosser Skandal, eine krasse Verarmung unserer Bildungslandschaft, ein kulturhistorisch gigantisches Eigentor, das unserer Geschichte nicht gerecht wird. Die Idee der umfassenden Allgemeinbildung auf Sek.-Stufe 1 wird verraten, die Ministerien nehmen ihren Bildungsauftrag nicht mehr voll wahr und die Technokraten und Ökonomen übernehmen die Führung. Am Schluss stehen zwei "Halb-schlaue-Kantone", in denen die Kreativität, das Feinsinnige und Schöngeistige nicht mehr gefragt sind. Dann können wir konsequenterweise auch bald den Literatur- und den Geschichtsunterricht zu Wahlfächern verkommen lassen...Wo ist die politische Partei, die für die Sache des Musischen kämpft?
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  3. Schulreform

    von Nemesis um 30.06.2012 um 14:53Uhr

    was für ein kommentar! hauptsache es wurde gehandelt, egal wie... - mehr kann man nicht dazusagen - bildungsfern in jedem sinne.
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  4. Wenn schon...

    von Christian Baer um 30.06.2012 um 15:31Uhr

    Warum nicht gleich auch die Uni Basel zu einer reinen Hochschule für LIfe Sciences umbauen, so nach Art der HSG? Sicher spielt dann Basel in diesem Bereich bald in der allerersten Liga und wird eine ganz tolle Weltstadt wie Boston oder Shanghai. Falls all die fleissigen Forschenden doch noch etwas Kultur konsumieren möchten, lassen wir halt ein paar Kreative einfliegen, am Geld soll es nicht liegen.
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  5. Halleluija!

    von Mark Zeman um 30.06.2012 um 17:55Uhr

    Na endlich! Ein bisschen Schulreform dem ich zustimmen kann!
    Die Schulen in Basel sind in den letzten Jahren so sehr zum Witz verkommen, dass ich richtig froh bin, dass meine Kinder (falls überhaupt) wieder ein ganz anderes Schulsystem erleben werden.
    Mit HarmOS wirds allerdings trotz dieser unbedingt notwendigen und absolut korrekten Anpassung zuerst einmal noch schlechter.
    5 Jahre Gymnasium sind gerade lang genug, um die Schüler knapp auf die Unis vorzubereiten, die drei Jahre die in HarmOS vorgesehen sind, werden nie reichen. Immerhin wird dies nun ein wenig kompensiert indem Mathe und die Naturwissenschaften, welche bis anhin viel zu kurz kamen, mehr Zeit eingeräumt wird.
    Ich für meinen Teil, bin noch so froh, dass dies durchgezogen wird. Musik und Zeichnen haben am Gymnasium ausserhalb der freiwilligen Fächer nichts mehr verloren. (Sport übrigens genausowenig.)
    Warum? Weil diejenigen, die nichts damit anfangen können, auch nichts daraus mitnehmen. Diejenigen, welche es sowieso interessiert, machen sowas auch ausserhalb der Schule oder nehmen die Fächer freiwillig.
    Dies im Gegensatz zu Mathe, ein Fach, welches allen zu Gute kommt die - praktisch - irgendwas studieren wollen. Auch die Naturwissenschaften müssen früher drankommen, damit man sich daran gewöhnen und eventuell dafür begeistern kann.
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  6. Wirklich ein Skandal

    von paul menz um 30.06.2012 um 19:26Uhr

    Lieber Herr Hochhuth

    Sie sagen Dinge, die diskussionswürdig sind. Schade ist nur, dass Sie die ganze Sache nicht ein bisschen sachlicher angehen können.

    Mit freundlichen Grüssen
    Ein "schnellgebleichter" Generalist
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  7. schnellgebleichte Generalisten

    von Fritz Hochhuth um 30.06.2012 um 20:44Uhr

    lieber Herr Menz.
    Entschuldigen Sie bitte, ich meinte es nicht böse, bemühte mich nur um relativ knappe, aber dennoch sehr deutliche Aussagen.

    Ich war mal Lehrer für die 4 Fächer Zeichnen, Werken, Kunstbetrachtung und Schrift, bin also eher ein "Fachidiot" und seit überall Fächer gestrichen wurden, de facto nur noch ein Monofachlehrer für BG. Für die "schnellgebleichten Generalisten", die als OS- oder Sek.-Lehrkräfte arbeiten, habe ich den allergrössten Respekt. Nur Musiklehrkräfte haben es noch schwerer als diese Klassenlehrkräfte mit dem breiten Anforderungsprofil auf der Sek.Stufe 1, die ich auch aus eigener Lehr-Erfahrung sehr gut kenne. Dort ist die Arbeit am Schwierigsten, weil die Teenies am Schwierigsten sind in diesem Alter. Dagegen ist die viel besser bezahlte Oberstufe ein echter "Schoggijob".
    Aber seit ich mal an einem Weiterbildungstag mit einer Gruppe Sek-Lehrern im Schaulager in Münchenstein war, ist mir klar, dass es für eine gute Vermittlung von Kunst und ästhetischen Fragen nicht reicht, wenn einer ein toller Sek- oder Primar-Lehrer ist, der z.B. Deutsch, Mathe und Bio studiert hat und nun auch noch ein Bitzeli Zeichnen unterrichten darf, weil es dabei ja eh nicht so drauf ankommt... Die Reaktion dieser hoch qualifizierten Lehrkräfte auf die zum Teil recht schwierige Kunst im Schaulager war einfach oft nur traurig hilflos und auf tiefem Stammtisch-Niveau. Manchmal braucht es halt die Spezialisten, Darauf muss man sich nichts einbilden, aber ich würde auch nie Mathe unterrichten, nur weil ich ein Oberlehrer-Diplom habe. Dass die Schulbehörden so scharf auf "Generalisten" sind, sollte aber wirklich gründlich hinterfragt werden!
    Heute unterrichte ich auf Sek.-Stufe 2 und erlebe dort 16-jährige Schüler aus der Baselbieter Sek, die z.T. seit Jahren kein Gestalten-Unterricht mehr hatten. Die sind nicht nur im Zeichnen, sondern auch in ihrer Wahrnehmungs- und Beobachtungsfähigkeit und in Sachen Ausdauer und Feinmotorik oft total vernachlässigt und unentwickelt. Sie haben keine räumliche Vorstellungskraft, kaum Sinn für Farben, Formen oder Kreativität.
    Sie begnügen sich mit Herzchen und Blümchen und sind immer schon mit ihrer ersten halbbatzigen Idee zufrieden. Und von Kunst und Design haben sie null Ahnung, sie empfinden höchstens Verachtung dafür. Sie agieren wie unsensibel Primarschüler, aber ohne Neugier, Offenheit und Lernbereitschaft von Primarkindern. Dafür wissen sie schon zu gut von ihren Eltern, dass sie "all diesen Scheiss" nicht brauchen, obwohl man im BG natürlich nicht in erster Linie nur Zeichnen lernen soll, sondern sehr gut Ausdauer, Fleiss, Kreativität, Selbstständigkeit, Selbstbestimmtheit, Team- und Entwurfsarbeit, geistige und sinnliche Offenheit und die Steigerung der eigenen Frustrations-Toleranz einüben kann.
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  8. Nützliche Naturwissenschafter

    von Daniel Regenass um 30.06.2012 um 21:25Uhr

    Während ich die Einschätzung teile, dass ein Abbau von musischen Fächern an der Schule nicht unbedingt sinnvoll ist, so muss ich doch feststellen, dass bei der Debatte ein seltsamer Unterton mitschwingt. Da gibt es auf der einen Seite die kreativen, kritischen Schöngeister und auf der anderen Seite die nützlichen Naturwissenschafter. So sieht die Welt nicht aus. Kritische Stimmen sind wichtig, Kreatives ist eine Bereicherung für die Gesellschaft, die Geisteswissenschaften und Künste sollen sich nicht über einen finanziellen Nutzen rechtfertigen müssen. In diesem Punkt sind wir uns wohl alle einig. Was ich perönlich nicht mehr hören mag, ist die Legende von den fleissigen, gehorsamen aber doch eher unkreativen und einseitig auf Erfolg ausgerichteten Naturwissenschaftlern. Naturwissenschaft erfordert kreative Denkprozesse. Beispielsweise ist der Glaube Mathematik sei stures Anwenden von gelernten Regeln in etwa vergleichbar mit dem Reduzieren einer Sprache auf ihre Grammatik. Naturwissenschaftler können auch Querdenker und Wirrköpfe sein, bitte gesteht uns dieses Recht zu (wers nicht glaubt soll Feynman lesen). Der Druck seitens der Wirtschaft schadet den Naturwissenschaften ebenso, wie den Geisteswissenschaften, da sich Resultate in der Grundlagenforschung ebenfalls selten kurzfristig in Geld verwandeln lassen. Es weder sinnvoll noch gerecht, den Naturwissenschaftlern vorzuwerfen, sie würden sich bedingungslos dem Druck der Wirtschaft beugen.
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  9. @Fritz Hochhut

    von Maya Eldorado um 1.07.2012 um 00:15Uhr

    Ich kann Ihrem Beitrag nur beistimmen.
    Ich habe Erfahrungen in dieser Hinsicht als Mutter gemacht.
    Pestalozzi hat etwas sehr Wichtiges gesagt: Die Kinder müssen geschult werden in Kopf, Herz und Hand.
    Kopf steht für das abstrakte Wissen und Schulung des klaren Denkens.
    Herz steht für die emotionale Intelligenz, Kunst, Religion, Empathie, usw. und fördert das Fühlen.
    Hand steht für die praktische Tätigkeit. Das fördert den Willen.

    Heute kann ja wirklich nicht mehr bestritten werden, wer wirklich die Welt regiert. Das ist die Wirtschaft. Und mit diesem Konzept, das hier vorgestellt wurde, soll die Schule der Wirtschaft zudienen. Das ist wirklich fatal.

    Der Mensch definiert sich in immer stärkeren Mass durch seine Erwerbsarbeit. Das ist auch fatal, ist doch Erwerbsarbeit für alle immer weniger selbstverständlich. Kommt ein Mensch, der sich vorwiegend über die Erwerbsarbeit definiert, in die Arbeitslosigkeit, kann er so in eine grosse Krise kommen. Auch wenn der Druck von der Arbeitsstelle immer grösser wird und ein Mensch nichts anderes als Ausgleich hat, kann er daran zerbrechen.

    Deshalb ist es unabdingbar wichtig, dass Kinder und Jugendliche in Kopf, Herz und Hand (Denken, Gefühl und Wille) gefördert wird.
    Es sollte doch klar sein, dass z.B: ein starker Wille auch in einem kopflastigen Beruf von enimenter Bedeutung ist. Das gleiche gilt für das Gefühl.

    Meine beiden Töchter sind unterdessen 31 und 34 Jahre alt. Die ersten Monate lernen sie alles durch Berühren und in den Mund nehmen kennen. Sowie sie gehen gelernt haben rennen sie da hin in der Wohnung wo etwas läuft, wo Vater oder Mutter irgend etwas macht und wollen es auch versuchen. Da ich fast kein Geld und auch Spielzeug hatte, fing ich an in einer Schachtel verwertbaren Abfall aus dem Haushalt zu sammeln. Auch auf den Spaziergängen fand sich vieles. Auf den Baustellen und hinter den Hobbymärkten gab es damals noch Container mit Abfall. Da sammelte ich auch. Ich machte den Kindern daraus Spielzeug und leitete sie an selber zu basteln. Schon bald kamen immer mehr Kinder aus der Nachbarschaft. Regelmässig war meine Wohnung voll von Kindern. Und ich sah, wie wichtig das ist, sie auch teilzuhaben lassen am Alltag, wie Kochen, Putzen und was sonst noch dazu gehört. Meine ältere Tochter entpuppte sich als wahre Künstlerin. Mit dem Ton, den ich auf den Feldern fand (ich wohnte damals in Ettingen) vollbrachte sie wahre Kunstwerke. Das machte sie auch mit vielem anderen Material. Meine jüngere Tochter sagte schon mit 3 Jahren, dass ihre grossen Schwester eine Künstlerin sei. Sie dagegen sei besser bei praktischen Sachen. Sie versuchte aber trotzdem immer wieder ihr nachzueifern.
    Wenn ich denke, dass die Technik schon bei kleinen Kindern dermassen Einzug hält. Sie drücken immer mehr einfach Knöpfe und es passiert dann irgendwas, statt direkt die Hände zu gebrauchen oder sitzen vor dem Fernseher, ist es heute noch viel wichtiger, dass das Teil der Schule ist, handwerklich und/oder künstlerisch.
    Beide waren gut in der Schule und waren im Progymmi. Keine wollte studieren.
    Die jüngere sagte direkt. Sie wolle was lernen, wo sie Kopf und Hand gebraucht und wurde Vermessungszeichnerin.
    Die ältere, die sehr stark künstlerisch begabt war, hat sich für ein handfestes Handwerk entschieden. Sie wurde Malerin. Ich war ein wenig traurig, weil sie kein Kunsthandwerk lernen wollte. Es wurde ihr auch empfohlen von entsprechender Seite. Sie hat gut gewählt. Als Kind, bis ins junge Erwachsenenalter war sie sehr empfindsam. Jedes Windlein blies sie um. Durch den Beruf, den sie gewählt hat, ist sie so richtig am Boden angekommen und stark geworden.
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  10. divergierendes Denken

    von ursus um 1.07.2012 um 11:56Uhr

    Bildnerisches Gestalten ist seit gut 1900 Maturfach, weil dies eine ausdrückliche Forderung der ETH und der Medizin war! Früher gab es in Basel das MNG das Mathematisch-naturwiss. Gymnasium, da waren Naturwissenschaften und Zeichnen gut kombiniert, bei 14- bis 16-Jährigen gab es sogar Halbklassen! Auch an den Realschulen wurde Zeichnen im Halbklassenunterricht erteilt.

    Im Bildnerischen Gestalten werden Visuell-räumliches Vorstellungs- und Darstellungsvermögen eingeübt. Das Visualisieren und Memorisieren komplexer Prozesse spielt eine Rolle in vielen naturwissenschaftlichen Berufen - z. B. in der Medizin, Architektur, Technik.
    Man sollte nicht Fächer gegeneinander ausspielen! Kreativität ist ein fächerübergreifendes Phänomen - divergierendes Denken ist gefragt!

    Die Naturwissenschaften sind mit der neuen Stundentafel Sek I vom LP 21 schon höher dotiert und MINT kommt noch zusätzlich dazu! Die kantonseigenen Fächer MINT und LINGUA (Latein) treten vor allem im E-Zug und im Progymnasialen P-Zug (Wahlpflicht Lingua oder Mint und nur ein musisches Fach) in diesem Wahlfachsystem in Konkurrenz zum Fach Bildnerisches Gestalten und Musik, so dass im Bildungsbereich (Musik, Kunst, Gestaltung) die vorgegebenen Stunden vom LP 21 in der neuen Stundentafel Sek I BS / BL nicht eingehalten werden.
    Schüler und Schülerinnen weisen somit an den weiterführenden Schulen FMS und Gymnasium entweder im Bildnerischen Gestalten oder im Musik oder gar in beiden Fächern (falls sie Technisches oder Textiles Gestalten wählen) eine Ausbildungslücke von zwei Jahren auf.


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Informationen zum Artikel

30.6.2012, 10:40 Uhr

So still darf unsere Schule nicht umgebaut werden!

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Text:

  • 18.06.2013 um 14:57
    Ein gefährlicher Entscheid, auch für Basel

    Der Nationalrat will schon gar nicht erst auf die «Lex USA» eintreten. Nun könnte es für mehrere Schweizer Banken bald einmal eng werden – unter anderem für die Basler Kantonalbank.

  • 18.06.2013 um 06:36
    Richter Rosa steht plötzlich selbst in der Kritik

    Die Staatsanwaltschaft zu weich, die Strafen zu tief: Bis jetzt urteilte der Baselbieter Strafgerichtspräsident Enrico Rosa immer nur über andere. Nun gerät er selbst unter Druck, wegen der GPK.

  • 17.06.2013 um 18:10
    So soll Basels neues Musikzentrum aussehen

    Das Problem schien unlösbar. Doch nun glaubt die Casino-Gesellschaft doch noch eine Lösung für ihren maroden Musiksaal gefunden zu haben – dank des Architekturbüros Herzog & de Meuron.

  • 29.05.2013 um 10:51
    @lukasromer
    Zum Artikel: Mann in Rhein gestossen – Zeugen gesucht

    Lieber Lukas Romer. Ich danke für den durchaus berechtigten Hinweis. Wir verfahren in solchen Fällen so, dass wir die Artikel aktualisieren und das auch kenntlich machen, sobald sich etwas Neues ergibt. Auf diese Weise kann auch verhindert werden, dass...

  • 13.05.2013 um 14:46
    Werter Guschti Goldknopf
    Zum Artikel: Dreist, dieser Sonnenbrillenraub – aber kaum sehr schlau

    Danke für die interessante Meinungsäusserung. Ich persönlich bin der Ansicht, dass wir auch in den vergangenen Tagen einige interessante Berichte und Reportagen zu politisch, gesellschaftlich und kulturell relevanten Themen hatten. Und auch aus dem Ber...

  • 01.05.2013 um 13:44
    Zu leicht?
    Zum Artikel: Angriff auf die UBS und ihre Lohnpolitik

    Liebe Frau Känzig. Eine sehr berechtigte Frage. Für eine Revolution wird es jedenfalls nicht reichen - bei weitem nicht. Aber vielleicht für eine interessante Diskussion?

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