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TagesWoche

Tages Woche

So, 26.05.2013

Migration 

29.6.2012, 01:00 Uhr

Ein Schiff bringt
Politiker auf Schlingerkurs

29.6.2012, 01:00 Uhr

Etwas haben die jüngsten Diskussionen rund ums Basler Asylschiff schon verändert: Wo vorher rechts stand, ist nun plötzlich links – und umgekehrt. Von Monika Zech

Jürgen Fabian/Schiffbilder.de: Die «Hispania» ankert derzeit noch im Ausland, soll aber bald Asylsuchenden in Basel ein Zuhause bieten.

Die «Hispania» ankert derzeit noch im Ausland, soll aber bald Asylsuchenden in Basel ein Zuhause bieten. (Bild: Jürgen Fabian/Schiffbilder.de)

Die «Bedenken» auf der linken Seite waren gross, als Eduard Rutschmann von der SVP vor einem Jahr im Grossen Rat die Idee vorbrachte, den Asylbewerbern ein Schiff als Unterkunft bereitzustellen. Ausgerechnet Menschen, die eventuell eine lebens­gefährliche Flucht per Schiff hinter sich hätten und dadurch traumatisiert seien, wolle man wieder auf ein Schiff bringen, hiess es. Unmenschlich sei das. Seekrankheit, Ertrinkungsgefahr, mangelhafte Lüftung und Heizung sowie zu viel Feuchtigkeit auf einem Schiff wurden ins Feld geführt. Von Abschieben war auch die Rede.

Ist das Asylschiff am richtigen Ort?
Diskutieren Sie mit in der Wochendebatte der Tageswoche: Ihre Meinung ist ebenso gefragt wie Ihre Stimme, die Sie aufgrund der dynamischen Argumentation der beiden Haupt-Debattanten und der Kommentare jederzeit ändern können.

Es war klar: Dem als rechter Hard­liner bekannten Rutschmann konnten aufrechte Linke nicht zustimmen. Sein Vorstoss wurde zwar knapp, aber erwartungsgemäss abgelehnt.

Inzwischen hat sich die Situation verändert. Mitte April gab die Regierung des Kantons Basel-Stadt bekannt, dass sie ein ehemaliges Hotelschiff als Unterkunft für Asylsuchende bereitstellen wolle. Damit könnten künftige Engpässe kurzfristig gemeistert werden. Zur Mitteilung des Regierungsrats gab es Bilder dieses Schiffs mit dem schönen Namen «Hispania», Bilder wie aus ­einem Ferienprospekt – und niemand muckte auf. Keine Empörung von links, keine von rechts.

Die wurde erst laut, nachdem im Kantonsblatt der geplante Standort des Schiffs, nämlich die Anlegestelle beim St.-Johanns-Park, veröffentlicht wurde. Und damit kam auch das übliche Rollenspiel wieder zum Zug, diesmal allerdings anders verteilt als im ­Grossen Rat: von rechts die Vorbehalte gegen das Schiff, von links dessen ­Verteidigung.

Das Fass am Überlaufen

Die erste Einsprache gegen das Asylschiff stammt vom Wohnbaugenossenschaftsverband Nordwest, die gegenüber der Anlegestelle eine Überbauung besitzt. Zwar sind Genossenschaften traditionell eher im linken Lager verankert – doch die Argumente gegen das Schiff sind die der Rechten: Das Asylschiff beeinträchtige die Lebensqualität der Mieter, sie hätten schon die Nachtruhestörungen wegen der Voltahalle, Drögeler und Prostitution vor der Haustüre – und nun kämen noch die Asylbewerber.

Dieses Schiff sei der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringe, sagte Genossenschaftspräsident Theo Meyer der «Basler Zeitung». Ins gleiche Horn blies ein paar Tage später der Präsident des Neutralen Quartiervereins St. Johann, Mario C. Ress. Er wollte über eine sogenannte Konsultativabstimmung herausfinden, ob die Bewohner weitere «Asylanten» im Quartier akzeptierten oder nicht. Er, das sagte er im Voraus un­missverständlich, wollte nicht. Und er gewann die Abstimmung.

Menschenunwürdig und abgeschoben

Mario C. Ress steht nicht im Verdacht, ein Linker zu sein. Er ist Mitglied der BDP. Insofern überrascht sein Engagement gegen das Asylschiff nicht. Ebensowenig, dass sich ihm von linker Seite, vom Kommitee Offenes St. Johann, Widerstand entgegenstellt.
Doch was sagt nun zum Beispiel BastA!-Grossrätin Sibel Arslan, die vor einem Jahr das Asylschiff noch als menschenunwürdige Unterkunft bezeichnet hatte?

Nein, sagt sie, sie befinde sich nicht in einem Dilemma. «Ich war nicht grundsätzlich gegen das Schiff, weil der Vorschlag von rechts kam. Es ging mir damals vor allem um den von Eduard Rutschmann vorgeschlagenen Standort am Hafen.» Dass man so die Leute an den Rand ab­geschoben hätte. Aber jetzt, im St. Johann, sagt Arslan, ent­falle ja dieser Punkt.

Praktisch und effizient

Rutschmann, dessen potenzielle Wählerschaft alles andere als begeistert ist über die Umsetzung seiner Idee, findet das Schiff immer noch eine gute Sache. Grundsätzlich.

«Es hat den grossen Vorteil, dass es schnell zurückgebaut werden kann, wenn es nicht mehr gebraucht wird.» Zudem seien so alle Asylsuchenden beisammen, man habe Platz, ein Büro einzurichten und «kann die Asylverfahren effizienter ­erledigen». Rutschmann will jedoch darauf hingewiesen haben, dass er gros­ses Verständnis für die Bedenken im Quartier habe. «Wenn 70 Prozent der Anwohner Nein dazu sagen, ist das ein Problem.»

Nicht vor dem «Les Trois Rois»

Über den Standort müsse man wohl nochmals diskutieren. Es gäbe ja schon noch andere Möglichkeiten, meint Rutschmann. Nicht gerade vor dem Hotel Les Trois Rois, das eher nicht.Aber vielleicht beim Novartis Campus oder eben beim Hafen, wie er ursprünglich vorgeschlagen habe.

Doch das kommt gemäss Renata ­Gäumann, beim Kanton zuständig für Asylkoordination, nicht in Frage: ­Kleinhüningen trage mit dem Empfangszentrum des Bundes und diversen anderen Asyleinrichtungen schon genug. «Das Quartier hat unsere Zusicherung, dass dort vorerst keine neuen Asylstrukturen eingerichtet werden.»

  1. es gibt immer mindestens 2 möglichkeiten.

    von Christian Mueller am 1.07.2012 um 18:56Uhr

    wenn regen vom himmel fällt gibt es mehrere möglichkeiten, was man mit dem macht: es gibt die leute, die sich einfach unter ein wellblechdach stellen und zuschauen, wie die kraft des wassers den fruchtbaren boden und dann das fundament wegspült. man könnte das wasser aber auch sammeln, damit den garten bewässern, sich waschen und sogar strom daraus gewinnen. leider ist die schweizer asylpolitik im moment darauf bedacht ein teures dach zu betonieren, anstatt diese menschen produktiv in die gesellschaft einfliessen zu lassen. früher ging das ja auch. aber die menschenverachtenden egoistisch-kurzfristige denken vieler schweizerInnen wird leider nur allzugut politisch ausgeschlachtet. schliesslich haben wir zu wenige plätze, weil der herr abgewählte bundesrat blocher 10'000 plätze abgebaut hatte. praktisch. und jetzt sind die ausländer wieder an allem schuld.
    Direktlink zum Kommentar

  2. Es geht nicht um RECHTS oder LINKS

    von Kulturbetrachter Basel am 1.07.2012 um 20:31Uhr

    Es geht um Menschen. Bei diesen Menschen sind Anwohner sowie Asylbewerber die Betroffenen. Wäre eine Infoveranstaltung (kein rechsradikaler Progagandaaufmasch) für die Anwohner nicht sinnvoll?
    Erklären, was, wann, wo, wie lange, warum und warum nicht woanders?
    Ich habe mich mal versucht in einen Asylbewerber hineinzuversetzen, soweit das überhaupt geht. Mir wäre eine EInzelkabine in der die Intimspähre gewahrt bleibt lieber, als eine Massenunterkunft. Gibt es Gemeinschaftsräume? Können sich die Bewohner verpflegen? Gibt es Kühlschränke, genügend Waschgelegenheiten, Freizeitgestaltung? Denn alles das, was auf dem Schiff fehlt, wird in irgendeiner Form extern stattfinden. Ausser einer Rheinkreuzfahrt habe ich keine Erfahrung mit solchen Schiffen und ich kann mir auch kein Urteil darüber erlauben, ob das Schiff menschenwürdig ausgestattet ist, aber ich würde es hoffen und die Verantwortlichen bitten, VORHER mal eine Begehung durchzuführen.


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  3. Viel Lärm um wenig

    von Chaim Howald am 2.07.2012 um 00:56Uhr

    Einmal mehr erweckt auch der TaWo Artikel ein falsches Bild: ALLE ANWOHNER sind IMMER gegen Asylunterkünfte. Heute Abend mag ich nicht mehr lange schreiben, ich zititere aber gerne meinen eigenen Beitrag zu einem ähnlichen Thema in meiner Nachbarschaft:

    Pionierleistungen, die zu würdigen sind

    Als direkter Anwohner freue ich mich über den Pioniergeist, den heute vor allem die Menschen vom Reh4 und früher schon viele andere an den Tag legen. Vor rund zehn Jahren sind wir in dieses Quartier gezogen, der festen Überzeugung, dass dieses (zumindest in unserer Vorherigen Wohngegend im Grossbasel) damals so verschrieene Quartier dank seiner Diversität und Belebtheit ein unglaubliches Potential an neuer Wohnlichkeit bietet. Seither war und ist es eine Freude zu beobachten, wie viele innovative, (zum Teil nicht mehr ganz) junge Menschen das Quartier (wieder?) angenommen und mit grossem Einsatz zur m.E. spannendsten Wohngegend der Stadt transformiert haben. Deshalb ist es für mich auch nicht erstaunlich - aber nicht weniger erfreulich - dass die Stadt gerade hier dieses fast schon geniale Pilotprojekt installiert hat: Ein seit Jahren heruntergekommenes, eher anrüchiges Lokal wird mittels einer Zwischennutzung durch Kräfte aus dem Quartier aufgewertet, gleichzeitig wird - meines Wissens erstmals in Basel - endlich versucht, die Lage im Asylwesen mittels kleiner, dezentraler Unterkünfte, zu entspannen. In dem soziologische Verdünnungseffekte ausgenutzt werden - salopp gesagt die Asylsuchenden in schlicht in der Masse untergehen können - wird das Damoklesschwert der bösen Fremden abgestumpft. Der eigentliche Clou an der Sache ist aber ein zweiter, psychologischer, Effekt: Asylunterkunft hin oder her, was Unterdessen und ihre Untermieter_innen an der Fäldbi 47 realisieren wird das Gebäude in der öffentlichen Wahrnehmung - im Vergleich zur vorherigen Nutzung als Milieubar und düsterer verrauchter "Spunte" - massiv aufwerten. Verbunden mit der zu erwartenden marginalen Wahrnehmbarkeit der Asylsuchenden - immerhin nur 25 Personen und das im am dichtesten besiedelten Quartier der Stadt - bietet dies das Potential, wenn nicht gar eine positive Wahrnehmung der Asylunterkunft zu erreichen, dann doch zumindest den Schrecken und die Angst davor, die offensichtlich in Teilen der Bevölkerung herrschen, vergessen zu machen. Vor dem Hintergrund der Geschehnisse am Voltaplatz, beim Kinderspital auf der Erlenmatt und sonst wo stellt sich mir allerdings eine ganz andere Frage: Kann es sein, dass sich im Unterschied zwischen z.B. einem catwalk in public space oder der provisorischen Tramhaltestelle und der "ilegalen" Party bei der Hall of universe eine semantische Differenzierung physisch manifestiert? Hier Menschen, die sich Freiräume suchen, sie vorübegehend ausgestalten, nutzen und dann wieder frei geben, dort solche, die sie "erkämpfen" oder "besetzen" wollen - im einen Fall wird dabei das Quartier "von unten herauf" aufgewertet, im anderen kommt es zu Sachbeschädigungen und Gewalt.

    Honi soit qui mal y pense!

    Wie meine Mitpetenten erwarte ich nun von der Basler Regierung, dass auch Gellert, Neubad und das von Edi Rutschmann angesprochenene Trois Rois ihre Verantwortung für die Stadt und den Kanton übernehmen und Raum bieten für Unterkünfte!

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  4. TagesWoche Redaktion

    Theo Meyer

    von Monika Zech am 2.07.2012 um 16:52Uhr

    Liebe Frau Mächler
    Sie haben vollkommen recht: Der Theo Meyer vom Genossenschaftsverband Nordwestschweiz ist nicht derjenige, der von 1990 bis 1999 für die Baselbieter SP im Nationlrat sass. Ich bin da einem Irrtum aufgesessen und entschuldige mich dafür. In der Online-Version des Artikels habe ich den Fehler bereits korrigiert, in der nächsten Printausgabe veröffentliche ich ein Korrigendum.
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  1. Theo Meyer

    von Gabi Mächler um 1.07.2012 um 14:04Uhr

    schlecht recherchiert: dieser Theo Meyer, den Monika Zech hier meint, war nie baselbieter SP-Nationalrat, sondern im Gegenteil langjähriger DSP-Kassier.
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  2. "...ein einzig Volk von Brüdern"

    von Hanne um 1.07.2012 um 15:24Uhr

    Ein guter Standplatz wäre doch auf dem Grund des Rheins. Da würde doch weder das Boot noch die Bewohner dessen auf irgend eine Art und weise stören.

    Aus den Augen, aus dem Sinn.

    Es ist langsam Zeit dass sich die Schweizer Bevölkerung vom "Selbstbetrug", eine humanitäre Asylpolitik zu betreiben, verabschiedet.

    Denn...
    ...wenn es wirklich darauf ankommt und eine Asylunterkunft gleich nebenan stehen soll, sind die wenigsten bereit diese zu akzeptieren.

    Dito Atommüll.

    Ein einzig Volk von Brüdern? Werner Stauffacher, Walter Fürst und Arnold von Melchtal drehen sich sicher schon lange im Grab um.
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  3. Schiff für Asylsuchende

    von Elisabeth Wahl um 1.07.2012 um 18:17Uhr

    Das Schiff wäre bei Novartis am rechten Platz. Dann können die Bewohner ohne Strassenüberquerung tagsüber ins Internierungslager am Voltaplatz, das ein Robispielplatz sein soll :-)!
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  4. es gibt immer mindestens 2 möglichkeiten.

    von Christian Mueller um 1.07.2012 um 18:56Uhr

    wenn regen vom himmel fällt gibt es mehrere möglichkeiten, was man mit dem macht: es gibt die leute, die sich einfach unter ein wellblechdach stellen und zuschauen, wie die kraft des wassers den fruchtbaren boden und dann das fundament wegspült. man könnte das wasser aber auch sammeln, damit den garten bewässern, sich waschen und sogar strom daraus gewinnen. leider ist die schweizer asylpolitik im moment darauf bedacht ein teures dach zu betonieren, anstatt diese menschen produktiv in die gesellschaft einfliessen zu lassen. früher ging das ja auch. aber die menschenverachtenden egoistisch-kurzfristige denken vieler schweizerInnen wird leider nur allzugut politisch ausgeschlachtet. schliesslich haben wir zu wenige plätze, weil der herr abgewählte bundesrat blocher 10'000 plätze abgebaut hatte. praktisch. und jetzt sind die ausländer wieder an allem schuld.
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  5. Es geht nicht um RECHTS oder LINKS

    von Kulturbetrachter Basel um 1.07.2012 um 20:31Uhr

    Es geht um Menschen. Bei diesen Menschen sind Anwohner sowie Asylbewerber die Betroffenen. Wäre eine Infoveranstaltung (kein rechsradikaler Progagandaaufmasch) für die Anwohner nicht sinnvoll?
    Erklären, was, wann, wo, wie lange, warum und warum nicht woanders?
    Ich habe mich mal versucht in einen Asylbewerber hineinzuversetzen, soweit das überhaupt geht. Mir wäre eine EInzelkabine in der die Intimspähre gewahrt bleibt lieber, als eine Massenunterkunft. Gibt es Gemeinschaftsräume? Können sich die Bewohner verpflegen? Gibt es Kühlschränke, genügend Waschgelegenheiten, Freizeitgestaltung? Denn alles das, was auf dem Schiff fehlt, wird in irgendeiner Form extern stattfinden. Ausser einer Rheinkreuzfahrt habe ich keine Erfahrung mit solchen Schiffen und ich kann mir auch kein Urteil darüber erlauben, ob das Schiff menschenwürdig ausgestattet ist, aber ich würde es hoffen und die Verantwortlichen bitten, VORHER mal eine Begehung durchzuführen.


    Direktlink zum Kommentar

  6. Viel Lärm um wenig

    von Chaim Howald um 2.07.2012 um 00:56Uhr

    Einmal mehr erweckt auch der TaWo Artikel ein falsches Bild: ALLE ANWOHNER sind IMMER gegen Asylunterkünfte. Heute Abend mag ich nicht mehr lange schreiben, ich zititere aber gerne meinen eigenen Beitrag zu einem ähnlichen Thema in meiner Nachbarschaft:

    Pionierleistungen, die zu würdigen sind

    Als direkter Anwohner freue ich mich über den Pioniergeist, den heute vor allem die Menschen vom Reh4 und früher schon viele andere an den Tag legen. Vor rund zehn Jahren sind wir in dieses Quartier gezogen, der festen Überzeugung, dass dieses (zumindest in unserer Vorherigen Wohngegend im Grossbasel) damals so verschrieene Quartier dank seiner Diversität und Belebtheit ein unglaubliches Potential an neuer Wohnlichkeit bietet. Seither war und ist es eine Freude zu beobachten, wie viele innovative, (zum Teil nicht mehr ganz) junge Menschen das Quartier (wieder?) angenommen und mit grossem Einsatz zur m.E. spannendsten Wohngegend der Stadt transformiert haben. Deshalb ist es für mich auch nicht erstaunlich - aber nicht weniger erfreulich - dass die Stadt gerade hier dieses fast schon geniale Pilotprojekt installiert hat: Ein seit Jahren heruntergekommenes, eher anrüchiges Lokal wird mittels einer Zwischennutzung durch Kräfte aus dem Quartier aufgewertet, gleichzeitig wird - meines Wissens erstmals in Basel - endlich versucht, die Lage im Asylwesen mittels kleiner, dezentraler Unterkünfte, zu entspannen. In dem soziologische Verdünnungseffekte ausgenutzt werden - salopp gesagt die Asylsuchenden in schlicht in der Masse untergehen können - wird das Damoklesschwert der bösen Fremden abgestumpft. Der eigentliche Clou an der Sache ist aber ein zweiter, psychologischer, Effekt: Asylunterkunft hin oder her, was Unterdessen und ihre Untermieter_innen an der Fäldbi 47 realisieren wird das Gebäude in der öffentlichen Wahrnehmung - im Vergleich zur vorherigen Nutzung als Milieubar und düsterer verrauchter "Spunte" - massiv aufwerten. Verbunden mit der zu erwartenden marginalen Wahrnehmbarkeit der Asylsuchenden - immerhin nur 25 Personen und das im am dichtesten besiedelten Quartier der Stadt - bietet dies das Potential, wenn nicht gar eine positive Wahrnehmung der Asylunterkunft zu erreichen, dann doch zumindest den Schrecken und die Angst davor, die offensichtlich in Teilen der Bevölkerung herrschen, vergessen zu machen. Vor dem Hintergrund der Geschehnisse am Voltaplatz, beim Kinderspital auf der Erlenmatt und sonst wo stellt sich mir allerdings eine ganz andere Frage: Kann es sein, dass sich im Unterschied zwischen z.B. einem catwalk in public space oder der provisorischen Tramhaltestelle und der "ilegalen" Party bei der Hall of universe eine semantische Differenzierung physisch manifestiert? Hier Menschen, die sich Freiräume suchen, sie vorübegehend ausgestalten, nutzen und dann wieder frei geben, dort solche, die sie "erkämpfen" oder "besetzen" wollen - im einen Fall wird dabei das Quartier "von unten herauf" aufgewertet, im anderen kommt es zu Sachbeschädigungen und Gewalt.

    Honi soit qui mal y pense!

    Wie meine Mitpetenten erwarte ich nun von der Basler Regierung, dass auch Gellert, Neubad und das von Edi Rutschmann angesprochenene Trois Rois ihre Verantwortung für die Stadt und den Kanton übernehmen und Raum bieten für Unterkünfte!

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  7. Warum dürfen s

    von Inaktiver Nutzer um 2.07.2012 um 07:29Uhr

    Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht.
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  8. TagesWoche Redaktion

    Theo Meyer

    von Monika Zech um 2.07.2012 um 16:52Uhr

    Liebe Frau Mächler
    Sie haben vollkommen recht: Der Theo Meyer vom Genossenschaftsverband Nordwestschweiz ist nicht derjenige, der von 1990 bis 1999 für die Baselbieter SP im Nationlrat sass. Ich bin da einem Irrtum aufgesessen und entschuldige mich dafür. In der Online-Version des Artikels habe ich den Fehler bereits korrigiert, in der nächsten Printausgabe veröffentliche ich ein Korrigendum.
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  9. Blindes Nachbeten

    von Christine Flitner um 2.07.2012 um 17:18Uhr

    "Und er gewann die Abstimmung", schreibt Monika Zech über die "Konsultativabstimmung" des Neutralen Quartiervereins. Im St. Johann wohnen über 18 000 Menschen, an der "Abstimmung" nahmen 370 Personen teil, von denen ein Teil nicht einmal im St. Johann wohnt. Bei diesen Zahlen von einer gewonnenen Abstimmung zu sprechen, ist absurd. Es legt die Vermutung nahe, dass da einfach die Medienmitteilung des Quartiervereins nachgebetet wird.
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Informationen zum Artikel

29.6.2012, 01:00 Uhr

Ein Schiff bringt
Politiker auf Schlingerkurs

Text

Text:

  • 23.05.2013 um 15:50
    In Gottes Namen gegen Grundrechte

    Der religiöse Fanatismus macht auch vor der Schule nicht halt. Und beschäftigt immer wieder Behörden und Justiz.

  • 21.05.2013 um 14:10
    Unsere Ente des Tages

    Das ist garantiert keine Zeitungsente: Eine Ente hat den Brunnen am Rümelinsplatz zu ihrem persönlichen Swimmingpool umfunktioniert.

  • 16.05.2013 um 15:34
    Jeder Franken zählt

    In der Regel äussern sich Politiker und Experten in endlosen Debatten zum Thema Mindestlohn. Hier erzählen drei Frauen über ihr Leben mit einem Lohn, der nirgends hinreicht.

  • 16.05.2013 um 22:59
    Absolut
    Zum Artikel: Schweiz nach Sieg gegen Tschechien im Halbfinal

    Lieber Fritz Hochhuth Nach 14 Stunden am Computer sitzen schaffe ich es kaum mehr, so viele Buchstaben zu lesen. Aber ich habe es doch getan, weil uns doch die Chefs und andere kompetente Leute immer sagen, wie wichtig die Hege und Pflege unserer Comm...

  • 15.04.2013 um 23:11
    merkwürdiges Rechtsverständnis
    Zum Artikel: Keine freie Betten für die englischen Fussballfans

    @fm70: Ich glaube nicht, dass ich ein merkwürdiges Rechtsverständnis habe. Aber aufgrund seltsamer Artikel wie des Wegweisugsartikels kann es durchaus vorkommen, dass in der Öffentlichkeit schlafende Personen von Polizeipatrouillen mehr oder weniger un...

  • 15.04.2013 um 17:41
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    Zum Artikel: Keine freie Betten für die englischen Fussballfans

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