LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sport

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Fussball, Euro 2012 

25.6.2012, 01:26 Uhr

Andrea Pirlo hat gesprochen

25.6.2012, 01:26 Uhr

Er gilt in Italien als grosser Schweiger. Lieber lässt Andrea Pirlo Taten sprechen. So wie mit seinem Elfmeter à la Panenka im Viertelfinal gegen England, den die Italiener im Penaltyschiessen 4:2 gewinnen. Im Halbfinal trifft Italien auf Deutschland. Von

Das Spiel war gerade dabei, eine für Italien ganz falsche Abzweigung zu nehmen. 120 Minuten lang hatten die Männer in Blau das Spiel gemacht. 35 Mal waren sie gemäss den Erbsenzählern der Uefa den mit ihren Versuchen gescheitert, einen Treffer zu erzielen. Und einmal hatten sie sogar getroffen – allerdings aus Abseitsposition.

Die Engländer dagegen waren ab der 60. Minute vor allem noch dies gewesen: kraft- und ratlos. Mario Balotelli alleine kam am Ende auf mehr Abschlüsse als alle Engländer zusammen. Aber das war nun wirklich kein Wunder. Denn wer mit Mann und Maus verteidigt, vorne auf den lieben Gott sowie einen unsichtbaren Wayne Rooney hofft und in der Mitte als Schaltzentrale einen ab Minute 60 von Krämpfen geplagten Steven Gerrard hat, kommt normalerweise nicht zu vielen Chancen.

Elfmeterschiessen? Für England scheinbar ein grosses Ziel

Und doch hatten sie plötzlich alle Trümpfe in den Füssen, diese Engländer, die während einer Stunde so ausgesehen hatten, als sei ein Elfmeterschiessen für sie der erstrebenswerteste Zustand in dieser Welt. Sie, die Jäger der verlorenen Penaltys, führten nach Riccardo Montolivos Fehlschuss 2:1 in der finalen Entscheidung.

Dann legte sich Andrea Pirlo den Ball zurecht. Auf dem Feld wirkt der 33-Jährige manchmal fast so, als ginge ihn all das um ihn herum wenig bis gar nichts an. Bis er einen seiner Pässe schlägt, die nur er spielen kann, weil nur er diesen Überblick über das Spiel besitzt. Ganz so, als habe er ein zusätzliches Auge, mit dem er die Partie von der Tribüne aus beobachtet. «Pirlo sieht das Spiel aus anderen Winkeln als alle anderen auf dem Feld – und auch als wir zuhause!», hatte Manchester Uniteds Innenverteidiger Rio Ferdinand bewundernd während der Partie getwittert.

Ein Pirlo macht keine Faxen

Pirlo also nahm Anlauf. Joe Hart im Tor der Engländer machte seine Faxen, er lachte, er hüpfte, er wirkte extrem zuversichtlich. Pirlo nicht. Pirlo sah aus wie immer. So, als ginge er im Kopf noch einmal die Einkaufsliste für Penne alla Norma durch. Nur einmal zuckte seine Zunge nach vorne, das war’s.

Es lag keine übermässige Spannung in seinem Körper, als er auf den Ball zulief. Die war auch gar nicht nötig. Ein kleiner Schubser bloss genügte, um den Ball in die Mitte des Tores zu lupfen. Ach was – zu streicheln. Auf dem Boden, irgendwo auf der rechten Seite des Tores lag Joe Hart.

In seiner Heimat gilt Pirlo als grosser Schweiger. Aber in dieser Szene hatte er gesprochen. Nicht mit dem Mund. Das kann jeder. Mit einer Tat. Andrea Pirlo liebkoste den Ball mit sanfter Geste. Und doch wirkte die Aktion dadurch mächtiger als jeder Donnerhall.

Da war keine Zuversicht mehr

Er drehte die Psychologie des bisherigen Elfmeterschiessens. Noch hatten die Engländer alle Vorteile auf ihrer Seite. 2:2 stand es bloss, England hatte einen Schützen mehr. Ashley Young hätte seine Farben wieder in Führung bringen können.

Aber er tat es nicht, er traf die Latte. Und Joe Hart? Lachte nicht mehr. Stattdessen versuchte er sich jetzt mit einem aggressiven Gesichtsausdruck. Aber da war keine Zuversicht mehr. Da war nur noch ein 25-Jähriger, der versucht, Selbstvertrauen zu zeigen, wo keines ist. Andrea Pirlo hatte ihn mit einem einzigen Schuss den Schneid abgekauft. Mit einem «Panenka», der einzigen Variante des Elfmeters, bei der der Torwart wie ein Verlierer aussieht.

Wer so spielt, darf auch mal nach Hause reisen

Es kam, wie es in solchen Fällen zu kommen pflegt: England verlor das Penaltyschiessen, in das es sich mit allerletzter Kraft geschleppt hatte. So, wie es das eigentlich immer tut. Zum sechsten Mal kam das Ende an einem grossen Turnier für die Engländer am Elfmeterpunkt.

Bloss dass sich das Mitleid des neutralen Zuschauers für einmal in engsten Grenzen hielt. Wer so wenig für das Spiel tut, wie dieses Team des ehemaligen Schweizer Nationaltrainers Roy Hodgson, der tritt den Heimflug an, ohne dass viele Tränen fliessen.

Es ist eben nicht jeden Tag Chelsea. Aber es dürfte gerne jeden Tag ein wenig Andrea Pirlo sein.

Panenka, das Original

Beinahe zwei Jahre lang hatte er die Variante trainiert – und einmal hatte er sie sogar in einem Spiel der Nationalmannschaft erfolgreich versucht. Aber die grosse Stunde des Antonin Panenka schlug im Final der Europameisterschaft 1976. Im Elfmeterschiessen musste die Partie zwischen Deutschland und der damaligen Tschechoslowakei entschieden werden. Da lief Panenka gegen Sepp Maier an. Der Deutsche suchte sich seine Ecke aus, sprang – und Panenka lupfte den Ball lässig in die Tormitte (vgl. Video oben). Eine bislang nie gesehene Penalty-Variante, die den Erfinder weltberühmt und die Tschechoslowaken zum Europameister machte.

Panenka selbst erklärte danach, ihm sei es nie darum gegangen, auf besonders spektakuläre Art und Weise zu treffen. Er hatte schlicht keine Lust darauf, bei den Bohemiens Prag immer wieder die Elfmeter-Spielchen gegen Goalie Zdenek Hruska zu verlieren: «Es kam so weit, dass ich zuhause wach im Bett lag und mir überlegte, wie ich ihn schlagen könnte.» Und da kam Panenka die Erleuchtung: «Ich stellte fest, dass die Goalies meist bis zum letzten Moment warteten, um zu antizipieren, wo der Ball hinfliegen würde. Da dachte ich mir, es sei vielleicht einfacher, einen Schuss anzutäuschen und den Bal dann in die Mitte des Tores zu schiessen.» Und es hat geklappt.

Gute Arbeit! Teilen und mehr lesen.

Teilen und weiterleiten

Mehr zum Thema

Fussball, Euro 2012

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Italien gewinnt im Penaltyschiessen Weiterlesen

Alte Zeiten Weiterlesen

Tageswoche honorieren

Alternativen:

Postfinance, Paypal, Flattr

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Melalinde Jadarnir

    am 25.06.2012, 21:00

    Ich habe selten so einen tollen, humorvollen, trefferenden, pointierten Bericht gelesen, grazie e forza pirlo :)

Informationen zum Artikel

25.6.2012, 01:26 Uhr

Andrea Pirlo hat gesprochen

Text

Text:

  • 20.07.2014 um 11:13
    Weil Basel Tourismus bis 2015 braucht, bilden wir Taxifahrer selber weiter

    Basel Tourismus will mit einem E-Learning-Tool dafür sorgen, dass Taxifahrer besser über Basel Bescheid wissen. Ab 2015 soll es einsatzbereit sein. Die TagesWoche bietet Soforthilfe: mit dem ultimativen Basel-Quiz für Taxifahrer und solche, die es noch werden wollen.

  • 19.07.2014 um 08:40
    Sieben Antworten vor dem Start der Super League

    Wer ist der grösste Bewunderer des FC Thun, welcher Club geht mit einem Alpsegen in die Saison und wo ausserhalb von Basel tummeln sich die meisten Ex-FCB-Spieler? Fragen über Fragen zum Start der Super League. Wir haben sieben Antworten.

  • 18.07.2014 um 17:31
    Tore, Tore, Tore – so viel Offensivpower hat der FC Basel neu verpflichtet

    Valentin Stocker im Sommer zu Hertha Berlin, Mohamed Salah schon im Winter zu Chelsea – der FC Basel muss auf die neue Saison hin über 50 Skorerpunkte ersetzen. Die Statistiken der Neuzugänge lassen darauf schliessen, dass ihm das gelingen sollte.

  • 11.07.2014 um 12:55
    Zum Artikel: Keine Aufenthaltsbewilligung – der FC Basel sucht für Simic einen Club im Ausland

    Doch, das Gericht nimmt laufend Bezug auf Zeitungsartikel. Und auf die Matchberichte der vereinseigenen Homepage fcb.ch. Vielleicht muss der FCB künftig noch etwas begeisterter über seine jungen Spieler berichten …

  • 10.07.2014 um 16:12
    Zum Artikel: Sieben Antworten zum zweiten Halbfinal

    Lieber Herr Hage, ich kann nur sagen: «Upps, it dit it again!» Jetzt hat der Index auch noch für das Endspiel ein 0:1 gegen Deutschland und für Argentinien voraus gesagt. Trotzdem weise ich wie immer jede Schuld von mir. It was the index!

  • 07.07.2014 um 09:24
    Zum Artikel: Der Frauenfussball sucht seinen Weg

    Vielen Dank, Herr Tanner, für Ihre Anmerkungen. Als Erläuterung: Roman Wipfli kommt in unserer Geschichte vor, weil er der Frauenchef bei OB ist, Herr Rhinisperger war derjenige, der uns sozusagen auf die Geschichte "gelüpft" hat. Sophie...

Aktuell

:

Kunst am Wegrand #13 

Hannes Vogel/Rosshof

Früher ein Parkplatz, heute eine kleine Ruhe-Oase und ein Ort mit verborgenen Geschichten: Hannes Vogel hat 1987 den Rosshof-Hof neu gestaltet und die Vergangenheit des Platzes mit hineingelegt.Von Caroline Weis. Weiterlesen

Livio Marc Stoeckli: Peter Wawerzinek stänkert gerne gegen den Literaturbetrieb, den er zugleich knacken wollte. «Die meisten Autoren geben sich nicht mal Mühe!»

Literatur 

«Neid ist ein guter Antrieb»

Der Autor Peter Wawerzinek trank, um im Mittelpunkt zu stehen. Und kam davon weg, indem er ganz auf Literatur setzte. Dabei fand er wieder den Mittelpunkt: 2010 in Form des Bachmann-Preises.Von Valentin Kimstedt und Livio Marc Stöckli. Weiterlesen