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Durness Sizilien 

24.6.2012, 06:00 Uhr

Keine Bar, kein Bistro, nichts 24. Juni 2002

24.6.2012, 06:00 Uhr

Ein richtiger Montag. Alle Läden und Bistros sind geschlossen. Aber der Vorteil. Wir kommen tüchtig voran. Von

Urs Buess: Ein Weg oder was? Jedenfalls gehts hier durch.

Ein Weg oder was? Jedenfalls gehts hier durch. (Bild: Urs Buess)

Gray – wir haben das Städtchen nicht mehr erkundet, gestern Abend, haben uns im Hotel einquartiert, ich bin kurz und erfolglos auf der Suche nach Zigaretten durch ein paar Strassen gegangen, es war Sonntagabend, alles geschlossen, etwas trostlos. Und sonst sind wir im Hotel geblieben, haben gegessen, eine gute Flasche getrunken und uns Gray auf heute aufgespart.

Die Sâone fliesst breit und behäbig durch, ergiesst sich über ein längliches Wehr, für Boote liegt eine Schleuse bereit. Und das alles ist schon die Sehenswürdigkeit. Auf dem Hügel trohnt eine mächtige Kirche, nicht unbedingt einladend. Den zwei, drei Gassen entlang stehen die Boulangeries, Boucheries, Apotheken und was es so hat in diesen kleinen Zentren. Auch Kleidergeschäfte, alle geschlossen an einem Montagvormittag, heruntergezogene Rollläden an feuchter Gasse, noch nass von den Gewittern der vergangenen Nacht. Auch Bäckereien sind zu, Metzgereien ebenfalls. Man verweist auf das Kaufhaus am Rande der Ortschaft: Ein riesiger Schuppen, in dem vom Baguette bis zum Gummistiefel und vom Kondom bis zum Aufschnitt alles zu haben ist. An der Cafeteria bauen sie erst, die meisten Kassen ohnehin geschlossen an diesem Vormittag. Wir kaufen unser Picknick ein, spazieren durch das heruntergekommene, etwas abgewirtschaftete Gray zurück zum Hotel und suchen einen Weg hinaus.

Kleine Bauernweiler bald, von denen wir nach den Erfahrungen von gestern nicht erwarten, dass ein Restaurant geführt wird. Wir setzen uns von Zeit zu Zeit ans Strassenbord, trinken Wasser aus unseren Flaschen und schwatzen über gemeinsame Bekannte, Freunde, den Tagi, schwatzen drauflos, schweifen hin, schweifen her, lachen, erzählen Anekdötchen, und wenn´s bergauf geht, schweigen wir.

Plötzlich tauchen stillgelegte Geleise auf. Bei einem verlassenen Bahnwärterhäuschen biegen wir auf die Schwellen, ziehen an wuchernden Sträuchern und Gräsern vorbei und stehen dann unvermittelt auf einer längeren Beton-Stahlbrücke, die uns recht hoch über ein kleines Tal und einen Kanal führt. Ein eigenartiges Erlebnis, über eine nicht mehr gebrauchte und langsam verfallende Eisenbahnbrücke zu spazieren –es  kommt so etwas wie Endzeitstimmung auf, in diesem jauchzenden Sommerwetter besonders schräg. Büttner sagt, es erinnere an Tarkowski-Filme, an Wim Wenders-Szenen und im Hintergrund jaule Ry Cooders Gitarre.

Mücken und Bremsen

Ein neues Dorf nach Battrans, Echevanne zum Beispiel. Ein Schloss steht dort, mit farbig leuchtenden Ziegeln, Maurer verputzen ein Wand, Bauern fahren Heuballen ein, ein paar Häuser stehen renoviert im Wochenend-Gewand da – aber es hat keine Bar, kein Restaurant, nichts. Mücken und Bremsen verfolgen uns durch den Wald, die Sonne hat nach durchdonnerter Nacht wieder zum Sommer zurückgefunden, es ist schwül am Nachmittag.

Ein neues Dorf: Velesmes. Grösser, stattlicher, viele Einfamilienhäuser ringsum, im Dorfkern die gemörtelten Bruchsteinhäuser, grösser als im Loire-Gebiet, der Bretagne, zweistöckig mindestens sind sie alle, steile, höhere Dächer, Ansätze von Vordächern manchmal. Hier müsste ein Bier zu kaufen sein. Doch keine Bar, kein Restaurant, nichts. Wir sitzen auf den Kirchplatz, picknicken und trinken Wasser.

Natel-Netz und Beizen-Dichte

Wir geben die Hoffnung auf, philosophieren darüber, ob es einen  Zusammenhang zwischen Natel-Netz und Restaurant-Dichte gibt. In der Bretagne, im Loire-Gebiet trifft man in jedem Nest auf eine Bar, doch das Natel funktioniert nicht. Hier lässt sich aus jeder Ecke in Feld und Wald telefonieren, aber ein Bier gibt es nicht.

Aber es gibt ein Dorf, das schlicht Gy heisst. Hier, so sagen uns die Leute, gebe es Bars und ein Hotel. Und so ist es. Das Hotel hat ein Schwimmbad, und das entschädigt nach langem, durstigen Tag doch ganz gehörig.

(Gy, 24. Juni 2002)

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24.6.2012, 06:00 Uhr

Keine Bar, kein Bistro, nichts 24. Juni 2002

Text

Text:

  • 10.10.2013 um 15:12
    Eine Welt mit anderen Regeln

    Verstreut über ganz Europa leben 300 Menschen die Utopie, dass es weder Hierarchien noch Lohnarbeit braucht. Und zwar in der Kooperative Longo maï. Sie feiert nun ihr 40-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung in Basel. Eröffnet werden die Jubiläumsfeierlichkeiten heute Abend. Andreas Schwab stellt sein neues Buch «Longo maï – Pioniere einer gelebten Utopie» vor.

  • 26.09.2013 um 14:56
    Ein politisch frühreifes Mädchen

    Schon als Teenager wollte Maya Graf wissen, wie Politik funktioniert.

  • 12.09.2013 um 12:00
    «Ich musste mir die Schweiz erarbeiten»

    Peer Teuwsen, Leiter des Schweizer Büros der «Zeit», versucht zu ergründen, was das Land in seinem Innersten zusammenhält.

  • 28.07.2013 um 22:55
    Herr Buess
    Zum Artikel: Machts doch selber!

    Lieber Herr Holzapfel, Reden wir doch einfach bei einem Kaffee über Ihre Probleme. Es bleibz absolut anonym und meine Adresse ist: urs.buess@tageswoche.ch Mit freundlichem Gruss Urs Buess

  • 28.07.2013 um 21:11
    Souverän ist anders …
    Zum Artikel: Machts doch selber!

    @Holzapfel Ich würde Sie gerne zu einem persönlichen Gespräch treffen. Melden Sie sich bitte unter urs.buess@tageswoche.ch Mit freundlichem Gruss Urs Buess Pubizistischer Leiter, TagesWoche

  • 27.09.2012 um 21:26
    Fonzi trainiert
    Zum Artikel: Fonzi trainiert

    Heute Abend ist der Helikopter schon sehr zielgerichtet geflogen.

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