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TagesWoche

Tages Woche

Sa, 25.05.2013

Lohnstatistik 

20.6.2012, 15:27 Uhr

Jede zehnte Stelle wird mit Tieflohn entlöhnt

20.6.2012, 15:27 Uhr

Rund zehn Prozent der Angestellten in der Schweiz haben 2010 für ein volles Pensum einen Monatslohn von unter 4000 Franken erhalten. Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Mittwoch bekannt gab, wurden 2010 rund 275 000 so genannte Tieflohnstellen gezählt. Von sda

sda: Jede zehnte Person in der Schweiz muss sich mit einem Tieflohn begnügen

Jede zehnte Person in der Schweiz muss sich mit einem Tieflohn begnügen (Bild: sda)

Der Anteil an Tieflohnstellen am gesamten Arbeitsplatzangebot der Unternehmen belief sich auf 10,5 Prozent. Das BFS spricht von Tieflohnstellen, wenn der auf der Basis eines Vollzeitpensums von 40 Wochenstunden berechnete Lohn weniger als zwei Drittel des standardisierten Bruttomedianlohnes ausmacht. Im Jahr 2010 galt ein Lohn unter 3986 Franken als tief.

Mehr als zwei Drittel der Tieflohnstellen (68,4 Prozent) haben Frauen inne. Mit anderen Worten: Fast jede fünfte Frau (19,1 Prozent) muss mit einem tieferen Lohn auskommen; bei den Männern sind es hingegen nur 6,9 Prozent.

Besonders betroffen sind zudem Personen ohne Schweizer Pass. Der Anteil der Tieflohnbezügerinnen und -bezüger ist bei Angestellten ausländischer Nationalität mit 18,5 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Schweizer Staatsangehörigen

Auch zwischen den Branchen sind die Unterschiede gross: So beträgt beispielsweise in der Gastronomie der Anteil an Tieflohnstellen 42,1 Prozent. Rund die Hälfte aller Tieflohnstellen verteilt sich auf die vier Wirtschaftszweige Detailhandel, Gastronomie, Beherbergung und Gebäudebetreuung/Garten- und Landschaftsbau.

Die Grösse des Unternehmens spielt ebenfalls eine Rolle: Über die Hälfte der Tieflohnstellen (52,9 Prozent) wurden in kleinen Firmen mit weniger als 50 Angestellten gezählt. Im Allgemeinen nehme der Anteil der Tieflohnstellen mit zunehmender Grösse des Unternehmens ab, schreibt das BFS dazu.

Mindestlohn

Einen starken Einfluss hat zudem das Dienstalter: Über die Hälfte der Angestellten im Tieflohnbereich arbeiten seit weniger als 3 Jahren im gleichen Unternehmen.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) sieht sich mit den vom BFS veröffentlichten Daten in seiner Einschätzung bestätigt. Es brauche Gesamtarbeitsverträge und einen staatlich festgelegten Mindestlohn, wie ihn die Anfang Jahr eingereichte Mindestlohn-Initiative fordert.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Armselig.

    von René Reinhard um 20.06.2012 um 22:38Uhr

    Wurde heute die Initiative "für gerechte Löhne" von der Mehrheit der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) deshalb abgelehnt, weil sie so "wirtschaftsfeindlich" ist, dass "jede zehnte Stelle mit einem Tieflohn vergütet" werden muss?
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  2. Im Fussball sind's Schmerzmittel

    von Maya Eldorado um 20.06.2012 um 23:09Uhr

    Was da alles genommen wird, um sich im Beruf fit zu halten, wird schon gar nicht geredet.
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  3. Mein obiger Beitrag

    von Maya Eldorado um 20.06.2012 um 23:41Uhr

    steht nun wirklich am falschen Ort.
    Der kann gelöscht werden.
    Direktlink zum Kommentar

  4. Tiefstlohn ist eine Bereicherung an der Allgemeinheit!

    von Kulturbetrachter Basel um 21.06.2012 um 11:47Uhr

    Solange ein Tiefstlohn ein Zweiteinkommen ist, der nicht dazu dient, den Unterhalt zu sichern, ist dies völlig in Ordnung. Viele Vereine mit gemeinnütziger Ausrichtung etc. können sich einen höheren Lohn nicht leisten und beschäftigen stundenweise, zeitlich flexible Personen, bei denen das Gehalt nicht im Vordergrund steht.
    Wenn aber Menschen Vollzeit arbeiten und dafür einen Tieflohn erhalten, der die Grundbedürfnisse nicht abdeckt, sind sie gezwungen, Zuschüsse aus der öffentlichen Hand zu beantragen um über die Runden zu kommen.
    Die Allgemeinheit ist aber das Volk und somit auch wieder jeder Steuerzahler. Da werden Krankenversicherungen abgeschlossen, welche eine utopische Franchise haben, damit die Prämie noch zahlbar bleibt. Im Umkehrschluss gehen dann genau die Niedrigverdiener oft nicht rechzeitig zum Arzt, weil sie den Selbstbehalt nicht aufbringen können. So entstehen grössere Krankheiten, welche dann wieder auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Unternehmer die Menschen zu Tiefstlöhnen einstellen um ihre Gewinne zu maximieren, handeln unsozial und bereichern sich letztlich auf Kosten des Volkes.
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Informationen zum Artikel

20.6.2012, 15:27 Uhr

Jede zehnte Stelle wird mit Tieflohn entlöhnt

Text

Text: sda

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