LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Kultur

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Kultwerk 

15.6.2012, 00:01 Uhr

Kultwerk #34: Pickelporno

15.6.2012, 00:01 Uhr

Pipilotti Rist überzeugte schon früh mit jugendlicher Aufmüpfigkeit. Nun wird sie 50 Jahre alt. Von

Video by Pipilotti Rist (video still) Courtesy the artist and Hauser & Wirth: Weiblichkeit im Zentrum: Der «Pickelporno» provoziert mehr durch seinen Namen als durch seinen Inhalt.

Weiblichkeit im Zentrum: Der «Pickelporno» provoziert mehr durch seinen Namen als durch seinen Inhalt. (Bild: Video by Pipilotti Rist (video still) Courtesy the artist and Hauser & Wirth)

Auf Youtube muss sich registrieren, wer Pipilotti Rists «Pickelporno» sehen will: Zu gewagt scheint das Kunstwerk den Site-Betreibern – für Kinder ungeeignet. Ein Videofilm, der sich zum Höhepunkt steigert. In dem ein Liebespaar sich zum Liebesakt vereint. In dem man steife Brustwarzen, eine Vagina im Close-up und einen erigierten Penis sieht, wenn man nicht an den falschen Stellen blinzelt. Das Schlimmste, was passieren kann, wenn ein Kind diesen Film mitsieht, ist, dass es Fragen stellt. Für mehr sind die Bilder zu wenig explizit.

Die Brustwarzen, sie sehen aus wie Himbeeren durch die extreme Nähe der Kameralinse. Finger, Knie und andere Körperteile sind kaum mehr zuzuordnen, sie ver-mengen sich zu fremdartigen Strukturen. Die Vagina erinnert an eine Blume, jenes stetig präsente Gewächs in Rists bunten Filmen. Die Kamera imitiert den forschenden Blick des Partners, der über den Körper schweift, so wie Hände ihn streicheln.
Die grobkörnigen, leicht unscharfen Aufnahmen erhalten eine fast taktile Beschaffenheit. Gefühle werden ausgedrückt in schril­len Farben, und der Zuschauer kann sich verlieren in Rists Reich der Bilderspiele. Muscheln, Blumen oder Korallen wirken als erotisch aufgeladene Metaphern, ein Vulkanausbruch steht stellvertretend für den Orgasmus.

Rist beschrieb den «Pickelporno» immer wieder als einen Versuch, eine weibliche Vorstellung von Erotik kulturell zu verankern, bei der der Körper des Mannes als positives und kreatives Lustobjekt gesehen wird. Diese weibliche Position, die in ihren Videoarbeiten eingenommen wird, war 1992 noch ziemlich neu. So war es kein Wunder, dass Pipilotti Rist mit dem «Pickelporno» nicht nur bekannt wurde, sondern regelrecht Aufsehen erregte. Rist interessiert sich immer für die Hingabe an das Leben, und das Ziel des «Pickelporno» war es, sexuelle Empfindungen zu visualisieren.

Der Videofilm tut dies mit viel Leichtigkeit und mit einer Prise feinen Humors, der sich schon im Titel spiegelt und der in der visuellen Sprache immer wieder durchdringt.

Um Pornografie jedenfalls geht in diesem Werk in keiner Weise. Zwar werden die Körper exhibitionistisch zur Schau gestellt, zwar bleibt alles im Auge des Betrachters, doch es bleibt kein Raum für Voyeurismus oder gar Schamgefühle. Auch auf Youtube nicht.

Elisabeth Rist, wie Pipilotti mit bürgerlichem Namen heisst, wurde am 21. Juni 1962 in Grabs (SG) geboren. Sie studierte in den Achtzigerjahren in Basel und kam bald bei der Galerie Stampa unter, die ihr 1993 eine Einzelausstellung einrichtete. Damit begann der Aufstieg der St. Galler Künstlerin. Heute gehört sie zu den Top Ten der weltweit besten Künstler. Im Kunstmuseum St. Gallen ist noch bis Ende November 2012 eine Retrospektive mit Rists Werken zu sehen.

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Kunst, Kultwerk

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Angst essen Seele auf Weiterlesen

Kultwerk #32: Ziggy Stardust Weiterlesen

Kultwerk #31: International Klein Blue Weiterlesen

Kultwerk #30: Cosa Nostra Weiterlesen

Oder spended Sie
einen eimaligen
Betrag

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

Noch keine Beiträge. Schreiben Sie den ersten.

Informationen zum Artikel

15.6.2012, 00:01 Uhr

Kultwerk #34: Pickelporno

Text

Text:

  • 28.01.2015 um 11:01
    Alles Käse oder was?

    Ein Blick in die Flyerkästen der Stadt zeigt: Die Basler Kunstszene wird kulinarisch. Und weil wir Essen lieben, ist uns das nicht wurst.

  • 27.01.2015 um 19:13
    Plötzlich fehlt der Toaster in der Küche

    Am 1. Februar schliesst das Kunstmuseum für 14 Monate seine Tore. Dann wird sich einiges verändert haben. Nicht zum ersten Mal, wie ein kurzer, etwas nostalgischer und sehr persönlicher Blick zurück verrät.

  • 23.01.2015 um 10:04
    Eric Hattans geknickte Trammasten

    Der Basler Künstler Eric Hattan durfte in Genf ein Kunstprojekt an der neuen Tramlinie 14 realisieren. Elf Masten hat er dafür neu geformt – allen möglichen Widrigkeiten bei der Planung zum Trotz.

  • 24.01.2015 um 09:22
    Zum Artikel: Eric Hattans geknickte Trammasten

    @Eva Zwerg: Bei den Fotos handelt es sich um Bilder, die von art-et-tram für die Presse zur Verfügung gestellt werden. Die Rechte dafür liegen beim Fotografen, deshalb das Copyright-Zeichen.

  • 21.01.2015 um 16:23
    Zum Artikel: Bluten müsste die Fondation Beyeler

    Lieber Herr Suter, das Fazit ist nicht unser Fazit – es ist dasjenige, das aus dem Spiel gezogen wurde, und dies unkommentiert. Auch die Ideen sind nicht unsere. Was die Fondation Beyeler angeht: Wahrscheinlich dachten sich viele Leser, warum eine pr...

  • 21.01.2015 um 16:18
    Zum Artikel: Bluten müsste die Fondation Beyeler

    Lieber Herr Wiener, die Idee kam aus unserer Kulturredaktion, deshalb der Fokus auf Kultursubventionen. Kommt dazu, dass gerade diese Subventionen gesellschaftlich am umstrittensten sind – was sich nicht mit der Meinung der Redaktorin (also mir) deckt...

Aktuell

Keystone/GAVIN BARKER: Max Gradel, Stürmer der AS Saint-Étienne, feiert sein Siegtor für die Elfenbeinküste gegen Kamerun.

Fussball, Afrika Cup 

Serey Die ist eine Runde weiter

Die Elfenbeinküste mit dem Basler Profi Geoffroy Serey Die erreicht beim Afrika Cup dank einem 1:0 gegen Kamerun die Viertelfinals. Zwischen Guinea und Mali muss am Donnerstag das Los entscheiden. Von SI und Christoph Kieslich. Weiterlesen

SI: Der Katari Memisevic (rechts), ein eingebürgerter Bosnier, setzt sich im Viertelfinal gegen Deutschland gegen Drux durch.

Handball, WM 

Katars Weltauswahl steht im Halbfinal

Katar erreicht an der Handball-WM sensationell die Halbfinals. Die Gastgeber bezwingen Deutschland 26:24. Überraschend ausgeschieden ist der WM-Dritte Kroatien, der gegen Polen 22:24 verliert. Von SI. Weiterlesen