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Interview 

8.6.2012, 00:01 Uhr

«Wir dürfen es uns nicht zu bequem  machen»

8.6.2012, 00:01 Uhr

Adam Szymczyk, Direktor der Basler Kunsthalle, über den Einfluss der Art Basel auf die Museen, auf die Basler Galerienszene und auf die hiesigen Künstlerinnen und Künstler. Von Alexander Marzahn

Daniel Spehr: Adam Szymczyk.

Adam Szymczyk. (Bild: Daniel Spehr)

Herr Szymczyk, die Organi­satoren promoten die Art Basel gern als ein «Museum auf Zeit»: 300 Galerien zeigen 2500 Künstler, und wenn die Vernissage ­ausgerufen wird, stehen die ­Menschen Schlange. Stiehlt die Kunstmesse den Basler Museen die Show?

Nein. Institutionen und Kunstmessen haben eine ganz unterschiedliche ­Mission. Die Art Basel ist ein etablierter Ausnahmezustand, und viele interessierte Messebesucher statten auch den Museen einen Besuch ab. Auch wenn im Juni der grosse Showdown über die Bühne geht – das Leben für die Institutionen geht danach weiter, und es gibt auch unter dem Jahr viele Gründe, wegen der Kunst nach Basel zu reisen.

Trotzdem: Fast alle Museen – auch Ihres – eröffnen in der Art-Woche neue Ausstellungen, oft sind es die aufwendigen Blockbuster. Gibt der Markt nicht bereits den Takt vor?

Keineswegs. Im Kontrast zur emsigen Kunstmesse bieten die Institutionen «Slow Food» an. Die Art Basel ist ein sehr erfolgreiches Unternehmen, das historisch gesehen aus den Gewerbe­ausstellungen des 19. Jahrhunderts hervorgegangen ist. Ein Vorläufer ist der Salon international des galeries-pilotes, der zwischen 1963 und 1970 im Musée Cantonal des Beaux Arts in Lausanne stattfand – eine Galerienausstellung, die vom damaligen ­Museumsdirektor initiiert worden war. Das Miteinander von Markt und Museen liess sich nicht lange aufrecht-halten. Ich halte diese Trennung für sinnvoll, denn unsere Ziele sind zu unterschiedlich. Es macht wenig Sinn, einander in die Arme zu fallen und zu sagen: So, jetzt feiern wir gemeinsam die Kunst!

Für einen Ausstellungsmacher ist die Art doch der perfekte Frühjahrskatalog: 2500 Künstler auf zwei Etagen. Das erspart viele Reisen in Ateliers und Museen.

Nur weil die halbe Kunstwelt im Juni in Basel ist, dürfen wir es uns nicht zu bequem machen. Die Art Basel ist ein grossartiger Event für alle, die sich in Basel für Kunst interessieren, auch für mich. Sie eröffnet eine Spanne von Möglichkeiten, die weit über die Messehallen hinausgeht: Man kann Leute treffen, Informationen austauschen, Kunst betrachten – viele Dinge können passieren. Doch ich kann mit zwei oder drei Leuten pro Tag ein Gespräch führen, nicht mit Hunderten. Daneben gibt es viele andere Wege, Künstler kennen zu lernen und seinen Horizont zu erweitern – Bücher, Magazine, Ausstellungen, persönliche Kontakte ...

Spüren Sie einen besonderen Druck bei der Entscheidung, wem Sie zum Auftritt in der Art-Woche verhelfen?

Natürlich ist das eine Arbeit, die aufgrund der besonderen Umstände auch besondere Sorgfalt verlangt. Eine Ausstellung zu planen, die beim Publikum Anklang findet, bedeutet aber nicht, einen Selbstläufer ins Rennen zu schicken. Es gibt viel zu viele unterschiedliche Erwartungen und ein viel zu ­heterogenes Publikum, als dass ich eine Ausstellung erfolgreich auf eine Kunstmesse hin programmieren könnte. Wenn ich mich für ein unbekanntes Werk entscheide, kommen ­sofort Fragen wie: Warum stellt er ­gerade jetzt gerade diesen Künstler aus? Es wird sofort davon ausgegangen, dass dies etwas bedeuten muss.

Wie grenzen Sie sich vom Trubel des Kunstgeschäfts ab?

Kunst braucht eine gewisse Form von Konzentration und Kontemplation, die Bereitschaft, sich auf etwas Neues einzulassen. Diese Dinge stehen an einer Messe nicht unbedingt an erster Stelle. Dort geht es eher um eine abstrakte Idee von Qualität, die ziemlich relativ ist und irgendwie in Geldwerte übersetzt werden muss. Diese «Kunstwelt» ist nicht einfach gegeben wie die Luft zum Atmen, sondern eine gesell-schaftliche Konvention, die Kunst zur kulturellen Kategorie erklärt und uns sagt, was dazugehört und was nicht. Als Institution können wir einen Schritt zur Seite machen und bewusst auf Distanz gehen. So schaffen wir eine produktive Dissonanz, die ich sehr mag. Zugleich richten wir uns an jene Leute innerhalb des Betriebs, die eine solche Erfahrung suchen und schätzen. Darunter gibt es übrigens immer auch solche, denen unser ­Programm als Gegenentwurf noch zu wenig weit geht.

Wird man als Direktor der Kunsthalle Basel von Galeristen umschwärmt, die ihre Schützlinge an einer guten Adresse unterbringen wollen? Oder von Künstlern, die Ihnen ihr Bewerbungsdossier in die Hand drücken?

Druck wird in unserem Metier meist viel subtiler ausgeübt. Natürlich ist es das Anliegen und das Recht jeder ­Galerie, ihre Künstler bekannt zu ­machen, und manche kommen mit Vorschlägen auf mich zu. In einzelnen Fällen passt das zu meinem Programm und weckt mein Interesse. Viel öfter aber sind Ausstellungen ein Resultat einer Recherche, die viele Jahre gedauert hat. Ich bin kein gutes Ziel für Bemühungen, die in Richtung Promotion gehen. Wir versuchen auf Dinge hinzuweisen, die für die Zukunft eine Relevanz haben, oder Dinge vor dem Vergessen oder dem Über­sehenwerden zu bewahren.

An Messen ist es einfach, Dinge zu übersehen. Wie verschafft man sich Orientierung?

Ich staune manchmal: An einigen Ständen treten sich die Sammler auf die Füsse, während zwei Kojen weiter ein herausragendes Werk kaum jemanden interessiert. Besonders spannend ist für mich das Erdgeschoss mit den Galerien der klassischen Moderne. Nicht nur wegen der Preise, sondern weil hier der Kanon der Kunstgeschichte festgeschrieben wird. Und doch gibt es auch hier genug Nischen, um Dinge zu entdecken, die irgendwann vergessen worden sind und nun wieder zurück ins Bewusstsein rücken. Es gibt Galerien, die arbeiten sehr konzentriert ausserhalb des Scheinwerferlichts, und es gibt eine Bandbreite von Strategien, wie die ­Galerien ihre Zielkunden ansprechen wollen. Darum ist es auch so schwer, ein pauschales Urteil über die Art ­Basel abzugeben. Es gibt dort so viele Lebensformen, dass man jede für sich bewerten muss.

Welchen Einfluss hat die Art Basel auf die lokale Kunstszene? Hilft sie den Basler Künstlern?

Nur jenen, die das Glück haben, dabei zu sein. Aber eine «lokale» Kunstszene gibt es eigentlich heute gar nicht mehr. Das klingt für mich zu stark nach einem isolierten Dasein. Wenn ich nach Mexico City reise, bin ich nicht auf der Suche nach lokalen Künstlern, sondern nach anregenden, herausfordernden, guten Künstlern. Solche gibt es auch im Kleinbasel, und die Kriterien zur Beurteilung sind dieselben. In Basel gibt es einige Künstler und Off-Spaces, die heute ganz selbstverständlich in internationalen Kunstmagazinen verhandelt werden. Sie sind international absolut anerkannt und für viele eine Reise nach Basel wert, nicht nur im Juni. Ob wir es wollen oder nicht – wir sind Teil der Welt und es macht absolut keinen Sinn, sich zu verstecken.

Manche Basler Galerien klagen, die Art vermassle ihnen das ­Geschäft: Die besten Sammler würden ihr Budget für die Messe aufsparen, für die lokalen Galerien blieben nur Brosamen übrig.

Ich glaube nicht, dass die Art den hiesigen Markt austrocknet. Wer ein ­gutes Programm hat, wird vom Pub­likum der Art profitieren. Wer ein weniger gutes Programm hat, muss vielleicht unten durch. Aber so ist das nun einmal. Auch Sammler sind gebildet und haben einen Kopf. Sie kaufen, was sie mögen und was sie möchten. Wer überzeugende Kunst im Angebot hat, wird auch die Sammler begrüssen dürfen. Auch der Erfolg der Art Basel ist schliesslich nicht vom Himmel gefallen. Das ist das Resultat von vielen Jahrzehnten guter Arbeit, und immer noch muss sie sich jedes Jahr wieder dem Wettbewerb stellen und sich behaupten.

Warum funktioniert das ausgerechnet in der Kleinstadt Basel?

Neben dem grossen Support, den die Messe in der Stadt geniesst, ist sicher ein Grund, dass Basel relativ ruhig ist. So kann man äusserst konzentriert zu Werke gehen und hat die ungeteilte Aufmerksamkeit, während in Städten wie London oder New York der Lärmpegel permanent viel höher ist. Es ist ja kein Zufall, dass die Art in den USA in Miami Beach und nicht etwa in New York stattfindet. Miami war im Dezember auch ein ziemlich verschlafenes Nest, wo ein paar reiche Rentner bei angenehmen Temperaturen überwinterten.

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8.6.2012, 00:01 Uhr

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Text: Alexander Marzahn

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