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Kulturflatrate 

8.6.2012, 00:01 Uhr

Eine Billag für Musik aus dem Netz

8.6.2012, 00:01 Uhr

Neuer Schwung für eine alte Idee: Der Bundesrat soll eine Kulturflatrate prüfen: eine Zwangs­abgabe für alle, die das Internet nutzen. Von

Hans-Jörg Walter: All you can eat: Die Kulturflatrate möchte das Prinzip auch für Downloads aus dem Netz einführen.

All you can eat: Die Kulturflatrate möchte das Prinzip auch für Downloads aus dem Netz einführen. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Das Internet und die Musikindustrie – ein kompliziertes Verhältnis. Nachhaltig zerrüttete es ein junger Amerikaner, als er 1999 Napster programmierte, eine Software, mit der man einfach und kostenlos Songs aus dem Netz saugen konnte. Seither ist alles noch viel schlimmer geworden. In den letzten zehn Jahren haben sich die Einnahmen aus dem Verkauf von Musik weltweit mehr als halbiert (siehe Rückseite des Artikels). Das hat viele Gründe, von denen aber einer der Musikindustrie am besten gefällt, weil die Schuld auf andere fällt: die Piraterie.

Seit Jahren versucht die Musikindustrie weltweit, illegale Downloads in den Griff zu bekommen. Auch in der Schweiz – bloss ist das hierzulande besonders schwierig. Il­legale Downloads gibt es in der Schweiz nämlich gar nicht. Downloads für den Privatgebrauch sind in der Schweiz legal – egal aus welcher Quelle sie kommen.

Das sei gut so, hat der Bundesrat in einer Stellungnahme Ende November 2011 nochmals bekräftigt. Das geltende Urheberrecht schütze die Urheber ausreichend, weitergehende Massnahmen wären «unverhältnismässig»: Sie würden Konsumenten massenhaft kriminalisieren und ihre Privatsphäre verletzen. Ausserdem, so schreibt der Bundesrat in seinem Bericht, unterscheide sich «das Kaufverhalten von Tauschbörsennutzern nur minim von demjenigen anderer Personen». Trotz Gratisdownloads würden sie insgesamt nicht weniger Geld für Musik ausgeben.

Mit diesem klaren Bekenntnis, dass Downloads legal bleiben sollen, hat der Bundesrat für internationales Aufsehen gesorgt (siehe Artikel bei BoingBoing und Forbes) – und für Empörung unter hiesigen Musikschaffenden. Zahlreiche Vertreter der Schweizer Musikszene, von Baschi über Bligg bis Züri West, haben sich daraufhin zum Verein Musikschaffende Schweiz zusammengeschlossen und kämpfen derzeit ziemlich vehement für ihre Interessen. Nichts weniger als «das Urheberrechts-Guan­tanamo in Europa» sei die Schweiz, schreiben sie in ihrem Positionspapier.

Angemessene Honorare für Musiker

Während «Musikschaffende Schweiz» auf eine Verschärfung des Urheberrechts pocht, bringt der grüne Nationalrat Bal­thasar Glättli eine andere Idee wieder aufs ­Tapet, die bereits seit Längerem in interessierten Kreisen diskutiert wird: die Kulturflatrate. Glättli verlangt vom Bundesrat, dass er nochmals über die Bücher geht und Vorschläge erarbeitet, wie Musikschaffende «angemessen» für ihre Arbeit entlöhnt werden können, ohne dass dafür Internetnutzer kriminalisiert werden müssen. Als mögliches Modell nennt Glättli die Kulturflatrate. Die Idee: Jede und jeder, der über einen Internetanschluss verfügt, muss einen Pauschalbetrag für die Nutzung von Kultur über das Internet entrichten – vergleichbar mit den Fernseh­gebühren, die die Billag einzieht. Im Gegenzug bleiben Downloads, auch aus illegalen Quellen, weiterhin legal.

Knifflige Fragen stehen im Raum

Die Einnahmen aus der Kulturflatrate würden dann unter allen Urhebern von kulturellen Inhalten aufgeteilt. Wer als Urheber von kulturellen Werken gelten darf (man denke an Software, Computerspiele oder journalistische Artikel), ist eine der kniffligen Fragen, die dabei geklärt werden müssten. Ebenso die Frage, nach welchem Verteilschlüssel das Geld schliesslich unter allen Berechtigten aufgeteilt wird.

Einen Vorschlag, wie eine Kulturflatrate für die Schweiz konkret aussehen könnte, hat der in Arlesheim wohnhafte «Medien­futurist» Gerd Leonhard letzte Woche in einem offenen Brief an Schweizer Musikschaffende und den Bundesrat ausgeführt. Er schlägt eine pauschale Abgabe von einem Franken pro Woche und Nutzer vor (siehe Kasten). Er meint damit aber nur eine Flatrate für Musik, die andere kulturelle Inhalte im Netz nicht mit einschliesst.

Bevor es soweit ist, wird sich der Bundesrat mit der Frage beschäftigen müssen, ob eine Kulturflatrate grundsätzlich ein gangbarer Weg ist – Vorbilder auf interna­tionaler Ebene gibt es bisher keine. Genau diese Frage stellt die TagesWoche schon heute in der Wochendebatte. Diskutieren Sie mit!

Kulturflatrate konkret
Der «Medienfuturist» Gerd Leonhard skizziert in einem offenen Brief von letzter Woche, wie eine «Musikflatrate» konkret aussehen könnte. Sein Vorschlag: Die Schweizer Musikschaffenden ­einigen sich auf eine gemeinsame Standardlizenz, mit der sie ihre Musik der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Die Lizenz ist als Flatrate konzipiert. Damit, so rechnet Leonhard vor, könnte mehr Geld umgesetzt werden, als der Schweizer Musikmarkt aktuell hergibt. Alle kommerziellen Anbieter, die Musik anbieten wollen – seien das Radios, Internetprovider oder Streamingplattformen wie Spotify – müssen die Gebühr von einem Franken pro Nutzer und Woche bezahlen. Es ist dann ihnen überlassen, ob sie die Kosten direkt an die Nutzer weitergeben. Die Einnahmen sollen von einer Verwertungs­gesellschaft anteilsmässig an die Urheber verteilt werden: Je mehr ein bestimmter Künstler gespielt wird, desto grösser sein Anteil am ganzen Kuchen.

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Digital, Musik, Bundesrat, Musikindustrie

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Alternativen:

Postfinance, Paypal, Flattr

  1. TagesWoche Redaktion

    Debatte

    von David BauerVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 8.06.2012 um 14:26Uhr

    Die Debatte (mit Balthasar Glättli, der die Kulturflatrate angeregt hat, und Christoph Trummer von Musikschaffende Schweiz) gibt es hier: www.tageswoche.ch/de/2012_23/debatte/. Wir konzentrieren uns auf die Kulturflatrate, aber natürlich ist es auch eine interessante Frage, wie die Akzeptanz einer reinen Musikflatrate wäre. Wie in meinem Artikel angesprochen: Was alles unter die Flatrate fallen würde, ist eine der schwierigen Fragen, die es zu beantworten gilt.
    Direktlink zum Kommentar

  2. Es geht nicht um die gesamte Kultur sondern zunächst um Musik !

    von Gerd LeonhardVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 8.06.2012 um 14:42Uhr

    Bez. der anderen Kommentare: stellt euch vor, swisscom mobile würde mit jeder SIM Karte und Daten gratis Musik zum Streamen und Downloaden anbieten, und Youtube konnte euch erlauben jeden Song direkt beim video legal herunterzulassen - davon rede ich in meinem Vorschlag, nicht davon das jeder einfach pauschal fuer Inhalte bezahlen soll. Großer Unterschied ;)
    Am besten mal meine Seite besuchen und das PDF herunterladen : www.mediafuturist.com/musikflatrate.html
    Direktlink zum Kommentar

  3. Kulturflatrate?

    von Peter Müllers am 8.06.2012 um 15:11Uhr

    Mit der Idee von Gerd Leonhard (1 Stutz pro Wuche) könnte man sich auf jeden Fall anfreunden. Da man auf die Anbieter zugeht, was auch wesentlich einfacher ist (Einigung mit YouTube, wie in anderen Ländern), und nicht auf den Konsumenten direkt. Zusätzlich wäre sie auch einfach umzusetzen. Voraussgesetzt die Musikschaffenden einigen sich. Was ich aber eher negieren würde.
    Die Kulturflatrate von Glättli ist totaler Blödsinn. Da wird einfach jeder einzelne zur Kasse gebeten, der einen Internetanschluss hat. Unabhängig davon, ob er Musik runterlädt/konsumiert oder einfach seine Mails bearbeitet. Wir zahlen ja bereits pauschal Suisa-Gebühren für Festplatten, Smartphones, MP3-Player etc.
    Direktlink zum Kommentar

  4. Aber ich bezah doch schon...

    von maui am 8.06.2012 um 16:22Uhr

    mit jeder leeren CD, DVD, Festplatte bezahle ich schon eine Suisa-Pauschale. Obwohl ich da (meist) nur mein Zeugs darauf speichere (überwiegend Fotos).
    Direktlink zum Kommentar

  5. TagesWoche Redaktion

    Leerträgervergügung

    von David BauerVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 8.06.2012 um 16:48Uhr

    @Maui
    Was Sie ansprechen, ist die sogenannte Leerträgervergütung, die in der Vergangenheit auch schon für Diskussionen gesorgt hat, insbesondere, weil die Suisa bei Mp3-Playern sehr hohe Ansätze verlangt und durchgesetzt hat. Laut Musikschaffende Schweiz hat die Leerträgervergütung allerdings nicht mit den aktuellen Diskussionen um neue Vergüntungsmodelle oder eine Verschärfung des Urheberrechts zu tun. Auf ihrer Website schreiben sie: «Entgegen einem oft geäusserten Missverständnis dient die Leerträgervergütung per Definition NUR zur Entschädigung der Nutzung bereits erworbener Inhalte im privaten Kreis (Privatkopie). Sie entschädigt keine Downloads aus unrechtmässigen Quellen.» musikschaffende.ch/statement
    Direktlink zum Kommentar

  6. Absurd

    von Christoph Steiner am 8.06.2012 um 21:22Uhr

    Diese Idee ist doch völlig absurd. Ich höre nie Radio, auch nicht im Internet und habe auf meinen Geräten (naiverweise) nur gekaufte Musik. Und für die muss ich ja auch noch eine zusätzliche Speicherabgabe bezahlen. Dass die vorgeschlagene Abgabe den Schweizer Musikschaffenden entgegenkommen würde, ist leicht nachvollziehbar. Bloss, wer interessiert sich schon für diese Szene ? Und wenn man hier darauf eingeht, werden wir bald auf allen Farbtuben eine Abgabe haben zur Förderung der Maler und auf allen Kleidern ein Zuschlag zur erleichterten Anschaffung von Kostümen für Theaterschaffende.
    Direktlink zum Kommentar

  1. Danke für den guten Ueberblick meines Musik Flatrate Vorschlages

    von Gerd LeonhardVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 8.06.2012 um 14:19Uhr

    Es gibt jetzt eine Facebook Seite zur Diskussion www.facebook.com/MusikFlatRateSchweiz und ich wuerde gerne einmal eine öffentliche Debatte mit den Musikschaffenden Schweiz dazu führen. Ganz wichtig : es geht nicht um Kultur Flatrate sondern nur um Musik !
    Gerd Leonhard
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  2. TagesWoche Redaktion

    Debatte

    von David BauerVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 8.06.2012 um 14:26Uhr

    Die Debatte (mit Balthasar Glättli, der die Kulturflatrate angeregt hat, und Christoph Trummer von Musikschaffende Schweiz) gibt es hier: www.tageswoche.ch/de/2012_23/debatte/. Wir konzentrieren uns auf die Kulturflatrate, aber natürlich ist es auch eine interessante Frage, wie die Akzeptanz einer reinen Musikflatrate wäre. Wie in meinem Artikel angesprochen: Was alles unter die Flatrate fallen würde, ist eine der schwierigen Fragen, die es zu beantworten gilt.
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  3. Es geht nicht um die gesamte Kultur sondern zunächst um Musik !

    von Gerd LeonhardVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 8.06.2012 um 14:42Uhr

    Bez. der anderen Kommentare: stellt euch vor, swisscom mobile würde mit jeder SIM Karte und Daten gratis Musik zum Streamen und Downloaden anbieten, und Youtube konnte euch erlauben jeden Song direkt beim video legal herunterzulassen - davon rede ich in meinem Vorschlag, nicht davon das jeder einfach pauschal fuer Inhalte bezahlen soll. Großer Unterschied ;)
    Am besten mal meine Seite besuchen und das PDF herunterladen : www.mediafuturist.com/musikflatrate.html
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  4. Kulturflatrate?

    von Peter Müllers am 8.06.2012 um 15:11Uhr

    Mit der Idee von Gerd Leonhard (1 Stutz pro Wuche) könnte man sich auf jeden Fall anfreunden. Da man auf die Anbieter zugeht, was auch wesentlich einfacher ist (Einigung mit YouTube, wie in anderen Ländern), und nicht auf den Konsumenten direkt. Zusätzlich wäre sie auch einfach umzusetzen. Voraussgesetzt die Musikschaffenden einigen sich. Was ich aber eher negieren würde.
    Die Kulturflatrate von Glättli ist totaler Blödsinn. Da wird einfach jeder einzelne zur Kasse gebeten, der einen Internetanschluss hat. Unabhängig davon, ob er Musik runterlädt/konsumiert oder einfach seine Mails bearbeitet. Wir zahlen ja bereits pauschal Suisa-Gebühren für Festplatten, Smartphones, MP3-Player etc.
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  5. Flat

    von Thommen_63 am 8.06.2012 um 15:56Uhr

    Flatrate auf unbedrucktem Papier, auf leeren Cassetten, auf USB-Sticks, auf Kopfhörer, auf Webcams... auf Trinkgläser, auf Velopneus. Ich wunderte mich schon in den 80er Jahren, wieso ich Suisa-Gebühren für meine Schwulenpornos an Heterosexuelle abführen sollte! Host mi!
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  6. Aber ich bezah doch schon...

    von maui am 8.06.2012 um 16:22Uhr

    mit jeder leeren CD, DVD, Festplatte bezahle ich schon eine Suisa-Pauschale. Obwohl ich da (meist) nur mein Zeugs darauf speichere (überwiegend Fotos).
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  7. TagesWoche Redaktion

    Leerträgervergügung

    von David BauerVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 8.06.2012 um 16:48Uhr

    @Maui
    Was Sie ansprechen, ist die sogenannte Leerträgervergütung, die in der Vergangenheit auch schon für Diskussionen gesorgt hat, insbesondere, weil die Suisa bei Mp3-Playern sehr hohe Ansätze verlangt und durchgesetzt hat. Laut Musikschaffende Schweiz hat die Leerträgervergütung allerdings nicht mit den aktuellen Diskussionen um neue Vergüntungsmodelle oder eine Verschärfung des Urheberrechts zu tun. Auf ihrer Website schreiben sie: «Entgegen einem oft geäusserten Missverständnis dient die Leerträgervergütung per Definition NUR zur Entschädigung der Nutzung bereits erworbener Inhalte im privaten Kreis (Privatkopie). Sie entschädigt keine Downloads aus unrechtmässigen Quellen.» musikschaffende.ch/statement
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  8. Absurd

    von Christoph Steiner am 8.06.2012 um 21:22Uhr

    Diese Idee ist doch völlig absurd. Ich höre nie Radio, auch nicht im Internet und habe auf meinen Geräten (naiverweise) nur gekaufte Musik. Und für die muss ich ja auch noch eine zusätzliche Speicherabgabe bezahlen. Dass die vorgeschlagene Abgabe den Schweizer Musikschaffenden entgegenkommen würde, ist leicht nachvollziehbar. Bloss, wer interessiert sich schon für diese Szene ? Und wenn man hier darauf eingeht, werden wir bald auf allen Farbtuben eine Abgabe haben zur Förderung der Maler und auf allen Kleidern ein Zuschlag zur erleichterten Anschaffung von Kostümen für Theaterschaffende.
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  9. Flat nur an Stelle des bisherigen Dschungels!

    von Venanz Nobel am 9.06.2012 um 12:35Uhr

    Nebst der hier schon angesprochenen Datenträger-Vergütung gibt es ja neuerdings ein Gerichtsurteil, das alle Internetanschlüsse Billag-pflichtig sind und die versteckten SUISA-Abgaben auf den Kabelnetz-Anschlüssen, den Disco-Eintritten und, und....

    Eine Flatrate KANN Sinn machen, wenn sie wirklich alle bisherigen Kässeli ersetzt. Die Erfahrungen aus den Sozialversicherungen, wo eine neue 2., 3. Säule stets ZUSÄTZLICH war, lässt leider befürchten, dass die Internet-Musik-Flat spätestens auf dem Weg durchs Parlament auch wieder verwässert und schon fast ins Gegenteil verkehrt wird: zum neuen Zusatz-Kässeli...
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  10. Flatrate

    von Maya Eldorado am 9.06.2012 um 14:36Uhr

    Das ist eine schwierige Sache.
    Dass die Kulturschaffenden über die heutige Situation frustriert sind, kann ich verstehen.
    Mit einem Beitrag von jedem mit Internetanschluss müssten alle gleich viel bezahlen. Das ist unsozial. Für die sehr schlecht Verdienenden kann das unbezahlbar sein und die Reichen spüren das gar nicht.
    Mit einer Kontrolle, wer was hört und oder herunterlädt, ist der Persönlichkeitsschutz im Eimer.
    Ich frag mich, wie das überhaupt in jedem einzelnen Land zu lösen ist, da das Internet keine solchen Grenzen kennt.
    Die heutige allüberall Berieselung ist was anderes: In der Warteschlaufe am Telefon, im Warenhaus, in Restaurants, im Tram und Zug, wenn jemand seinen Tonträger laut schaltet hört man das auch, wenn der ein Headset hat.
    In der aktuellen Wochendebatte schreibt Angelo Rizzi, ob das denn ein Begingungsloses Grundeinkommen sei für alle Kulturschaffenden. Ich möchte das ein wenig weiterführen. Das ganze Geld muss ja auf alle Berechtigten aufgeteilt werden. So könnte das bewirken, dass welche, die eh schon finanziell bessergestellt sind mehr bekommen, als die, die es nötiger hätten.

    Nun möchte ich das Thema noch erweitern: Nicht nur die Kulturschaffenden werden, weil es das Internet gibt, nicht mehr adäquat bezahlt. Durch die Industrialisierung, die Automatisation werden die hergestellten Produkte billiger. Im sozialen Bereich hat das sehr bald seine Grenzen, wenn man den Menschen gerecht werden will. Diese Grenze ist schon in weiten Bereichen überschritten worden und an und für sich Wichtiges fällt ganz weg und fällt ab in die Gratisarbeit, so sie denn im nötigen Ausmass gemacht werden kann.

    Im Sozialen besteht also das gleiche Problem, wie bei den Kulturschaffenden. Und es gibt noch mehr Bereiche.
    Bei wenigen häuft sich das Geld in riesigen Dimensionen und vermehrt sich sogar aus sich selbst - an anderen Orten fehlt das Geld als Grundlage, um seine Aufgaben und seine Arbeit richtig machen zu können.

    Dem Geld sollte die Macht genommen werden, die es heute hat und es wird immer mehr Macht bekommen, wenn wir dem nichts entgegensetzen.
    Das ist der Grund, warum ich das bedingungslose Einkommen so vielversprechend sehe. Damit hätte jeder, wirlich jeder, die Möglichkeit, das zu machen, wonach ihn drängt oder worin er seine Aufgabe sieht. Hier wären keine Kontrollen nötig. Wenn man das aber mit Abgaben regeln will, müssen entweder alle gleich viel zahlen. Wenn man aber die zur Kasse beten will, je nachdem wieviel sie herunterladen, braucht das viel Kontrolle. Und Kontrollen wirken immer erstickend. Es wäre viel besser und befreiender, wenn wir uns von diesen Zwängen befreien könnten. Das würde den Kulturbereich sehr beleben, wie auch den Sozialbereich.
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Informationen zum Artikel

8.6.2012, 00:01 Uhr

Eine Billag für Musik aus dem Netz

Text

Text:

  • 15.04.2014 um 14:07
    Aesch
    Zum Artikel: Zürich, Kairo, Bagdad: Wo auf der Welt eine Million FCB-Fans leben

    Ein ärgerlicher Fehler, danke Maya Eldorado für den Hinweis. Wir werden das korrigieren. Damit sind die Aescher ihre Rekordmarke natürlich los. Die höchste Fandichte hat Breitenbach/SO, ganz knapp vor Basel.

  • 18.03.2014 um 15:57
    Die Auswahl macht's.
    Zum Artikel: Wir bringen Sie prominenter in die Zeitung

    Margot, Sie bezahlen uns dafür, dass wir ein Thema so recherchieren, dass möglichst alle relevanten Fakten und Perspektiven berücksichtigt werden, richtig? Genau das ist weiterhin unser Anspruch. Aber warum sollte etwas, das wir bei einer ersten Geschi...

  • 18.03.2014 um 15:28
    Gute Geschichten
    Zum Artikel: Wir bringen Sie prominenter in die Zeitung

    Bajass d'Amour, bezüglich Lesermeinungen siehe auch meine Antwort auf Margots Kommentar. Wir sind uns ja einig: Wir wollen gute Geschichten bringen, das ist unser Job, nicht der unserer Leserinnen. Wir glauben aber, dass unsere Geschichten besser...

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