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Die Wochendebatte Soll die Schweiz eine Kulturflatrate einführen?

Standpunkte

Portrait Balthasar Glättli

Ja

Balthasar Glättli, Nationalrat Grüne und Urheber des Postulats, das eine Kulturflatrate anregt

Die Debatte ums Urheberrecht schwappt mit Verzögerung aus Deutschland in die Schweiz über. Die Verspätung kompensieren einige Interessenvertreter mit brachialer Wortwahl. Die Schweiz sei ein «Urheberrechts-Guantanamo», erklärte die Vereinigung musikschaffende.ch kürzlich. Mit dem schrägen Guantanamo-Vergleich haben sich die Musikschaffenden im Ton vergriffen. Sie machten Schlagzeilen, trugen aber nichts zum Problemverständnis bei. Künstler in der Schweiz verlieren durch das Internet Einnahmen, klar. Aber nicht jeder Gratis-Download wäre sonst als CD gekauft worden. Und Downloads können umgekehrt Bands auch bekannt machen und zu Käufen führen.

Vor einigen Wochen traf ich einige Vertreter von musikschaffende.ch im Bundeshaus. Sie kritisieren, dass der private Download von Musik aus illegaler Quelle in der Schweiz erlaubt ist, aber die Urheber bisher keinen Rappen davon sehen. Ein inhaltlich dürrer Bericht des Bundesrates hatte diese Einnahmeausfälle letzten Winter für irrelevant erklärt. Zweifellos ein Schlag ins Gesicht für alle Kulturschaffenden.

Der Bundesrat spielt also auf Zeit.Dabei hat die Digitalisierung die ­Gesellschaft bereits grundlegend ­verändert. Auch für die Kultur braucht es neue Spielregeln. Mit einem Vorstoss habe ich den Bundesrat aufgefordert, innovative Entschädigungsmodelle zu prüfen. Pauschalabgaben wie eine sogenannte Kulturflatrate könnten eine Win-win-Situation für alle Beteiligten schaffen: Die Musikschaffenden erhalten eine Entschädigung für ihre Arbeit und der Download auch aus illegalen Quellen für den Privatgebrauch bleibt legal. 

Mit dieser Lösung wären auch ­unakzeptable Vorschläge wie die Einführung einer Internet-Polizei vom Tisch, die unser Surfverhalten Datei für Datei kontrolliert. Wir brauchen für mehr Kultur nicht mehr Überwachung im Netz, sondern faire und unkomplizierte Geschäftsmodelle! An diesem Grundsatz halte ich auch dann fest, wenn einige Musikschaffende selbst lieber unter Polizeischutz Musik machen wollen.

Portrait Christoph Trummer

Nein

Christoph Trummer, Musiker und Vizepräsident von Musikschaffende Schweiz

Vorab: Ich bin kein vehementer Gegner einer Kulturflatrate – jedoch ein Skeptiker. Fakt ist: Das Urheberrecht ist durch die digitalen Technologien unter Druck geraten. Nicht zuletzt ­dadurch, dass sich das Web zu einem gigantischen (Gratis-)Kopierer ent­wickelt hat. Dass neue Lösungsansätze für die Entschädigung der Künstlerinnen und Künstler gefragt sind, ist ­unbestritten.

Seit Jahren geistert die Idee einer Pauschalabgeltung für künstlerische Inhalte umher. Leider haben es die ­Befürworter verpasst, taugliche Modelle vorzuschlagen, geschweige denn Antworten auf die offensichtlichen Fragen zu liefern:

  • Welche Inhalte (Musik, Filme, Bilder, Literatur etc.) sollen über eine Flatrate vergütet werden?

  • Ist der Aufwand der Bemessungs-, Abgrenzungs- und Verteilungsproblematik (Stichwort «Long Tail») bekannt, oder wird ein bürokratisches Ungetüm geschaffen?

  • Wird durch eine Flatrate der Upload legalisiert?

Problematisch ist, dass die Urhe­berinnen und Interpreten ihrer Rechte beraubt würden, über die Nutzung und den Preis ihrer Werke selbst zu entscheiden. Ebenso würden die Anreize verändert: Der Konsument träfe keine Entscheidung mit Kostenfolge. Die Messung der effektiven Nutzung würde verwässert, der Anreiz für «industrielle Manipulation» gross. Plattenfirmen würden noch eher ermutigt, mit den bewährten Bestsellern das grosse Stück vom Kuchen zu ergattern, anstatt mit wirtschaftlichem Risiko neue Künstler aufzubauen.

Die Kulturflatrate löst nicht das Problem, dass viele Konsumenten den Wert eines Werkes nicht mehr anerkennen und Inhalte gratis nutzen wollen. Wie wäre garantiert, dass das Geld korrekt zu den Urhebern fliesst und nicht ein Löwenanteil bei Providern landet? Und letztlich geht es um den Preis: Wie viel ist der Konsument bereit, für Musik, Bücher und Filme zu bezahlen – und ist jeder bereit zu ­zahlen, auch wenn er keinen Gebrauch davon macht? Viele offene Fragen also. Und bei der Umsetzung steckt der Teufel bekanntlich im Detail.

Reaktionen

  1. Anna E Fintelmann

    am 8.06.2012, 12:49

    Ich will für Leistungen anderer angemessen bezahlen können - und nicht mittels Schwarmverhaltens zu einer Superkonsumentin "nimm, watte kriegen kannz" mutieren. Ein Flatrate ist nicht geeignet, differenzierte Preisbildungen wie im Laden zu ersetzen. Agenten sind doch tolle Vertreter ihrer Künstlermandanten!

  2. Adreng

    am 8.06.2012, 13:52

    An sich finde ich es am besten, wenn alle für diejenigen Kulturprodukte bezahlen, die sie selbst wollen - also das Gegenteil einer Flatrate. Wenn ich ein Buch, eine DVD oder eine CD kaufe, will ich auch, dass mein Geld den jeweiligen AutorInnen und ProduzentInnen zukommt.

    Schon jetzt gibt es ja ganz verschiedene Modelle. Wenn man Radio hört, bezahlt man auch nicht für die einzelnen Stücke, die dort gespielt werden.

    Wenn Künstler und Verlage anbieten wollen, dass man für die Bezahlung eines... ... mehrAn sich finde ich es am besten, wenn alle für diejenigen Kulturprodukte bezahlen, die sie selbst wollen - also das Gegenteil einer Flatrate. Wenn ich ein Buch, eine DVD oder eine CD kaufe, will ich auch, dass mein Geld den jeweiligen AutorInnen und ProduzentInnen zukommt.

    Schon jetzt gibt es ja ganz verschiedene Modelle. Wenn man Radio hört, bezahlt man auch nicht für die einzelnen Stücke, die dort gespielt werden.

    Wenn Künstler und Verlage anbieten wollen, dass man für die Bezahlung eines bestimmten Betrages aus einem bestimmten Fundus von kulturellen Erzeugnissen beliebig viele bekommen kann, mag das sinnvoll sein, aber ich denke, dass das dann eher Flatrates für ganz bestimmte Interessegebiete sein sollten (und wahrscheinlich wäre das dann auch so teuer, dass es nicht allzu viele in Anspruch nähmen).

    Entschieden ablehnen würde ich eine staatlich verordnete oder organisierte Kulturflatrate. Alle AutorInnen/KünstlerInnen muss das Recht haben, selbst zu entscheiden, unter welcher Lizenz sie ihre Werke herausgeben sollen.

  3. Rolf Wilhelm

    am 9.06.2012, 13:58

    Kulturflatrates sind zu einfach gedacht und verschieben das eigentliche Problem vom Hersteller (den Künstlern) an den vermeintlichen Konsumenten.

    Die Musikschaffenden haben es offenbar verpasst, Ihr "Geschäftsmodell" der Realität anzupassen. Jeder Softwarentwickler hat das in den Griff bekommen (sich für seine Leistung, obwohl sie technisch beliebig kopierbar ist) in irgendeiner Form bezahlen zu lassen, Musiker und andere Kulturschaffende offenbar nicht.

    Auch, wie an anderer Stelle... ... mehrKulturflatrates sind zu einfach gedacht und verschieben das eigentliche Problem vom Hersteller (den Künstlern) an den vermeintlichen Konsumenten.

    Die Musikschaffenden haben es offenbar verpasst, Ihr "Geschäftsmodell" der Realität anzupassen. Jeder Softwarentwickler hat das in den Griff bekommen (sich für seine Leistung, obwohl sie technisch beliebig kopierbar ist) in irgendeiner Form bezahlen zu lassen, Musiker und andere Kulturschaffende offenbar nicht.

    Auch, wie an anderer Stelle erwähnt, die Abgaben auf Festplatten und Speichersticks nur eine "Entschädigung für das private Kopieren" ist - ich frage mich, wer da für was eigentlich entschädigt wird? Ich erwerbe legal eine CD und damit das Recht, die darauf enthaltene Musik zu hören. Wie ich das tue, wird mir indirekt durch zusätzliche Gebühren diktiert, selbst, wenn die pauschal mit Abgaben belasteten Geräte in der Realität bei mir ganz anderen Zwecken dienen.

    Mit der Kulturflatrate wie auch mit der Billag verhält es sich nur unwesentlich anders: Ich als potentieller Konsument zahle, ob ich das Angebot nutzen will oder nicht. Für eine Internet- oder Handy-Flatrate entscheide ich mich ganz bewusst, hier wird mir die Entscheidung staatlich gesteuert aus der Hand genommen, ob ich mir das leisten will oder kann spielt dabei keine Rolle. Und ob ich das damit gebotene Angebot nutzen will (oder kann) schon gar nicht.

    Ganz interessant wird es dann bei Firmen: Muss ein Firmenbesitzer für den Internet-Anschluss dann auch zahlen, obwohl, wie meist üblich, entsprechende Kulturquellen wie TV- und Radiostreaming, Youtube & Co für den Mitarbeiter gesperrt sind?

    Interessant wäre auch zu sehen, wie ein Kulturschaffender, der eigentlich nicht wirklich beim Publikum ankommt "entlöhnt" wird im Vergleich zu einem, der äusserst beliebt ist und wie genau das ermittelt wird.

    Gefragt sind die Kulturschaffenden, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, dass denjenigen, der nicht, wenig oder unüblich konsumiert nicht bestraft und Vielkonsumenten nicht übermässig bevorteilt. Pauschal einfach eine generelle Gebühr zu verlangen (wie bei der Billag, die zudem noch 50 Millionen abschöpft für simples Inkasso) delegiert das Problem und ist zu einfach gedacht.

  4. Inaktiver Nutzer

    am 10.06.2012, 17:40

    Geld ist dazu da, gute Dinge zu tun.
    Deshalb ein klares ja von mir.
    (Argumente gibt es gegen alles, sogar gegen schönes Wetter...deswegen lass ich gar nicht erst runter, in dieseen Argumente-Grabenkrieg.)
    Das ist das schöne an der direkten Demokratie. Man kann einfach ein JA in die Urne legen.

  5. Verifiziert

    Christian Mueller

    am 10.06.2012, 17:42

    und verdiene auch damit mein geld. meine texte kann jeder lesen und nutzen und bearbeiten, wie er will. nur wenn er oder sie damit GELD verdient, will ich auch etwas davon. erst dann aber. oder soll ich nun urheberrechte bezahlen, wenn ich im radio ein lied höre und danach singe?

  6. Stefan Heimers

    am 10.06.2012, 22:34

    Es gab eine Zeit vor der Erfindung der Schallplatte. Da gab es auch schon Musik, ohne den Verkauf von Tonträgern. Es ist mir schleierhaft, weshalb diese Einnahmen heute überlebenswichtig sein sollen. Zumal die meisten Musiker sowieso nicht vom Verkauf dieser Tonträger leben können, während ein paar wenige damit schwer reich werden.

  7. roady43

    am 11.06.2012, 02:21

    Mit der Strategie von "musikschaffende.ch" wird letzlich nur einer kleinen Minderheit und der Musikindustrie gedient. Musikschaffende, welche nicht dem Mainstream entsprechen, die selten oder nie gespielt werden, die aber selber konzertieren, auftreten, kreativ sind und welche letztlich das Fundament bilden ohne welche die kulturelle Elite gar nicht existierte, bleiben auf der Strecke.

    Nicht, dass ich es jemandem nicht gönne, z.B. dank der SUISA an Geld zu kommen aber die Mehrheit der... ... mehrMit der Strategie von "musikschaffende.ch" wird letzlich nur einer kleinen Minderheit und der Musikindustrie gedient. Musikschaffende, welche nicht dem Mainstream entsprechen, die selten oder nie gespielt werden, die aber selber konzertieren, auftreten, kreativ sind und welche letztlich das Fundament bilden ohne welche die kulturelle Elite gar nicht existierte, bleiben auf der Strecke.

    Nicht, dass ich es jemandem nicht gönne, z.B. dank der SUISA an Geld zu kommen aber die Mehrheit der MusikerInnen erhält nichts. Im Gegenteil, wir zahlen noch drauf wenn wir unsere Konzerte selbst veranstalten. Und wenn ich dort als Komponist registriert bin, dann ist meine Musik noch nicht mal mehr MEIN eigenes geistiges Eigentum (sofern es geistiges Eigentum NACH Veröffentlichung überhaupt noch gibt). Spätestens dann jedenfalls kann ich selbst nicht mehr frei darüber verfügen. Das ist pervers.

    Man kann sich durchaus auch bei diesem Thema mit dem Gedanken des bedingungslosen Grundeigentums auseinadersetzen - damit liessen sich nach meiner Überzeugung viele Fragen sofort beantworten. Auf jeden Fall viel besser als mittels veralteter marktwirtschaftlicher Egoismen oder orwellscher Kontrollmechanismen...

  8. Maya Eldorado

    am 11.06.2012, 10:08

    Flatrate finde ich einen falschen Ansatz! Das gibt wieder so ein bürokratisches Gebilde. Irgendwer ausserhalb, wahrscheinlich der Staat, oder jemand vom Staat bestimmte, entscheiden wo welches Geld hinkommt.

    Mein vorgehender Beitrag von roady43 hat mich veranlasst, das noch genauer anzuschauen.
    Uebrigens seine Idee, sich auch hier mit dem bedingungslosen Grundeinkommen auseinanderzusetzen, finde ich bestechend.
    Nur haben wir es im Moment noch nicht.
    Auch seine Aussage, dass Kultur frei sein... ... mehrFlatrate finde ich einen falschen Ansatz! Das gibt wieder so ein bürokratisches Gebilde. Irgendwer ausserhalb, wahrscheinlich der Staat, oder jemand vom Staat bestimmte, entscheiden wo welches Geld hinkommt.

    Mein vorgehender Beitrag von roady43 hat mich veranlasst, das noch genauer anzuschauen.
    Uebrigens seine Idee, sich auch hier mit dem bedingungslosen Grundeinkommen auseinanderzusetzen, finde ich bestechend.
    Nur haben wir es im Moment noch nicht.
    Auch seine Aussage, dass Kultur frei sein muss, finde ich wichtig und das ist mit der Flaterate nicht gegeben.

    Die Strassenmusikanten legen irgendein Gefäss vor sich hin. Da kann jeder etwas hineinwerfen, den die Musik anspricht. Das gab mir einen weiteren Anstoss.

    Auch die Tageswoche hat mich inspiriert. Bei jedem selbst verfassten Artikel kann man Folgendes lesen:
    "Tageswoche honorieren
    Alle Artikel auf tageswoche.ch sind frei verfügbar. Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, nutzen Sie doch die Gelegenheit, uns zu unterstützen. Die Redaktion bedankt sich für Ihren Beitrag."
    Das rundete für mich mein Bild ab.

    Nun meine Idee:
    Die Musikschaffenden, sowie alle anderen Kulturschaffenden und weitere Menschen, die etwas selbst Entwickeltes in das Internet stellen oder von anderen hineingestellt haben machen so einen Bezahlbutton hin.
    Als Beispiel nehme ich mal die Musikschaffenden. Sie machen eine Seite im Internet, wo alle, die sich beteiligen wollen alphabetisch aufgelistet sind. Klickt man deren Namen an, können Sie sich da vorstellen so wie sie wollen, vielleicht auch mit Nennung der einzelnen Titel. Wenn man dann irgendwo im Internet etwas von jemandem hört, der in dieser Liste der Seite ist, kann man den Buton anklicken und etwas spenden. Wer es unterlässt beim Kopieren einen Button einzurichten, wäre das dann illegal und er könnte zur Rechenschaft gezogen werden.
    So wäre die Freiheit gewährleistet, die wirlich vor allem bei den Kulturschaffenden eniment wichtig ist. Der Kulturschaffende käme auf diese Weise direkt mit, wie und von wem seine Musik geschätzt wird.
    In dieser Seite könnte auch jeder Kulturschaffende ein Gästebuch einrichten, dass ein Dialog mit seinen Anhängern entstehen könnte.

    So, Herr Trummer, wie finden Sie diese Idee? Das ganze müsste natürlich von Spezialisten angeschaut werden, wie dies verwirklicht werden könnte.

  9. Noel Fitzgaraldo

    am 11.06.2012, 12:38

    Als Urheber möchte ich folgendes zur Diskussion beisteuern:

    1. The future is streaming (vergesst illegale Downloads!): Wenn Google/Youtube, Apple, Spotify usw uns für unseren content (der zum Werbeträger wird) angemessen entlöhnen würden, dann wäre die (Musik-) Welt eine bessere.

    1 b. Flatter, Bandcamp, Kickstarter: Das gibts alles, aber ob das eine umfassende Lösung sein wird in Anbetracht der Fülle von Artists?

    1 c. Die Suisa streitet übrigens gerade um die Abgabe auf Tablets & Co,... ... mehrAls Urheber möchte ich folgendes zur Diskussion beisteuern:

    1. The future is streaming (vergesst illegale Downloads!): Wenn Google/Youtube, Apple, Spotify usw uns für unseren content (der zum Werbeträger wird) angemessen entlöhnen würden, dann wäre die (Musik-) Welt eine bessere.

    1 b. Flatter, Bandcamp, Kickstarter: Das gibts alles, aber ob das eine umfassende Lösung sein wird in Anbetracht der Fülle von Artists?

    1 c. Die Suisa streitet übrigens gerade um die Abgabe auf Tablets & Co, ich zitiere: "Da ist es doch nur gerecht, wenn die Urheber auch etwas erhalten. Sie haben mit ihrer Arbeit ja erst den Bedarf für diese Geräte geschaffen." www.suisa.ch/de/news/news-aktuell/news/article/2012/04/20/wieso-eine-abgabe-auf-musikhandys/

    2. Illegale Downloads (sofern es sie noch gibt): Eine neue Studie legt Nahe, dass vorallem etablierte Künstler vom leaking profitieren. Und erinnert euch: Radiohead haben nicht mit ihrem pay-what-you-want viel Geld verdient, sondern mit der Platte, die nachher rauskam und auf Platz 1 schoss. musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/2012/05/27/wie-bose-ist-das-filesharing-neue-erkenntnisse/

    2. Ein Künstler entscheidet heute selbst über Preis und Nutzung (Trummer): Kannst du iTunes sagen, für wieviel sie deinen Song verkaufen dürfen? Nein, da ist nur die Wahlmöglichkeit zw. low/mid/high. In der Praxis gibt es vorallem für aufstrebende Artists keinen Weg an Youtube, Spotify usw vorbei denn es zählt die Präsenz und die Verfügbarkeit. Auch den big check von McDonalds für Werbung abzulehnen ist leider ein Privileg, den sich wenige leisten können.

    3. Pop is the new Jazz: Auch Popmusik muss subventioniert werden - das zeigte D. Bauer in seinem Artikel über Sophie Hunger mehr als deutlich. Das ist auch darum nötig, weil es den "freien Markt", wie ihn Musikschaffende Schweiz hochhält, nur bedingt gibt (siehe 8.).

    4. "Verdient doch euer Geld mit Shows": Ausgelöst durch die einbrechenden Verkaufsumsätze findet eine Verlagerung statt - der Livemarkt ist härter und härter umkämpft und es kommt, wie zuvor im CD Markt zu einer Monopolisierung. Die Folge: Es wird nur noch "grosse" Künstler geben. Schwer vorstellbar aber wahr, wie Künstler, die z.B. Millionen von views auf Youtube haben Verluste auf ihren EU Tours einfahren (dazu mehr bei 7.).

    4 b. Kein Club verdient mehr Geld mit Live-Musik: Sad but true, quersubventionieren über Parties und Fördergelder (CH) oder ausmieten an externe Promoter, die dann das Risiko alleine tragen (DE) und wo dann wie bei jedem Label die wenigen erfolgreichen Künstler die vielen anderen durchfüttern, ist heute die Regel. Wenn die Urheberrechtsgesellschaften mehr Geld wollen von den Clubs (siehe aktuelle Debatte in DE) heisst das einzig und allein, dass der Künstler weniger bekommt und die Ticketpreise steigen.

    5. Eine Kulturflatrate ist Kultursozialismus: Schon heute zahlt der/die Steuerzahler/in solidarisch für meine Musik, sei's via Bilag (Radio/TV) oder Steuern (Kultursubvention). Eine Kulturflatrate ist die Ultima Ratio und einzig dahingehend zu kritisieren, dass das Geld eigentlich vorhanden ist, aber nicht gerecht verteilt wird, wir also kollektiv nicht nur Künstler sondern vorallem Google & Co subventionieren (womit wir wieder bei Punkt 1 wären).

    6. Eine Kulturflatrate ist nicht umsetzbar: In DE ist das exakt durchgerechnet worden. 47,76 Euro pro Haushalt. Die Verteilung ist ein Problem der Praxis, ja. Aber lösbar. www.zeit.de/digital/internet/2012-04/urheberrecht-fair-use/komplettansicht

    7. Angebot / Nachfrage: Während es im Netz (von Bodi Bill der "allzeit anzapfbare Musikorbit" genannt) immer genug Nachfrage geben wird, verhält es sich im Live-Markt anders. Hier ist die Nachfrage massiv (!), das Angebot aber nicht entscheidend kleiner - u.a auch darum, weil wir ja alle on the road müssen um Geld zu verdienen. Kompensiert soll das nun über hohe Ticketpreise, Sponsoring usw. werden.

    8. (Live-)Musik und Medien: Leider bringt Promo heute vorallem noch was um bei Stiftungen gut dazustehen - Leute zieht das nur bedingt an Shows. Die anspruchsvolleren Musiksendungen laufen nur noch auf öffentlich-rechtlichen Sendern (z.B. ZDF Kultur) weil sich's sonst keiner mehr leisten kann, im Radio/Print wird unter dem Deckmantel der "unabhängigen Meinungsmache" von Majors künstlich eine Nachfrage nach ihren Artists geschaffen und bspw Virus wird, um endlich mal Hörer zu bekommen, zum Boulevardsender.

    Fazit: Es ist absurd, wie alltäglich Musik heute ist - doch bei Live-Konzerten, wenn wir denn hingehen, können wir nicht mehr die Aufmerksamkeit aufbringen, zuzuhören, im Web bedienen wir uns weil ja alles verfügbar ist usw. Musik ist zur Massenware geworden, die wir konsumieren, so sehr dass auch im Widerspruch zum Entstehungsprozess steht, der eben anders als bei der industriellen Produktion, nur bedingt (ja, ich kenn auch diese Story www.newyorker.com/reporting/2012/03/26/120326fa_fact_seabrook?currentPage=all) rationalisiert werden kann. Ich nehme mich da als Zuhörer übrigens nicht aus.

  10. Angelo Rizzi

    am 13.06.2012, 10:28

    Shoutcast Radio bietet heute schon über 80'000 Radiostationen gratis als Streaming an. Und es werden noch weitere dazu kommen.Mit dem Tool Winamp/Streamripper ist es ein Leichtes, Musik legal und kostenfrei down zu loaden. Deshalb ist es aus meiner Sicht Unsinn, ein "breites Schweizer Streamingangebot" zu fordern, wie Herr Glättli scheibt. Diese Idee kommt - wie so vieles in der Schweiz - völlig zu spät.

  1. Anna E Fintelmann

    am 8.06.2012, 12:49

    Ich will für Leistungen anderer angemessen bezahlen können - und nicht mittels Schwarmverhaltens zu einer Superkonsumentin "nimm, watte kriegen kannz" mutieren. Ein Flatrate ist nicht geeignet, differenzierte Preisbildungen wie im Laden zu ersetzen. Agenten sind doch tolle Vertreter ihrer Künstlermandanten!

  2. Adreng

    am 8.06.2012, 13:52

    An sich finde ich es am besten, wenn alle für diejenigen Kulturprodukte bezahlen, die sie selbst wollen - also das Gegenteil einer Flatrate. Wenn ich ein Buch, eine DVD oder eine CD kaufe, will ich auch, dass mein Geld den jeweiligen AutorInnen und ProduzentInnen zukommt.

    Schon jetzt gibt es ja ganz verschiedene Modelle. Wenn man Radio hört, bezahlt man auch nicht für die einzelnen Stücke, die dort gespielt werden.

    Wenn Künstler und Verlage anbieten wollen, dass man für die Bezahlung eines... ... mehrAn sich finde ich es am besten, wenn alle für diejenigen Kulturprodukte bezahlen, die sie selbst wollen - also das Gegenteil einer Flatrate. Wenn ich ein Buch, eine DVD oder eine CD kaufe, will ich auch, dass mein Geld den jeweiligen AutorInnen und ProduzentInnen zukommt.

    Schon jetzt gibt es ja ganz verschiedene Modelle. Wenn man Radio hört, bezahlt man auch nicht für die einzelnen Stücke, die dort gespielt werden.

    Wenn Künstler und Verlage anbieten wollen, dass man für die Bezahlung eines bestimmten Betrages aus einem bestimmten Fundus von kulturellen Erzeugnissen beliebig viele bekommen kann, mag das sinnvoll sein, aber ich denke, dass das dann eher Flatrates für ganz bestimmte Interessegebiete sein sollten (und wahrscheinlich wäre das dann auch so teuer, dass es nicht allzu viele in Anspruch nähmen).

    Entschieden ablehnen würde ich eine staatlich verordnete oder organisierte Kulturflatrate. Alle AutorInnen/KünstlerInnen muss das Recht haben, selbst zu entscheiden, unter welcher Lizenz sie ihre Werke herausgeben sollen.

  3. Angelo Rizzi

    am 9.06.2012, 10:16

    Ehrlich, ich bin ein Kulturbanause und frage mich ganz einfach, ob diese Kulturflachrate so eine Art „Bedingungsloses Grundeinkommen“ für alle Musikschaffenden sein soll? Ein Vorteil wäre sicher der, dass wir künftig für den Eurovisions-Song-Contest nicht mehr den Besten oder die Beste (!) eruieren müssten. Wir losen sie ganz einfach aus. Eine ähnliche Flachrate gibt’s übrigens auch schon im Nationalrat: egal wie oft da einer auftaucht – den Lohn hat er auf sicher…

  4. Rolf Wilhelm

    am 9.06.2012, 13:58

    Kulturflatrates sind zu einfach gedacht und verschieben das eigentliche Problem vom Hersteller (den Künstlern) an den vermeintlichen Konsumenten.

    Die Musikschaffenden haben es offenbar verpasst, Ihr "Geschäftsmodell" der Realität anzupassen. Jeder Softwarentwickler hat das in den Griff bekommen (sich für seine Leistung, obwohl sie technisch beliebig kopierbar ist) in irgendeiner Form bezahlen zu lassen, Musiker und andere Kulturschaffende offenbar nicht.

    Auch, wie an anderer Stelle... ... mehrKulturflatrates sind zu einfach gedacht und verschieben das eigentliche Problem vom Hersteller (den Künstlern) an den vermeintlichen Konsumenten.

    Die Musikschaffenden haben es offenbar verpasst, Ihr "Geschäftsmodell" der Realität anzupassen. Jeder Softwarentwickler hat das in den Griff bekommen (sich für seine Leistung, obwohl sie technisch beliebig kopierbar ist) in irgendeiner Form bezahlen zu lassen, Musiker und andere Kulturschaffende offenbar nicht.

    Auch, wie an anderer Stelle erwähnt, die Abgaben auf Festplatten und Speichersticks nur eine "Entschädigung für das private Kopieren" ist - ich frage mich, wer da für was eigentlich entschädigt wird? Ich erwerbe legal eine CD und damit das Recht, die darauf enthaltene Musik zu hören. Wie ich das tue, wird mir indirekt durch zusätzliche Gebühren diktiert, selbst, wenn die pauschal mit Abgaben belasteten Geräte in der Realität bei mir ganz anderen Zwecken dienen.

    Mit der Kulturflatrate wie auch mit der Billag verhält es sich nur unwesentlich anders: Ich als potentieller Konsument zahle, ob ich das Angebot nutzen will oder nicht. Für eine Internet- oder Handy-Flatrate entscheide ich mich ganz bewusst, hier wird mir die Entscheidung staatlich gesteuert aus der Hand genommen, ob ich mir das leisten will oder kann spielt dabei keine Rolle. Und ob ich das damit gebotene Angebot nutzen will (oder kann) schon gar nicht.

    Ganz interessant wird es dann bei Firmen: Muss ein Firmenbesitzer für den Internet-Anschluss dann auch zahlen, obwohl, wie meist üblich, entsprechende Kulturquellen wie TV- und Radiostreaming, Youtube & Co für den Mitarbeiter gesperrt sind?

    Interessant wäre auch zu sehen, wie ein Kulturschaffender, der eigentlich nicht wirklich beim Publikum ankommt "entlöhnt" wird im Vergleich zu einem, der äusserst beliebt ist und wie genau das ermittelt wird.

    Gefragt sind die Kulturschaffenden, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, dass denjenigen, der nicht, wenig oder unüblich konsumiert nicht bestraft und Vielkonsumenten nicht übermässig bevorteilt. Pauschal einfach eine generelle Gebühr zu verlangen (wie bei der Billag, die zudem noch 50 Millionen abschöpft für simples Inkasso) delegiert das Problem und ist zu einfach gedacht.

  5. Leviathan

    am 9.06.2012, 21:47

    eigentlich hätte ich hier den Kommentar von ADRENG (Adreng) kopieren und einfügen können, denn mit dessen kommentar ist alles wesentliche gesagt und ich kann dem voll und ganz zustimmen,

    aber

    a) wäre mein copy/paste des kommentars illegal 8)

    oder
    b) ich müsste Adreng dafür bezahlen

    und
    c) äussere ich mich lieber mit eigenen worten zum thema.

    um das problem der entgangenen tantiemen/entlöhnung für kulturschaffende anzugehen ist eine flatrate mit der kirche ums dorf gefahren ! wenn... ... mehreigentlich hätte ich hier den Kommentar von ADRENG (Adreng) kopieren und einfügen können, denn mit dessen kommentar ist alles wesentliche gesagt und ich kann dem voll und ganz zustimmen,

    aber

    a) wäre mein copy/paste des kommentars illegal 8)

    oder
    b) ich müsste Adreng dafür bezahlen

    und
    c) äussere ich mich lieber mit eigenen worten zum thema.

    um das problem der entgangenen tantiemen/entlöhnung für kulturschaffende anzugehen ist eine flatrate mit der kirche ums dorf gefahren ! wenn man hierbei von "betroffenen spricht, sind das für mich in erster linie die künstler, erst in zweiter linie die user/konsumenten. und wen sollte man zum problem und lösungsvorschlägen befragen und entscheiden lassen , wenn nicht (die in erster linie) betroffenen? also die kulturschaffenden ! und nicht die parlamentarier.....! und die kulturschaffenden, u.a. vertreten durch c. trummer,halten nichts von der flatrate, punkt.

    jeder kulturschaffende ist auch ein kleinstunternehmer. mit meinem direkten, bezahlten download - mache ich tatsächlich fast ausschliesslich, ich habe 98% bezahlte kultur auf meinen playern und readern - hat der erzeuger einen direkten feedback dass er auf dem richtigen weg des erfolges ist inklusive zielgruppendemographie. andererseits, mit einer flatrate/giesskannenprinzip hat er bloss ein schwammiges feedback aus dem long tail. und die tantiemen verdunsten in den zwischengeschalteten ämtern, behörden und providern.ich will dem künstler möglichst direkt meine hochachtung für sein schaffen mitteilen, mittels bezahltem download, so erfährt der künstler auch wo die kostenschmerzgrenze liegt um erfolg zu haben. eine Billag für kultur braucht und will niemand, dort ist ja auch das problem, dass das SF TV nicht rafft ob und weshalb ein grossteil der zuschauer zb. auf DE und CH privatkanäle wegzappt. das geld bekommen sie ja sowieso beim SF TV, weshalb also sich um sehenswerte programme kümmern? kulturschaffende wollen mehr als (teilweise) giesskannentantiemen (sprich, bloss kohle, sonst wären sie banker und nicht kulturschaffende geworden). sie wollen erfolg und anerkennung und natürlich auch etwas geld.

    schlusspunkt; technisch wäre es ein leichtes nicht bezahlte digitale inhalte mittels ursprungsverifikation über online-datenbanken auf nutzergeräten zu eruieren, itunes macht es vor microsoft macht es nach, in - hoffentlich - wenigen jahren dürfte sich das ganze problem, technologie sei dank, selbst erledigt haben und wir stünden mit fer flatratelösung in der schweiz da wie mit einem elektrischen rasierer in der wüste.......

    ergo after all:
    die flach-rate ist eine lach-rate und bevorteilt weiterhin diejenigen welche kulturelle inhalte heute schon weder zu schätzen noch zu bezahlen wissen.

  6. Inaktiver Nutzer

    am 10.06.2012, 17:40

    Geld ist dazu da, gute Dinge zu tun.
    Deshalb ein klares ja von mir.
    (Argumente gibt es gegen alles, sogar gegen schönes Wetter...deswegen lass ich gar nicht erst runter, in dieseen Argumente-Grabenkrieg.)
    Das ist das schöne an der direkten Demokratie. Man kann einfach ein JA in die Urne legen.

  7. Verifiziert

    Christian Mueller

    am 10.06.2012, 17:42

    und verdiene auch damit mein geld. meine texte kann jeder lesen und nutzen und bearbeiten, wie er will. nur wenn er oder sie damit GELD verdient, will ich auch etwas davon. erst dann aber. oder soll ich nun urheberrechte bezahlen, wenn ich im radio ein lied höre und danach singe?

  8. Stefan Heimers

    am 10.06.2012, 22:34

    Es gab eine Zeit vor der Erfindung der Schallplatte. Da gab es auch schon Musik, ohne den Verkauf von Tonträgern. Es ist mir schleierhaft, weshalb diese Einnahmen heute überlebenswichtig sein sollen. Zumal die meisten Musiker sowieso nicht vom Verkauf dieser Tonträger leben können, während ein paar wenige damit schwer reich werden.

  9. roady43

    am 11.06.2012, 02:21

    Mit der Strategie von "musikschaffende.ch" wird letzlich nur einer kleinen Minderheit und der Musikindustrie gedient. Musikschaffende, welche nicht dem Mainstream entsprechen, die selten oder nie gespielt werden, die aber selber konzertieren, auftreten, kreativ sind und welche letztlich das Fundament bilden ohne welche die kulturelle Elite gar nicht existierte, bleiben auf der Strecke.

    Nicht, dass ich es jemandem nicht gönne, z.B. dank der SUISA an Geld zu kommen aber die Mehrheit der... ... mehrMit der Strategie von "musikschaffende.ch" wird letzlich nur einer kleinen Minderheit und der Musikindustrie gedient. Musikschaffende, welche nicht dem Mainstream entsprechen, die selten oder nie gespielt werden, die aber selber konzertieren, auftreten, kreativ sind und welche letztlich das Fundament bilden ohne welche die kulturelle Elite gar nicht existierte, bleiben auf der Strecke.

    Nicht, dass ich es jemandem nicht gönne, z.B. dank der SUISA an Geld zu kommen aber die Mehrheit der MusikerInnen erhält nichts. Im Gegenteil, wir zahlen noch drauf wenn wir unsere Konzerte selbst veranstalten. Und wenn ich dort als Komponist registriert bin, dann ist meine Musik noch nicht mal mehr MEIN eigenes geistiges Eigentum (sofern es geistiges Eigentum NACH Veröffentlichung überhaupt noch gibt). Spätestens dann jedenfalls kann ich selbst nicht mehr frei darüber verfügen. Das ist pervers.

    Man kann sich durchaus auch bei diesem Thema mit dem Gedanken des bedingungslosen Grundeigentums auseinadersetzen - damit liessen sich nach meiner Überzeugung viele Fragen sofort beantworten. Auf jeden Fall viel besser als mittels veralteter marktwirtschaftlicher Egoismen oder orwellscher Kontrollmechanismen...

  10. Maya Eldorado

    am 11.06.2012, 10:08

    Flatrate finde ich einen falschen Ansatz! Das gibt wieder so ein bürokratisches Gebilde. Irgendwer ausserhalb, wahrscheinlich der Staat, oder jemand vom Staat bestimmte, entscheiden wo welches Geld hinkommt.

    Mein vorgehender Beitrag von roady43 hat mich veranlasst, das noch genauer anzuschauen.
    Uebrigens seine Idee, sich auch hier mit dem bedingungslosen Grundeinkommen auseinanderzusetzen, finde ich bestechend.
    Nur haben wir es im Moment noch nicht.
    Auch seine Aussage, dass Kultur frei sein... ... mehrFlatrate finde ich einen falschen Ansatz! Das gibt wieder so ein bürokratisches Gebilde. Irgendwer ausserhalb, wahrscheinlich der Staat, oder jemand vom Staat bestimmte, entscheiden wo welches Geld hinkommt.

    Mein vorgehender Beitrag von roady43 hat mich veranlasst, das noch genauer anzuschauen.
    Uebrigens seine Idee, sich auch hier mit dem bedingungslosen Grundeinkommen auseinanderzusetzen, finde ich bestechend.
    Nur haben wir es im Moment noch nicht.
    Auch seine Aussage, dass Kultur frei sein muss, finde ich wichtig und das ist mit der Flaterate nicht gegeben.

    Die Strassenmusikanten legen irgendein Gefäss vor sich hin. Da kann jeder etwas hineinwerfen, den die Musik anspricht. Das gab mir einen weiteren Anstoss.

    Auch die Tageswoche hat mich inspiriert. Bei jedem selbst verfassten Artikel kann man Folgendes lesen:
    "Tageswoche honorieren
    Alle Artikel auf tageswoche.ch sind frei verfügbar. Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, nutzen Sie doch die Gelegenheit, uns zu unterstützen. Die Redaktion bedankt sich für Ihren Beitrag."
    Das rundete für mich mein Bild ab.

    Nun meine Idee:
    Die Musikschaffenden, sowie alle anderen Kulturschaffenden und weitere Menschen, die etwas selbst Entwickeltes in das Internet stellen oder von anderen hineingestellt haben machen so einen Bezahlbutton hin.
    Als Beispiel nehme ich mal die Musikschaffenden. Sie machen eine Seite im Internet, wo alle, die sich beteiligen wollen alphabetisch aufgelistet sind. Klickt man deren Namen an, können Sie sich da vorstellen so wie sie wollen, vielleicht auch mit Nennung der einzelnen Titel. Wenn man dann irgendwo im Internet etwas von jemandem hört, der in dieser Liste der Seite ist, kann man den Buton anklicken und etwas spenden. Wer es unterlässt beim Kopieren einen Button einzurichten, wäre das dann illegal und er könnte zur Rechenschaft gezogen werden.
    So wäre die Freiheit gewährleistet, die wirlich vor allem bei den Kulturschaffenden eniment wichtig ist. Der Kulturschaffende käme auf diese Weise direkt mit, wie und von wem seine Musik geschätzt wird.
    In dieser Seite könnte auch jeder Kulturschaffende ein Gästebuch einrichten, dass ein Dialog mit seinen Anhängern entstehen könnte.

    So, Herr Trummer, wie finden Sie diese Idee? Das ganze müsste natürlich von Spezialisten angeschaut werden, wie dies verwirklicht werden könnte.