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TagesWoche

Tages Woche

Do, 20.06.2013

Fotoarchiv Kurt Wyss 

8.6.2012, 00:01 Uhr

Die Frau hinter der Art

8.6.2012, 00:01 Uhr

Trudl Bruckner schrieb in den 1960er-Jahren zusammen mit ihren beiden Galeristenkollegen Balz Hilt und Ernst Beyeler Basler Kunst-Geschichte – das Dreigestirn lancierte die Art Basel. Von Georg Kreis

Kurt Wyss: «Grande Dame» der Kunst: Art-Basel-Mitgründerin Trudl Bruckner, 1986 in ihrer Galerie «Riehentor».

«Grande Dame» der Kunst: Art-Basel-Mitgründerin Trudl Bruckner, 1986 in ihrer Galerie «Riehentor». (Bild: Kurt Wyss)

Warum bringen wir dieses Bild? Warum bringen wir es jetzt? Es wäre auch ohne aktuellen Anlass etwas wert. Es zeigt einen Menschen, der ziemlich direkt in die Kamera schaut und redet, eine altmodische oder bereits wieder modische Brille in der Hand. Dahinter Bilder der Galeristin, um die es sich hier offensichtlich handelt, Bilder von Paul Stöckli, von Spot­lampen beleuchtet.

Offen, direkt, neugierig

Das Bild entstand im September 1986 oben am Spalenberg in der Galerie mit dem nicht mehr zum Standort passenden Namen «Riehentor» – zurückzuführen auf ihren ersten Kunstsalon von 1956. Das Bild zeigt Trudl Bruckner, wie man sie eben meistens erlebt hat: offen, ­direkt, neugierig auf die Welt, stets zu einem Austausch bereit.

Von diesem Fotoshooting gibt es nicht nur ein Bild. Wir hätten auch ein anderes zeigen können: Trudl Bruckner mit ausgebreiteten offenen Armen. Auch das ist gewiss echt und doch eine Art Pose für Kurt Wyss und seinen Foto­apparat. Das Bild hier mit dem leicht schrägen, aus einer festen Position uns beinahe forsch entgegenblickenden Kopf in seinem abgewinkelten Bildergehäuse ist irgendwie echter.

Warum jetzt nun dieses Bild? Wir bringen es aus Anlass der 43. Ausgabe der Art Basel. Trudl Bruckner bildete zusammen mit Balz Hilt und Ernst Beyeler das Dreigestirn, das Ende der 1960er-Jahre die Basler Kunstmesse lancierte.

Die Idee wurde 1968 ­geboren. Die Initiative ging von den drei genannten Galeristen aus. 1989 wurde Trudl zur Ehrespalenbärglemerin erhoben und 2000 erhielt sie, sehr verdient, ein kleines feines Denkmal mit der von Annemarie Monteil verfassten Schrift aus der Reihe der Jahresbändchen, die in der Offizin der (alten) «Basler Zeitung» hergestellt wurden.

Wunder von Basel

Zur Geschichte des «Wunders von Basel» gehört, dass das Messeprojekt eine Reaktion auf die erste Messe für moderne und zeitgenössische Kunst in Köln vom Herbst 1967 war. Jener Anlass wurde – typisch für die 68er-Jahre – als undemokratisch empfunden, weil nur aus­gewählte Galerien zugelassen waren.

Die Basler entschieden sich für ein offenes Messekonzept, das die Aussteller ohne Teilnahmebeschränkung zuliess. Köln reagierte mit einer Boykotthaltung: Man musste sich entweder für Köln oder für Basel entscheiden. Basel setzte sich durch. Seit 2002 gibt es zudem als amerikanischen Ableger die Art Basel Miami Beach, jeweils ­Anfang Dezember in Florida.

Doch das oben am Spalenberg entstandene Bild hat, wie gesagt, einen Eigenwert, es ist mehr als nur ein Aufhänger, der uns gestattet, eine Basler «success story» zu erzählen.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

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Informationen zum Artikel

8.6.2012, 00:01 Uhr

Die Frau hinter der Art

Text

Text: Georg Kreis

  • 06.06.2013 um 14:44
    Wyss' Archiv: Einer von Basels Art-Vätern

    Die erste Art im Jahr 1970 war auch eine Art «going public» für den Basler Galeristen Ernst Beyeler. Von diesem Zeitpunkt an machte der Kunsthändler seine Werke der Öffentlichkeit zugänglich.

  • 30.05.2013 um 16:35
    Vorfahrt für den Fortschritt

    Als der Glaube an den wachsenden Autoverkehr noch ungebrochen war, wurde in den Basler Vorstädten manch alte Bausubstanz einer breiteren Strasse geopfert.

  • 16.05.2013 um 13:11
    Wyss' Archiv: Suche nach verlorenen Zeiten

    Mitte der 1980er-Jahre tanzte in der Alten Aula der Uni eine Gruppe Aborigines, die eigens aus dem westaustralischen Busch eingeflogen worden war.

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