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TagesWoche

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Mo, 20.05.2013

Film 

25.5.2012, 00:01 Uhr

Lichtspiele: Care, Manager, care

25.5.2012, 00:01 Uhr

«L’ombrello di Beatocello» zeigt, was Wohltäter wohl tun sollen. Und was daraus resultiert. Von Hansjörg Betschart

Gachot Films: Das Cello als Lebensretter: Beat Richner nutzt sein Hobby auch zum Geldsammeln.

Das Cello als Lebensretter: Beat Richner nutzt sein Hobby auch zum Geldsammeln. (Bild: Gachot Films)

Als Beat Richner in den Siebzigern seine Cello-Gesänge auf dem Manager-Paradeplatz unter einem Sonnenschirm trällerte, belächelten ihn Fundis und Realos der Weltverbesserer-Fraktionen. Ein weltfremder Cellist leistete es sich, bei jenen, die sich die eigene Gesundheit leisten können, für jene, die etwas für die Gesundheit hungernder Kinder leisten, Geld einzutreiben? In der Zwischenzeit betreibt Richner fünf Spitäler in Kambodscha und tut dort das, was wir Gutes nennen.

Richner verarztet, rettet und ernährt Kinder, er bettelt für sie, er spielt Cello für sie, und er trägt eine Krawatte «als Uniform, wenn ich zum König gehe. Oder er zu mir kommt.» Richner tut, was Wohltäter wohl tun sollen: Er verzichtet auf ein eigentliches Leben. Sein Leben ist erfüllt vom Eigentlichen.

Cello spielen ist nicht nur seine Art, Geld für seine Spitäler zu sammeln. Cello steht auch für seine Kunst, die ihn am Leben hält: für andere da zu sein. Der Film zeigt uns die kleinen, seltenen Momente, in denen dieser Rastlose für die schönen Saiten des Lebens empfänglich wird: mit seinem Cello. Für seine Kinder. Richner kommt an und steht für Hilfe, die ankommt.

ruhelose Hingabe

Der Film von Georges Gachot führt uns vor Augen, was Beats ruhelose Hingabe bedeutet. Vor Hunderten von Mitarbeitern, mit Dutzenden von Ärzten, mit Erwachsenen, die er als Kinder schon rettete, arbeitet er weiter. Millionen hat er so schon für arme Kinder gesammelt. Und er spendet auch uns Kindern des Reichtums eine kostenlose Arznei: Wenn wir ihm die Hand schütteln, sollten wir es nicht mit leeren Händen tun.

PS: Die Schindler AG, die den Lift ins neueste Spital in Kantha Bopha einbaute, stellte den Kambodschanern den Aufzug ohne Abzug in Rechnung. (Fürs Gedächtnis: Alfred N. Schindler drohte, die Schweiz zu verlassen, wenn die Reichtumssteuer eingeführt würde.)

Mein Tipp für Alfred N. Schindlers List: Spenden können von den Steuern abgezogen werden ... Einem Gerücht zufolge, welches ich hiermit in die Welt setze, will Alfred N. Schindler in diesem Jahr für die Kinderspitäler von Beatocello spenden. Zweck: Abzug. Hier die Konto-Nummer: Zürcher Kantonalbank (ZKB), IBAN CH98 0900 0000 8006 0699 1.

 

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Informationen zum Artikel

25.5.2012, 00:01 Uhr

Lichtspiele: Care, Manager, care

Text

Text:

  • 16.05.2013 um 14:46
    Eurovision im Kontext für Kontest

    Wenn heute Abend in Malmö der Vorhang hochgeht (21.00 Uhr, SRF2), schaut man bei der Schweizer Garde in Rom besonders genau hin. Unsere Heilsarmee ist zwar gefürchtet: Wenn sie singt, sitzen unsere Geldbeutel locker, wie bei der richtigen Armee schon lange nicht mehr. Aber genügt eine singende Armee, um Europa zu erobern?

  • 16.05.2013 um 12:00
    Lichtspiele: Ein episches Märchen

    Diese Frage treibt uns alle um: Sind Nacktschnecken Schnecken, die aus dem Häuschen sind?

  • 16.05.2013 um 05:00
    Ein sympathischer Blick auf das Unsympathische

    Der australische Regisseur Baz Luhrman zerpflückt in «The Great Gatsby» Amerikas High Society. Und bleibt damit sehr nahe an Scott Fitzgeralds literarischer Vorlage.

  • 17.05.2013 um 22:49
    Halbfinalniederlage der Heilsarmee
    Zum Artikel: Eurovision im Kontext für Kontest

    Ein Land schickt seine Heilsarmee in einen TV-Wettbewerb für Schlagersternchen! Einer derartigen Posse kann nur eine Glosse gerecht werden. Vielleicht war es voreilig, lieber Herr Hollmann, die Niederlage von Takasa ( so nennt sich die Heilsarmee-Co...

  • 11.03.2013 um 14:48
    OZ
    Zum Artikel: Oz

    Als Frechheit war es nicht gedacht, ist es aber sogar biologisch ganz deutlich: Wollte ich die quirlige Judy fast 40 Jahre jünger machen? ... Jünger als ihre Tochter Liza Minelli? Nein. Danke für den Einwand. Eigentlich sollte ja auch bei den Siebziger...

  • 01.02.2012 um 08:19
    Pfützen schreien so laut, Gedichte von Glauser
    Zum Artikel: Glauser

    Danke. Ich habe Ihren Hinweis eben mit dem "Perlentaucher" verlinkt. Das erleichtert den Gang zur Buchhandlung ...(für die Jüngeren unter uns: Buchhandlung ist der Laden, wo man amazon.com anfassen kann.) Gruss. H.B.

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