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TagesWoche

Tages Woche

Mo, 20.05.2013

Strafgericht 

27.4.2012, 16:58 Uhr

Schuldspruch für Spatz-Verleger

27.4.2012, 16:58 Uhr

Das Basler Strafgericht verurteilt Spatz-Verleger wegen Urkundenfälschung und ungetreuem Geschäftsgebaren. Von Monika Zech

zVg: Jungverleger Dominique Hiltbrunner

Jungverleger Dominique Hiltbrunner (Bild: zVg)

Dominique Hiltbrunner (34), der unter anderem die Gratiszeitung «Spatz» verlegt, stand vor dem Basler Strafgericht, weil er sich gemäss Anklage unrechtmässig bereichert haben soll. Die Geschichte geht ein paar Jahre zurück: 2005 stieg Hiltbrunner als Anzeigenverkäufer beim englischsprachigen Business Guide (GTS BG) ein; Geschäftsführer war damals der Verleger Robert Gloor («Regio aktuell»). Wenig später übernahm Hiltbrunner 60 Prozent der GTS-Aktien und löste Gloor als Geschäftsführer ab.

Wie Hiltbrunner vor Gericht sagte, sei das Geschäft erfolgreich gewesen. Irgend etwas muss jedoch schief gelaufen sein, denn das Unternehmen ging 2008 Konkurs – das einstmals gute Einvernehmen zwischen Gloor und Hiltbrunner war schon etwas länger gestört. Nach dem Konkurs eskalierte der Streit: Gloor verklagte Hiltbrunner wegen betrügerischem Konkurs, dieser wiederum warf Gloor vor, ihm eine praktisch bankrotte Firma verkauft zu haben.

Gloor kam mit seiner Klage nicht durch, doch gemäss Staatsanwaltschaft kamen bei den Ermittlungen ein paar andere Dinge zu Tage. Konkret: Bezüge von Hiltbrunner, die die Staatsanwaltschaft als unrechtmässige Bereicherung taxierte. Dabei soll es sich insgesamt um eine Summe von etwas über 400'000 Franken gehandelt haben. Ausserdem stellte sie bei den Auflagezahlen eine Ungereimtheit fest, sowie fiktive Rechnungen aus einem Gegengeschäft. Hiltbrunner bestritt alle Vorwürfe und erklärte die Zahlungen mit dem Verkauf seines Kundenstamms an die Firma, teilweise handle es sich auch um Bonizahlungen an seine Mitarbeiter.

Das Gericht kam zum Schluss, dass einige der Bezüge nicht gerechtfertigt seien – weil es keinen rechtsgültigen Vertrag für den Verkauf des Kundenstamms gebe. Bei anderen Beträgen wiederum seien die Argumente des Angeklagten nicht völlig aus der Luft gegriffen. Dadurch bezifferte das Gericht die Schadenssumme nur noch mit rund 230'000 statt 400'000 Franken und verurteilte den Jungverleger wegen ungetreuem Geschäftsgebahren und Urkundenfälschung zu 210 Tagessätzen à 200 Franken auf zwei Jahre bedingt. Dominique Hiltbrunner will das Urteil anfechten, wie er nach der Gerichtsverhandlung sagte. Es ginge ihm nicht um die Strafe, «sondern um meinen Ruf».

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Informationen zum Artikel

27.4.2012, 16:58 Uhr

Schuldspruch für Spatz-Verleger

Text

Text:

  • 16.05.2013 um 15:34
    Jeder Franken zählt

    In der Regel äussern sich Politiker und Experten in endlosen Debatten zum Thema Mindestlohn. Hier erzählen drei Frauen über ihr Leben mit einem Lohn, der nirgends hinreicht.

  • 08.05.2013 um 19:53
    Kein Stress, alles online!

    Ein Online-Programm soll schwangere Frauen, wenn sie vorzeitige Wehen bekommen, beruhigen. Damit will das Unispital Basel das Risiko von Frühgeburten mindern.

  • 08.05.2013 um 16:57
    Geschichten von Speis und Trank

    Das Inventar des kulinarischen Erbes der Schweiz zeigt nicht nur den Fundus an einheimischen Köstlichkeiten, sondern liefert auch jede Menge Stoff für Anekdoten.

  • 16.05.2013 um 22:59
    Absolut
    Zum Artikel: Schweiz nach Sieg gegen Tschechien im Halbfinal

    Lieber Fritz Hochhuth Nach 14 Stunden am Computer sitzen schaffe ich es kaum mehr, so viele Buchstaben zu lesen. Aber ich habe es doch getan, weil uns doch die Chefs und andere kompetente Leute immer sagen, wie wichtig die Hege und Pflege unserer Comm...

  • 15.04.2013 um 23:11
    merkwürdiges Rechtsverständnis
    Zum Artikel: Keine freie Betten für die englischen Fussballfans

    @fm70: Ich glaube nicht, dass ich ein merkwürdiges Rechtsverständnis habe. Aber aufgrund seltsamer Artikel wie des Wegweisugsartikels kann es durchaus vorkommen, dass in der Öffentlichkeit schlafende Personen von Polizeipatrouillen mehr oder weniger un...

  • 15.04.2013 um 17:41
    Zürich hilft…
    Zum Artikel: Keine freie Betten für die englischen Fussballfans

    @othmar.buchs Zürich würde vielleicht schon helfen, wenn es könnte. Aber offenbar ist auch Zürich ziemlich ausgebucht, weil viele Gäste und Angestellte der Baselworld in Zürich übernachten. Ist ja für die weitgereisten Menschen auch nur ein Vorort von ...

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