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Gastkommentar von Steffi Luethi-Brüderlin: 

30.3.2012, 00:01 Uhr

Verkehrspolitik in Basel und Joghurt – rechts oder links gedreht?

30.3.2012, 00:01 Uhr

Von Steffi Luethi-Brüderlin

Steffi Luethi-Brüderlin

Steffi Luethi-Brüderlin

Während es beim Joghurt eindeutig erwiesen ist, dass die rechtsdrehende Milchsäurevariante vom Körper besser abgebaut werden kann, ist es bei der Verkehrspolitik in Basel genau umgekehrt: «Rechts» dreht sich am Schluss immer wieder alles um die Bedürfnisse von Autos und deren Parkplätze. «Links» und «Grün» jedoch haben sich von der Fixierung auf das lange gehätschelte Liebkind, das eigene Motorfahrzeug, gelöst und der Auto-Kuschelpolitik eine verdiente Absage erteilt.

Wir stellen uns den Herausforderungen einer lebenswerten Stadt, verschliessen uns angemessenen Mobilitäts­bedürfnissen keineswegs, verweisen aber auf die umweltverträglicheren Formen: Zu-Fuss-Gehen, Velofahren und Benützung der öffent­lichen Verkehrsmittel.

Nach diesem Verweis auf einige Grundsätzlichkeiten jetzt zum vorliegenden Tramnetz Region Basel 2020. Natürlich begrüsse ich als Verkehrspolitiker und Mitunterstützer der Traminitiative diese Gesamtschau über die Entwicklungsfelder der Tramlinien in und um Basel, unterstütze den Blick über die Gemeinde-, Kantons- und Landesgrenzen hinaus. Nur im Zusammenspiel von Vororts- und Innerstadtlinien ist eine vernünftige Mobilitäts­politik denkbar.

Aber: Als kantonaler (und damit städtischer) Parlamentarier liegt mir eben auch das Kleinräumigere, das Stadtspezifische nahe. Es ist offensichtlich, dass auf Stadtgebiet der öffent­liche Schienenverkehr jahrelang – insbeson­dere was die Infrastruktur betrifft – kaum erweitert wurde. Gewiss, die eheamlige Birsigtalbahn, die aus dem Leimental kommend ursprünglich nur bis zur Heuwaage führte, wurde über den Theaterbogen, die Strecke zum Bahnhof SBB und dann zur Münchensteinerbrücke, Dreispitz nach Dornach erweitert. Und die Abbiegemöglichkeit für das Tram 15 beim Bankverein auf die Wettsteinbrücke ist ebenfalls eine Bereicherung. Aber sonst? Gar nichts.

Deshalb auch haben sich einige initiative Baslerinnen und Basler mit der vor vier Jahren ein­gereichten Traminitiative zum Ziel gesetzt, im engeren Stadtbereichs eine vor über 40 Jahren auf Druck der Autolobby herausgebrochene Strecke, die ehemalige Tram-Linie 2, in zeitgemäs­sem Gewande wieder auferstehen zu lassen. Die Buslinie 30, heute überfüllt und im Autostau steckenbleibend, würde als Tram über das Heuwaageviadukt, die alten Stadt­grabenstrassen zur Johanniterbrücke und im Kleinbasel durch die Feldbergstrasse geführt.

Da gewänne man zweierlei: Erstens eine komfortable Tramentlastungs­linie für die überbelegte Innenstadtführung, und zweitens gemäss der Städteinitiative eine Privilegierung des Öffentlichen Verkehrs zulasten der völlig unzeitgemässen Führung des motorisierten Individualverkehrs durch die mit Luftschadstoffen belastete Feldbergstrasse.

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30.3.2012, 00:01 Uhr

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