LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Wochendebatte

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Zur Übersicht

Die Wochendebatte Soll die Schweiz ein bedingungsloses Grundeinkommen einführen?

Schlussworte

Portrait Daniel Häni

Pro

Daniel Häni, Unternehmer aus Basel

Mein Fazit: Das Thema bringt Leben in die Bude. Falls es Ihnen mal langweilig ist, beginnen Sie einfach vom bedingungslosen Grundeinkommen zu sprechen. Dann haben Sie zu tun. Mir gefallen die fast durchgehend differenzierten und anregenden Kommentare, wie z.B. der von Tom Zbinden. Die Debatte zeigt die Vielfalt der Aspekte und Fragestellungen, zu denen das Thema Grundeinkommen Impulse liefert.

Das so deutliche Abstimmungsresultat soll uns nicht täuschen. Es hat sicher auch mit Herrn Mörgeli zu tun, der eine arg bröckelnde Politikergeneration repräsentiert. «Jetzt ist ein Wechsel angesagt», schrieb eine Frau diesbezüglich auf unsere Facebook-Seite. Für die krasse, aber für ihn ehrliche Art, kann man Herrn Mörgeli aber auch danken. Seine Missverständnisse sind unmissverständlich.

Ich glaube, die Zeit ist reif, die Volksinitiative zu lancieren. Das Thema gehört auf eine breite Plattform, auf der alle mit ihren Hoffnungen, Ängsten und Erfahrungen mitsprechen können. Und das bedingungslose Grundeinkommen ist kein fertiges Modell. Viele Fragen werden sich erst im Verlauf der Einführung richtig stellen und auch beantworten. Wer unterschreibt sagt: Ich will diese Debatte führen. Es geht darum, in welche Richtung wir gehen wollen: Denken wir die Menschen als gefügige Mitläufer und tun gut daran sie an kurzer Leine zu halten? Oder wollen wir selber denkende und verantwortliche Menschen und sprechen ihnen auch das dafür Notwendige zu?

Die Idee des Grundeinkommens öffnet uns den Blick über den Tellerrand des Gewohnten. Sie kann uns zum Beispiel deutlich machen, dass wir durch die Arbeitsteilung bereits in einer genial sozial organisierten Gesellschaft leben. Es ist «nur» unser Bewusstsein, das hinterher hinkt. In Wirklichkeit arbeitet niemand mehr für sich selbst. Wir arbeiten immer für andere. Siehe auch: Die Legende der langen Löffel.

Wer diesen Punkt genauer betrachtet, hat einen Schlüssel zum 21. Jahrhundert in der Hand. Zum Kulturzeitalter.

Portrait Christoph Mörgeli

Contra

Christoph Mörgeli, SVP-Nationalrat, Zürich

In der Menschheitsgeschichte wimmelt es von ganz- oder halbsozialistischen Utopien und Träumereien. Alle Menschen sind gleich, alles ist gerecht verteilt, alle leben in Glückseligkeit. Keinem einzigen der utopischen Autoren kam es aber in den Sinn, den Menschen ein Gehalt ohne jede Anforderung auszuzahlen. Auf diese Idee kamen erst neulich die Initianten eines bedingungslosen Grundeinkommens.

Wunderbar. Und äusserst bequem. Denn mühsam ist es für uns alle, in der Frühe aufzustehen und sich fünf Tage in der Woche von morgens bis abends zu arbeiten. Wie herrlich wäre es da, nur das zu tun, was man gerade will. Und sich nebenbei ein bisschen als Künstler zu betätigen. Oder als Sozialarbeiter.

Ein Grundeinkommen für alle entspräche einer staatlichen Stallfütterung. Und würde alle Staatsbürger in Staatssklaven verwandeln. Das Dumme ist, dass jemand das ganze Umverteilungssystem bezahlen müsste. Und zwar mittels Zwangsfinanzierung, indem die einen Bürger die andern zum Zahlen zwingen. Nämlich die so genannten «Reichen», die Arbeitsplätze schaffen, Unternehmen betreuen und heute schon den Grossteil der Steuerlast tragen. Oder wir alle mit neuen Konsumsteuern, etwa der Anhebung der Mehrwertsteuer.

Für Einige würde die Schweiz augenblicklich zur Steuerhölle, aus der sie nur noch entfliehen könnten. Für viele aber wäre die Schweiz ein Schlaraffenland, in das man unbedingt einwandern muss. Bei einem bedingungslosen Grundeinkommen wären in Kürze wirklich alle gleich. Nämlich gleich arm.

Reaktionen

  1. Sigrist

    am 23.03.2012, 11:12

    Die Positionen hängen wohl vom eigenen Menschen- und Weltbild ab. Dagegen ist, wer den Menschen als faulen Schmarotzer und den Staat als bedrohendes Ungetüm anschaut. Er will mit den Mitteln vor vorgestern, die Privilegien von gestern sichern.
    Dafür ist, wer die Menschen als leistungsbereit und fantasievoll anschaut und den Staat als nützliche Institution zum Wohl von allen versteht. Er will sich mit neuen Ideen den Herausforderungen der Zukunft stellen.

  2. Marc Blattmann

    am 23.03.2012, 12:16

    in einer modernen gesellschaft darf es sowas wie working poor nicht geben. drum pro!

  3. Frantisek Matous

    am 23.03.2012, 13:02

    ...das gerade ein Staatsangestellter mit einem wirtschaftlich absolut irrelevanten Fachgebiet gegen den Staat und die faulen Schmarotzer wettert, will er seinen gut bezahlten Job endlich los werden?

  4. Cornelis Bockemühl

    am 23.03.2012, 13:11

    Christoph Mörgeli sagt hier eigentlich dass alle Schweizer unmotivierte Faulenzer sind! Und zudem beweist er mit seinem Kommentar dass er die Vorlage entweder nicht gelesen oder beim lesen nicht verstanden hat. Oder nicht verstehen wollte!? Damit ist er aber sicherlich nicht alleine! Er spricht diffuse Ängste an, die sich mit dem Begriff "bedingungsloses Grundeinkommen" verbinden: "Täglich Freibier für alle auf Staatskosten!" Aber geht es denn überhaupt darum?

    Die Frage ist doch:... ... mehrChristoph Mörgeli sagt hier eigentlich dass alle Schweizer unmotivierte Faulenzer sind! Und zudem beweist er mit seinem Kommentar dass er die Vorlage entweder nicht gelesen oder beim lesen nicht verstanden hat. Oder nicht verstehen wollte!? Damit ist er aber sicherlich nicht alleine! Er spricht diffuse Ängste an, die sich mit dem Begriff "bedingungsloses Grundeinkommen" verbinden: "Täglich Freibier für alle auf Staatskosten!" Aber geht es denn überhaupt darum?

    Die Frage ist doch: Entspricht "Privateigentum, Arbeitsteilung und freie Preisbildung" denn wirklich der Realität mit der wir heute bekanntlich ganz gut leben? Tatsache ist doch dass jeder Mensch im Laufe seiner Biographie nur etwa grob gesehen zu 50% wirtschaftlich produktiv tätig ist, vermutlich sogar noch viel weniger. Vorher ist er Kind, nachher Rentner, und zwischendurch vielleicht auch einmal arbeitslos, krank oder durch Mutterschaft ohne direktes Erwerbseinkommen. Das ist nicht marginal - das ist ein wesentlicher Teil unseres Lebens, den wir tatsächlich mit ganz "unmarktwirtschaftlichen" Krücken (sprich: mit viel Aufwand administrierten Sozialwerken) irgendwie über die Runden bringen. Und Kinder werden einfach zum "Hobby" ihrer Eltern erklärt.

    Wir lassen ja - zum Glück! - einen Menschen, der wirtschaftlich "nichts bringt" trotzdem nicht einfach verhungern. Obwohl wir das gemäss einer strengen Marktlogik natürlich müssten!

    Schon nur dies zu Ende gedacht führt eigentlich konsequent zur Idee des bedingungslosen Grundeinkommens!

    Trotzdem fürchte ich natürlich, dass Angst vor Neuem und Missgunst dazu führen werden, dass die Christoph Mörgelis am Ende doch gewinnen werden. Trotzdem ist es den Versuch wert - und sei es schon nur dass die Einsicht bei den Menschen anfängt zu gären: Auch die demokratischen Ideen der Französischen Revolution haben schon viele Umwege genommen - und nehmen sie noch heute...

  5. Marc Geiser

    am 23.03.2012, 13:13

    Au, Herr Mörgeli, das was Sie in Falle eines Grundeinkommens befürchten, ist eher die aktuelle Situation:

    Wer morgens z.B. mit dem Tram in die Arbeit fährt erlebt jetzt die Schweiz als grauen Alltag. "Charme eines Bürostuhls", ja, sehr schön, aber das ist die momentane Arbeits-Realität in vielen Betrieben. Wenn die Menschen das tun könnten, was sie mögen, in dem Umfang wie sie es gerne wollen, würde es mit Sicherheit charmanter und fröhlicher werden.

    Und ja, die Güter sind ungerecht... ... mehrAu, Herr Mörgeli, das was Sie in Falle eines Grundeinkommens befürchten, ist eher die aktuelle Situation:

    Wer morgens z.B. mit dem Tram in die Arbeit fährt erlebt jetzt die Schweiz als grauen Alltag. "Charme eines Bürostuhls", ja, sehr schön, aber das ist die momentane Arbeits-Realität in vielen Betrieben. Wenn die Menschen das tun könnten, was sie mögen, in dem Umfang wie sie es gerne wollen, würde es mit Sicherheit charmanter und fröhlicher werden.

    Und ja, die Güter sind ungerecht verteilt, offensichtlich. Und auch hier wieder, ist es nicht eher jetzt so, dass der jetzige Staat es wenigen erlaubt auf Kosten vieler zu leben?

    Innovationsfeindlich? Wie viele Innovationen bleiben wohl auf der Strecke, weil keine Zeit, kein Geld da ist, um es auszuprobieren. Ein Grundeinkommen würde genau diese Freiheit für mehr Innovation schaffen.

    Das Grundeinkommen wäre ein Schritt von der Leistungsgesellschaft zur Gesellschaftsleistung.

  6. Raffael Grassi

    am 23.03.2012, 13:35

    Die reine Marktwirtschaft findet nirgends statt - sonst hätte sie längst zu unglaublichen Verwerfungen geführt (Finanzkrise). Der Umstand, dass eine Mehrheit der Gesellschaft (weltweit gesehen) sich täglich fragen muss, wie sie über die Runden kommt, ist ihr eigentlich unwürdig. Das enorme kreative Potential das damit vergeudet wird, kann man gar nicht in Zahlen aufrechnen. CHF 2'500.-- pro Monat ist genug, um irgendwie über die Runden zu kommen, aber zu wenig um wirklich angenehm zu leben.... ... mehrDie reine Marktwirtschaft findet nirgends statt - sonst hätte sie längst zu unglaublichen Verwerfungen geführt (Finanzkrise). Der Umstand, dass eine Mehrheit der Gesellschaft (weltweit gesehen) sich täglich fragen muss, wie sie über die Runden kommt, ist ihr eigentlich unwürdig. Das enorme kreative Potential das damit vergeudet wird, kann man gar nicht in Zahlen aufrechnen. CHF 2'500.-- pro Monat ist genug, um irgendwie über die Runden zu kommen, aber zu wenig um wirklich angenehm zu leben. Die Mehrheit würde sich wohl etwas dazu verdienen wollen. Auf der anderen Seite könnten wir uns kostspielige Aufgaben wie Sozialhilfe, Arbeitslosenkasse, AHV? und sämtliche Subventionen sparen, die nur unnötige Bürokratiekosten verursachen, welche die Befindlichkeit der Betroffenen aber nicht wirklich verbessern. Einen weiteren Vorteil sehe ich in der Fronarbeit, die wieder aufblühen könnte, da der Druck wegfällt, sich den Mindestlebensstandart verdienen zu müssen. Es ist auf jeden Fall ein Experiment, dass man mit realen Simulationen auf die Machbarkeit prüfen sollte. Unter dem Strich stehen den Kosten wesentliche Verbesserungen im Umgang mit allen Menschen gegenüber - das ist es doch eigentlich wert. Vielleicht wäre es sogar ein Exportschlager, den die Schweiz in andere Länder tragen könnte. Let's try it...

  7. KaspAirLi

    am 23.03.2012, 13:50

    Jedes Jahr werden Umfragen veröffentlicht, in denen die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatz als grösste Sorge der Schweizer Bevölkerung ermittelt wird. Ich zweifle an der Exaktheit dieser Formulierung und behaupte: Es ist der Verlust des lebenserhaltenden Einkommen, der die grössten Ängste verursacht. Mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen wäre eine der grössten Ängste der Gesellschaft gelöst. Stellen sie sich diesen Vorschritt des Gemeinwohls vor. Allein diese Woche lesen wir in der... ... mehrJedes Jahr werden Umfragen veröffentlicht, in denen die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatz als grösste Sorge der Schweizer Bevölkerung ermittelt wird. Ich zweifle an der Exaktheit dieser Formulierung und behaupte: Es ist der Verlust des lebenserhaltenden Einkommen, der die grössten Ängste verursacht. Mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen wäre eine der grössten Ängste der Gesellschaft gelöst. Stellen sie sich diesen Vorschritt des Gemeinwohls vor. Allein diese Woche lesen wir in der Zeitung von über hundert gestrichenen Stellen. Die Zukunft wir den Luxus Vollzeitstelle für alle nicht mehr bieten können. Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte macht Arbeitskraft zunehmend überflüssig. Dass heisst aber nicht, dass die Existenz des einzelnen Menschen in Frage gestellt werden muss. Wir dürfen umdenken! Das Bedingungslose Grundeinkommen kann durchaus auch eine Chance für die serbelnde Wirtschaft sein. Mit Sicherheit wird Geld das im Umlauf ist auch ausgegeben.

  8. richardjones

    am 23.03.2012, 14:24

    1. Etwas gewöhnungsbedürftig, von Herrn Mörgeli als "nicht real existierenden" Menschen bezeichnet zu werden. Aber mit dem SVP-Hintergrund scheint es tatsächlich so zu sein, dass Dinge, die die SVP nicht kennt, nicht zu existieren scheinen
    2. "als das vorgesehene Grundeinkommen verdienen, dieses aber zusätzlich erhalten würden" – ich dachte eigentlich, das Grundeinkommen werde Teil des Einkommens, nicht zusätzlich ausbezahlt...

  9. A S

    am 23.03.2012, 15:13

    Ich befürchte nur, dass, wenn der Markt nach Einführung eines Grundeinkommens weiterhin auf die heutige Art "frei spielt" oder gar noch mehr liberalisiert wird, sich die Situation so einpendeln würde, dass Chancenungleichheit und Existenzangst im heutigen Ausmass oder noch verschärft weiterbestehen würden. Ich bin nicht gegen das Grundeinkommen, aber man sollte es sich bei der Umsetzung dieser Idee nicht zu einfach machen.
    Probleme sehe ich vor allem bei der Erhöhung der MWSt sowie dem... ... mehrIch befürchte nur, dass, wenn der Markt nach Einführung eines Grundeinkommens weiterhin auf die heutige Art "frei spielt" oder gar noch mehr liberalisiert wird, sich die Situation so einpendeln würde, dass Chancenungleichheit und Existenzangst im heutigen Ausmass oder noch verschärft weiterbestehen würden. Ich bin nicht gegen das Grundeinkommen, aber man sollte es sich bei der Umsetzung dieser Idee nicht zu einfach machen.
    Probleme sehe ich vor allem bei der Erhöhung der MWSt sowie dem Abbau der Sozialleistungen zur Finanzierung des Grundeinkommens, welches damit Gefahr läuft, nach kurzer Zeit nur mehr ein Sackgeld zu sein.

  10. Verifiziert

    Philippe Wampfler

    am 23.03.2012, 16:45

    Arbeit wird heute nicht nach Angebot und Nachfrage strukturiert. Als Beispiel kann man das Gesundheitswesen nehmen - vielleicht kennt sich ein Medizinhistoriker auch mit aktuellen Entwicklungen aus. Ärzte sind einer enorm hohen Arbeitsbelastung und einem riesigen Druck ausgesetzt, gerade in der Ausbildung. Es gibt aber notorisch zu wenig Ärzte, weshalb sie aus Deutschland »importiert« werden. Würde die Nachfrage bestimmen, müssten Ärzte viel bessere Arbeitsbedingungen und viel mehr Lohn... ... mehrArbeit wird heute nicht nach Angebot und Nachfrage strukturiert. Als Beispiel kann man das Gesundheitswesen nehmen - vielleicht kennt sich ein Medizinhistoriker auch mit aktuellen Entwicklungen aus. Ärzte sind einer enorm hohen Arbeitsbelastung und einem riesigen Druck ausgesetzt, gerade in der Ausbildung. Es gibt aber notorisch zu wenig Ärzte, weshalb sie aus Deutschland »importiert« werden. Würde die Nachfrage bestimmen, müssten Ärzte viel bessere Arbeitsbedingungen und viel mehr Lohn erhalten, als das heute der Fall ist.
    Viel zentraler sind aber die weniger angesehen Berufe im Gesundheitswesen. Auch das Pflegepersonal ist überdurchschnittlich hohen Belastungen ausgesetzt - zudem gibt es zu wenig von diesem Personal, obwohl es dringend benötigt wird, auch in Alters- und Pflegeheimen.
    Anders sieht es bei Banken aus: Die Arbeit, die dort verrichtet wird, können sehr viele Menschen machen, gleichwohl ist sie viel zu gut bezahlt.
    Das ist nur ein Baustein in einer insgesamt nicht stimmigen Argumentation. Herr Mörgeli ist auch sehr kurzsichtig in Bezug auf die Veränderungen, die ein BGE auslösen würde: Natürlich würden die hohen Löhne genau um das BGE sinken, die tiefen Löhne hingegen steigen, weil - wie richtig festgestellt wird - niemand mehr minderwertige Arbeit und tiefen Löhnen verrichten will. Und das wäre gut so.

  11. Inaktiver Nutzer

    am 23.03.2012, 19:57

    ...sind nur Beigemüse und sind veränderlich. Das Ganze ist eine philosophische Betrachtung. Nämlich, ob wir so weiter machen wollen wie bisher, oder bereit sind, etwas zu ändern. Dazu gehört aus meiner Sicht auch die Tatsache, dass sich immer mehr junge "Homo oeconomicus" das Leben nehmen. Das Leben ist nicht nur schwarz-weiss. Ich danke Menschen wie Daniel Häni, die noch in der Lage sind, auch die Farben zu sehen und versuchen, dafür etwas zu tun.

  12. wellenrot

    am 23.03.2012, 21:57

    Lieber Herr Mörgeli

    Sie sind doch generell ein logisch argumentierender Mensch. Beim Contra BGE bleibt Ihre Logik indes gründlich auf der Strecke und ich frage mich, ob Sie den Contrapart aus redaktionellen Gründen übernommen haben. Schon beim Argumentations-Start mit den „Grundsäulen“ des „einzigen“ erfolgreichen Marktmodells regiert der Glaube und die Illusion. Privateigentum an Grund und Boden macht doch den Grossteil der Menschen erst existenzunfähig. Zu Beginn der industriellen... ... mehrLieber Herr Mörgeli

    Sie sind doch generell ein logisch argumentierender Mensch. Beim Contra BGE bleibt Ihre Logik indes gründlich auf der Strecke und ich frage mich, ob Sie den Contrapart aus redaktionellen Gründen übernommen haben. Schon beim Argumentations-Start mit den „Grundsäulen“ des „einzigen“ erfolgreichen Marktmodells regiert der Glaube und die Illusion. Privateigentum an Grund und Boden macht doch den Grossteil der Menschen erst existenzunfähig. Zu Beginn der industriellen Revolution in England mussten die Bauern dazu gezwungen werden, ihre landwirtschaftlichen Betriebe und ihre natürliche Existenzgrundlage zu verlassen, um in den neu aufkommenden Manufakturen eintönige, ungesunde und schlecht bezahlte Arbeit zu übernehmen. Man hat dies auch dadurch erreicht, dass man die Bauern eines Delikts anklagte, sie ins Gefängnis steckte, den Hof konfiszierte und sie dann der Industrie zuführte.
    Die Geschichte des Abendlandes ist eine einzige Enteignuns- Eroberungs- und Diebstahlsgeschichte. Afrika wurde als Rohstoffquelle ausgebeutet, die einheimische Bevölkerung versklavt und in Bürgerkriege gestürzt. Ihre Vorbilder aus der Grossindustrie und dem Adel (z.B. König Leopold) gingen dabei nicht zimperlich um und liessen den Sklaven, die nicht genug Gummi ernteten, die Hände abhacken. Dabei spielte auch der Drogenhandel für die europäischen Nationen, allen voran England, eine grosse Rolle (Opiumkrieg). Einen freien Markt hat es noch niemals nirgends auf der Welt gegeben. Immer haben sich die Besitzenden ihre Vorteile gesichert, ob mit Tricks oder nackter Gewalt. Heute werden ja schon Kriege entfesselt, weil man denkt, ein Land könnte evtl. dies oder jenes tun...
    Ein freier Markt heisst nichts anderes als dass Produzenten und Konsumenten sich treffen und frei handeln können. Dieser freie Tausch findet nur auf dem Papier statt. In Wirklichkeit machen Züfte, ungleiche Zölle, Ein/Ausfuhrbestimmungen, Export- und Importverbote, staatliche Zuschüsse, Vergünstigungen und Garantien diese „freie Marktwirtschaft“ zur Illusion.
    Würde man den afrikanischen Nationen nicht mit Hilfe korrumpierter Regierungen ihre Rohstoffe stehlen und ihnen im Gegenzug Waffen für den Machterhalt dieser Regierungen liefern, müsste sich keiner auf den Weg in die reiche Schweiz machen. Jeder könnte dann meschenwürdig in seiner Heimat leben und niemand müsste Ihnen ein Alibi für Ihre kleinkarrierte Fremdenhatz liefern.
    Es gibt eben sehr wohl böse Menschen, die leider sehr viel Macht haben und trotzdem den Hals nie voll bekommen. Menschen, die eine krankhafte Sucht nach noch mehr Milliarden haben und alles niederreissen, was ihnen in den Weg kommt.
    Wie sagte Alfred Rasser doch in“sie chömed em sächsi...“:
    „Es gab einmal eine Stadt und in dieser Stadt gab es eine Regierung. Und diese Regierung
    wollte einen hohen Turm bauen, höher als der Münsterturm, noch höher als der Eifelturm,
    noch höher als der höchste Wolkenkratzer in Amerika.
    Und am Anfang ging auch alles gut. Sie haben gebaut und gebaut und gebaut und gebaut.
    ...
    haben gar nichts
    mehr denken müssen, sie haben nur noch bauen und eindecken müssen von 6.00 Uhr bis 14.00 Uhr, von 14.00 Uhr bis 22.00 Uhr, von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr und je höher sie gebaut haben, desto kälter wurde es und desto unheimlicher wurde es. Und weil sie nicht mehr denken konnten, wussten sie plötzlich nicht mehr, warum sie überhaupt bauten. Einer sagte dies und der andere sagte das und einer sagte hüpp und der andere hopp und plötzlich ging es zu wie in einem Irrenhaus. Und alles, was sie aufgebaut hatten, schlugen sie wieder
    zusammen, kreuz und quer und links und rechts und oben und unten bis alles zerschlagen
    und zusammengeborchen und tot war und der Winter gekommen war und alles zugedeckt
    hatte, und man alles vergessen hatte – und man alles vergessen hatte.“
    Ich glaube, dass Sie Herr Mörglei ebenfalls Tatsachen vergessen. Die Tatsache ist die, dass viele Menschen in einer automatisierten, roboterisierten Welt einfach nicht mehr arbeiten können und auch nicht mehr arbeiten sollten. Wir produzieren sonst nicht nur ziviel für den Müll sondern grundsätzlich zuviel Müll. Statt die Lebensarbeitszeit zu verkürzen, setzt man das Pensionsalter hinauf, statt die Arbeitszeit zu verkürzen und die Ferienzeit zu erhöhen erfindet man bestenfalls nutzlose Arbeiten, in Realität aber wird die Kriegs- und Ueberwachungs-Industrie aufgebläht, stellt man Millionen von Menschen in Kriegsarbeit, macht ganze Länder dem Erdboden gleich (z.B. Libyen, Irak, Afghanistan), um sie nachher wieder nach unseren Bedürfnissen aufzubauen. „Zerstören erhält die Arbeitsmoral“.

    Davon haben viele Menschen genug, Herr Mörgeli. Gerade weil es keinen freien Markt gibt muss der Lohn“Abhängigkeit“ ein Riegel geschoben werden. Ein Grundeinkommen ändert nichts an der Lust der Menschen auf mehr als die reine Existenzsicherung. Aber es würde jedem die Schmach ersparen, für seine Existenz zum Bettler und Sklaven zu werden. Ich wünsche der verlogenen „wer will, der kann“-Doktrin ein baldiges Ende und dem Grundeinkommen und dem damit einhergehenden Bewusstseinsprozess viel Erfolg!




  13. roady43

    am 24.03.2012, 02:07

    Wenn man sieht mit welchen Beträgen Banken, ja ganze Volkswirtschaften gerettet werden können, muss es schon verwundern, warum ein Grundeinkommen nicht finanzierbar sein soll. Die Finanzierung von Subventionen, Kultur/Kunst, Landwirtschaft, geistigem Eigentum, Urheberrechts- und Copyrights-Ansprüchen aber auch von Arbeitslosigkeit, Ausgesteuerten etc. werden massiv entschärft. Das bedingungslose Grundeinkommen ermöglicht die Förderung und Finanzierung von Erziehenden, Hausmännern und... ... mehrWenn man sieht mit welchen Beträgen Banken, ja ganze Volkswirtschaften gerettet werden können, muss es schon verwundern, warum ein Grundeinkommen nicht finanzierbar sein soll. Die Finanzierung von Subventionen, Kultur/Kunst, Landwirtschaft, geistigem Eigentum, Urheberrechts- und Copyrights-Ansprüchen aber auch von Arbeitslosigkeit, Ausgesteuerten etc. werden massiv entschärft. Das bedingungslose Grundeinkommen ermöglicht die Förderung und Finanzierung von Erziehenden, Hausmännern und -frauen, ehrenamtlicher Arbeit und unentgeltlicher Betreuung und Pflege (z.B. von Angehörigen, im sozialen oder kirchlichen Bereich). Ja zu mehr Gerechtigkeit und Selbstverantwortung, zu mehr Kultur in allen Bereichen und weniger dogmatischen Zwangsvorstellungen ("Vollbeschäftigung") und weniger Ängsten (vor Anarchie und Schmarotzertum). Mehr Mut und Ehrlichkeit für neue Lösungsansätze!

  14. Maya Eldorado

    am 24.03.2012, 09:32

    Ich beschäftige mich schon längere Zeit mit dem Grundeinkommen.
    In diesem Zusammenhang habe ich gelesesen, dass nicht mehr der Mensch besteuert werden soll, sondern nur noch die Arbeit, also keine Einkommenssteuer mehr, sondern nur noch Mehrwertsteuer. Ich finde das eigentlich sinnvoller. Könnten Sie noch etwas dazu sagen?

    Noch etwas zum Lohn: Sie beschreiben da, dass vom ursprünglichen Lohn, einfach die 2500 Fr. abgezogen werden. Für Working poor und eigentlich für alle Tieflöhne ist das... ... mehrIch beschäftige mich schon längere Zeit mit dem Grundeinkommen.
    In diesem Zusammenhang habe ich gelesesen, dass nicht mehr der Mensch besteuert werden soll, sondern nur noch die Arbeit, also keine Einkommenssteuer mehr, sondern nur noch Mehrwertsteuer. Ich finde das eigentlich sinnvoller. Könnten Sie noch etwas dazu sagen?

    Noch etwas zum Lohn: Sie beschreiben da, dass vom ursprünglichen Lohn, einfach die 2500 Fr. abgezogen werden. Für Working poor und eigentlich für alle Tieflöhne ist das aber demotivierend. Wenn jemand mit Teilzeit, z.B. alleinerziehende Mutter, weniger als die 2500 Fr. verdient, bekommt sie so für ihre Arbeit eigtentlich gar kein zusätzliches Geld. Deshalb finde ich, dass das Grundeinkommen nicht in Verbindung zum Lohn gebracht werden soll, also das Grundeinkommen nicht vom Lohn abgezogen werden soll, sondern der Lohn unabhängig vom Grundeinkommen festgelegt werden soll. Sollte das Grundeinkommen Realität werden, wird im Lohnbereich sowieso einiges in Bewegung kommen. Es wäre auch möglich, dass sich sonst einiges entflechten könnte. Mindestlöhne festzusetzen, verlieren so ihre Bedeutung, weil so auch mit kleinem Einkommen ein genügendes Auskommen erziehlt werden könnte. Die Trennung von bezahlter Arbeit und Gratisarbeit würde nicht mehr diese Bedeutung haben. Auch dort würde dann sicher einiges in Bewegung kommen.

  15. Hans Gerber5

    am 24.03.2012, 09:33

    Toent gut in der Theorie, aber neu ist das nicht. Überall wo man es ausprobiert hat, zb in Brasiliens Favelas oder in Lybien, endete es in einem Desaster. Klar, die kreativen Leute werden immer etwas zu machen wissen - aber die Mehrheit ist nicht wirklich kreativ und die werden verslumen.

  16. Andreas Wyss

    am 24.03.2012, 12:06

    Zugegeben, die politischen Positionen von Christoph Mörgeli stehen diametral zu meinen und doch mag ich seine Texte und seine Aussagen. Nun, bei den meisten nationalkonservativen Vertreter und Vertreterinnen kann die bedinungslose Ideologietreue nur zwischen den Zeilen gelesen werden. Christoph Mörgeli versucht seine ideologische Ausrichtung nicht zu verschleiern, er hat sich ein klares Bild von Welt konstruiert das er wohl auch nicht so schnell wieder aufgeben möchte. Zeitweise kann etwas... ... mehrZugegeben, die politischen Positionen von Christoph Mörgeli stehen diametral zu meinen und doch mag ich seine Texte und seine Aussagen. Nun, bei den meisten nationalkonservativen Vertreter und Vertreterinnen kann die bedinungslose Ideologietreue nur zwischen den Zeilen gelesen werden. Christoph Mörgeli versucht seine ideologische Ausrichtung nicht zu verschleiern, er hat sich ein klares Bild von Welt konstruiert das er wohl auch nicht so schnell wieder aufgeben möchte. Zeitweise kann etwas wie Mitleid aufkommen, wenn man sieht, wie er entgegen vieler Tatsachen auf seinem Standpunkt bleibt. Er bleibt ein spannender Widersacher wenn es um die ideologiegeleitete Zurückweisung des bedinungslosen Grundeinkommens geht. Ein Lehrstück über die Politik und dass es in und mit ihr nicht so sehr um Tatsachen, sondern vielmehr um Meinungen, Werte und Ideologien geht. Meine Werte sind ebenso gesetzt: Solidariät und Gerechtigkeit - für mich ein Grund für das bedingungslose Grundeinkommen - wenn auch in einer anderen Form als Daniel Häni es fordert.

  17. Winfried Merkel

    am 24.03.2012, 12:12

    Ein BGE ermöglicht die Selbstbestimmung fast auf Augenhöhe mit denjenigen, die sich im Moment leistungslos - durch das Schuldgeldsystems - an der Mehrheit bereichern.
    Die Folgen dieses jetzigen Schuldgeldsystems: Etwa die Hälfte unserer Einkommen zahlen wir direkt oder indirekt für Zinsen. Die Zinsanteile von Waren- und Dienstleistungspreisen von ca. 40 % (Immobilien und Mieten über 70 %) sind für die WENIGEN REICHEN ein Grundeinkommen. Durch Zins und Zinseszins werden sie anstrengungslos... ... mehrEin BGE ermöglicht die Selbstbestimmung fast auf Augenhöhe mit denjenigen, die sich im Moment leistungslos - durch das Schuldgeldsystems - an der Mehrheit bereichern.
    Die Folgen dieses jetzigen Schuldgeldsystems: Etwa die Hälfte unserer Einkommen zahlen wir direkt oder indirekt für Zinsen. Die Zinsanteile von Waren- und Dienstleistungspreisen von ca. 40 % (Immobilien und Mieten über 70 %) sind für die WENIGEN REICHEN ein Grundeinkommen. Durch Zins und Zinseszins werden sie anstrengungslos immer reicher, die GROSSE MEHRHEIT immer ärmer. Nur wer durch Zinserträge mehr Einkommen als durch Arbeit erzielt, ist Gewinner des Systems.
    Henry Ford: „Würden die Menschen verstehen, wie unser Bank- und Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution — und zwar schon vor morgen früh.“
    Mit einem Geldsystem ohne Zins würde sich die Kaufkraft verdoppeln, mit dem BGE würde die Gerechtigkeit gestärkt.
    Herr Nörgeli ist Unterstützer des nicht funktionierenden neoliberalen Paradigmas (M. Fridman), das zu systemischen Krisen führt und nachhaltiges Wirtschaften nicht ermöglicht.
    Wir brauchen ein BGE und ein gerechtes Geldsystem, um Demokratie zu ermöglichen
    www.lust-auf-neues-geld.de

  18. Jürg P Weiss

    am 24.03.2012, 17:37

    Haben wir nicht schon genug Schmarotzer ? Als ehemaliger Arbeiter der jeden Franken erarbeiten musste geht mir, bei einer solchen Idee, das Militärmesser im Sack auf und zu. Jürg Weiss


  19. Nein danke

    am 24.03.2012, 21:34

    CHF 2'500.- sind viel zu viel. Sozialhilfeerprobte, gemässigte Singles kommen mit 1'400 - 1'800 im Monat aus. Gehört halt dazu, dass man auf Luxuswohnung und täglichen Ausgang verzichtet.

  20. erich rohrer

    am 24.03.2012, 22:06

    Grundeinkommen ja, wenn es sich auf einem sozialen, kulturtauglichem Niveau bewegt. Fr. 2500.-- im Monat würde nicht mal genügen wenn ich auf einem Campingplatz, im Zelt wohnen würde.

  21. René Reinhard

    am 24.03.2012, 22:59

    Ich kann Ihren Ärger nachvollziehen. Schmarotzer, Schnorrer und Nassauer en mass! Auch mich packte, und packt noch immer, ab und zu die kalte Wut.
    Etwa wenn ich an die «Rettung» der USB in Jahre 2008 zurück denke, nach der der ehemalige Bundesrat Kaspar Villiger sagte, dass ohne Bundeshilfe die Bank riskiert hätte unterzugehen. Nicht schlecht, diese Abzocke. Aber auch andere Nutzniesser können einem die Zornesröte ins Gesicht treiben. Etwa die Schweizer Bauern. Denn höchstwahrscheinlich... ... mehrIch kann Ihren Ärger nachvollziehen. Schmarotzer, Schnorrer und Nassauer en mass! Auch mich packte, und packt noch immer, ab und zu die kalte Wut.
    Etwa wenn ich an die «Rettung» der USB in Jahre 2008 zurück denke, nach der der ehemalige Bundesrat Kaspar Villiger sagte, dass ohne Bundeshilfe die Bank riskiert hätte unterzugehen. Nicht schlecht, diese Abzocke. Aber auch andere Nutzniesser können einem die Zornesröte ins Gesicht treiben. Etwa die Schweizer Bauern. Denn höchstwahrscheinlich profitiert niemand so stark von staatlicher Unterstützung wie sie. Richtig, bei all den Machenschaften kann einem schon Übel werden, auch ohne dass einem dabei noch das Militärmesser im Sack auf und zu geht. Ich verstehe Sie. Mit freundlichem Gruss.

  22. wg

    am 25.03.2012, 00:17

    Ich muss mich präzisieren : wer als Unternehmer/Unabhängiger Millionen realisiert, wird von mir nicht a priori als "Schmarotzer" denunziert - im Gegenteil, gerade solche zeichnen sich oft als Mäzene aus.
    Aber wenn ein angestellter z.B. Bank-Direktor Millionen abrahmt, dann hat er dafür nicht mehr geleistet als z.B. ein Strassenwischer - beide verrichten die ihren Fähigkeiten/Neigungen gemässe Arbeit zum Funktionieren des Gemeinwesens.

  23. Roger Bieri

    am 25.03.2012, 11:58

    Was verstehen sie unter nichts Produktives? Ich kenne niemand der wenn er genug Geld hat, nichts tut. Ich kenne nur Menschen die nichts tun, weil sie kein oder zu wenig Geld haben. Vielmehr geht es doch um die schlecht bezahlte Drecksarbeit. Sie haben doch bloss Angst davor, diese Arbeit dereinst selbst ausführen zu müssen. Mit einem BGE wäre niemand mehr so ohne weiteres käuflich. Davor muss sich nur jemand fürchten der unverschämt reich ist. Also geht es ihnen dabei wirklich um... ... mehrWas verstehen sie unter nichts Produktives? Ich kenne niemand der wenn er genug Geld hat, nichts tut. Ich kenne nur Menschen die nichts tun, weil sie kein oder zu wenig Geld haben. Vielmehr geht es doch um die schlecht bezahlte Drecksarbeit. Sie haben doch bloss Angst davor, diese Arbeit dereinst selbst ausführen zu müssen. Mit einem BGE wäre niemand mehr so ohne weiteres käuflich. Davor muss sich nur jemand fürchten der unverschämt reich ist. Also geht es ihnen dabei wirklich um Produktivität? Oder geht es mehr um Profit? Stellen Sie sich vor man müsste einer Reinigungskraft gleichviel bezahlen wie einem Personalchef. Dann lohnt sich die Reinigung nicht mehr. Ausser man würde Menschen finden, die es nicht für Geld, sondern der Sauberkeit wegen tun. Da Sie offensichtlich niemals etwas ohne Gegenleistung getan haben, glaube ich ohne zu zögern, dass Sie denken, das niemand mehr etwas Produktives machen würde. Zum Glück sind wir nicht alle wie Sie.

  24. Alain Wolf

    am 25.03.2012, 15:46

    BGE mit Sozialismus zu Vergleichen hinkt, wie Mörgeli richtig sagt. Aber er hat seine Schulbildung ebenfalls vom Staat geschenkt bekommen, ohne das heute deshalb noch jemand vor der roten Gefahr schreit. So kam er zu einer beruflichen Position, die es ihm erlaubt sich nebenbei für sein Land und seine Ideale politisch zu engagieren. Dies tut er wahrscheinlich aus Überzeugung und nicht wegen des Geldes.
    Damit widerlegt er seine Befürchtung, das Volk würde in den Dämmerschlaf fallen gleich... ... mehrBGE mit Sozialismus zu Vergleichen hinkt, wie Mörgeli richtig sagt. Aber er hat seine Schulbildung ebenfalls vom Staat geschenkt bekommen, ohne das heute deshalb noch jemand vor der roten Gefahr schreit. So kam er zu einer beruflichen Position, die es ihm erlaubt sich nebenbei für sein Land und seine Ideale politisch zu engagieren. Dies tut er wahrscheinlich aus Überzeugung und nicht wegen des Geldes.
    Damit widerlegt er seine Befürchtung, das Volk würde in den Dämmerschlaf fallen gleich selber. Sein politischer Kampf ist sicherlich auch für ihn manchmal Mühsal, aber auch oft Segen, Erfüllung und Menschenwürde.
    Der Widerstand der Köppels und Mörgelis überrascht mich, da sie aus Sicht von Wirtschaft und Arbeitgeber, sowie weiterer Regulierungs- und Staatsgeplagter, viele mögliche Vorteile einer BGE-Einführung verbauen:
    * Massive Verkleinerung der Sozialindustrie, weniger Staat
    * Weniger Rechtskosten (Bsp. Versicherungsgerichte, Rekurse etc.)
    * Hinfälligkeit und Abschaffung von unzähligen Regulierungen und Gesetzen
    * Weniger Sozialgaben für Betriebe, Transparentere Kosten, einfachere Planung und Budgetierung
    * Weniger Bürokratie, einfachere Administration, einfachere Abrechnung, weniger Kontrollen, höhere Produktivität
    * Massiv tiefere Personalkosten, günstiger Produktionsstandort, internationaler Wettbewerbsvorteil
    * Super-flexibler Arbeitsmarkt, weniger Arbeitslosigkeit (Arbeitslosigkeit wird sowieso irrelevant)
    * Betriebsschliessungen ohne Sozialpläne oder ähnlichen Kosten.
    * Gesteigertes Konsumverhalten, mehr Geld, mehr Freizeit.
    Und last but not least: Keine AHV- und sonstige Revisionen mehr. Der, aus demographischen und anderen Gründen, nicht mehr einzuhaltenden Generationen-Vertrag zwischen Jung und Alt durch eine Echtzeit-Finanzierung ersetzt, welche flexibel auf die aktuelle Konjunktur- und Wirtschaftslage reagiert.

  25. Inaktiver Nutzer

    am 25.03.2012, 16:03

    und das wäre bei uns auch das bessere Rezept - Minmum CHF 3500 oder 4000.00! Dies würde auch als Konjunkturspritze wirken, und es würde verhindern, dass in gewissen Bereichen Lohndumping stattfindet, sodass die Arbeitnehmer zusätzlich Sozialgeld beantragen müssen! Es würde entsprechend die Sozialämter entlasten, und mehr Steuereinnahme würden generiert!

  26. David Thamm

    am 25.03.2012, 20:14

    Ich möchte Ihnen gern noch ein Buch zur Finanzwirtschaft empfehlen.
    Es nennt sich "Die Vollgeld-Reform" und erschien im "Synergia Verlag".
    Die 74 Seiten sind schnell gelesen und erklären in fundierter Art den Lösungsansatz für das Staats - Finanz - und Bankenorbit - Desaster.
    Autoren : Hans Christoph Binswanger, Joseph Huber und Philippe Mastronardi. Würde mich interessieren, was Sie dazu denken.
    Mit freundlichen Grüssen David Thamm

  27. lileo gerb

    am 25.03.2012, 20:39

    Denken sie wirklich mit einem Grundeinkommen von CHF 2`500.- liessen sich Luxuswohnung und täglichen Ausgang finanzieren? Können sie mir verraten wo sie leben? Denn da möchte ich auch gerne hin! Ich verdiene knapp CHF 2`200.-monatlich und komme damit kaum über die Runden! Nebst Rechnungen bleiben in etwa CHF 700.- zum leben. Diese Summe ermöglicht einem nicht gerade grosse Sprünge, wenn man zur Arbeit pendeln muss und sich auswärtig verpflegt.. Ich bin studierende und will mich nicht... ... mehrDenken sie wirklich mit einem Grundeinkommen von CHF 2`500.- liessen sich Luxuswohnung und täglichen Ausgang finanzieren? Können sie mir verraten wo sie leben? Denn da möchte ich auch gerne hin! Ich verdiene knapp CHF 2`200.-monatlich und komme damit kaum über die Runden! Nebst Rechnungen bleiben in etwa CHF 700.- zum leben. Diese Summe ermöglicht einem nicht gerade grosse Sprünge, wenn man zur Arbeit pendeln muss und sich auswärtig verpflegt.. Ich bin studierende und will mich nicht beschweren, denn ich habe diesen Weg selbst gewählt, aber ich habe das durchkalkuliert mit Ihrem Vorschlag von 1`400 würde man nicht einmal klar kommen wenn man in einer WG wohnt.

  28. Maya Eldorado

    am 26.03.2012, 02:02

    Eine wirklich echte Demokratie muss von unten kommen. Wir wehrten uns ja in die EU einzutreten, wegen dem Zentralismus. Ich habe aber den Eindruck, dass der Zentralismus auch in unserem Land immer mehr zunimmt. Der Staat bläht sich immer mehr auf. Mit dem Grundeinkommen können wir vieles davon wieder in die eigenen Hände nehmen.

    Ich denke da wird noch viel mehr Geld generiert, sollte das Grundeinkommen Realität werden:
    Die Arbeitslosigkeit in unserem Land ist viel höher, als offiziell... ... mehrEine wirklich echte Demokratie muss von unten kommen. Wir wehrten uns ja in die EU einzutreten, wegen dem Zentralismus. Ich habe aber den Eindruck, dass der Zentralismus auch in unserem Land immer mehr zunimmt. Der Staat bläht sich immer mehr auf. Mit dem Grundeinkommen können wir vieles davon wieder in die eigenen Hände nehmen.

    Ich denke da wird noch viel mehr Geld generiert, sollte das Grundeinkommen Realität werden:
    Die Arbeitslosigkeit in unserem Land ist viel höher, als offiziell angegeben. So Statistiken haben es in sich, die kann man biegen, bis sie einem gefallen.
    Alle die Arbeitslosen, die einen längeren Kurs besuchen oder in einem Arbeitsprogramm sind kommen in der Statistik nicht vor. Diese Arbeitsprogramme kosten ein Vielfaches mehr, als die Arbeitslosen dort erwirtschaften. Dieses Kurs- und Programmwesen würde bestimmt massiv einbrechen.
    Das Gleiche gilt für die Sozialhilfebezüger.
    Auch die Ausgleichszahlungen an die Bauern werden massiv einbrechen, wenn nicht gar ganz verschwinden.
    Schüler Studenten und Lehrlinge brauchen keine Stipendien mehr.
    Bei Scheidungen wird das eine grosse Entlastung bringen, weil es gibt für die scheidenden Eltern keinen Grund mehr um Kinderalimente zu streiten. Auch die beiden Elternteile haben je ihr eigenes Grundeinkommen. Das wird bei vielen Scheidungen eine grosse Entlastung geben.
    Ich denke die IV wird nicht ganz wegfallen, aber immerhin zu einem grossen Teil. Ich denke, dass die köperlich Behinderten noch Zuschüsse brauchen werden, wenn ihre Arbeitsplätze speziell hergerichtet sein müsssen und für die zusätzliche Hilfe zuhause, wie auch die geistig Behinderten, die lebenslänglich betreut werden müssen.
    Arbeitsplätze müssen nicht mehr generell kontrolliert werden, wegen Lohndumping und anderem, weil wir ja dann die Freiheit haben zu gehen, wenn es unerträglich ist.
    Kultur muss nur noch am Rande unterstützt werden, weil die Menschen viel mehr Spielraum haben werden.
    usw.
    Also, unser aufgeblähter Staat, wird eine ganz schöne Schlankheitskur durchmachen müssen. Das wird schmerzen.
    Deshalb vermute ich, dass der Bundesrat diese Vorlage sehr wahrscheinlich zur Ablehnung empfehlen wird, auch deshalb weil das Grundeinkommen eine rechte Bedrohung sein wird, und vieles was vom Staat kommt in Frage gestellt wird.

    Es ist doch nur richtig, dass nicht nur Gutbetuchte sich ein Sabbatjahr nehmen können, wenn sie erschöpft sind, sondern auch die, die bis jetzt das nötige Geld nicht haben und oft lange warten müssen bis sie es von der IV zugesprochen bekommen oder eben nicht. Der Betroffene selbst, weiss nämlich am besten, wenn er nicht mehr kann.

    Ergreifen wir lieber die Initiative, bevor das egoistische Wirtschaftssystem mit dem maroden Geldsystem sich selbst erwürgt. Wenn es dann soweit ist, und es wird kommen, haben wir schon etwas in der Hand.

  29. wg

    am 26.03.2012, 03:48

    Das Zwischenresultat der Abstimmung, JA 90 / NEIN 10, ist interessant, zugleich hinterfragenswürdig : Die Mehrheit der sich den Luxus die TagesWoche leisten und lesen Wollen=/Können=der dürfte deutlich über das Auskommens-Minimum von 3'500 p.M. hinaus gehend verfügen. Diese wenigen Elitären stimmen JA, weil ihre Arbeit sie befriedigt, sie sie tun wollen. Aber wie steht es mit jener Mehrheit zwischen den 90 und 10, also 80%, die sich nicht äussert, und die bei einer Abstimmung NEIN votieren... ... mehrDas Zwischenresultat der Abstimmung, JA 90 / NEIN 10, ist interessant, zugleich hinterfragenswürdig : Die Mehrheit der sich den Luxus die TagesWoche leisten und lesen Wollen=/Können=der dürfte deutlich über das Auskommens-Minimum von 3'500 p.M. hinaus gehend verfügen. Diese wenigen Elitären stimmen JA, weil ihre Arbeit sie befriedigt, sie sie tun wollen. Aber wie steht es mit jener Mehrheit zwischen den 90 und 10, also 80%, die sich nicht äussert, und die bei einer Abstimmung NEIN votieren wird, aus irrationalem Frust heraus, so wie hier bisher dargebracht ...?

  30. Hans Gerber5

    am 26.03.2012, 16:41

    Von dem Moment an, wo das Grundeinkommen Realität wird, höre ich auf zu arbeiten. Mit der Freundin zusammen werden wir CHF 5000.-- zur Verfügung haben. Damit kommen wir heute schon durch - und zwar nicht schlecht. Wir geniessen dann 1-2 Jahre das Leben, danach müssen wir wieder arbeiten. Arbeiten tun wir natürlich nicht freiwillig, sondern aus der Not: Da es viele uns gleichtun wird das Geld an Wert verlieren und in eine Hyperinflation ausarten...

  31. Piet Westdijk

    am 27.03.2012, 17:21

    Ein bedingungsloses Einkommen würde die ganze Welt der Sozialhilfe, der regionalen Arbeitsvermittlung, der Taggeldversicherungen, der IV, der EL (Ergänzungsleistungen) und vieler Versicherungspseudoärzten, die zwischen Krankheiten und Simulation unterscheiden müssen, erschüttern, was soooo gut wäre, weil diese Welt wirklich "scheisse" ist.

  32. Martin von Arx

    am 27.03.2012, 21:23

    Mit 2500 Franken macht man in der Schweiz keine grossen Sprünge. Jedoch lässt es sich mit 2500 Franken in vielen Länder angenehm leben. Vielleicht würden dann die Schweizer selbst, zum wichtigsten Export gut werden. Ich würde liebend gerne Perlhuhn-Züchter in Griechenland werden.

  33. Verifiziert

    Karl Linder

    am 27.03.2012, 23:53

    Genauso wie günstigere Steuern hier eine Steuerung darstellen (vermögende Ausländer gelangen hierher), so ist auch das Lohnniveau eine Grundlage im Arbeitsmarkt mit viel Wirkung (Migration von ausgebildeten Leuten hierher). Aber auch Sozialgelder ziehen Leute an (eher bildungsferne Migration). Machen wir uns nichts vor: Ein Grundeinkommen könnte dann allenfalls eine Basis sein, wenn die Schweiz vollkommen autark wäre, was aber nicht der Fall ist. Die Folge wäre, dass die Migration deutlich... ... mehrGenauso wie günstigere Steuern hier eine Steuerung darstellen (vermögende Ausländer gelangen hierher), so ist auch das Lohnniveau eine Grundlage im Arbeitsmarkt mit viel Wirkung (Migration von ausgebildeten Leuten hierher). Aber auch Sozialgelder ziehen Leute an (eher bildungsferne Migration). Machen wir uns nichts vor: Ein Grundeinkommen könnte dann allenfalls eine Basis sein, wenn die Schweiz vollkommen autark wäre, was aber nicht der Fall ist. Die Folge wäre, dass die Migration deutlich zunehmen würde, und nicht unbedingt mit Leuten mit hohem Bildungsstand. Wer würde schon nach Deutschland migrieren mit 4-9 Euro/Std. bei tiefer bewerteten Arbeitstätigkeiten, wenn man hier in der Schweiz diese Summe bereits geschenkt erhalten würde? Auch wenn die Absichten dahinter durchaus nachvollziehbar sind; Die Idee für sich ist ziemlich realitätsfremd.

  34. Inaktiver Nutzer

    am 28.03.2012, 13:25

    Wie Piet Westdijk richtig aufzählt, würden viele administrativ und fachlich aufwändige Funktionenen entlastet oder gar obsolet. Erst eine faire Vollkostenrechnung, die also auch den Zugewinn an produktiven Arbeitskräften (!) einbezieht, kann zur Entscheidung beitragen.
    Hinzu kommt natürlich, dass dieses Modell die Schweiz zu einem echten Sonderfall machen würde, eine Insel, die dann legitimerweise angemessen zu schützen wäre. Totale Freizügigkeit oder 2500 beziehen und damit ins Ausland... ... mehrWie Piet Westdijk richtig aufzählt, würden viele administrativ und fachlich aufwändige Funktionenen entlastet oder gar obsolet. Erst eine faire Vollkostenrechnung, die also auch den Zugewinn an produktiven Arbeitskräften (!) einbezieht, kann zur Entscheidung beitragen.
    Hinzu kommt natürlich, dass dieses Modell die Schweiz zu einem echten Sonderfall machen würde, eine Insel, die dann legitimerweise angemessen zu schützen wäre. Totale Freizügigkeit oder 2500 beziehen und damit ins Ausland emigrieren geht natürlich nicht.
    Das müsste die EU jedoch als ein intelligentes, regional begrenztes Experiment begrüssen und mitmachen, falls die proklamierten Ideale was taugen!
    Es scheint aber, dass gewisse Kreise etwas gegen wirklich freie Bürger haben, die sich durch eigenes Nachdenken vielleicht vom sozialen Druck des Konsumismus befreien könnten und das Leben sinnorientiert gestalten wollen.

  1. Stefan P

    am 23.03.2012, 16:17

    Christoph Mörgeli, hat die Hände bereits in den Schoss gelegt, sonst hätte er sich die Mühe gemacht Peter Sennhausers Einführungstext zu lesen, respektive die Pro Argumente der Initiative genau zu studieren, bevor er sein Statement abgibt...

    Das Grundeinkommen wächst in das bestehende Einkommen und kommt nicht oben drauf. Das proklamierte Menschenbild nimmt leider kaum Wunder, wenn man die SVP-Kampagnen kennt.
    Die meisten Menschen sagen von sich, dass sie weiter arbeiten würden und nur... ... mehrChristoph Mörgeli, hat die Hände bereits in den Schoss gelegt, sonst hätte er sich die Mühe gemacht Peter Sennhausers Einführungstext zu lesen, respektive die Pro Argumente der Initiative genau zu studieren, bevor er sein Statement abgibt...

    Das Grundeinkommen wächst in das bestehende Einkommen und kommt nicht oben drauf. Das proklamierte Menschenbild nimmt leider kaum Wunder, wenn man die SVP-Kampagnen kennt.
    Die meisten Menschen sagen von sich, dass sie weiter arbeiten würden und nur die anderen wollten es dann nicht mehr.

    Privateigentum, Arbeitsteilung und freie Preisbildung, werden wohl abgeschafft und am besten alle Betriebe verstaatlicht, da kann es sich wohl nur um sozialistisches Gedankengut handeln... oder was will Herr Mörgeli mit seinem ersten Satz suggerieren? Als wolle jemand solches in Zweifel ziehen (vielleicht mit Ausnahme der Buchpreisbindung).

    Recht hat er, dass niemand die Auswirkungen des bedingungslosen Grundeinkommens auf den Arbeitsmarkt und auf die Preise voraussagen kann... so what. Keiner möchte bewährte Systeme an die Wand fahren, aber in unserer modernen Arbeitsgesellschaft besteht dringender Reformbedarf, das zeigt nicht nur die stetig steigende Zahl der unzufriedenen Erwerbstätigen, sondern auch dass viele Tätigkeiten nicht entlohnt oder nicht als Arbeit wahrgenommen werden.
    Für alle Reformen gibt es Testphasen und Übergangsstufen. In diesem Fall wird es einen Entwicklungsprozess von vielen Jahren geben, außerdem werden die üblichen Checks and Balances für ausreichende Sicherheit sorgen.

  2. Sigrist

    am 23.03.2012, 11:12

    Die Positionen hängen wohl vom eigenen Menschen- und Weltbild ab. Dagegen ist, wer den Menschen als faulen Schmarotzer und den Staat als bedrohendes Ungetüm anschaut. Er will mit den Mitteln vor vorgestern, die Privilegien von gestern sichern.
    Dafür ist, wer die Menschen als leistungsbereit und fantasievoll anschaut und den Staat als nützliche Institution zum Wohl von allen versteht. Er will sich mit neuen Ideen den Herausforderungen der Zukunft stellen.

  3. Marc Blattmann

    am 23.03.2012, 12:16

    in einer modernen gesellschaft darf es sowas wie working poor nicht geben. drum pro!

  4. Frantisek Matous

    am 23.03.2012, 13:02

    ...das gerade ein Staatsangestellter mit einem wirtschaftlich absolut irrelevanten Fachgebiet gegen den Staat und die faulen Schmarotzer wettert, will er seinen gut bezahlten Job endlich los werden?

  5. Inaktiver Nutzer

    am 23.03.2012, 13:09

    Egal, worum es geht, egal, ob der Mann vom Volch gewählt ist: Ich möchte die Meinung von Mörgeli nirgends lesen. Nein danke.

  6. Cornelis Bockemühl

    am 23.03.2012, 13:11

    Christoph Mörgeli sagt hier eigentlich dass alle Schweizer unmotivierte Faulenzer sind! Und zudem beweist er mit seinem Kommentar dass er die Vorlage entweder nicht gelesen oder beim lesen nicht verstanden hat. Oder nicht verstehen wollte!? Damit ist er aber sicherlich nicht alleine! Er spricht diffuse Ängste an, die sich mit dem Begriff "bedingungsloses Grundeinkommen" verbinden: "Täglich Freibier für alle auf Staatskosten!" Aber geht es denn überhaupt darum?

    Die Frage ist doch:... ... mehrChristoph Mörgeli sagt hier eigentlich dass alle Schweizer unmotivierte Faulenzer sind! Und zudem beweist er mit seinem Kommentar dass er die Vorlage entweder nicht gelesen oder beim lesen nicht verstanden hat. Oder nicht verstehen wollte!? Damit ist er aber sicherlich nicht alleine! Er spricht diffuse Ängste an, die sich mit dem Begriff "bedingungsloses Grundeinkommen" verbinden: "Täglich Freibier für alle auf Staatskosten!" Aber geht es denn überhaupt darum?

    Die Frage ist doch: Entspricht "Privateigentum, Arbeitsteilung und freie Preisbildung" denn wirklich der Realität mit der wir heute bekanntlich ganz gut leben? Tatsache ist doch dass jeder Mensch im Laufe seiner Biographie nur etwa grob gesehen zu 50% wirtschaftlich produktiv tätig ist, vermutlich sogar noch viel weniger. Vorher ist er Kind, nachher Rentner, und zwischendurch vielleicht auch einmal arbeitslos, krank oder durch Mutterschaft ohne direktes Erwerbseinkommen. Das ist nicht marginal - das ist ein wesentlicher Teil unseres Lebens, den wir tatsächlich mit ganz "unmarktwirtschaftlichen" Krücken (sprich: mit viel Aufwand administrierten Sozialwerken) irgendwie über die Runden bringen. Und Kinder werden einfach zum "Hobby" ihrer Eltern erklärt.

    Wir lassen ja - zum Glück! - einen Menschen, der wirtschaftlich "nichts bringt" trotzdem nicht einfach verhungern. Obwohl wir das gemäss einer strengen Marktlogik natürlich müssten!

    Schon nur dies zu Ende gedacht führt eigentlich konsequent zur Idee des bedingungslosen Grundeinkommens!

    Trotzdem fürchte ich natürlich, dass Angst vor Neuem und Missgunst dazu führen werden, dass die Christoph Mörgelis am Ende doch gewinnen werden. Trotzdem ist es den Versuch wert - und sei es schon nur dass die Einsicht bei den Menschen anfängt zu gären: Auch die demokratischen Ideen der Französischen Revolution haben schon viele Umwege genommen - und nehmen sie noch heute...

  7. Marc Geiser

    am 23.03.2012, 13:13

    Au, Herr Mörgeli, das was Sie in Falle eines Grundeinkommens befürchten, ist eher die aktuelle Situation:

    Wer morgens z.B. mit dem Tram in die Arbeit fährt erlebt jetzt die Schweiz als grauen Alltag. "Charme eines Bürostuhls", ja, sehr schön, aber das ist die momentane Arbeits-Realität in vielen Betrieben. Wenn die Menschen das tun könnten, was sie mögen, in dem Umfang wie sie es gerne wollen, würde es mit Sicherheit charmanter und fröhlicher werden.

    Und ja, die Güter sind ungerecht... ... mehrAu, Herr Mörgeli, das was Sie in Falle eines Grundeinkommens befürchten, ist eher die aktuelle Situation:

    Wer morgens z.B. mit dem Tram in die Arbeit fährt erlebt jetzt die Schweiz als grauen Alltag. "Charme eines Bürostuhls", ja, sehr schön, aber das ist die momentane Arbeits-Realität in vielen Betrieben. Wenn die Menschen das tun könnten, was sie mögen, in dem Umfang wie sie es gerne wollen, würde es mit Sicherheit charmanter und fröhlicher werden.

    Und ja, die Güter sind ungerecht verteilt, offensichtlich. Und auch hier wieder, ist es nicht eher jetzt so, dass der jetzige Staat es wenigen erlaubt auf Kosten vieler zu leben?

    Innovationsfeindlich? Wie viele Innovationen bleiben wohl auf der Strecke, weil keine Zeit, kein Geld da ist, um es auszuprobieren. Ein Grundeinkommen würde genau diese Freiheit für mehr Innovation schaffen.

    Das Grundeinkommen wäre ein Schritt von der Leistungsgesellschaft zur Gesellschaftsleistung.

  8. Raffael Grassi

    am 23.03.2012, 13:35

    Die reine Marktwirtschaft findet nirgends statt - sonst hätte sie längst zu unglaublichen Verwerfungen geführt (Finanzkrise). Der Umstand, dass eine Mehrheit der Gesellschaft (weltweit gesehen) sich täglich fragen muss, wie sie über die Runden kommt, ist ihr eigentlich unwürdig. Das enorme kreative Potential das damit vergeudet wird, kann man gar nicht in Zahlen aufrechnen. CHF 2'500.-- pro Monat ist genug, um irgendwie über die Runden zu kommen, aber zu wenig um wirklich angenehm zu leben.... ... mehrDie reine Marktwirtschaft findet nirgends statt - sonst hätte sie längst zu unglaublichen Verwerfungen geführt (Finanzkrise). Der Umstand, dass eine Mehrheit der Gesellschaft (weltweit gesehen) sich täglich fragen muss, wie sie über die Runden kommt, ist ihr eigentlich unwürdig. Das enorme kreative Potential das damit vergeudet wird, kann man gar nicht in Zahlen aufrechnen. CHF 2'500.-- pro Monat ist genug, um irgendwie über die Runden zu kommen, aber zu wenig um wirklich angenehm zu leben. Die Mehrheit würde sich wohl etwas dazu verdienen wollen. Auf der anderen Seite könnten wir uns kostspielige Aufgaben wie Sozialhilfe, Arbeitslosenkasse, AHV? und sämtliche Subventionen sparen, die nur unnötige Bürokratiekosten verursachen, welche die Befindlichkeit der Betroffenen aber nicht wirklich verbessern. Einen weiteren Vorteil sehe ich in der Fronarbeit, die wieder aufblühen könnte, da der Druck wegfällt, sich den Mindestlebensstandart verdienen zu müssen. Es ist auf jeden Fall ein Experiment, dass man mit realen Simulationen auf die Machbarkeit prüfen sollte. Unter dem Strich stehen den Kosten wesentliche Verbesserungen im Umgang mit allen Menschen gegenüber - das ist es doch eigentlich wert. Vielleicht wäre es sogar ein Exportschlager, den die Schweiz in andere Länder tragen könnte. Let's try it...

  9. KaspAirLi

    am 23.03.2012, 13:50

    Jedes Jahr werden Umfragen veröffentlicht, in denen die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatz als grösste Sorge der Schweizer Bevölkerung ermittelt wird. Ich zweifle an der Exaktheit dieser Formulierung und behaupte: Es ist der Verlust des lebenserhaltenden Einkommen, der die grössten Ängste verursacht. Mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen wäre eine der grössten Ängste der Gesellschaft gelöst. Stellen sie sich diesen Vorschritt des Gemeinwohls vor. Allein diese Woche lesen wir in der... ... mehrJedes Jahr werden Umfragen veröffentlicht, in denen die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatz als grösste Sorge der Schweizer Bevölkerung ermittelt wird. Ich zweifle an der Exaktheit dieser Formulierung und behaupte: Es ist der Verlust des lebenserhaltenden Einkommen, der die grössten Ängste verursacht. Mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen wäre eine der grössten Ängste der Gesellschaft gelöst. Stellen sie sich diesen Vorschritt des Gemeinwohls vor. Allein diese Woche lesen wir in der Zeitung von über hundert gestrichenen Stellen. Die Zukunft wir den Luxus Vollzeitstelle für alle nicht mehr bieten können. Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte macht Arbeitskraft zunehmend überflüssig. Dass heisst aber nicht, dass die Existenz des einzelnen Menschen in Frage gestellt werden muss. Wir dürfen umdenken! Das Bedingungslose Grundeinkommen kann durchaus auch eine Chance für die serbelnde Wirtschaft sein. Mit Sicherheit wird Geld das im Umlauf ist auch ausgegeben.

  10. richardjones

    am 23.03.2012, 14:24

    1. Etwas gewöhnungsbedürftig, von Herrn Mörgeli als "nicht real existierenden" Menschen bezeichnet zu werden. Aber mit dem SVP-Hintergrund scheint es tatsächlich so zu sein, dass Dinge, die die SVP nicht kennt, nicht zu existieren scheinen
    2. "als das vorgesehene Grundeinkommen verdienen, dieses aber zusätzlich erhalten würden" – ich dachte eigentlich, das Grundeinkommen werde Teil des Einkommens, nicht zusätzlich ausbezahlt...