LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Basel

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Bruderholz 

23.3.2012, 00:01 Uhr

Aufstand im Paradies

23.3.2012, 00:01 Uhr

Wieder einmal übt sich das Bruderholz in zivilem Ungehorsam. Diesmal gilt es zu verhindern: die Schulreform Harmos.  Von und

Für die Mitarbeiter des Basler Erziehungsdepartments (ED) wird es wieder so einen Abend geben, den man niemandem wünscht, aber am wenigsten sich selbst. Aber sie müssen jetzt da durch. Das bringt die Beamtenpflicht mit sich.

Am kommenden Dienstag, 27. März, fahren sie zum wiederholten Mal rauf auf den Berg. Elternorientierung im Bruderholzschulhaus. Es wird zur Sache gehen, das steht fest. Die Eltern werden die Beamten stur nennen, selbstherrlich, vielleicht auch herzlos und fundamentalistisch. Doch ihr Vorgesetzer Pierre Felder, Leiter Volksschulen beim ED, hat sich etwas ausgedacht, um die Wut zu dämpfen. Die Eltern sollen das Gefühl haben, mitbestimmen zu können.

Nadine Gautschi verwirft die Hände: «Das ist eine Alibiübung, das ED möchte Entscheidungen zu Klasseneinteilungen auf die Eltern abschieben.» Gautschi ist Elternrätin ebendieses Primarschulhauses und Wortführerin des Widerstands gegen die Umsetzung der grossen Schulreform Harmos auf dem Bruderholz.

Runter vom gelobten Hügel

Seit bald zwei Jahren setzt Gautschis Hausfrauenguerilla dem ED zu. Mit allen rechtsstaatlich zulässigen Mitteln wehren sie sich dagegen, dass ab dem nächsten Schuljahr Kinder aus dem Bruderholzschulhaus in das am Fuss des Hügels gelegene Brunnmattschulhaus verlegt werden – eine Folge von Harmos. Da die Primarschule künftig sechs Jahre lang dauert, hat es im Bruderholzschulhaus nicht mehr genügend Platz. Im Brunnmatt hat es davon reichlich.

Doch obwohl die Schulen nur ein paar Strassenzüge voneinander getrennt sind, scheinen sie anderen Welten zugehörig. «Das Bruderholzschulhaus ist eine Idylle», erzählt eine besorgte Mutter, die nicht mit Namen genannt werden will. Als sie schwanger wurde vor ein paar Jahren, seien sie und ihr Mann raufgezogen. Sie hatten sich das Quartier gut angeschaut, das Schulhaus besonders genau: Einzelne Pavillons wechseln sich mit Spielwiesen ab. Platziert zwischen Schrebergärten, inmitten der letzten Basler Glückseligkeit. Ein unschuldiger Flecken Stadt.

Ganz anders das Brunnmattschulhaus, ein massiger Betonkasten, wo die Bruderholz-Kids nicht mehr unter sich wären, sondern in gemischte Klassen mit Kindern aus dem Ausländerviertel Gundeli kommen: «Ich will meine Kinder nicht den Einflüssen fremder Kulturen entziehen», sagt die Mutter, aber es sei doch noch viel zu früh.

Von Idylle versteht Volksschulleiter Felder nicht allzu viel. Darum können sich andere kümmern, Privatschulen beispielsweise. Felders Metier ist ein anderes: Seine Volksschule ist eine, die sich der undankbaren Aufgabe verschrieben hat, die riesige Chancenungleichheit in der Stadt so weit zu bekämpfen, dass jedes Kind später auf eigenen Füssen stehen kann.

Felders Beamte sollen mit den Eltern nun am 27. März besprechen, ob Klassen im Verbund runter sollen oder nur jene Schüler mit dem kürzesten Schulweg. Aber er weiss auch, dass damit der Kern des Problems nicht getroffen wird. Die Diskussion um zerrissene Klassen oder um das Verkehrsaufkommen am neuen Schulweg hält er für «teilweise vorgeschoben». Dahinter stecke «die Furcht vor fremden kulturellen Vorstellungen, mit denen die Kinder konfrontiert werden könnten». Vielen Eltern auf dem Bruderholz, die aus einem bildungsnahen Milieu stammen, falle es schwer, sich diese Ängste einzugestehen.

Elternratspräsidentin Gautschi hat einen anderen Blick auf die Sache: «Die Mehrheit der Chefbeamten im ED sind politisch links zu finden, unsere Bedürfnisse haben für sie keine Priorität.» Allerdings ist Felders Vorgesetzter Christoph Eymann bei der LDP und auch nicht zugänglicher. Obwohl es anfangs den Anschein machte.

Eymanns Fehlgriff

Am 7. Juni 2011 fuhr Eymann aufs Bruderholz, wie es Basler Regierungsräte gerne tun, wenn sie Neuerungen auf ihre Akzeptanz abklopfen lassen wollen. Eymann stellte den Planungsstand und die Konsequenzen der Bildungsrefom vor. Es wurde laut im Saal. Aufgebrachte Eltern machten ihrem Ärger Luft. Eymann beschwichtigte. «Es ist nichts in Stein gemeisselt», waren seine Worte, die man sich auf dem Bruderholz notierte und dick unterstrich.

Zurück in der eigenen Behörde musste sich dann Eymann von den eigenen Leuten belehren lassen, dass es diesen Spielraum nicht gibt. Seither traut er sich nicht mehr, in den Konflikt einzugreifen. «Es ist nicht so, dass das Bruderholz von Harmos besonders hart getroffen würde», sagt Chefplaner Felder. «Die Situation ist an vielen Orten der Stadt vergleichbar.»
Über Eymanns Wortbruch empört, wurde auf dem Bruderholz der Neutrale Quartierverein (NQVB) eingeschaltet. Präsident dieser Kampfgenossenschaft ist Conrad Jauslin, ein Mann, dem man den Revoluzzer nicht ansieht. Jauslin ist Bauingenieur und wohnt an der Arabienstrasse. Als die Eltern zu ihm kamen, taten Jauslin und sein Vorstand, was sie in den letzten Jahren oft getan haben: Sie setzten Himmel und Hölle in Bewegung, um Nachteile für ihr Quartier zu verhindern.

Netzwerk von guten Freunden

Der NQVB aktivierte sein weitverzweigtes Netzwerk von guten Freunden. Architekten reichten Ausbaupläne ein für das Bruderholzschulhaus, das unter Denkmalschutz steht und nicht verändert werden darf. Bauplaner suchten Ausweichstandorte, Juristen fahndeten nach Lücken in den Reglementen. Zeitgleich wurde auf der Ebene Regierung versucht, Einfluss zu nehmen. «Das ist einer der Vorzüge der direkten Demokratie», sagt Jauslin, «wir verfügen über Kontakte und nutzen die auch.»

Weil all das nicht fruchtete, reichte der NQVB eine Petition ein. Zugleich platzierte der dem Netzwerk zugehörige FDP-Grossrat Christian Egeler eine Anfrage bei der Regierung. Mit einem letzten Kniff versuchte Egeler, das ED auszutricksen und Guy Morins Präsidialdepartement in die Affäre mitreinzuziehen, indem er die Umsetzung von Harmos mit den Zielen der Stadtentwicklung kollidieren liess. Morin, selber auf dem Bruderholz zuhause, roch den Braten und schob das Geschäft zum gebeutelten Kollegen Eymann.

Sonderwünsche

Die Drückerkolonne vom Wasserturm lief auf. Die Methoden, mit denen in der Vergangenheit noch Kompromisse zu erzwingen waren – als sich das Bruderholz von der Parkraumbewirtschaftung ausnehmen lassen wollte oder bei der Zonenplanrevision –, kamen in der Verwaltung nicht mehr so gut an wie in der Vergangenheit, als sich Baudirektor Hans-Peter Wessels nach einer ausgefochtenen Auseinandersetzung mit einem Briefchen für die «sympathische Hartnäckigkeit» des NQVB bedankte.

Sympathisch hartnäckig geht es auch im Kampf gegen Harmos weiter. Viele Eltern hätten laut NQVB gedroht, wegzuziehen oder ihre Kinder auf eine Privatschule zu schicken. Elternsprachrohr Gautschi sagt, sie könne sich das nicht leisten. Ihr bleibt nur noch etwas übrig: Sie will ihre Kinder, wenn nötig, jeden Tag mit dem Auto ins Brunnmatt fahren. Dies sei zwar nicht verboten, aber bei der Schulleitung äusserst unerwünscht. Der zivile Ungehorsam auf dem Bruderholz, er geht weiter.

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Bildung, Christoph Eymann, Schule, Stadtentwicklung, Abstimmungen & Wahlen, Wahlen BS 2012

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Tageswoche honorieren

Alternativen:

Postfinance, Paypal, Flattr

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. giorgio

    am 23.03.2012, 14:26

    Dieser Artikel ist nicht nur sachlich falsch (niemand auf dem Bruderholz ist gegen Harmos), sondern in einem unakzeptablen Ton geschrieben.
    Ich werfe die Tageswoche zur Weltwoche und zur BaZ auf den Altpapierhaufen der Geschichte.
    Eure ideologische Hasspropaganda unterstütze ich nicht.

  2. Sibille von Planta

    am 23.03.2012, 14:45

    Artikel und Schreibweise dieser Art wäre wohl besser in der BAZ aufgehoben.
    Ich wusste gar nicht, dass auf unserem Stadthügel bloss Hausfrauen den Elternrat ausmachen. Die Väter werden sich mit dem Titel Hausfrauen-Guerilla wohl nicht so angesprochen fühlen.
    Auch ist es allerhand einem ganzen Quartier Fremdenfeindlichkeit zu unterstellen.
    Herr Pfeifer wird sich über das Foto von seinem Hauseingang freuen.

  3. nicolette

    am 23.03.2012, 15:00

    Was ist denn das für ein Blödsinn? Angeblich nur Hausfrauen auf dem Bruderholz und fremdenfeindlich sind die alle auch noch. Unglaublich, dass so etwas tatsächlich seinen Weg zur Presse findet. Hoffe der Journalist hat noch einen "Day-Job".
    Minus ein Abo hier auch.... die Masse scheint sich bei der Basellandschaftlichen Zeitung zu finden.

  4. Bismarque

    am 23.03.2012, 15:01

    Ich gehöre keiner Drückerkolonne an, obwohl ich auf dem Bruderholz wohne und als Vater auch betroffen bin, von der verschlafenen Planung für das Schulhaus auf dem Hügel. Und wenn ich mich als älteres männliches Semester engagiere gegen das Vorgehen des ED, gehöre ich dann ebenfalls zur Hausfrauenguerilla? In den Regeln zu den Kommentaren steht: Gelöscht oder editiert wird in der Kommentarspalte nur, was klar verunglimpfend, justiziabel oder themenfremd ist. Gilt dies auch für gedruckte und... mehrIch gehöre keiner Drückerkolonne an, obwohl ich auf dem Bruderholz wohne und als Vater auch betroffen bin, von der verschlafenen Planung für das Schulhaus auf dem Hügel. Und wenn ich mich als älteres männliches Semester engagiere gegen das Vorgehen des ED, gehöre ich dann ebenfalls zur Hausfrauenguerilla? In den Regeln zu den Kommentaren steht: Gelöscht oder editiert wird in der Kommentarspalte nur, was klar verunglimpfend, justiziabel oder themenfremd ist. Gilt dies auch für gedruckte und veröffentlichte Artikel?

  5. Maya Eldorado

    am 23.03.2012, 15:54

    Bezeichnenderweise stehen hier nur Kommentare von Betroffenen.
    Das Bruderholzquartier ist ein ganz spezielles Quartier, das Dorf am Rande der Stadt, kein Lärm, kein Gestank wie unten, der Verkehr hält sich in Grenzen. Durch die spezielle Lage haben sich dort vor allem Menschen gehobenen Standes niedergelassen. Vor Jahren wohnte ich mal selbst dort, fast ganz unten, etwa 3 Minuten zu fuss oberhalb des Gundelis. Dort hatte es damals noch günstigen Wohnraum. Jedesmal, wenn ich ins Gundeli zum... mehrBezeichnenderweise stehen hier nur Kommentare von Betroffenen.
    Das Bruderholzquartier ist ein ganz spezielles Quartier, das Dorf am Rande der Stadt, kein Lärm, kein Gestank wie unten, der Verkehr hält sich in Grenzen. Durch die spezielle Lage haben sich dort vor allem Menschen gehobenen Standes niedergelassen. Vor Jahren wohnte ich mal selbst dort, fast ganz unten, etwa 3 Minuten zu fuss oberhalb des Gundelis. Dort hatte es damals noch günstigen Wohnraum. Jedesmal, wenn ich ins Gundeli zum Einkauf ging, war es, wie wenn ich in eine andere Welt eintauchen würde. Sicher kommen vom Bruderholz auch sehr respektable Steuereinnahmen, wohnen dort doch mehrheitlich gut betuchte Menschen.

    Versuche ich das mit der Brille der Bruderholzbewohner anzuschauen, finde ich es verständlich, dass die Menschen dort oben auch ihren Kindern diese Privilegien in der Schule sichern wollen. Sind sie sich doch auch gewohnt, dass sie sich ein Umfeld schaffen können, wie es ihren Vorstellungen entspricht.

    Nun wende ich mich der Stadt zu, am Fusse des Bruderholzes, wo die Bevölkerung sehr durchmischt ist und daraus auch "Probleme" entstehen.
    Es wurde ein neues Schulsystem durchgeboxt. Schüler müssen umverteilt werden, dass die, die gleiche Stufe besuchen, auch im gleichen Schulhaus sind. Auch unten in der Stadt müssen Kinder längere und unbequemere Wege in Kauf nehmen, nur findet man dort eine so extreme ominöse Grenze nicht. Natürlich gibt es dort auch sehr unterschiedliche Quartiere, aber viel weniger extrem als zum Bruderholz.
    Da einen gemeinsamen Nenner zu finden für eine konstruktive Dialogkultur ist ausserordentlich schwierig. Gibt der Staat den Bruderholzbewohnern nach und schafft im Bruderholz eine Möglichkeit, dass ihre Kinder oben bleiben können, unterstützen sie damit, dass schon eine schon an und für sich privilegierte Bevölkerungsschicht, dadurch noch mehr Privilegien bekommt. Das wird von vielen nicht goutiert.

    Ich hoffe, dass trotz dieser schwierigen Sachlage, eine einvernehmliche Lösung gefunden wird.

    Als letztes noch eine Gedankenanregung an die Bruderholzbewohner:
    Gehen Ihre Kinder weiterhin im Bruderholz zur Schule, werden sie vom Hintergrund ihrer Familien unter Ihresgleichen bleiben. Das fördert sie sicher schulisch sehr. Gehen sie aber ins Gundeli in die Schule, werden sie eine viel reichere Vielfalt an verschiedenen Menschen kennenlernen. Da werden sie sicher mehr Gspändli treffen, die intellektuell weniger begabt sind. Aber an Möglichkeiten, die Vielfalt an Menschen kennen zu lernen, ist da viel höher. Das fördert wieder mehr das emotienale Verständnis und die emotianale Intelligenz.

  6. Christian Egeler

    am 23.03.2012, 16:20

    Wenn Schüler in Sichtweite eines Schulhauses in ein anderes, deutlich weiter entferntes Schulhaus wandern müssen, nur weil dem Bruderholzquartier zuwenige Primarschulplätze zur Verfügung stehen, hat das nichts mit Harmos zu tun. Das Brunmmatschulhaus zu einem Bruderholzschulhaus zu definieren, hilft vielleicht in der Begründung, aber ist geografisch schlicht falsch. Die Eltern wären auch für andere Lösungen offen, wie zum Beispiel die ersten vier Stufen am alten Standort zu lassen und dann... mehrWenn Schüler in Sichtweite eines Schulhauses in ein anderes, deutlich weiter entferntes Schulhaus wandern müssen, nur weil dem Bruderholzquartier zuwenige Primarschulplätze zur Verfügung stehen, hat das nichts mit Harmos zu tun. Das Brunmmatschulhaus zu einem Bruderholzschulhaus zu definieren, hilft vielleicht in der Begründung, aber ist geografisch schlicht falsch. Die Eltern wären auch für andere Lösungen offen, wie zum Beispiel die ersten vier Stufen am alten Standort zu lassen und dann die letzten beiden Stufen im Brunnmattschulhaus zu absolvieren. Dies sei nicht Harmos-kompatibel, wird argumentiert. Wo steht dies geschrieben? Die Klassen bleiben zusammen, nur das Gebäude wechselt (und dies sei ja gerade nebenan im Bruderholzquartier)... und die Lösung würde fast alle befriedigen.

  7. Christine O

    am 23.03.2012, 18:41

    Der Unmut über die willkürlich gezogene, bei genauerem Hinsehen unvernünftige Teilung des Quartiers dürfte auch damit zusammenhängen, dass es nach wie vor keine einzige bezahlbare Kinderkrippe und keine Tagesstrukturen in der Primarschule auf dem Bruderholz gibt. Die Organisation des Alltags ist für durchschnittlich verdienende Familien mit berufstätigen Frauen (ja, auch diese gibt es auf dem Hügel!) mühsam. Ich wünsche mir, dass etwas umfassender recherchiert wird.

  8. giorgio

    am 23.03.2012, 19:22

    Es geht nicht darum dass die Eltern auf dem Bruderholz ihre Kinder nicht mit Gundelikindern in die Schule schicken wollen. Die OS istja auch im Brunnmatt,
    wir haben kein Problem damit.
    Es ist auch nicht so dass sie das Harmos-Schulsystem ablehnen. Im Gegenteil, wir befürworten die 6-jährige Primarschule - Kontinuität ist wichtig.
    Der Systemwechsel wird jetzt aber so umgesetzt dass Kinder nach der 1. und 2. Klasse in ein anderes Schulhaus versetzt werden, ohne dass die Lehrerin mitkommt.
    Und... mehrEs geht nicht darum dass die Eltern auf dem Bruderholz ihre Kinder nicht mit Gundelikindern in die Schule schicken wollen. Die OS istja auch im Brunnmatt,
    wir haben kein Problem damit.
    Es ist auch nicht so dass sie das Harmos-Schulsystem ablehnen. Im Gegenteil, wir befürworten die 6-jährige Primarschule - Kontinuität ist wichtig.
    Der Systemwechsel wird jetzt aber so umgesetzt dass Kinder nach der 1. und 2. Klasse in ein anderes Schulhaus versetzt werden, ohne dass die Lehrerin mitkommt.
    Und jetzt heisst es auf einmal auch die Klassen sollen auseinander gerissen werden (Merke: Kontinuität ist für die Kinder wichtig).
    Die Bruderholzbewohner forden nur das was in anderen Quartieren selbstverständlich ist, z.B. Tagesstrukturen (wozu,Ihr habt ja eh eine Nanny/Köchin) und zumutbare Schulwege (Mami kann die Kleinen ja im Porsche Cayenne fahren..).
    Lauf mal vom Brunnmattschulhaus zur Niklaus von Flüe Strasse.
    Das gibt eine kurze Mittagspause. (Bergbauernkinder haben oft noch viel längere Schulwege).
    Wenn Ihr (dort unten) uns (da oben) ständig vorhaltet dass wir reiche Säcke sind und deshalb nichts zu fordern haben dann ist das genau so blöd wie wenn wie Euch sagen würden ihr sollt erst mal Steuern zahlen bevor Ihr noch mehr vom Staat haben wollt.
    Tun wir aber nicht :-)

  9. Christian Gautschi

    am 23.03.2012, 20:52

    Mit einer Hausfrauen-Guerillaführerin verheiratet zu sein, ist als Gedanke eigentlich noch ganz spassig. Beim Rest von Beck’s Versuch klassenkämpferischer Ironie bleibt jedoch das Lachen eher im Halse stecken. Eigentlich sagt Beck, wer schon relativ reich und privilegiert sei, solle sich nicht auch noch herausnehmen, die Kreise der allweisen Verwaltung stören zu wollen. Als ob der demokratische Grundsatz einer Stimme pro Stimmberechtigte ab einer magischen Einkommens- oder Vermögensgrenze... mehrMit einer Hausfrauen-Guerillaführerin verheiratet zu sein, ist als Gedanke eigentlich noch ganz spassig. Beim Rest von Beck’s Versuch klassenkämpferischer Ironie bleibt jedoch das Lachen eher im Halse stecken. Eigentlich sagt Beck, wer schon relativ reich und privilegiert sei, solle sich nicht auch noch herausnehmen, die Kreise der allweisen Verwaltung stören zu wollen. Als ob der demokratische Grundsatz einer Stimme pro Stimmberechtigte ab einer magischen Einkommens- oder Vermögensgrenze nicht mehr gelte.
    Anders als Beck zu glauben scheint, habe ich nach wie vor das Recht, Regierung und Verwaltung zu kritisieren. Insbesondere wenn deren Funktionen wie bei der Harmos-Umsetzung nicht sachgerecht ausgeübt werden. Ebenfalls wenn aus unbekannten Gründen der Bequemlichkeit für die Verwaltung ungleich höhere Priorität zukommt als berechtigten Anliegen von Eltern und Schulkindern.
    Man kann sich hierzulande zwar schon über Standpunkte wie meinen lustig machen, gerade wenn man damit einen bestimmten Zweck verfolgt. Becks Artikel als Meinungsbeitrag erschöpft sich jedoch darin, Anliegen der Einwohner des Bruderholz “ironisch” als nicht weiter beachtlich ins Lächerliche zu ziehen. Als Berichterstattung zur Harmos-Umsetzung auf dem Bruderholz ist der Artikel unbrauchbar, weil er zu viele faktische Fehler aufweist. Von einem seriösen Journalisten würde ich beispielsweise Recherche erwarten, bevor er abdrucken lässt, dies oder jenes stehe unter Denkmalschutz. Trotzdem bin ich Beck nicht undankbar, da ich jetzt immerhin ein wenig stolz auf meine Guerilla-Frau sein darf.

  10. mathis

    am 23.03.2012, 21:25

    Der aktuelle Harmos-Plan sieht vor, dass nächstes Jahr zwei Erstklassen (Alter der SchülerInnen: sechs Jahre) vom Bruderholz in einen sonst menschenleeren Block des Brunnmattschulhauses einziehen. Keine höhere Klassen, keine Schulkultur. Die Angst besteht also eher vor "Nullkulti" denn vor "Multikulti". In den anderen Blöcken dafür die "ganz grossen". Dass alle Primarschüler erst in die geografisch nähere Schule und dann z.B. erst in der fünften Klasse über den längeren Schulweg durch Wald... mehrDer aktuelle Harmos-Plan sieht vor, dass nächstes Jahr zwei Erstklassen (Alter der SchülerInnen: sechs Jahre) vom Bruderholz in einen sonst menschenleeren Block des Brunnmattschulhauses einziehen. Keine höhere Klassen, keine Schulkultur. Die Angst besteht also eher vor "Nullkulti" denn vor "Multikulti". In den anderen Blöcken dafür die "ganz grossen". Dass alle Primarschüler erst in die geografisch nähere Schule und dann z.B. erst in der fünften Klasse über den längeren Schulweg durch Wald und über den kurvigen, unübersichtlichen und rasant befahrenen Gundeldingerrain zur Schule geschickt werden, sei gemäss Erziehungsdepartement "nicht Harmos-kompatibel". Dieser uns allen unverständliche Entscheid hatte aber offensichtlich keinen Platz in diesem Artikel. Oder Herr Beck wurde eine andere Version zugetragen, denn die Planung ist ja schliesslich "nicht in Stein gemeisselt".

    Herr Beck hatte meine Frau ("eine besorgte Mutter, die nicht mit Namen genannt werden will") zum Interview überredet mit der Aussage, er wolle das Engagement von QuartierbewohnerInnen in Basler Quartieren anhand der aktuellen Harmos-Diskussion in einem Artikel dokumentieren.
    Meine Frau wollte ihm also mehrere interessante Projekte schmackhaft machen, u.A. den von "Hausfrauenguerillieros" in Eigenregie organisierten Mittagstisch. Doch sie stiess damit auf taube Ohren. Herr Beck hatte sich nur für die "Ausländerfrage" interessiert, und seine Suggestivfragen auch auf ein ganz bestimmtes Ziel ausgerichtet. Die Auskunft meiner Frau, dass wir unsere Kinder im Gundeli zur Spielgruppe bringen, eben genau wegen den verschiedenen Kulturen, wurde sehr frei uminterpretiert:
    "«Ich will meine Kinder nicht den Einflüssen fremder Kulturen entziehen», sagt die Mutter, aber es sei doch noch viel zu früh."

    Wie meine Frau den Tageswoche-Journalisten schon am Telefon erklärt hat, war Bruderholz für uns zum Zeitpunkt der ersten Schwangerschaft bei der Wohnungssuche der ideale Kompromiss zwischen dem von mir/uns lange selbst bewohnten und noch immer geliebten Gundeli und dem Dorfleben, das meine Frau von ihrer Kindheit her kennt.

    Nun finden sich ihre einseitig gekürzten und auch deutlich verfälschten Aussagen direkt neben dem in übergrossen Lettern gedruckten Teaser "Die Eltern fürchten sich vor den Einflüssen fremder Kulturen" (nur in der Print-Ausgabe). Wir sind also faktisch einem Xenophobie-Vorwurf ausgesetzt, nur weil wir unsere Kinder gerne in die Schule schicken würden, auf die sie von ihrem Kinderzimmer aus blicken können?

    Die Bildsprache in der Online-Version dieses Artikels spricht auch Bände: Ein Sicherheitsdienst, leere Strassen mit Luxusautos, ein leeres Schulhaus, ein aufgestuhltes Klassenzimmer... Bilder, die am Sonntagmorgen genausogut in jedem anderen Quartier hätten aufgenommen worden sein können. Was will uns die Tageswoche mit dieser Bildsprache vermitteln? Ich wäre ganz bestimmt nie in ein solch steriles Quartier gezogen wie diese Bilder es vermitteln. Hier wird offensichtlich in Wort und Bild in einer Art ein Feindbild aufgebaut, wie ich es sonst nur von der Weltwoche her kenne. Punktabzug für die Tageswoche!

    Der Tageswoche-Journalist hatte meiner Frau versichert, ihr den Artikel vor Veröffentlichung vorzulegen und ihr Einverständnis einzuholen. Doch hatte ich schon beim Interview das Gefühl, dass er ihr ein Ei legen wird und sie deshalb ermahnt darauf zu bestehen, dass ihr Namen nicht erwähnt werden dürfe (wenigstens daran hat er sich dann gehalten). Wie recht ich doch mit meinem Misstrauen hatte...

    Auch ich hatte vor, die Tageswoche durch ein Abo zu unterstützen, weil ich die zugrundeliedenden Gedanken ("Rettet Basel", etc) grundsätzlich mittragen will. Es wäre das erste Zeitungsabo meines Lebens gewesen, doch nach dieser Leseprobe kommt das nicht mehr in Frage. Basel braucht augenscheinlich bereits schon eine Alternative zur BaZ-Alternative!

Informationen zum Artikel

23.3.2012, 00:01 Uhr

Aufstand im Paradies

Text

Text:

  • 24.10.2014 um 05:00
    Aufbruch in die Gegenwart

    Nach internen Richtungsstreitigkeiten setzt die Mission 21 heute stärker auf Entwicklungsarbeit als auf kirchliche Projekte – das lohnt sich auch finanziell.

  • 23.10.2014 um 12:21
    Pulsmesser im Salon Bâle? – Neue Chefin bringt Ideen mit

    Die neue Chefredaktorin von Telebasel heisst Karin Müller. Die Chemie habe einfach gepasst, begründet der Sender die Anstellung. Die 49-Jährige tritt ab November die Nachfolge von Willy Surbeck an. Müller wurde in der Schweiz vor allem durch ihre Tätigkeit bei DRS 3 bekannt.

  • 10.10.2014 um 00:34
    Der Vergewaltiger in der Gewalt des Rechtsstaats

    Ein todgeweihter Sexualstraftäter bleibt nach über 20 Jahren Haft weiter eingesperrt. Um jedes Restrisiko zu vermeiden, ignorieren die Vollzugsbehörden auch Gerichtsbeschlüsse.

  • 23.10.2014 um 11:44
    @Tram
    Zum Artikel: Viel Kampf, wenig Fussball und Tomas Vaclik – die Einzelkritik

    Tram: Basler Synonym für den berüchtigten Bus, der zuweilen in Fussballpartien vor dem eigenen Tor geparkt wird. Im Ernst: Danke für den Hinweis, wurde korrigiert.

  • 23.09.2014 um 12:58
    @Lüthi
    Zum Artikel: Abstimmungs-Spickzettel: Alles, was Sie zur Fusionsprüfung wissen müssen

    Es geht um die Bildung eines Verfassungsrats, der die Aufgabe hat, die Voraussetzungen für eine Fusion zu prüfen und zu schaffen. In jedem Fall kann das Volk nochmals darüber befinden, es wird also nichts eingeleitet in der Art und Weise, wie man etwa ...

  • 20.09.2014 um 21:59
    @Hage
    Zum Artikel: Wir brauchen Kühe. Und dazu gehört das Schlachten

    Boah, Herr Hage. Herr Wild hat die Debatte lanciert, Frau Koechlin und zahlreiche gescheite Kommentatoren haben sie weitergeführt. Können Sie Ihren Standpunkt nicht auch kundgeben, ohne beleidigend zu werden?

Bild

Bild:

Aktuell

sda: Die Saat der Ecopop-Initianten dürfte im Boden stecken bleiben. (Symbolbild)
2

SRG-Umfrage 

Wenig Aussichten für Ecopop

Die Mehrheit der Stimmbürger lehnt Ecopop ab, das sagen die neuesten Umfragen der SRG. Bei der Abschaffung der Pauschalbesteuerung liegt der Ja-Anteil bei 48 Prozent. Die Trends sind jedoch mit Vorsicht zu geniessen.Von Jeremias Schulthess. Weiterlesen2 Kommentare

(Karikatur von Karl Czerpien © Nebelspalter Verlag): Die neutrale Schweiz war im Ersten Weltkrieg Zielscheibe von Propaganda der Kriegsparteien.

Museum für Kommunikation 

Die Schweiz im Propagandafeuer

Der erste Weltkrieg war auch ein Krieg der Propaganda. Deutschland und Frankreich kämpften um die öffentliche Meinung in der Schweiz. Zwei Ausstellungen in Bern zeigen das Eindrücklich, hinfahren lohnt sich.Von Martin Stohler. Weiterlesen