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TagesWoche

Tages Woche

Do, 23.05.2013

Neue Brauereien 

22.3.2012, 11:53 Uhr

Auf die Region Basel schwappt eine Bierwelle zu

22.3.2012, 11:53 Uhr

Die regionale Bierkultur wurde schon totgesagt. Doch nun lebt sie plötzlich wieder – und wie: In der Stadt schüttet Unser Bier massenhaft Dividenden aus, auf dem Land machen sich zwei Kleinbrauereien daran, das Erfolgsrezept zu kopieren.  Von Michael Rockenbach

Keystone: Der Anfang eines neuen Trends: Unser Bier propagierte an der Muba 2009 in Basel eine Investition ins Bier als neue Anlagestrategie.

Der Anfang eines neuen Trends: Unser Bier propagierte an der Muba 2009 in Basel eine Investition ins Bier als neue Anlagestrategie. (Bild: Keystone)

Eine ganz besondere Generalversammlung findet heute Donnerstagabend in Basel statt. Die Brauerei Unser Bier schüttet ihren Aktionärinnen und Aktionären auf der Kunsteisbahn die Dividenden aus – in Form von Bier. Zur GV erwartet werden rund 2500 der insgesamt knapp 7700 Aktionäre. Für sie werden rund 4000 Liter Bier bereit stehen – höchst wahrscheinlich genug also, auch wenn es bei Unser Bier mehr als einen guten Grund gibt, um anzustossen.

Zum einen kann die Firma ein positives Geschäftsergebnis fürs vergangene Jahr präsentieren: Der Umsatz wurde um 11 Prozent gesteigert und so ein Gewinn vor Abschreibung von rund 140 000 Franken erzielt. Damit ist «Unser Bier» nach den 2009 getätigten Investitionen von fünf Millionen Franken in die neue Brauerei auf dem Gundeldinger Feld auf Kurs.

Zum anderen bringt die Brauerei ein neues Bier auf den Markt: «Aypiey» – eine Basler Version des Indian Pale Ale, kurz IPA. Das laut Werbung «starke, aromatische Charakterbier» stammt aus dem 18. Jahrhundert, als die Engländer vor dem grossen Problem standen, wie sie den Biernachschub in die Kolonien sicherstellen sollten. Das helle Bier wurde auf den langen Transportwegen in den Schiffen schlecht. Gelöst wurde das Problem mit einem höheren Alkoholgehalt und mehr Hopfen, was den Bakterien das Leben schwer machte. Das IPA sei «wenigstens etwas Gutes, das die Kolonialzeit hervorgebracht hat», stellt Luzius Bosshard, Geschäftsführer von Unser Bier, fest. In den vergangenen Jahren ist die Sorte in England, Schottland und Amerika wieder Mode geworden, nun sollen auch noch die Schweizer auf den Geschmack kommen. 

Noch eine Bier-AG - und noch eine

Mutige Investitionen, neue Produkte und sehr viel Bier an der GV: Es ist ein interessantes Unternehmen, die Firma Unser Bier. Kein Wunder, versuchen ehrgeizige Brauer das Modell auch auf dem Land nachzumachen. In Lausen soll auf dem Tonwerk-Areal ab nächstem Jahr wieder Farnsburger Bier produziert werden – wie in den guten alten Zeiten schon einmal (zwischen 1896 und 1907, damals in Gelterkinden). Für rund 1,2 Millionen sind bereits Aktien gezeichnet worden. Nun hat CEO Reto Wetzel hohe Ziele: Spätestens fünf Jahre nach dem Start will er 5000 Hektoliter Bier verkaufen – ähnlich viel also wie Unser Bier heute (6000 Hektoliter im vergangenen Jahr). Einen Teil davon will das neue Unternehmen direkt in der eigenen Braustube ausschenken.

Neben diesem neuen Bier soll es bald sogar noch ein weiteres geben: das Baselbieter Bier. Lanciert wurde dieses Projekt von zwei jungen Bierfreunden aus Lausen: Niklaus Niederhauser und Michael Hägler, die voraussichtlich die Geschäftleitung übernehmen. «Das Projekt ist auf Kurs, die Aktien sind gezeichnet», sagt Marcus Haegi, der im Verwaltungsrat für betriebswirtschaftliche Fragen zuständig sein wird. Produzieren will diese neue AG ebenfalls ab 2013 rund 2500 Hektoliter pro Jahr. Versprochen werden auch Spezialitäten wie Chirsibier. 

Der Traum von einer neuen Kultur

Plötzlich gibt es im Baselbieter Bier-Geschäft also wieder einen Konkurrenzkampf. Wer hätte das gedacht, als Eichhof 2006 Ziegelhof schluckte und die Produktion in Liestal einstellte? Damals, als man an den Baselbieter Stammtischen über den Verlust lieb gewonnener Traditionen und den Ausverkauf der Heimat lamentierte? Kaum jemand.

Ein paar wenige Jahre später scheint es nun sogar fast, als könnte der Traum des Unser-Bier-Geschäftsführers Luzius Bosshard doch noch Realität werden. Er wünsche sich eine «neue Bierkultur», sagte er im grossen Bierreport der TagesWoche. Eine «neue Zeit» mit Beizen, in denen Bierkarten aufliegen und die Gäste ihr Getränk sorgsam auslesen. Eine Zeit auch, in der immer mehr Klein- und Kleinstbrauereien mit neuen Produkten und Spezialitäten auf den Markt drängen – und die beiden Biergiganten Carlsberg/Feldschlösschen einerseits und Heineken andererseits zunehmend zurückdrängen.

Vielleicht, vielleicht kommt es irgendwann ja tatsächlich so weit. 

  1. Super, wenn regionale Konzepte aufgehen!

    von Benjamin Hohlmann am 22.03.2012 um 15:07Uhr

    Ich freue mich, dass es bei Unser Bier gut läuft! Und auch die anderen Initiativen für regionale Produkte im Bier-Bereich sind ein wichtiger und richtiger Schritt, der vielleicht auch andere Lebensmittel- und Produktsegmente wach(er) macht.

    Es gibt nichts langweiligeres als Masseneinheitsware von Multis von irgendwo, die es in jedem Shop und jeder Beiz gibt. Wichtig ist, dass wir als Konsumenten immer nach regionalen Produkten fragen und sie auch fordern.
    Direktlink zum Kommentar

  2. Ideale Wasser-Bügelflasche

    von Wahrsager am 22.03.2012 um 18:36Uhr

    Ich nutze diese Bügelflasche um sie zuhause mit Wasser zu füllen. Hatte schon einige Glas-und Wasserschäden...
    Direktlink zum Kommentar

  3. Noch mehr Bier

    von Marianne Känzig am 22.03.2012 um 19:46Uhr

    Hier amsel.s30.ch/brauerei/ gibts auch ein gutes, selbstgebrautes Bier.
    Direktlink zum Kommentar

  4. Bier-Worte

    von wg am 23.03.2012 um 03:47Uhr

    Wie wäre es, statt sehr vieler leerer Worte, einmal eine tabellarische Übersicht als Konsumenten-Information über die verschiedenen , besonders die einheimischen im Vergleich zu jenen der Multis, Biere zu bringen ?
    Ansatz : Im Denner kosten 5 dl 45 Rappen, inkl. Alu-Dose, inkl. Transporte/Zölle/Margen, und "Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot"; Geschmack : gewöhn=/trink=bar; den Flüssigkeitsbedarf abdeckend, bestimmt auch nahrhaft ... .
    Ich erinnere mich dabei an die Zeit meiner Lehre zurück, als wir im Blind-Versuch verschiedene Biere unterscheiden/benennen sollten. Und wirklich, es gelang selbst mir, nur nach unmittelbarer Degustation davor, Cardinal, Warteck, Feldschlösschen und Ziegelhof zu benennen. Oder ein Abend, als auf einer Beizen-Tour einer von uns Flasche um Flasche (@ 5 dl) leerte, ich weiss nicht mehr, waren es 3 oder 5, ohne das "Örtchen" aufsuchen zu müssen.
    Ja, "das waren noch die guten alten Zeiten". Aber vielleicht leben sie ja wieder auf durch diese neuen regionalen Brauereien.
    Direktlink zum Kommentar

  5. Bierbrauereien in Basel

    von Dietrich Jäger am 26.03.2012 um 14:54Uhr

    Kennen Sie den:
    Ein Feldschlösschen-Brauer, ein Warteck-Brauer und ein Unser-Bier-Brauer sitzen zusammen in der Beiz. Der Feldschlösschen-Brauer bestellt ein Feldschlösschen Bier, der Warteck-Brauer ein Warteck Bier - und der Unser-Bier-Brauer eine Cola. Fragen ihn die anderen beiden: "Warum bestellst Du denn kein Bier?" Sagt der Unser-Bier-Brauer: "Wenn Ihr schon keins bestellt, bestelle ich auch keins!" (Quelle unbekannt)
    Direktlink zum Kommentar

  1. Super, wenn regionale Konzepte aufgehen!

    von Benjamin Hohlmann um 22.03.2012 um 15:07Uhr

    Ich freue mich, dass es bei Unser Bier gut läuft! Und auch die anderen Initiativen für regionale Produkte im Bier-Bereich sind ein wichtiger und richtiger Schritt, der vielleicht auch andere Lebensmittel- und Produktsegmente wach(er) macht.

    Es gibt nichts langweiligeres als Masseneinheitsware von Multis von irgendwo, die es in jedem Shop und jeder Beiz gibt. Wichtig ist, dass wir als Konsumenten immer nach regionalen Produkten fragen und sie auch fordern.
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  2. Ideale Wasser-Bügelflasche

    von Wahrsager um 22.03.2012 um 18:36Uhr

    Ich nutze diese Bügelflasche um sie zuhause mit Wasser zu füllen. Hatte schon einige Glas-und Wasserschäden...
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  3. Noch mehr Bier

    von Marianne Känzig um 22.03.2012 um 19:46Uhr

    Hier amsel.s30.ch/brauerei/ gibts auch ein gutes, selbstgebrautes Bier.
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  4. Bier-Worte

    von wg um 23.03.2012 um 03:47Uhr

    Wie wäre es, statt sehr vieler leerer Worte, einmal eine tabellarische Übersicht als Konsumenten-Information über die verschiedenen , besonders die einheimischen im Vergleich zu jenen der Multis, Biere zu bringen ?
    Ansatz : Im Denner kosten 5 dl 45 Rappen, inkl. Alu-Dose, inkl. Transporte/Zölle/Margen, und "Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot"; Geschmack : gewöhn=/trink=bar; den Flüssigkeitsbedarf abdeckend, bestimmt auch nahrhaft ... .
    Ich erinnere mich dabei an die Zeit meiner Lehre zurück, als wir im Blind-Versuch verschiedene Biere unterscheiden/benennen sollten. Und wirklich, es gelang selbst mir, nur nach unmittelbarer Degustation davor, Cardinal, Warteck, Feldschlösschen und Ziegelhof zu benennen. Oder ein Abend, als auf einer Beizen-Tour einer von uns Flasche um Flasche (@ 5 dl) leerte, ich weiss nicht mehr, waren es 3 oder 5, ohne das "Örtchen" aufsuchen zu müssen.
    Ja, "das waren noch die guten alten Zeiten". Aber vielleicht leben sie ja wieder auf durch diese neuen regionalen Brauereien.
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  5. Bierbrauereien in Basel

    von Dietrich Jäger um 26.03.2012 um 14:54Uhr

    Kennen Sie den:
    Ein Feldschlösschen-Brauer, ein Warteck-Brauer und ein Unser-Bier-Brauer sitzen zusammen in der Beiz. Der Feldschlösschen-Brauer bestellt ein Feldschlösschen Bier, der Warteck-Brauer ein Warteck Bier - und der Unser-Bier-Brauer eine Cola. Fragen ihn die anderen beiden: "Warum bestellst Du denn kein Bier?" Sagt der Unser-Bier-Brauer: "Wenn Ihr schon keins bestellt, bestelle ich auch keins!" (Quelle unbekannt)
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Informationen zum Artikel

22.3.2012, 11:53 Uhr

Auf die Region Basel schwappt eine Bierwelle zu

Text

Text:

  • 20.05.2013 um 20:30
    Gegen die Latte

    Der FC Basel verliert einen harzigen Cupfinal nach Penaltyschiessen und hat die erste Chance auf einen Titel in dieser grossartigen Saison vertan. Beklagen muss sich der FCB nicht: GC war über weite Strecken die gefährlichere Mannschaft.

  • 20.05.2013 um 15:08
    Grasshoppers gewinnen im Elfmeterschiessen

    Der FC Basel ist wieder im Cupfinal. Und wie vor einem Jahr fällt die Entscheidung im Elfmeterschiessen. Und doch ist diesmal alles anders. Am Schluss jubeln die anderen.

  • 18.05.2013 um 09:45
    So sind sie wunderbar, die Politiker

    Die offiziellen Wahlplakate sind derart langweilig, dass sie dem einen oder anderen physisch wehtun. Zum Glück gibts aber nun eine Alternative – dank unseren Lesern.

  • 13.05.2013 um 14:46
    Werter Guschti Goldknopf
    Zum Artikel: Dreist, dieser Sonnenbrillenraub – aber kaum sehr schlau

    Danke für die interessante Meinungsäusserung. Ich persönlich bin der Ansicht, dass wir auch in den vergangenen Tagen einige interessante Berichte und Reportagen zu politisch, gesellschaftlich und kulturell relevanten Themen hatten. Und auch aus dem Ber...

  • 01.05.2013 um 13:44
    Zu leicht?
    Zum Artikel: Angriff auf die UBS und ihre Lohnpolitik

    Liebe Frau Känzig. Eine sehr berechtigte Frage. Für eine Revolution wird es jedenfalls nicht reichen - bei weitem nicht. Aber vielleicht für eine interessante Diskussion?

  • 14.04.2013 um 10:15
    «Ungenügend»
    Zum Artikel: Weg mit euch Versagern! Oder doch nicht?

    Liebe Frau Bühlmann. Danke für den Tipp. Ich werde die Studie gerne auf der Rückseite des Artikels anhängen. Sehr passend zum Thema (Bewerten, Abwerten, was ist in dieser Beziehung sinnvoll und gerechtfertigt, was eher nicht?) scheint mir übrigens auch...

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