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TagesWoche

Tages Woche

So, 19.05.2013

«Amokfahrt» 

13.3.2012, 19:31 Uhr

Eine Tote, sieben Verletzte bei «Amokfahrt»

13.3.2012, 19:31 Uhr (aktualisiert: 05:50 Uhr)

In Basel kam es am Dienstag zu einer «Amokfahrt». Ein Autofahrer überfuhr in einem gestohlenen Fahrzeug sieben Menschen. Eine 46-jährige Frau starb, sieben Menschen wurden verletzt. Der 27-jährige Täter ist in Haft. Er war aus der geschlossenen Abteilung der UPK geflüchtet. Von Martina Rutschmann und Dani Winter

Martina Rutschmann: Beim Unglück vom Dienstag starb eine Velofahrerin.

Beim Unglück vom Dienstag starb eine Velofahrerin. (Bild: Martina Rutschmann)

Um 18.30 Uhr fuhr ein Autofahrer an der Schifflände und auf der Mittleren Brücke in eine Gruppe von Personen. Der Mann hatte zuvor am Voltaplatz einen Autofahrer aus dessen Fahrzeug gerissen und den Wagen gestohlen. Damit fuhr er zuerst am Rhein entlang, dann am Blumenrain in Richtung Schifflände, wo er einen Skater und eine Velofahrerin überfuhr. Beide sind verletzt.

Kurz darauf überfuhr er auf der Mittleren Brücke fünf weitere Menschen. Eine 46-jährige Velofahrerin starb, ein 39-jähriger Mann und eine 43-jährige Frau wurden schwer verletzt. Bei den weiteren Verletzten handelt es sich um eine 24- jährige und eine 29-jährige Frau und um vier Männer im Alter von 16, 44 und 49 Jahren.

Kollege wird gesucht

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich beim 27-jährigen Täter um einen flüchtigen Patienten aus der geschlossenen Abteilung der Universitären Psychiatrischen Klinik (UPK). Der Mann stammt aus Mazedonien. Weshalb er in der UPK war, ist noch unklar. Gewiss ist nur: Der Mann ist nach Polizeiangaben verwirrt. Aus diesem Grund will Peter Gill von der Staatsanwaltschaft nicht von einer «Amokfahrt» reden, da eine solche eine klare Absicht voraussetze.

Es handle sich aber auch nicht um einen Unfall, sondern um eine Tat. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen ein Verfahren wegen vorsätzlicher Tötung, Raubes, Körperverletzung und verschiedenen Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz eingeleitet.

Vor der Tat wurde der Mann beim Voltaplatz gesehen, als er aus einem grauen Mitsubishi Colt, vermutlich Jahrgang 1997-99, mit BL Kennzeichen, vom Beifahrersitz ausstieg. Beim Lenker soll es sich um einen 25 bis 27- jährigen Mann mit Baseballmütze handeln. Der Fahrer wird gesucht.

Täter in Haft

Der Täter selber liess das arg beschädigte Auto nach seiner Irrfahrt vor dem «Café Spitz» auf der Brücke stehen und flüchtete zu Fuss. Drei Passanten konnten ihn vor dem «Möbel Pfister» überwältigen. Die Polizei nahm ihn schliesslich fest. Er sitzt in Haft und wird vernommen. Die Augenzeugen und die Angehörigen der Opfer werden vom polizeilichen Sozialdienst betreut. Der Mann, dessen Auto der Täter gestohlen hat, ist ebenfalls bei der Polizei.

Die Sanitäten arbeiteten am Abend auf Hochtouren, es waren auch deutsche Ambulanzen und Kollegen aus dem Baselbiet beteiligt. Auf der Strasse lagen überfahrene Velos, am späteren Abend wurde das Tatfahrzeug abgeschleppt. Vom Klein- ins Grossbasel gab es auf der Mittleren Brücke zeitweilig kein Durchkommen. Der Tramverkehr wurde am späten Abend immer noch über die Wettsteinbrücke umgeleitet. Die Brücke bleibt nach Polizeiangaben bis auf unbestimmte Zeit gesperrt (Stand 6.45h).

Bei den Ermittlungen stehen der Basler Polizei Berner Kollegen zur Seite. Die Staatsanwaltschft wird die Medien informieren, sobald sie mehr zum Unglück weiss.

  1. UPK

    von GuyFawkes am 14.03.2012 um 01:07Uhr

    Es kann nicht sein, dass ein Patient aus der geschlossenen Abteilung ausbricht. ich kenne mehrere Mitarbeiter der UPK und diese berichten mir über die Hochsicherheitsverhältnisse , dass diese besten Standards entspricht. jedoch muss ein grob fahrlässiger Fehler vorliegen, dass ein Patient aus dieser Abteilung ausbricht!!! ich kann mir nur vorstellen, dass verantwortliche Oberärzte nicht entsprechend gehandelt haben. insbesondere das ganze Debakel um die Chef-étage der lässt darauf schliessen.

    Ich bedaure diesen Vorfall sehr und hoffe, dass dies sich nicht mehr wiederholt
    Direktlink zum Kommentar

  2. Betroffenheit

    von rejeanne am 14.03.2012 um 08:32Uhr

    Immer wieder hört man von Amokläufen oder sonstigen ähnlich gelagerten "Vorfällen". Und immer wieder passiert es ganz weit weg. Und nun geschieht es plötzlich mitten in der Stadt Basel. Das Unglaubliche steht auf einmal vor der eigenen Haustüre und man muss feststellen, dass unsere Sicherheit sehr fragil ist. Man muss nur zur falschen Zeit am falschen Ort sein...

    Ich möchte den Angehörigen des Todesopfers und den Verletzten mein tiefstes Beileid ausdrücken.
    Direktlink zum Kommentar

  3. Ein Lob der Zivilcourage

    von Sylvia Bach am 14.03.2012 um 08:35Uhr

    Bei aller Tragik der Ereignisse von Gestern Abend möchte ich doch ein Lob aussprechen auf die Basler Zivilcourage, die zur Verhaftung des flüchtigen Täters verholfen hat. Vielen Dank!
    Direktlink zum Kommentar

  4. ...Oslo....Wallis, Basel, Pratteln ...

    von Basilea84 am 14.03.2012 um 10:58Uhr

    ...die Relationen im Auge behalten...Generalverdächtigungen gegen Ethnien unterlassen ...Vergleiche mit andern Grossstädten vermeiden .... Amokläufe und Kurzschlusshandlungen sind in Gesellschaften ein Stück weit ubiquitär....Betroffenheit zulassen, Unterstützung leisten, wenn auch noch so klein im Umfang und jene auch nach Jahren nicht alleine lassen, die dies durchgemacht haben....
    Direktlink zum Kommentar

  1. UPK

    von GuyFawkes um 14.03.2012 um 01:07Uhr

    Es kann nicht sein, dass ein Patient aus der geschlossenen Abteilung ausbricht. ich kenne mehrere Mitarbeiter der UPK und diese berichten mir über die Hochsicherheitsverhältnisse , dass diese besten Standards entspricht. jedoch muss ein grob fahrlässiger Fehler vorliegen, dass ein Patient aus dieser Abteilung ausbricht!!! ich kann mir nur vorstellen, dass verantwortliche Oberärzte nicht entsprechend gehandelt haben. insbesondere das ganze Debakel um die Chef-étage der lässt darauf schliessen.

    Ich bedaure diesen Vorfall sehr und hoffe, dass dies sich nicht mehr wiederholt
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  2. Betroffenheit

    von rejeanne um 14.03.2012 um 08:32Uhr

    Immer wieder hört man von Amokläufen oder sonstigen ähnlich gelagerten "Vorfällen". Und immer wieder passiert es ganz weit weg. Und nun geschieht es plötzlich mitten in der Stadt Basel. Das Unglaubliche steht auf einmal vor der eigenen Haustüre und man muss feststellen, dass unsere Sicherheit sehr fragil ist. Man muss nur zur falschen Zeit am falschen Ort sein...

    Ich möchte den Angehörigen des Todesopfers und den Verletzten mein tiefstes Beileid ausdrücken.
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  3. Ein Lob der Zivilcourage

    von Sylvia Bach um 14.03.2012 um 08:35Uhr

    Bei aller Tragik der Ereignisse von Gestern Abend möchte ich doch ein Lob aussprechen auf die Basler Zivilcourage, die zur Verhaftung des flüchtigen Täters verholfen hat. Vielen Dank!
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  4. ...Oslo....Wallis, Basel, Pratteln ...

    von Basilea84 um 14.03.2012 um 10:58Uhr

    ...die Relationen im Auge behalten...Generalverdächtigungen gegen Ethnien unterlassen ...Vergleiche mit andern Grossstädten vermeiden .... Amokläufe und Kurzschlusshandlungen sind in Gesellschaften ein Stück weit ubiquitär....Betroffenheit zulassen, Unterstützung leisten, wenn auch noch so klein im Umfang und jene auch nach Jahren nicht alleine lassen, die dies durchgemacht haben....
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  5. .

    von fusnist um 14.03.2012 um 18:12Uhr

    kann mich basilea84 nur anschliessen. grosse mitschuld an solchen grausigen taten trägt immer die gesellschaft. der stetig steigende leistungsdruck plus die vorgaben wie man sein und was man machen sollte, damit kann man überfordert sein. ich habe grosses mitgefühl für die opfer und deren angehörigen und wünsche ihnen viel kraft.
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  6. Prosaischer Bohème-Treff auf Tageswoche.ch?

    von Nein danke um 14.03.2012 um 18:46Uhr

    ...verstehe das Telegramm-artige Geschreibsel...von Basilea84 nicht...Punktpunktpunkt...kryptisch...total...

    fusnist, gesellschaftlicher Leistungsdruck hat nichts mit der Krankheit des Täters zu tun.
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  7. .

    von fusnist um 15.03.2012 um 02:18Uhr

    @nein danke. wir wissen beide wohl nichts genaueres über das krankheitsbild des täters. mir ging es generell um die komplexilität der gesellschaft und dass es immer schwieriger wird in dieser zu bestehen. eine tat wie diese ist nicht mit ein paar geschriebenen wörtern zu erklären.
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Informationen zum Artikel

13.3.2012, 19:31 Uhr

Eine Tote, sieben Verletzte bei «Amokfahrt»

Text

Text:

  • 11.05.2013 um 12:32
    Blut an unseren Kleidern

    Gewissheit gibt es nie, dass die Kleider, die man kauft, fair hergestellt wurden. Manchmal wissen nicht einmal die Modeläden, dass sie die Ausbeutung unterstützen – oder sie wollen es nicht wissen. Ein Problem, offensichtlicher denn je.

  • 08.05.2013 um 16:57
    «Die Liberalen müssen pointierter werden»

    Die Präsidentin der Basler LDP, Patricia von Falkenstein, will ihrer Partei in der Öffentlichkeit wieder mehr Gehör verschaffen. Allenfalls auch mit «Polteri»-Methoden – solange es anständig zugeht.

  • 08.05.2013 um 16:15
    Einfamilienhäuser für die Erlenmatt

    Zuerst waren es Mietwohnungen, dann Eigentumswohnungen – nun sollen auf der Erlenmatt Einfamilienhäuser dazu kommen.

  • 10.10.2012 um 22:13
    Bilder
    Zum Artikel: Kein Schiff wird kommen

    Guten Abend Zugegeben, die Bilder sind nicht besonders gut – und das ist mein Verschulden. Mit Sparen hatte es allerdings nichts zu tun, dass ich ohne Fotograf (bei uns arbeiten sehr gute Fotografen, wie man sonst sehen kann) unterwegs war. Sondern mi...

  • 15.08.2012 um 09:01
    Nun ist es Schokolade
    Zum Artikel: «Beschle» verärgert «Frey»-Stammgäste

    Lieber Herr Schmidt Ich danke Ihnen herzlich, dass Sie mich auf diesen peinlichen Flüchtigkeitsfehler aufmerksam gemacht haben. Selbstverständlich habe ich den Fehler umgehend behoben und aus der Schoggi eine Schokolade gemacht. Gruss, Martina Rutsch...

  • 29.02.2012 um 13:37
    Gundeli-Clique-Vertreter
    Zum Artikel: «E Schwob» im Trommel-Taumel

    Flip567 hat natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass es sich bei der Gundeli-Clique um eine grosse Clique mit Tambouren UND Pfeifern handelt (was tatsächlich jeder Basler wissen sollte). Die Formulierung im Text war daher vielleicht nicht präzise...

Text

Text:

  • 26.04.2013 um 21:29
    Seitenblicke zur Baselworld

    High Heels, enge Jupes, feinster Zwirn und mondäne Frisuren: Die Baselworld versprüht für einige Tage im Jahr das Parfüm der Edlen und Reichen in der sonst so bescheidenen Bebbistadt. Oberhofknipser Hans-Jörg Walter hat sich auf Fotosafari begeben. 

  • 08.03.2013 um 14:23
    Polizei nimmt elf Zenit-Fans fest

    Nach dem Europa-League-Spiel FC Basel gegen Zenit St. Petersburg waren gemäss Kantonspolizei Fans der beiden Clubs unterwegs zur Mittleren Brücke. Die Polizei verhinderte das Aufeinandertreffen der Gruppierungen und nahm elf Personen fest.

  • 28.02.2013 um 15:57
    Schluss mit lustig

    Ein Drämmli-Chauffeur kündete die Haltestelle St. Jakob mit einem träfen Novartis-Spruch an. Jetzt drohen ihm Konsequenzen.

  • 14.04.2013 um 09:09
    Na schön!
    Zum Artikel: Gewonnen!

    Sie haben es so gewollt. Vielen Dank an dieser Stelle für die lieben Worte. Da wird der Sonntagsdienst am ersten Sommertag gleich viel erträglicher.

  • 28.03.2013 um 15:45
    Mit Verlaub …
    Zum Artikel: Mal nicht im Stau stehen

    … und bei aller Liebe zu meiner alten Heimat: Für ein Osterwochenende ist Büsingen eine denkbar schlechte Wahl. Erstens trifft man kaum jemanden an, denn die Büsinger sind es recht eigentlich, die den Stau vor dem Gotthard jeweils verursachen. Zweitens...

  • 27.02.2013 um 16:13
    Und das Acera?
    Zum Artikel: Das sind die acht schönsten Cafés der Region – einverstanden?

    Mir fehlt in dieser das vielleicht noch nicht sooo bekannte Acera an der Rheingasse. Im Sommer empfehlen sich die selbst gemachten Glaces im lauschigen Hof, im Winter nimmt man vielleicht lieber den Cheesecake.

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