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«Amokfahrt» 

13.3.2012, 19:31 Uhr

Eine Tote, sieben Verletzte bei «Amokfahrt»

13.3.2012, 19:31 Uhr (aktualisiert: 05:50 Uhr)

In Basel kam es am Dienstag zu einer «Amokfahrt». Ein Autofahrer überfuhr in einem gestohlenen Fahrzeug sieben Menschen. Eine 46-jährige Frau starb, sieben Menschen wurden verletzt. Der 27-jährige Täter ist in Haft. Er war aus der geschlossenen Abteilung der UPK geflüchtet. Von und

Martina Rutschmann: Beim Unglück vom Dienstag starb eine Velofahrerin.

Beim Unglück vom Dienstag starb eine Velofahrerin. (Bild: Martina Rutschmann)

Um 18.30 Uhr fuhr ein Autofahrer an der Schifflände und auf der Mittleren Brücke in eine Gruppe von Personen. Der Mann hatte zuvor am Voltaplatz einen Autofahrer aus dessen Fahrzeug gerissen und den Wagen gestohlen. Damit fuhr er zuerst am Rhein entlang, dann am Blumenrain in Richtung Schifflände, wo er einen Skater und eine Velofahrerin überfuhr. Beide sind verletzt.

Kurz darauf überfuhr er auf der Mittleren Brücke fünf weitere Menschen. Eine 46-jährige Velofahrerin starb, ein 39-jähriger Mann und eine 43-jährige Frau wurden schwer verletzt. Bei den weiteren Verletzten handelt es sich um eine 24- jährige und eine 29-jährige Frau und um vier Männer im Alter von 16, 44 und 49 Jahren.

Kollege wird gesucht

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich beim 27-jährigen Täter um einen flüchtigen Patienten aus der geschlossenen Abteilung der Universitären Psychiatrischen Klinik (UPK). Der Mann stammt aus Mazedonien. Weshalb er in der UPK war, ist noch unklar. Gewiss ist nur: Der Mann ist nach Polizeiangaben verwirrt. Aus diesem Grund will Peter Gill von der Staatsanwaltschaft nicht von einer «Amokfahrt» reden, da eine solche eine klare Absicht voraussetze.

Es handle sich aber auch nicht um einen Unfall, sondern um eine Tat. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen ein Verfahren wegen vorsätzlicher Tötung, Raubes, Körperverletzung und verschiedenen Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz eingeleitet.

Vor der Tat wurde der Mann beim Voltaplatz gesehen, als er aus einem grauen Mitsubishi Colt, vermutlich Jahrgang 1997-99, mit BL Kennzeichen, vom Beifahrersitz ausstieg. Beim Lenker soll es sich um einen 25 bis 27- jährigen Mann mit Baseballmütze handeln. Der Fahrer wird gesucht.

Täter in Haft

Der Täter selber liess das arg beschädigte Auto nach seiner Irrfahrt vor dem «Café Spitz» auf der Brücke stehen und flüchtete zu Fuss. Drei Passanten konnten ihn vor dem «Möbel Pfister» überwältigen. Die Polizei nahm ihn schliesslich fest. Er sitzt in Haft und wird vernommen. Die Augenzeugen und die Angehörigen der Opfer werden vom polizeilichen Sozialdienst betreut. Der Mann, dessen Auto der Täter gestohlen hat, ist ebenfalls bei der Polizei.

Die Sanitäten arbeiteten am Abend auf Hochtouren, es waren auch deutsche Ambulanzen und Kollegen aus dem Baselbiet beteiligt. Auf der Strasse lagen überfahrene Velos, am späteren Abend wurde das Tatfahrzeug abgeschleppt. Vom Klein- ins Grossbasel gab es auf der Mittleren Brücke zeitweilig kein Durchkommen. Der Tramverkehr wurde am späten Abend immer noch über die Wettsteinbrücke umgeleitet. Die Brücke bleibt nach Polizeiangaben bis auf unbestimmte Zeit gesperrt (Stand 6.45h).

Bei den Ermittlungen stehen der Basler Polizei Berner Kollegen zur Seite. Die Staatsanwaltschft wird die Medien informieren, sobald sie mehr zum Unglück weiss.

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Reaktionen

  1. GuyFawkes

    am 14.03.2012, 01:07

    Es kann nicht sein, dass ein Patient aus der geschlossenen Abteilung ausbricht. ich kenne mehrere Mitarbeiter der UPK und diese berichten mir über die Hochsicherheitsverhältnisse , dass diese besten Standards entspricht. jedoch muss ein grob fahrlässiger Fehler vorliegen, dass ein Patient aus dieser Abteilung ausbricht!!! ich kann mir nur vorstellen, dass verantwortliche Oberärzte nicht entsprechend gehandelt haben. insbesondere das ganze Debakel um die Chef-étage der lässt darauf... ... mehrEs kann nicht sein, dass ein Patient aus der geschlossenen Abteilung ausbricht. ich kenne mehrere Mitarbeiter der UPK und diese berichten mir über die Hochsicherheitsverhältnisse , dass diese besten Standards entspricht. jedoch muss ein grob fahrlässiger Fehler vorliegen, dass ein Patient aus dieser Abteilung ausbricht!!! ich kann mir nur vorstellen, dass verantwortliche Oberärzte nicht entsprechend gehandelt haben. insbesondere das ganze Debakel um die Chef-étage der lässt darauf schliessen.

    Ich bedaure diesen Vorfall sehr und hoffe, dass dies sich nicht mehr wiederholt

  2. rejeanne

    am 14.03.2012, 08:32

    Immer wieder hört man von Amokläufen oder sonstigen ähnlich gelagerten "Vorfällen". Und immer wieder passiert es ganz weit weg. Und nun geschieht es plötzlich mitten in der Stadt Basel. Das Unglaubliche steht auf einmal vor der eigenen Haustüre und man muss feststellen, dass unsere Sicherheit sehr fragil ist. Man muss nur zur falschen Zeit am falschen Ort sein...

    Ich möchte den Angehörigen des Todesopfers und den Verletzten mein tiefstes Beileid ausdrücken.

  3. Sylvia Bach

    am 14.03.2012, 08:35

    Bei aller Tragik der Ereignisse von Gestern Abend möchte ich doch ein Lob aussprechen auf die Basler Zivilcourage, die zur Verhaftung des flüchtigen Täters verholfen hat. Vielen Dank!

  4. Basilea84

    am 14.03.2012, 10:58

    ...die Relationen im Auge behalten...Generalverdächtigungen gegen Ethnien unterlassen ...Vergleiche mit andern Grossstädten vermeiden .... Amokläufe und Kurzschlusshandlungen sind in Gesellschaften ein Stück weit ubiquitär....Betroffenheit zulassen, Unterstützung leisten, wenn auch noch so klein im Umfang und jene auch nach Jahren nicht alleine lassen, die dies durchgemacht haben....

  1. GuyFawkes

    am 14.03.2012, 01:07

    Es kann nicht sein, dass ein Patient aus der geschlossenen Abteilung ausbricht. ich kenne mehrere Mitarbeiter der UPK und diese berichten mir über die Hochsicherheitsverhältnisse , dass diese besten Standards entspricht. jedoch muss ein grob fahrlässiger Fehler vorliegen, dass ein Patient aus dieser Abteilung ausbricht!!! ich kann mir nur vorstellen, dass verantwortliche Oberärzte nicht entsprechend gehandelt haben. insbesondere das ganze Debakel um die Chef-étage der lässt darauf... mehrEs kann nicht sein, dass ein Patient aus der geschlossenen Abteilung ausbricht. ich kenne mehrere Mitarbeiter der UPK und diese berichten mir über die Hochsicherheitsverhältnisse , dass diese besten Standards entspricht. jedoch muss ein grob fahrlässiger Fehler vorliegen, dass ein Patient aus dieser Abteilung ausbricht!!! ich kann mir nur vorstellen, dass verantwortliche Oberärzte nicht entsprechend gehandelt haben. insbesondere das ganze Debakel um die Chef-étage der lässt darauf schliessen.

    Ich bedaure diesen Vorfall sehr und hoffe, dass dies sich nicht mehr wiederholt

  2. rejeanne

    am 14.03.2012, 08:32

    Immer wieder hört man von Amokläufen oder sonstigen ähnlich gelagerten "Vorfällen". Und immer wieder passiert es ganz weit weg. Und nun geschieht es plötzlich mitten in der Stadt Basel. Das Unglaubliche steht auf einmal vor der eigenen Haustüre und man muss feststellen, dass unsere Sicherheit sehr fragil ist. Man muss nur zur falschen Zeit am falschen Ort sein...

    Ich möchte den Angehörigen des Todesopfers und den Verletzten mein tiefstes Beileid ausdrücken.

  3. Sylvia Bach

    am 14.03.2012, 08:35

    Bei aller Tragik der Ereignisse von Gestern Abend möchte ich doch ein Lob aussprechen auf die Basler Zivilcourage, die zur Verhaftung des flüchtigen Täters verholfen hat. Vielen Dank!

  4. Basilea84

    am 14.03.2012, 10:58

    ...die Relationen im Auge behalten...Generalverdächtigungen gegen Ethnien unterlassen ...Vergleiche mit andern Grossstädten vermeiden .... Amokläufe und Kurzschlusshandlungen sind in Gesellschaften ein Stück weit ubiquitär....Betroffenheit zulassen, Unterstützung leisten, wenn auch noch so klein im Umfang und jene auch nach Jahren nicht alleine lassen, die dies durchgemacht haben....

  5. fusnist

    am 14.03.2012, 18:12

    kann mich basilea84 nur anschliessen. grosse mitschuld an solchen grausigen taten trägt immer die gesellschaft. der stetig steigende leistungsdruck plus die vorgaben wie man sein und was man machen sollte, damit kann man überfordert sein. ich habe grosses mitgefühl für die opfer und deren angehörigen und wünsche ihnen viel kraft.

  6. Nein danke

    am 14.03.2012, 18:46

    ...verstehe das Telegramm-artige Geschreibsel...von Basilea84 nicht...Punktpunktpunkt...kryptisch...total...

    fusnist, gesellschaftlicher Leistungsdruck hat nichts mit der Krankheit des Täters zu tun.

  7. fusnist

    am 15.03.2012, 02:18

    @nein danke. wir wissen beide wohl nichts genaueres über das krankheitsbild des täters. mir ging es generell um die komplexilität der gesellschaft und dass es immer schwieriger wird in dieser zu bestehen. eine tat wie diese ist nicht mit ein paar geschriebenen wörtern zu erklären.

Informationen zum Artikel

13.3.2012, 19:31 Uhr

Eine Tote, sieben Verletzte bei «Amokfahrt»

Text

Text:

  • 28.10.2013 um 15:24
    Basel hat einige Schrauben locker

    Eine schräge Sache beschäftigt die Mitarbeiter des Tiefbauamtes: Unbekannte lockern seit einigen Wochen Schrauben von Verkehrsschildern in allen Quartieren – und verursachen so Materialkosten von über 5000 Franken im Jahr.

  • 24.10.2013 um 12:37
    Cindy, die linke SVPlerin

    Taxifahrerin Cindy Schütz wäre gerne prominent und bringt eigentlich Unvereinbares zusammen.

  • 16.10.2013 um 20:14
    Parlament hat das Sagen über den öffentlichen Raum

    Der Grosse Rat segnete das Gesetz über die Nutzung des Öffentlichen Raumes (NöRG) ab – und brachte zwei Änderungen zu den Nutzungsplänen durch: Das Parlament soll diese selber ausarbeiten, ohne aber bestimmte Zwecke für Nutzungen im öffentlichen Raum zu definieren.

  • 31.08.2013 um 09:09
    Vielen Dank!
    Zum Artikel: Jetzt will auch der FCB richtig an der Liga teilnehmen

    Der «SRF»-Hinweis war selbstverständlich ein Versehen.

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    Lieber Herr Buschweiler
    Zum Artikel: «Gewalt ist in keinem Fall tolerierbar»

    Ich verstehe es nicht als meine Aufgabe, eine Grossrats-Debatte von A bis Z zu protokollieren, sondern ich bin stets bemüht, den Kern der Diskussion und die wesentlichen Punkte wiederzugeben. Aber Sie haben Recht: Der von mir in einem anderen Zusammenh...

  • 25.06.2013 um 08:45
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    Zum Artikel: Adieu, weisse Gratisparkplätze

    Es ist so, wie Sie sagen: Die Gratisparkzeit beträgt nur in Glücksfällen genau 90 Minuten. Denn es gilt: Die angebrochene halbe Stunde sowie die darauffolgende ganze Stunde zählen. Wenn jemand sein Auto also um 15.50 Uhr parkiert, darf er dieses insges...

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Text:

  • 18.12.2014 um 07:29
    «Statt Armut bekämpft man heute die Armen»

    Paola Gallo, Geschäftsführerin des Vereins «Surprise», über die neue Armut in der Schweiz und mediale Kampagnen gegen die Sozialhilfe.

  • 11.12.2014 um 16:27
    Debatte ohne Energie

    In den dreieinhalb Jahren, die seit der Katastrophe von Fukushima verstrichen sind, hat sich die Energiedebatte merklich abgekühlt.

  • 27.11.2014 um 13:14
    Basel im Ausnahmezustand

    3600 Soldaten, 1000 Polizisten, 1200 Konferenzteilnehmer: Die OSZE-Konferenz versetzt Basel in den Ausnahmezustand.

  • 17.12.2014 um 11:11
    Zum Artikel: Das Publikum weiss mehr als wir

    Lieber «Schwob». Natürlich ist es unsere Absicht, etwas aus dieser Geschichte zu lernen bzw. für uns als Redaktion und Medium Lehren zu ziehen und die daraus resultierenden Erkenntnisse in unsere Arbeit einfliessen zu lassen. Die TagesWoche versucht, e...

  • 14.11.2014 um 19:35
    Zum Artikel: Historischer Besuch des albanischen Präsidenten in Belgrad

    Sie haben recht, Jana Mue. Der Name «Hodscha» wurde im Deutschen zwar häufig verwendet. In der globalisierten Welt sollten wir mit der originalen Schreibweise aber umgehen können. Einzig bei Namen aus dem Chinesischen oder Arabischen ist die eingedeuts...

  • 29.10.2014 um 21:31
    Zum Artikel: Die TagesWoche feiert ihren dritten Geburtstag

    Lieber Fusnist, vielen Dank! Leider muss ich dich punkto Party enttäuschen. Ein paar Becherchen haben wir gestern geleert, allerdings im engsten Kreis. Beim Fünften lassen wir es aber bestimmt krachen.

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